Polizei : Newsletter Nr. 12, Dezember 1999
 1)   Digitale Unterschrift rechtsverbindlich
 2)   DHKY
 3)   Community Policing
 4)   Gespannte Stimmung: Y2K
 5)   Juristische Suchmaschine
 6)   Langfristige Personalentwicklung ist der Schlüssel zum Erfolg
 7)   Bundesstatistik via Internet
 8)   Chaos? In Ordnung!
 9)   Spione
10)  Zum Thema Recht und Unrecht – Informationen über Gangster
11)  Der (Augen)- Zeugenbeweis
12)  Sex-Kontakt im Internet: Ex-Infoseek-Geschäftsführer vor Gericht
 
1) Digitale Unterschrift rechtsverbindlich
Der Europäische Rat hat in der vergangenen Woche eine Richtlinie für eine Vereinheitlichung der "elektronischen Unterschrift" beschlossen. Will heißen: Die digitale Signatur ist dann der handschriftlichen Unterschrift gleichzusetzen - und damit rechtsverbindlich. Die neuen Regeln sollen das Benutzen von digitalen Unterschriften und deren Anerkennung vereinfachen. Elektronischer Schriftverkehr mit den Behörden und E-Commerce werden damit einen neuen Boom erfahren, rechnen Experten. Quelle: GMX-Info 32
 
 
2) DHKY
Eine Site für Entdecker. Bei freier Navigation werden Fotografie und Gestaltung benutzt, um unser Leben aus anderen Perspektiven zu betrachten. Horizonte werden  geöffnet und der Blick auf die Schönheit kleiner Dinge gelenkt. Das alles wird auf dem höchsten Niveau der Web-Kunst präsentiert.

http://www.dhky.com Quelle: Tomorrow, die 1000 besten Internet-Adressen
 
 
3) Community Policing
Auch die Michigan State University beschäftigt sich mit "Community Policing" (CP) und hat eine beachtliche Linksammlung an Ausarbeitungen zu diesem Thema zusammengestellt. Unter den Themen befinden sich Beiträge, z.B. zur Gegenüberstellung Fußstreife – Fahrzeugstreife, zum Umgang mit Minderheiten und zur "Messbarkeit" von CP. Die Link-Sammlung ist zu finden unter:
http://www.ssc.msu.edu/~cj/cp/cptoc.html
 
 
4) Gespannte Stimmung: Y2K
Von "Y2K-Terrorismus" spricht das FBI bereits, und man will vorbereitet sein. Der eigens eingerichtete Stab ist vom 29.12.1999 bis 05.01.2000 besetzt. Allerdings werden kaum spezifische Angaben gemacht, welche Art von Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Gerechnet wird vor allem mit religiösem Extremismus. Einige Polizeidienststellen haben begonnen, ihre Beamten im Umgang mit "Millenniums-Gewalt" zu schulen. Viele Experten meinen jedoch, dass es kaum zu millenniums-bezogenen Gewaltakten kommen wird, zumindest nicht durch große Gruppen. Die Strafverfolgungsbehörden sollten sich lieber auf Störungen durch Einzeltäter vorbereiten.
Quelle: Law Enforcement & Corrections Technology News Summary, http://www.nlectc.org/
 
 
5) Juristische Suchmaschine
Unter der Homepage des Verlages Recht und Praxis durchforstet die Suchmaschine „Fahnder“ Internetdatenbanken zur aktuellen (deutschen) Rechtsprechung. Derzeit sind dort knapp 200.000 Dokumente gespeichert: http://www.vrp.de
 
 
6) Langfristige Personalentwicklung ist der Schlüssel zum Erfolg
Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital – aber nur dann, wenn danach auch gehandelt wird. Das setzt voraus, dass herausragende Kräfte unter den Mitarbeitern identifiziert und gefördert werden. Dies ist Aufgabe jedes Vorgesetzten. Eine Führungsperson, die gute Arbeit leistet, aber Mitarbeiter nicht motivieren und bei der Stange halten kann hat ihre Aufgabe nicht erfüllt. Wichtiges Instrument der Führungsarbeit sind sog. Exit-Interviews, Gespräche mit Mitarbeitern die gekündigt haben; diese Gespräche werden aber von neutralen Personen geführt, die auch Informationen gewinnen, was verbessert werden muss; die Ergebnisse werden der Führungsspitze zugeleitet. Das patriarchalische Führungsmodell wird in den Unternehmen in Zukunft wieder an Bedeutung gewinnen. Für die Polizei könnte dies Bedeuten: Besondere Aufmerksamkeit denjenigen zuwenden, die unzufrieden sind, die offen oder verdeckt gekündigt haben. Dabei sind nicht diejenigen, die diese Informationen liefern, zu „bestrafen“, sondern die Informationen sind in Handeln und in Veränderungen umsetzen.

Quelle: Trendletter 1, 1999
 
 
7) Bundesstatistik via Internet
Unter www.statistik-bund.de/basis können wichtige und interessante statistische Fakten für das Bundesgebiet abgerufen werden.
 
 
8) Chaos? In Ordnung!
Ein „Mitdenkbuch für Führungskräfte“ mit diesem Titel beschreibt und analysiert das „Führen in komplexen Systemen“ (Martin Henkel, Chaos? – In Ordnung!, Raabe-Verlag Stuttgart u.a. 1996). Was schon Führungskräften in der Wirtschaft den Angstschweiß auf die Stirn treibt, wird hier durchaus auch für Führungskräfte in der Polizei neu beleuchtet: Chaos und (vordergründige) Unordnung haben durchaus auch positive Aspekte. Die „Manager des Chaos“ – so die Überschrift des 1. Buchkapitels – erkennen noch nicht genügend die positiven Aspekte systematischer Unordnung. Spätestens nachdem die „Chaos-Theorie“ auch in der Wissenschaft Einzug gehalten hat kann es nicht schaden einmal darüber nachzudenken, ob in der Polizei vielleicht nicht doch ein Stück zuviel Ordnung (und damit Angepasstheit an Personen) und zu wenig Chaos (und damit Kreativität und Anpassungsfähigkeit an Situationen) vorhanden ist. Die Lektüre dieses Buches kann zum Nachdenken anregen, gibt aber (sic!) keine Rezepte. Aber allein schon die Erkenntnis, dass man Personal (auch Polizeibeamte) nicht wie ein Kraftfahrzeug führen kann (dieser Handgriff bewirkt dies, jenes Pedal das), könnte schon manche Veränderung bewirken. Manager denken kausal und instrumentell, ihre Sicht bleibt so partiell und schematisch. Viel Potential geht verloren, Motivation wird zerstört, das „System“ knirscht. Diejenigen „Polizeiführer“, die es sich zutrauen, auch anhand von Etrusker-Spitzmäusen und Zitaten aus Georg Christoph Lichtenbergs „Sudelbüchern“ über sich und ihr Führungsverhalten nachzudenken, denen (aber auch nur denen) sei dieses Buch empfohlen; alle anderen sollten lieber die Finger davon lassen: bei ihnen könnte ansonsten Chaos ausbrechen ?
 
 
9) Spione
Die inoffizielle Homepage der CIA verrät die besten Spionagetricks:

http://laf.cioe.com/~dna

Quelle: Tomorrow 10/99
 
 
10) Zum Thema Recht und Unrecht – Informationen über Gangster
Der WWW-Tipp der Woche 39/1999 bietet eine Übersicht über Gangster und sonstige Kriminelle und Opfer. Unter folgenden Websites bieten sich interessante Einblicke in die Welt der Gesetzesbrecher und Geschädigten: Bonnie&Clyde: http://www.crimelibrary.com/americana/bonnie/main.html oder http://www.virtualtexan.com/readingroom/books/running/index.htm Al Capone: http://www.crimelibrary.com/capone/caponemain.htm oder http://www.chicagohs.org/history/capone/cpn1.html Gruselige Verbrechensgeschichten: http://www.ganglandnews.com Die dümmsten Kriminellen und unfähigsten Verbrecher: http://www.freunde.imperium.de/gansel/law.htm Zum Thema Dutroux: http://www.planetinternet.be/dutroux2 Über das Massensterben im Fall Dutroux: http://www.zdf.msnbc.de/news/32641.asp

Quelle: Machno online
 
 
11) Der (Augen)- Zeugenbeweis
Wer kennt es nicht, 3 Zeugen, drei Aussagen... und keine stimmt mit der anderen überein. Ein altbekanntes Problem, das schon oft diskutiert wurde. An der Hochschule für Polizei in Villingen-Schwenningen wird in diesem Zusammenhang das kognitive Interview im Fach Psychologie gelehrt. Jetzt haben sich auch die Amerikaner wieder etwas zum Thema einfallen lassen. Man diskutiert "Verfahren, Zeugen zu vernehmen und die Wiedererkennungsgenauigkeit von Verdächtigen". All das findet man im "Eyewitness Evidence: A Guide for Law Enforcement" Untersuchungspapier - oder im Web unter http://www.ncjrs.org/ledocs.htm#178240

Quelle: JUSTINFO
 
 
12) Sex-Kontakt im Internet: Ex-Infoseek-Geschäftsführer vor Gericht
Er galt als Wunderkind der Hightech-Branche. Auf den steilen Aufstieg des Ex-Infossek-Geschäftsführers folgte ein um so tieferer Fall: Patrick Naughton wird angeklagt, über einen Chatroom sexuelle Kontakte zu einer angeblich 13-jährigen gesucht zu haben. Die entpuppte sich als FBI-Agent. Naughton drohen bis zu 35 Jahre Haft.

Quelle: SPIEGEL ONLINE http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,55841,00.html