Polizei : Newsletter Nr. 107, April 2008                                                                                             Verantwortlich: Prof. Dr. Thomas Feltes, Bochum
 1)   Europol übernimmt die Geschäftsführung von EuNAT; "Supporting Operations - Saving Lives"
 2)   Jugendkriminalität - Wege aus der Gewalt.
 3)   Polizei und Menschenrechtsprogramm
 4)   Wolfgang Heinz, Konstanz: Materialien zur Sanktionsentwicklung
 5)   Erste Europäische Konferenz zur Bedrohungseinschätzung
 6)   Europäisches Beobachtungszentrum für Drogen und Drogenmissbrauch
 7)   Drogentote und Wohnungseinbrüche: Wie England den gesellschaftlichen Schaden des Drogenkonsums misst
 8)   Aktuelle Opferbefragungen aus den USA
 9)   Folterprävention weltweit und in Deutschland
10)  Personenbezogene und regionalisierte Kriminalitätsanalyse für Berlin
11)  Cop2Cop
12)  VANDAGRAF - Schriftenreihe aus Forschung & Praxis
13)  Selbstberichtete Delinquenz in den skandinavischen Hauptstädten (DELINQUENT BEHAVIOUR IN NORDIC CAPITAL CITIES)
14)  DNA Initiative
15)  Kriminalitätsfurcht und ihre einzelnen Bereiche
16)  Kriminologie und wissensbasierte Kriminalpolitik
17)  Nicaragua: Rückblick auf eine (längst vergessene?) die Revolution
18)  Rosen auf den Weg gestreut?
 
1) Europol übernimmt die Geschäftsführung von EuNAT; "Supporting Operations - Saving Lives"
Zur Stärkung des staatenübergreifenden Erfahrungsaustauschs wurde durch das LKA NRW – in Zusammenarbeit mit dem BKA - das Projekt „European Network of Advisory Teams - EuNAT“ mit der Zielsetzung initiiert, ein dauerhaftes europäisches Netzwerk der Beratergruppen für Fälle schwerster Gewaltkriminalität (Geiselnahmen, Entführungen, herausragende Erpressungen) aufzubauen. Ziel ist es dabei insbesondere, regelmäßig beste Lösungsmöglichkeiten („sharing best practice“) auszutauschen. Europol stellt die Geschäftsführung von EuNAT sicher und erhält die notwendige Unterstützung durch das „EuNAT Strategic Board“, welches die Weiterentwicklung EuNATs steuert. Quelle: Europol-Pressemitteilung vom 28.02.2008 (http://www.europol.europa.eu) Weiterführende Informationen sind auch zu finden unter http://www.kriminalistik.de (Heft 03/2007, Seite 163 – 166)
 
 
2) Jugendkriminalität - Wege aus der Gewalt.
Mit der Broschüre "Wege aus der Gewalt" informiert die Polizei Eltern und andere Erziehungsverantwortliche über Ursachen und Ausmaß von Gewalt. Im Mittelpunkt der 44-seitigen Handreichung stehen Tipps zur Vorbeugung und ganz konkrete Empfehlungen, mit denen Kindern dabei geholfen werden kann, Konflikte friedlich zu lösen. Außerdem hat die Polizei in Zusammenarbeit mit Pädagogen den Leitfaden "Herausforderung Gewalt" veröffentlicht. Ziel ist, dass Gewalt in jeglicher Form sowohl von Schülern als auch von Lehrern nicht mehr toleriert wird. Antwort auf die Fragen zu einer erfolgreichen gewaltpräventiven Arbeit vor Ort gibt die Handreichung „Gewalterfahrungen von Kindern und Jugendlichen“. Die von der Polizeilichen Kriminalprävention und dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) herausgegebene Broschüre richtet sich in erster Linie an Kommunen, Schulen und Polizei, beschreibt aktuelle Befunde zur Entwicklung der Gewalt bei jungen Menschen und zeigt passgenau Erfolg versprechende Projekte und Handlungsansätze der Gewaltprävention im Überblick. Fakten und Tipps zum Thema Jugendkriminalität: http://www.polizei-beratung.de/vorbeugung/jugendkriminalitaet/ Fakten und Tipps zum Schutz vor Gewalt an Schulen: http://www.polizei-beratung.de/vorbeugung/jugendkriminalitaet/gewalt_an_schulen/ Fakten und Tipps zum Thema Gewaltvideos auf Schülerhandys: http://www.polizei-beratung.de/vorbeugung/jugendkriminalitaet/gewaltvideos_auf_schuelerhandys/ Merkblatt zum Thema Gewaltvideos auf Schülerhandys: http://www.polizei-beratung.de/mediathek/merkblaetter/index/content_socket/merkblaetter/display/160/ Broschüre "Wege aus der Gewalt": http://www.polizei-beratung.de/mediathek/kommunikationsmittel/broschueren/index/content_socket/broschueren/display/7/ Infografik zur Körperverletzung: http://www.polizei-beratung.de/presse/downloads/infografiken/index/content_socket/infografiken/display/196/ Quelle: Journalisten-Newsletter der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes 2, 2008
 
 
3) Polizei und Menschenrechtsprogramm
Policing steht im Zentrum vieler Menschenrechtsdiskussionen. Dies ist ganz offenkundig für viele, die im Bereich „bürgerliche und politische Rechte“ arbeiten und die Polizei generell der Menschenrechtsverletzung bezichtigen. Policing hat jedoch auch eine direkte Bedeutung für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte. Die Polizei kann und soll eine wichtige Rolle bei der Schaffung eines sicheren Umfeldes spielen, in dem Individuen nach der vollen Verwirklichung ihrer Rechte streben können – seien sie sozialer und wirtschaftlicher oder bürgerlicher und politischer Art. Das Hauptziel des Programms ist das Verständnis für Policing innerhalb der AI Bewegung und weiterer Menschrechtskreise, um die Effektivität von Interventionen für die Einhaltung der Menschenrechte durch die Polizei zu verbessern. Mehr Informationen und Material von Amnesty International Netherlands unter http://www.amnesty.nl/bibliotheek_vervolg/police_and_human_rights
 
 
4) Wolfgang Heinz, Konstanz: Materialien zur Sanktionsentwicklung
Die aktualisierte Version von "Das strafrechtliche Sanktionensystem und die Sanktionierungspraxis in Deutschland 1882 - 2006. Stand: Berichtsjahr 2006 Version: 1/2008" steht pdf-Version im Netz: http://www.ub.uni-konstanz.de/kops/volltexte/2008/4813/. Der Beitrag ist in das Konstanzer Online-Publikations-System (KOPS) eingebunden. Der Beitrag selbst ist aktualisiert (Berichtsjahr 2006) und erweitert. Neu ist ferner, dass erstmals die im Text enthaltenen Schaubilder und Tabellen für interessierte Nutzer in eigenen Dateien separat eingestellt worden sind. Die Schaubilder sind in der Datei „Sanktionierungspraxis-in-Deutschland-Schaubilder-Stand-2006.pdf“ enthalten. In diese Datei sind zu jedem Schaubild auch Auszüge aus den Datenblättern eingestellt.
 
 
5) Erste Europäische Konferenz zur Bedrohungseinschätzung
AETAP (Association of European Threat Assessment Professionals) ist eine internationale Non-profit Organisation, die sich der Förderung von Forschungen zur Bedrohungseinschätzung, der Anwendung von Instrumenten und Strukturen in Bezug zum Thema und Unterrichtenden in diesem Bereich, widmet. AETAP organisiert nun die erste European Threat Assessment conference in Luzern, Schweiz, vom 2. bis 5. März 2008. Konferenz-Flyer unter http://www.aetap.eu
 
 
6) Europäisches Beobachtungszentrum für Drogen und Drogenmissbrauch
Das Europäische Beobachtungszentrum für Drogen und Drogenmissbrauch in Lissabon (EMCDDA) hat gerade das Erscheinen des neuesten Lageberichtes angekündigt. Der Bericht steht auch zum Herunterladen als PDF-Datei zur Verfügung, und zwar in 23 Sprachen, darunter auch in Deutsch. Auf der Ankündigungsseite finden sich noch weitere Hinweise zu anderen Materialien, die für Sie von Interesse sein können. http://www.emcdda.europa.eu/html.cfm/index407EN.html (Danke an H.-J. Kerner)
 
 
7) Drogentote und Wohnungseinbrüche: Wie England den gesellschaftlichen Schaden des Drogenkonsums misst
Die britische Regierung versucht den Schaden durch Drogenkonsum zu messen und auch vorauszusagen, indem sie den sog. Drug Harm Index (DHI) bildet. Dazu werden sowohl individuelle, konsumentenbezogene Auswirkun¬gen des Drogenkonsums als auch Schäden für die Allgemeinheit gemessen und unterein¬ander gewichtet. So fließt etwa der Faktor “Drogentote” mit 27,9 % in den Index ein, während Raubdelikten ein Anteil von 13,3 % zukommen. Durch diese genaue Abbildung einzelner Faktoren können auch zukünftige Veränderungen, also etwa der Rückgang der Drogentoten durch bessere Behandlung, berücksichtigt werden und ihre Auswirkungen auf den gesamtgesellschaftlichen Schaden durch Drogenkonsum vorhergesagt werden. Konkret ist der DHI und damit die Höhe des gesellschaftlichen Schadens durch Drogen¬konsum zwischen 2004 und 2005 um 5,9 % gefallen, namentlich dank eines Rückgangs drogenbezogener Wohnungseinbrüche. Der Rückgang wäre jedoch noch stärker ausge-fallen, wenn nicht die Zahl der Drogentoten angestiegen wäre. Eine Kurzzusammenfas-sung des DHI mit weiterführenden Links zur Methodik des DHI findet sich unter: http://www.homeoffice.gov.uk/rds/pdfs07/rdsolr2207.pdf
 
 
8) Aktuelle Opferbefragungen aus den USA
Das Bureau of Justice Statistics der USA hat die Hauptergebnisse des Jahrgangs 2006 des National Crime Victimization Survey veröffentlicht. Wie Sie wahrscheinlich wissen, ist das der umfangreichste und bislang am längsten laufende Survey dieser Art (in halbjährlichen Abständen werden rund 150.000 Personen in rund 60.000 Haushalten der USA befragt): http://www.ojp.usdoj.gov/bjs/abstract/cv06.htm
 
 
9) Folterprävention weltweit und in Deutschland
Das am 22. Juni 2006 in Kraft getretene Zusatzprotokoll zur UN-Anti-Folterkonvention (OPCAT) ist ein neues Instrument im Kampf gegen Folter und Misshandlung. Das OPCAT vereint regelmäßige Besuche von Haftanstalten durch Menschenrechtsinstitutionen auf nationaler und internationaler Ebene. Diese Verschränkung verschiedener Kontrollmechanismen liefert einen innovativen Beitrag zur Durchsetzung der UN-Anti-Folterkonvention. Das OPCAT wurde bisher von 77 Staaten gezeichnet und von 34 Staaten ratifiziert. In Deutschland wurde die Unterzeichnung und die damit verbundene Einführung eines nationalen Präventionsmechanismus durch den föderalen Staatsaufbau verkompliziert. Als Kompromiss strebt man nun einen gemischten Bund-Länder Mechanismus an. Im November 2007 hatte Deutschland das OPCAT noch nicht ratifiziert. Zum aktuellen Stand des OPCAT: http://www.apt.ch/content/view/33/58/lang,en/ Für eine kritische Analyse des deutschen Verfahrens: http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/webcom/show_article.php/_c-616/_nr-10/_p-1/i.html. Ein Vortrag von Dr. Marco Mona, APT, den dieser bei der Graduierungsfeier der Bochumer Masterstudierenden im Februar 2008 gehalten hat, steht auf der website des Masterprogramms zur Verfügung: http://www.rub.de/kriminologie
 
 
10) Personenbezogene und regionalisierte Kriminalitätsanalyse für Berlin
Die Studie von Uta Gonnermann von der FHVR Berlin steht im Internet unter http://www.fhvr-berlin.de/fhvr/fileadmin/content/publikation/fb3/heft52.pdf zur Verfügung.
 
 
11) Cop2Cop
cop2cop ist ein unabhängiges Internetprojekt, frei von politischen Bindungen oder Berufsvertretungsinteressen. Cop2cop sammelt, sichtet und veröffentlicht Informationen über die Polizei, Justiz, private Sicherheitsunternehmen sowie über alle Themen der Inneren Sicherheit. http://www.cop2cop.de/
 
 
12) VANDAGRAF - Schriftenreihe aus Forschung & Praxis
Die Schriftenreihe VANDAGRAF geht der Kernfrage nach, welche Erwartungen an eine Strategie zur Eindämmung von Vandalismus und illegalen Graffitis geknüpft werden können. Anhand von erfolgreichen regionalen Konzepten aus dem Bundesgebiet sollen Wege für die Praxis aufgezeigt werden. Die Schriftenreihe wurde als ein nebenberufliches Projekt von Wolfgang Goss (Diplomsozialpädagoge; Brücke München e.V.), Roland Steitz (Polizeibeamter beim Polizeipräsidium München) und Günter Kuhr (Polizeibeamter bei der Bundespolizei Münster) initiiert. Die Fachbeiträge werden von einem interdisziplinären Redaktions- und Autorenkreis aus dem deutschsprachigen Raum zusammengestellt. Weitere Informationen zum kostenlosen Abo und zur Registrierung finden Sie im Internet unter http://www.vandagraf.de.
 
 
13) Selbstberichtete Delinquenz in den skandinavischen Hauptstädten (DELINQUENT BEHAVIOUR IN NORDIC CAPITAL CITIES)
Zum nahenden 50. Jahrestag der skandinavischen Forschung über selbstberichtete Delinquenz beschreibt dieser Report die heutigen Muster von delinquentem Verhalten in den fünf skandinavischen Hauptstädten Kopenhagen, Helsinki, Oslo, Reykjavik und Stockholm. Der Bericht stützt sich auf den zweiten Schwung der Internationalen Self-Report Delinquency Study (ISRD). Er geht auch auf die Geschichte der skandinavischen Selbst-Anzeige-Tradition von der frühen Begeisterung über den relativen Niedergang zur gegenwärtigen Renaissance ein, wofür die nationalen Indikator-Systeme und gemeinsame ISRD Teilnahme typisch sind. Janne Kivivuori: Delinquent Behaviour in Nordic Capital Cities. Helsinki 2007. http://www.optula.om.fi/40485.htm bzw. pdf-direkt http://www.optula.om.fi/uploads/k5kto3p8v485my.pdf
 
 
14) DNA Initiative
Die zusammenarbeitenden Behörden bei der DNA Initiative des Präsidenten haben fünf neue, kostenlose Online-Kurse, die jeder im eigenen Tempo durcharbeiten kann, für forensische Analytiker angekündigt: 'Population Genetics and Statistics' unter http://populations.dna.gov 'Communication Skills, Report Writing, and Courtroom Testimony' unter http://communicating.dna.gov Non-STR DNA Markers: SNPs, Y-STRs, LCN and mtDNA' unter http://markers.dna.gov 'Advanced and Emerging DNA Techniques and Technologies' unter http://technology.dna.gov 'Laboratory Safety Programs' unter http://labsafety.dna.gov Beginnen Sie mit einen Kurs, indem Sie zuerst zu http://populations.dna.gov gehen.
 
 
15) Kriminalitätsfurcht und ihre einzelnen Bereiche
Kriminalitätsangst lässt sich nach einer Auswertung von Daten des “British Crime Survey” in die Bereiche “Angst vor Beeinträchtigung des körperlichen Wohlempfindens” sowie “Angst vor materiellem Verlust” unterteilen. Die Verlaufskurven für beide Ängste folgen dabei bezogen auf das Lebensalter einem umgekehrten U – der Höhepunkt der Angst wird somit während der Lebensmitte erreicht. Die Angst vor Kriminalität gegen die eigene Per¬son hängt dabei mit der Höhe des Haushaltseinkommens sowie mit der Verbreitung von Sachbeschädigung in der Umgebung zusammen. Bei Ängsten vor materiellem Verlust konnte ein Zusammenhang einzig mit einem heruntergekommenen Zustand des Wohnum¬felds festgestellt werden. Die Ergebnisse zeigen, dass Kriminalitätsfurcht nicht als ein ein¬heitlicher Wert angesehen werden darf, sondern durch verschiedene Befürchtungen ge¬prägt ist. Quelle: Moore, S., Shepherd, J. (2007), The Elements and Prevalence of Fear, in: British Journal of Criminology, 47 (1), 154-162.
 
 
16) Kriminologie und wissensbasierte Kriminalpolitik
Der umfangreiche Band enthält insgesamt 35 Beiträge und zusätzlich ein Vorwort, eine Einführung – und diverse Grußworte für die Jahrestagung der wissenschaftliche Vereini-gung deutscher, österreichischer und schweizerischer Kriminologen, die vom 29.9. bis zum 1.10.2005 in Nürnberg unter dem Generalthema "Kriminologie und wissensbasierte Kriminalpolitik: Entwicklungs- und Evaluationsforschung" stattfand. Die (wie üblich bei solchen Sammelbänden) qualitativ unterschiedlichen Beiträge befassen sich mit Fragen wie: Wodurch kann der Kriminalität frühzeitig vorgebeugt werden? Wie wirksam sind die Maßnahmen bei jugendlichen Straftätern? Ist die Behandlung von Sexualstraftätern effektiv? Wie zuverlässig kann man die Rückfallgefahr von Gewalttätern vorhersagen? Was bewährt sich in der Drogenpolitik? Reduziert die Videoüberwachung tatsächlich die Kriminalität? Wie kann der Gewalt an Schulen begegnet werden? Wie wirkt sich der Medienkonsum auf junge Menschen aus? Wodurch kann der häuslichen Gewalt vorgebeugt werden? Insgesamt wollen die Herausgeber zeigen, dass die Kriminologie dazu beitragen kann, die Politik und Praxis der Prävention von Kriminalität zu verbessern. Dies ist ihnen im Prinzip auch gelungen. Wenn sie zudem auch Beiträge zur Frage aufgenommen hätten, ob dies in der Realität tatsächlich geschieht und wenn nein, warum nicht, wäre der Band sicherlich noch spannender geworden. Der Umsetzung kriminologischer Erkenntnisse in die Praxis ist leider kein eigenes Kapitel gewidmet, auch wenn dies hier und da am Rande angesprochen wird. So stellt der Band eine solide Bestandsaufnahme aktuellen kriminologischen Wissens im Bereich der Entwicklungs- und Evaluationsforschung dar. Allein: Dem Nicht-Insider macht es schon die Fülle der Beiträge, aber auch die Darstellung einzelner Autoren schwer zu erkennen, was wichtig(er) ist. Kriminologie und wissensbasierte Kriminalpolitik. Entwicklungs- und Evaluationsforschung. Herausgegeben von Friedrich Lösel, Doris Bender und Jörg-Martin-Jehle. ISBN 978-3-936999-33-4, 688 Seiten, € 35.-. Die ausführliche Besprechung von Thomas Feltes findet sich im Buchbesprechungsteil des Polizei-Newsletter http://www.polizei-newsletter.de/books_german.php
 
 
17) Nicaragua: Rückblick auf eine (längst vergessene?) die Revolution
Zwischen 1982 und 1990 reisten rund 15.000 Deutsche (aus Westdeutschland) nach Nicaragua, um bei Kaffeeernte oder Hausbau ihre Solidarität zu zeigen, Projekte zu fördern und sich an der „Revolution“ dort, d.h. an der Befreiung von der Diktatur zu beteiligen. Nicht nur für sie ist ein Bildband von Interesse, der jüngst veröffentlicht wurde und ca. 500 Plakate aus dem Nicaragua der 1980er Jahre enthält. Die Lektüre und das Ansehen der Plakate sind durchaus sogar kriminologisch von Interesse, wenn man die damalige politische Auseinandersetzung und ihre bildliche Darstellung mit der heutigen, polarisierten Situation vergleicht. Sicherlich ist uns die soziale Entwicklung in Lateinamerika Europa nicht so nahe wie die im Nahen Osten oder in Afrika; aber dennoch haben die Entwicklungen dort auch Einfluss auf Europa. Sies weiß jeder, der sich schon einmal mit Kolumbien und dem Thema Drogenanbau und Drogenschmuggel und anderen Problemen, die von dort ausgehen, beschäftigt hat. Quelle: Otker Bujard, Ulrich Wirper: Die Revolution ist ein Buch und ein freier Mensch. Die politischen Plakate des befreiten Nicaragua 1979-1990. Papyrossa Verlagsgesellschaft 2007 ISBN 978-3-89438-373-2 384 Seiten, 36.- Euro. Die ausführliche Besprechung von Thomas Feltes findet sich im Buchbesprechungsteil des Polizei-Newsletter http://www.polizei-newsletter.de/books_german.php
 
 
18) Rosen auf den Weg gestreut?
Das in der Reihe „Neue Kleine Bibliothek“ erschienene Taschenbuch ist schon vom Titel her eindeutig positioniert: In Anlehnung an Kurt Tucholskys 1931 entstandenen Gedicht „Rosen auf den Weg gestreut“ will das Buch – so der Herausgeber – der Frage nach den „den Boden bereitenden gesellschaftlichen Verhältnissen“ nachgehen und Erfolg versprechende Gegenstrategien diskutieren, wobei generell – und dies ist vor die Klammer zu ziehen, eine „Diskussion“ im Sinne von Abwägung von Argumenten in den Band leider selten stattfindet. Richard Gebhard (Hrsg.): Rosen auf den Weg gestreut – Deutschland und seine Neonazis. PapyRossa Verlag, Köln 2007, ISBN 978-3-89438-332-9, € 14,90, 202 Seiten. Die ausführliche Besprechung von Sebastian Frohmann findet sich im Buchbesprechungsteil des Polizei-Newsletter http://www.polizei-newsletter.de/books_german.php.