Polizei : Newsletter Nr. 102, November 2007                                                                                             Verantwortlich: Prof. Dr. Thomas Feltes, Bochum
 1)   Elektronische Überwachung
 2)   Kinder- und Jugendgesundheitsstudie
 3)   Häufigkeit und Prädiktoren für sexuelle Aggression unter Studentinnen und anderen jungen Frauen
 4)   Standards in der Kriminalistik-Ausbildung
 5)   Die Auswirkungen der Lebensumstände auf Straffälligkeit
 6)   Menschen statt Bücher – ein Versuch, Vorurteile abzubauen
 7)   Organisierte Kriminalität: Einnahmen, wirtschaftliche und soziale Kosten und Beschlagnahmen
 8)   Unterrichtsmethoden und Prinzipien der Erwachsenenbildung in der Polizeiausbildung
 9)   20-jährige Frauen und Männer heute: Lebensentwürfe, Rollenbilder, Einstellungen zur Gleichstellung
10)  Strafverfolgung 2005
11)  „Hidden Curriculum“: Versteckte Ausbildungsergebnisse innerhalb der Polizeiaus¬bildung in England und Wales?
12)  Lokale Bindungen und Interventionsbereitschaft: Ansichten gewaltbereiter Jugendlicher über soziale Kontrolle
13)  Oxford Dictionary of Law Enforcement
14)  Freier Zugang zu SAGE Journals
15)  Strategien der Gewaltprävention im Kindes- und Jugendalter
16)  Privatisierung in der Strafrechtspflege
17)  Datenreport 2006 von GESIS
18)  Tagung zum Thema 'Deliktunspezifische Mehrfachtäter'
19)  Kriminalprognose und Kriminaltherapie
20)  Diskurs Stadt - Kriminalität
21)  Im Netz der inneren Sicherheit
22)  Nachtrag zu Newsletter Nr. 101, Beitrag Nr. 10
 
1) Elektronische Überwachung
Auf einer Konferenz der CEP (Conférence Permanente de Probation en Europe) hat Mike Nellis (UK) Überlegungen zum Thema "Electronic Monitoring the Key to 21th Century Probation?" vorgetragen. Eine Zusammenfassung aus dem jüngsten Newsletter der CEP finden Sie unter folgender URL: http://www.cep-probation.org/news/futureem.shtml
 
 
2) Kinder- und Jugendgesundheitsstudie
Die vom Robert-Koch-Institut im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums durchgeführten "Kinder- und Jugendgesundheitsstudie (KiGGS) ist im Internet verfügbar. Abgesehen von allgemein interessanten Ergebnissen ist diese Studie interessant, weil auch eine Reihe von kriminologisch relevanten Problemen und Verhaltensweisen erhoben wurden. In die Studie waren 17.641 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 17 Jahren einbezogen worden. Die Erhebungen fanden zwischen Mai 2003 und Mai 2006 statt. Das Robert-Koch-Institut hat eine Auswertung im Bundesgesundheitsblatt, Doppelheft Mai/Juni 2007 veröffentlicht. Diese Ausgabe des Bundesgesundheitsblatts gibt es auch elektronisch. Das Robert-Koch-Institut stellt insoweit 2 PDF-Dateien zur Verfügung: eine rund 12seitige Zusammenfassung (rund 70 KB) und die gesamte Studie (rund 2 MB). http://www.rki.de/cln_049/nn_205760/DE/Content/Service/Presse/Pressetermine/KiGGS__2007.html (Dank an H.-J. Kerner)
 
 
3) Häufigkeit und Prädiktoren für sexuelle Aggression unter Studentinnen und anderen jungen Frauen
Die Autoren verglichen Häufigkeit und Prädiktoren für sexuelle Aggression gegen Studentinnen mit denen gegenüber Frauen derselben Bevölkerungsschicht, die nicht studieren. Außerdem verglichen sie Häufigkeit und Prädikatoren für sexuelle Aggression gegen Frauen, die bei ihren Eltern leben, gegenüber denen, die nicht bei ihren Eltern leben. Die Ergebnisse zeigten, dass Frauen, die nicht bei den Eltern leben, über häufigere sexuelle Aggression berichteten als Frauen, die bei ihren Eltern leben – unabhängig davon, ob es sich um Studentinnen handelt oder nicht. Das Verhalten junger Frauen wird mit sexueller Aggression in Zusammenhang gesehen. Quelle: Buddie, A. M., &Testa, M. (2005). Rates and predictors of sexual aggression among students and nonstudents. JOURNAL OF INTERPERSONAL VIOLENCE, 20(6), 713-724.
 
 
4) Standards in der Kriminalistik-Ausbildung
“Addressing Shortfalls in Forensic Science Education" (NCJ 216886, 4 S.) beschreibt die Vorteile eines anerkannten Ausbildungsprogramms in Kriminalistik. Ein Komitee unter Leitung der American Academy of Forensic Science hat ein Evaluierungs- und Akkreditierungsverfahren entwickelt, das Universitäten bei der Entwicklung ihres Curriculums unterstützt. Ein anerkanntes Curriculum gibt Arbeitgebern Standardkriterien, mit deren Hilfe sie die Qualifikation von Bewerbern beurteilen können, an die Hand. http://www.ncjrs.gov/pdffiles1/nij/216886.pdf
 
 
5) Die Auswirkungen der Lebensumstände auf Straffälligkeit
Diese Studie untersucht die Entwicklung kriminellen Verhaltens, den Einfluss, den Lebensumstände wie Arbeit und Ehe auf Straffälligkeit haben, und ob die Einflüsse dieser Umstände bei verschiedenen Tätergruppen unterschiedlich sind. Es wurde auch analysiert, inwieweit die Beziehung zwischen Alter und Kriminalität durch die altersabhängigen Lebensumstände erklärt werden kann. Die Daten stammen von Personen, deren Fälle 1977 in den Niederlanden verhandelt wurden (N = 4,615. Insgesamt beeinflussen die Lebensumstände ganz erheblich die Risiken für kriminelles Verhalten, und die Auswirkungen dieser Umstände auf Delinquenz unterscheiden sich je nach Tätergruppe. Diese Ergebnisse sprechen stark für die Auffassung, dass der Zusammenhang zwischen Lebensumständen und Kriminalität nicht nur aus sozialer Selektion folgt, sondern auch aus einer Kette sozialer Ursachen. Quelle: Blokland, A. A., & Nieuwbeerta, P. (2005). The effects of life circumstances on longitudinal trajectories of offending, in: CRIMINOLOGY: CRIME, THE OFFENDER, AND THE VICTIM, 43(4), 1203-1240.
 
 
6) Menschen statt Bücher – ein Versuch, Vorurteile abzubauen
In der Bibliothek in Malmö kann man neben Büchern auch Menschen ausleihen. Ausleihfrist: eine Dreiviertelstunde. Die Stadtbibliothek von Malmö verleiht ein paar Mal im Jahr "lebende Bücher": Menschen, die einer Minderheit angehören. "Rede nicht über dein Vorurteil, sondern triff es - und werde es dadurch los", lautet der Slogan der Aktion. In Malmö ist jeder vierte Einwohner Ausländer und es gibt Stadtteile, in denen kaum ein Schwede lebt. Gettobildung ist die Folge: mangelnde Sprachkenntnisse, Arbeitslosigkeit, eine hohe Kriminalitätsrate und das Gefühl sozialer Isolation. Entsprechend groß sind die Vorurteile gegenüber den jeweils anderen Gruppen. Die Idee: Menschen zusammenbringen, die sich im täglichen Leben nicht begegnen. Leute finden, die bei der Aktion mitmachen wollten, war leichter als gedacht. Für manche begehrte "Ausleihobjekte" gibt es sogar Wartelisten. Besonders gefragt: der Imam und die muslimische Frau. Sonst noch im Angebot: Eine Lesbe, ein Transvestit, ein Behinderter, eine Obdachlose, ein Tierrechtsaktivist, eine Feministin, ein Farbiger, einen Roma, einen Sinto, einen Exstrafgefangenen, einen Dänen. Quelle: taz 30.6.2007, S. 14
 
 
7) Organisierte Kriminalität: Einnahmen, wirtschaftliche und soziale Kosten und Beschlagnahmen
Dieser Bericht legt ausführlich eine Methode zur Einschätzung krimineller Vermögenswerte für Beschlagnahme durch Wiederbeschaffungsmaßnahmen dar und zeigt eine Reihe von Hinweisen hinsichtlich der möglichen Anlage solcher Vermögenswerte auf. Der Gesamtumfang der organisierten Kriminalität wird auf mind. 11 Milliarden Britische Pfund geschätzt. Ein sozialer und wirtschaftlicher Schaden von rund 25 Milliarden kann mit großer Sicherheit organisierter Kriminalität zugeschrieben werden. Zudem wird untersucht, welche Werte jährlich durch Wiederbeschaffungsmaßnahmen beschlagnahmt werden können. Dabei wird auch die Tatsache berücksichtigt, dass Angehörige der organisierten Kriminalität Teile ihres Umsatzes als Geschäftskosten und für Verbrauchsgüter ausgeben. Quelle: Home Officie (GB), Online Report 14/07 - Organised crime: revenues, economic and social costs, and criminal assets available for seizure. Der Bericht wurde nach der Veröffentlichung vom Home Office im Oktober 2007 zurückgezogen, ist aber unter http://www.cscs.ucl.ac.uk/club/member-only/doc/organised.pdf verfügbar. Gründe für das Zurückziehen nennt das Home office auf seiner website nicht.
 
 
8) Unterrichtsmethoden und Prinzipien der Erwachsenenbildung in der Polizeiausbildung
Diese Studie untersucht den Unterrichtsstil der Fakultät einer Police Officer Standards and Training (POST) Organisation in einem Land des mittleren Westens der USA und den Umfang und die Methode bei der Anwendung von Prinzipien der Erwachsenenbildung innerhalb der Fakultät. Insgesamt haben die POST Ausbilder eine starke Vorliebe für einen lehrerzentrierten Unterrichtsstil und einen Bruch zwischen dem, was sie im Unterricht tun, und dem, was sie für effektiven Unterricht halten. Die POST Ausbilder empfinden auch, dass die traditionelle Vorlesung bei der Ausbildung in Strafverfolgung nicht funktioniert und haben ein Gefühl dafür, dass die aktive Teilnahme der Studenten am Unterricht notwendig ist. Den POST Ausbilder fehlt jedoch die Einsicht, die notwendig ist, um verschiedene Unterrichtsmethoden einzuführen – sie sind in erster Linie Strafverfolgungspraktiker und nicht Lehrer. Quelle: McCoy, M. R. (2006). Teaching style and the application of adult learning principles by police instructors. In: Policing. An International Journal of Police Strategies and Management, 29(1), 77-91
 
 
9) 20-jährige Frauen und Männer heute: Lebensentwürfe, Rollenbilder, Einstellungen zur Gleichstellung
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat eine qualitative Untersuchung veröffentlicht, die Sinus Sociovision (Heidelberg) für das Ministerium durchgeführt hat. Sie trägt den Titel "20-jährige Frauen und Männer heute. Lebensentwürfe, Rollenbilder, Einstellungen zur Gleichstellung". Es gibt die Studie als Broschüre beim Ministerium. Sie kann aber auch als PDF-Datei herunter geladen werden. Die entsprechende URL lautet: http://www.bmfsfj.de/Kategorien/Publikationen/publikationsliste,did=96102.html
 
 
10) Strafverfolgung 2005
Die deutsche Strafverfolgungsstatistik 2005 ist Ende Mai 2007 erschienen. Der direkte Link: https://www-ec.destatis.de/csp/shop/sfg/bpm.html.cms.cBroker.cls?cmspath=struktur,vollanzeige.csp&ID=1020372
 
 
11) „Hidden Curriculum“: Versteckte Ausbildungsergebnisse innerhalb der Polizeiaus¬bildung in England und Wales?
Polizisten müssen in der Lage sein, in schwierigen Situationen moralische Entscheidungen zu treffen. Die Polizeiausbildung und der damit verbundene Ruf nach nationalen Standards fußen jedoch auf technologischen Begriffen wie „Qualitätssicherung“ oder „Lückenanalyse“, die diesem Ziel nicht dienlich sind. Stattdessen führen sie zu kulturellen Vorurteilen als einem versteckten und unbeabsichtigten Ausbildungsergebnis. Um dies zu verhindern, muss die Polizeiarbeit auf eine ethische anstelle einer technischen Grundlage gestellt werden. Gleichzeitig muss die Frage nach dem gewünschten Polizeihandeln und den gesellschaftlichen Zielvorstellungen von Polizeiarbeit bei der Wahl der Ausbildungsmittel stärker betont werden. Daneben müssen die Verantwortlichen im Bereich der Polizei mit anderen Stellen auf dem Gebiet der kulturellen Verständigung zusammenarbeiten. Nur so kann eine Weiterentwicklung der Polizeikultur hin zu stärkerer Problembewältigung und Betonung des Gemeinwesens erreicht werden. Quelle: White, David (2006), A Conceptual Analysis of the Hidden Curriculum of Police Training in England und Wales, in: Policing and Society, 16 (04), 386-404.
 
 
12) Lokale Bindungen und Interventionsbereitschaft: Ansichten gewaltbereiter Jugendlicher über soziale Kontrolle
Dass kommunale und soziale Bindungen nicht zwangsläufig stärkere soziale Kontrollen mit sich bringen, sondern diese gar unterwandern können, zeigt die Auswertung qualita-tiver Tiefeninterviews mit gewaltbereiten Jugendlichen in zwei benachteiligten New Yorker Stadtteilen. Die Reaktionen auf soziale Kontrollen sind vielmehr gebiets- und altersabhängig. So schlägt die Autorin der Studie eine strukturierte und vielschichtige Herangehensweise unter Beachtung der Einflussfaktoren „Alter“ und „Gebiet“ vor, wenn das Verhältnis von kommunalen Bindungen und informellen Kontrollen in künftigen Studien untersucht wird. Quelle: Wilkinson, Deanna L. (2007), Local Social Ties and Willingness to Intervene: Textured Views Among Violent Urban Youth of Neighborhood Social Control Dynamics and Situations, in Justice Quarterly 24 (02), 185-220
 
 
13) Oxford Dictionary of Law Enforcement
Das Wörterbuch beschränkt sich auf englischsprachige Begriffe im Zusammenhang mit der Strafverfolgung. Insgesamt enthält es über 3.400 Einträge aus den Bereichen Recht, Medizin und Psychiatrie, Psychologie, Handel und Gewerbe und Kriminologie. Die Beiträge sind von zwei ehemaligen britischen Polizeibeamten verfasst, die dem Hintergrund ihrer Berufserfahrung entsprechend jeweils eine gute Mischung aus Theorie und Praxis einbringen. Graham Gooch, Michael Williams: Oxford Dictionary of Law Enforcement. Oxford University Press, Oxford 2007. 418 Seiten,10,99 Brit. Pfund bzw. ca. 18.- Euro (Amazon). Eine Besprechung des Buches durch Thomas Feltes findet sich im Buchbesprechungsteil des Polizei-Newsletter unter http://www.polizei-newsletter.de/books_german.php).
 
 
14) Freier Zugang zu SAGE Journals
FREIER Zugang zu mehr als 25 Zeitschriften über Kriminologie, Strafrecht und Gewalt zwischen Personen. Registrierung unter http://www.sagepublications.com/crimfreetrial Der Zugang ist befristet bis 15. Dezember 2007.
 
 
15) Strategien der Gewaltprävention im Kindes- und Jugendalter
Das Deutsche Jugendinstitut (DJI), Arbeitsstelle Kinder- und Jugendgewaltprävention, hat einen umfangreichen und interessanten Sammelband herausgebracht. Er steht unter dem Titel: "Strategien der Gewaltprävention im Kindes- und Jugendalter. Eine Zwischenbilanz in sechs Handlungsfeldern". (359 Seiten). Der Band steht auch als PDF-Datei zum Herunterladen zur Verfügung: http://www.dji.de/cgi-bin/projekte/bchlst1.php?browid=7794&projekt=150&kurzform=0 (Danke an H.-J. Kerner)
 
 
16) Privatisierung in der Strafrechtspflege
Mit diesem aktuellen Thema befasst sich eine Fachtagung der Kriminologischen Zentralstelle (KrimZ) vom 3.-4. Dezember 2007 in Wiesbaden. Die Privatisierung bisher staatlicher Leistungen ist ein wichtiges Element zahlreicher Vorschläge für Strukturreformen, mit denen die Erfüllung öffentlicher Aufgaben modernisiert und optimiert werden soll. Davon bleibt auch das Strafrecht nicht unberührt. Privatisierung in der Strafrechtspflege gilt als besonders problematisch, weil die Verhängung und Vollstreckung von Strafen eine Kernaufgabe des Staats ist. Die Tagung wird die Möglichkeiten und Grenzen der Privatisierung von Aufgaben der Strafrechtspflege zunächst in den Zusammenhang der allgemeinen Diskussion über die staatliche Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft einordnen. Dann werden drei Bereiche näher unter die Lupe genommen, in denen es bereits praktische Erfahrungen gibt: die sozialen Dienste der Justiz, der Justizvollzug und der psychiatrische Maßregelvollzug. Damit bietet die Tagung einen praxisbezogenen Überblick zur aktuellen Diskussion. Tagungsprogramm im Internet: www.krimz.de/tagung07.html. Auskünfte und Anmeldungen: Kriminologische Zentralstelle e.V. (KrimZ), Viktoriastr. 35, 65189 Wiesbaden, Tel. 0611/15758-0; Fax: -10; E-Mail: sekretariat@krimz.de
 
 
17) Datenreport 2006 von GESIS
GESIS und Destatis (Webname des Statistischen Bundesamtes) haben zusammen einen viele Aspekte der deutschen Gesellschaft widerspiegelnden "Datenreport 2006" veröffentlicht. Der Gesamtband ist, wie einzelne Kapitel, auch als PDF-Datei erhältlich. Einen Überblick über die Gliederung und Zugang zu Einzelkapiteln können Sie sich unter folgender URL (htm-Text) verschaffen: http://www.gesis.org/sozialindikatoren/Publikationen/Datenreport/dr06.htm Einzelkapitel I 10 zum Thema "Justiz": ://www.gesis.org/sozialindikatoren/Publikationen/Datenreport/pdf2006/1_10.pdf und Einzelkapitel II C 11 über Einstellungen betreffend den Bereich http"Öffentliche Sicherheit und Kriminalitätsbedrohung": http://www.gesis.org/sozialindikatoren/Publikationen/Datenreport/pdf2006/2_11.pdf (Danke an HJ Kerner)
 
 
18) Tagung zum Thema 'Deliktunspezifische Mehrfachtäter'
Das Projekt APES (Analytisch gestützte Priorisierung von Ermittlungen bei Sexualdelikten) führt an der FHVR Berlin am 26. und 27. November eine Tagung zum Thema "Deliktunspezifische Mehrfachtäter: Kriminologische Erkenntnisse und polizeiliche Ermittlungen zu (sexuellen) Gewaltdelikten" durch. Die Tagung richtet sich an WissenschaftlerInnen aus den Bereichen Kriminologie und Kriminalistik sowie PolizeiprakterInnen aus den Aufgabenbereichen sexuelle Gewalt und Tötungsdelikte, Operative Fallanalyse und Auswertung. Auf der Tagung werden neuere kriminologische Befunde zu deliktunspezifischen Mehrfachtätern und Ansätze zur Umsetzung dieser Erkenntnisse in praktische Ermittlungsarbeit vorgestellt und diskutiert. Weitere Informationen finden sie auf unserer Website: http://www.fhvr-berlin.de/fhvr/index.php?id=1&L=0 oder per E-Mail h.schuffenhauer@fhvr-berlin.de.
 
 
19) Kriminalprognose und Kriminaltherapie
Im Rahmen einer fünfbändigen Reihe eines Handbuches der Forensischen Psychiatrie ist als Band 3 der Band zu „Psychiatrische Kriminalprognose und Kriminaltherapie“ erschienen - weil die Herausgeber im Bereich von Kriminalprognose und Straftätertherapie ein besonders dringendes Bedürfnis nach ausführlicher Erörterung und wissenschaftlicher Begründung gesehen haben. Hans-Ludwig Kröber, Dieter Dölling, Norbert Leygraf, Henning Sass (Hrsg.): Handbuch der Forensischen Psychiatrie, Band 3, Psychiatrische Kriminalprognose und Kriminaltherapie. Darmstadt 2006 ISBN 3-7985-1442-9, 99,95 €, 453 S. Eine ausführliche Besprechung des Buches von Michael Alex findet sich im Buchbesprechungsteil des Polizei-Newsletter unter http://www.polizei-newsletter.de/books_german.php).
 
 
20) Diskurs Stadt - Kriminalität
Der Band beschäftigt sich mit dem Themenkomplex „(Un-)Sicherheit in der Stadt, insbesondere deren räumliche Dimension“ und beinhaltet neun Beiträge, v. a. aus sozial- und politikwissenschaftlicher sowie geografischer Perspektive. Ausgehend von der Beobachtung, dass sich vermehrt neue raumbezogene Sicherheitspolitiken, beispielsweise Überwachungstechniken oder formalisierte soziale Kontrollen in Städten etablieren, stellen sich die Autoren der Frage, wie dies erklärt werden kann. Denn nicht die Kriminalität habe sich erhöht, sondern „sowohl die räumlich gebundenen Unsicherheiten wie auch die unsicheren oder verunsichernden Räume und Orte“ seien „diskursiv konstruiert“ (S.8). Georg Glasze, Robert Pütz, Manfred Rolfes (Hrsg.): Diskurs – Stadt – Kriminalität. Städtische (Un-)Sicherheiten aus der Perspektive von Stadtforschung und Kritischer Kriminalgeographie. transcript Verlag, Bielefeld 2005, ISBN 3-89942-408-5, 323 Seiten. Eine ausführliche Besprechung durch Schirin Salem findet sich im Buchbesprechungsteil des Polizei-Newsletter http://www.polizei-newsletter.de/books_german.php.
 
 
21) Im Netz der inneren Sicherheit
Am 08. Juni 2007 hat der Bundesrat Änderungen des Passgesetzes zugestimmt, wonach künftig in Reisepässen auch die Fingerabdrücke zu erfassen sind. Diese Entscheidung macht deutlich, wie schnell ein Buch in einer von Absicherungsideen dominierten Welt „überholt“ sein kann, wie unentbehrlich aber auch Bücher wie das 2004 erschienene Paperback von Christiane Schulzki-Haddouti sind, wenn das Abgleiten von freiheitlichen Gesellschaften in totalitäre Systeme noch gestoppt werden soll. Christiane Schulzki-Haddouti: Im Netz der inneren Sicherheit. Die neuen Methoden der Überwachung. Europäische Verlagsanstalt / Sabine Groenewold Verlage, Hamburg 2004. ISBN 3-434-50582-2, 14,90 €, 191 S. Eine ausführliche Besprechung durch Michael Alex findet sich im Buchbesprechungsteil des Polizei-Newsletter http://www.polizei-newsletter.de/books_german.php.
 
 
22) Nachtrag zu Newsletter Nr. 101, Beitrag Nr. 10
Der Abschlussbericht der Kommission Gewaltprävention im Strafvollzug (eingerichtet nach Tötungsdelikt in der Jugendstrafanstalt Siegburg) ist jetzt eingestellt unter http://www.justiz.nrw.de/Themen/Themen_Startseite/gewaltpraevention/schlussbericht.pdf (Danke an N. Diederich)