Polizei : Newsletter Nr. 194, März 2016                                                                                             Verantwortlich: Prof. Dr. Thomas Feltes, Bochum
 1)   Die Präventivwirkung des Nichtwissens im Experiment
 2)   Self-Balance-Boards
 3)   Fast 12 % weniger Polizeibeamte in England – und 30 % weniger Kriminalität
 4)   Soziale und politische Partizipation von Deutschen mit und ohne Migrationshintergrund und in Deutschland lebenden Ausländern
 5)   Migration in und aus Afrika: Konflikte als Fluchtursache eindämmen
 6)   Kriminalitätsprävention im Kindes- und Jugendalter. Perspektiven zentraler Handlungsfelder.
 7)   Mehr Polizei - Weniger Straftaten?
 8)   Community Policing gegen Terror?
 9)   Flüchtlinge und Kriminalität
10)  Schusswaffenbesitz und Ermordung von Frauen in den Vereinigten Staaten
11)  Antisemitismus als Problem und Symbol. Phänomene und Interventionen in Berlin
12)  Bewertung der Auswirkungen von am Körper getragenen Kameras durch die Polizei
13)  Verwaltung und Behandlung psychisch Kranker im Strafjustizsystem der USA
14)  Kriminalität in Washington verändert sich – Ein Blick auf die Stadtviertel
15)  Religiöse Erziehung macht intolerant
16)  Buchbesprechungen zu Polizeithemen
 
1) Die Präventivwirkung des Nichtwissens im Experiment
Die Präventivwirkung des Nichtwissens ist eine Hypothese über die Stabilität des Normensystems, die von Heinrich Popitz (1968) aufgestellt wurde. Die Hypothese schreibt der Dunkelziffer eine normstabilisierende Kraft zu. Würde demnach das tatsächliche Ausmaß von Normabweichungen bekannt, müsste dies das Normensystem schwächen. Bei Ahndung aller Normenbrüche würde das Normensystem kollabieren. In einem Experiment wird untersucht, inwieweit die Aufdeckung der Dunkelziffer tatsächlich zu einer Erhöhung normverletzenden Verhaltens führt. Quelle: http://www.zfs-online.org/index.php/zfs/article/view/3059
 
 
2) Self-Balance-Boards
Ein Beitrag des Polizeipräsidiums Westpfalz klärt über die rechtlichen Probleme bei der Nutzung sog. „Self-Balance-Boards“ auf: http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/117683/3241567
 
 
3) Fast 12 % weniger Polizeibeamte in England – und 30 % weniger Kriminalität
Zwischen 2006 und 2015 ging der Zahl der in England und Wales tätigen Polizeibeamten von über 141.000 auf 125.000 zurück. Die Kriminalität ist in der gleichen Zeit um fast 30 % zurückgegangen. Quellen: http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=288 und http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=289
 
 
4) Soziale und politische Partizipation von Deutschen mit und ohne Migrationshintergrund und in Deutschland lebenden Ausländern
Um belastbare Aussagen über die soziale und politische Partizipation von Deutschen mit Migrationshintergrund und in Deutschland lebenden Ausländern treffen und beide Gruppen mit Deutschen ohne Migrationshintergrund vergleichen zu können, hat die Konrad-Adenauer-Stiftung eine repräsentative Umfrage unter allen drei Teilgruppen durchgeführt. Die Studie steht im Netz zur Verfügung: http://www.kas.de/wf/de/33.43933/
 
 
5) Migration in und aus Afrika: Konflikte als Fluchtursache eindämmen
Erkenntnisse des UN High-Level Expert Group Meeting zu Migration in Afrika werden in einem Bericht der Konrad-Adenauer-Stiftung zusammengefasst. Quelle: http://www.kas.de/wf/de/33.43928/
 
 
6) Kriminalitätsprävention im Kindes- und Jugendalter. Perspektiven zentraler Handlungsfelder.
Unter diesem Titel ist eine Veröffentlichung der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention des Deutschen Jugendinstitutes (DJI) in München erschienen. Ein digitales Exemplar des Bandes kann man herunterladen unter 7) Mehr Polizei - Weniger Straftaten?
Unter dem Titel „Brauchen wir mehr Polizei oder gibt es bessere Wege, um Kriminalität zu bekämpfen” ist ein Beitrag zur Situation in Australien erschienen. Er ist verfügbar unter http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=290
 
 
9) Flüchtlinge und Kriminalität
Nicht nur die Medien (und die Politik) beschäftigen sich mit dem Thema, sondern auch Wissenschaftler. Ein kritischer Beitrag von Heinz Cornel, Frieder Dünkel u.a. ist in der „Neuen Kriminalpolitik“, 27, 2015, S. 325 ff. erschienen. S.a.http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=291 . Unter dem provokanten Titel “Staat ohne Macht. Integration ohne Chance” beschäftigt sich Albrecht von Lucke in den “Blätter für deutsche und internationale Politik mit dem Thema Flüchtlinge, s.  http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=292 . Eine Replik von Thomas Feltes erscheint in der März-Ausgabe der "Blätter": http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=299
 
 
10) Schusswaffenbesitz und Ermordung von Frauen in den Vereinigten Staaten
Diese Studie belegt, dass die Schusswaffenbesitzquote auf Bundestaatsebene mit der Frauenmordquote durch Nichtfremde zusammenhängt. Das bedeutet, dass die Mordrate an Frauen durch Nichtfremde durch die Verbreitung von Schusswaffen erklärt werden kann. Quelle: http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=293
 
 
11) Antisemitismus als Problem und Symbol. Phänomene und Interventionen in Berlin
Die Studie befasst sich unter anderem mit folgenden Fragen: Welche Konzepte gegen heutigen Antisemitismus gibt es in Berlin? Wer beobachtet mit welchen Instrumenten die verschiedenen aktuellen Phänomene des Antisemitismus? Welche Erklärungsversuche, Ursachenanalysen und Einschätzungen der festgestellten Phänomene gibt es und wovon hängen diese ab? Welche Handlungsempfehlungen können aus den Erkenntnissen – insbesondere für die Bearbeitung des Themas im pädagogischen Kontext – abgeleitet werden? Quelle und download: http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=294 Der Forschungsbericht kann bei der Landeskommission Berlin gegen Gewalt als Druckexemplar bestellt werden.
 
 
12) Bewertung der Auswirkungen von am Körper getragenen Kameras durch die Polizei
Von Polizisten am Körper getragene Kameras sollen Verantwortlichkeit, Transparenz und Vertrauen fördern – und das können sie wahrscheinlich auch. Aber über die Auswirkungen dieser neuen, schnell um sich greifenden Technologie ist uns noch vieles unbekannt. Welche möglichen Konsequenzen gibt es? Quelle: http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=295
 
 
13) Verwaltung und Behandlung psychisch Kranker im Strafjustizsystem der USA
Geschätzte 56 Prozent der Insassen in den USA haben psychische Gesundheitsprobleme. Dieser Bericht konzentriert sich auf die gesellschaftlichen und ökonomischen Kosten, wenn psychisch Kranke in Justizvollzugsanstalten und Gefängnissen behalten werden. Er diskutiert auch detailliert, wie die psychisch kranken Täter im Strafjustizsystem verwaltet werden und betont dabei die Verschiedenheit der offiziellen Regelungen und Praktiken, die in den Gesetzen der einzelnen Staaten umrissen werden, um diese Herausforderungen anzugehen. Quelle: http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=296
 
 
14) Kriminalität in Washington verändert sich – Ein Blick auf die Stadtviertel
Gewaltverbrechen in den USA haben sich sowohl landesweit als auch in Washington DC über die letzten 20 Jahre drastisch reduziert. Washingtons Mordquote ging steil nach unten, womit die Stadt sich von den Tagen als „Mordhauptstadt“ des Landes weit entfernt hat. Und, trotz einiger Hochs und Tiefs, gehen schwere Körperverletzung und Raubüberfälle – zwei große Kategorien von Gewaltverbrechen – ebenso zurück. Diese Verbesserungen verteilen sich jedoch sehr ungleichmäßig über die Stadt. In manchen Stadtvierteln halten sich unverändert hartnäckige Inseln der Gewaltverbrechen. Eine sehr eindrucksvolle Präsentation findet sich unter http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=297 .
 
 
15) Religiöse Erziehung macht intolerant
Forscher werteten bei 1.170 Kindern im Alter von 5 bis 12 Jahren aus sechs Ländern Uneigennützigkeit und die Bewertung von Szenarios, die zwischenmenschliche Leidzufügungen darstellen, unter Berücksichtigung der Religiosität des Haushaltes und von den Eltern berichtete Empathie und Gerechtigkeitssinn der Kinder aus. In jedem der Länder berichteten die Eltern aus religiösen Haushalten, dass ihre Kinder mehr Empathievermögen und mehr Gerechtigkeitssinn im Alltag besäßen als die nichtreligiösen Eltern. Religiosität kann jedoch umgekehrt die Uneigennützigkeit der Kinder vorhersagen und korrelierte mit ihrer Neigung zu Bestrafung. Insgesamt enthüllen diese Ergebnisse die länderübergreifende Ähnlichkeit, inwieweit Religion die Uneigennützigkeit der Kinder negativ beeinflusst und spricht gegen die Ansicht, dass Religiosität soziales Verhalten fördert. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=298
 
 
16) Buchbesprechungen zu Polizeithemen
Nicht nur der newsletter :polizeiwissenschaft bespricht Bücher in seinem Buch-Blog http://polizei-newsletter.de/wordpress/?cat=1 Auch auf der website von Surveillance Studies.org  finden sich z. B. Besprechungen aktueller Bücher zu Überwachungsthemen: http://www.surveillance-studies.org/rezensionen-reviews/.