Polizei : Newsletter Nr. 203, Januar 2017                                                                                             Verantwortlich: Prof. Dr. Thomas Feltes, Bochum
 1)   Schlussbericht der Arbeitsgruppe des US-Präsidenten zu Polizeiarbeit im 21. Jahrhundert
 2)   Body-Cams
 3)   Türkei, EU und Menschenschmuggel
 4)   Technologie in der Polizeiarbeit
 5)   Weniger Migration durch wirtschaftliche Anreize?
 6)   Gewalt gegen Frauen und Mädchen
 7)   Punitive Einstellungen von Polizeibeamten
 8)   Anstieg unbegleiteter Minderjähriger und Auswirkungen für die Jugendhilfebehörden
 9)   Informationen zum Aufbau und zur Verwendung von Überwachungskameras
10)  Stadionverbote in England
11)  Radikalisierung verhindern
12)  Organisiertes Verbrechen und Terrornetzwerke
13)  Polizeiwissenschaft als Verwaltungswissenschaft?
14)  Forschungsprojekt zum Prädiktionspotenzial schwerer Einbruchskriminalität
15)  Einfluss der gymnasialen Oberstufenreform auf die Kriminalitätsrate
16)  Radikalisierung der Jugend in Afrika
 
1) Schlussbericht der Arbeitsgruppe des US-Präsidenten zu Polizeiarbeit im 21. Jahrhundert
Die Arbeitsgruppe wurde 2014 von Präsident Obama beauftragt, Möglichkeiten zu erkunden, wie man eine starke, kooperative Beziehung zwischen der örtlichen Strafverfolgung und den Gemeinschaften, die sie beschützt, zu fördern und dem Präsidenten Empfehlungen zu Möglichkeiten auszusprechen, wie Vorgehensweisen in der Polizeiarbeit wirksame Kriminalitätsverringerung voranbringen können, während gleichzeitig öffentliches Vertrauen aufgebaut wird. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=382
 
 
2) Body-Cams
Zwei Berichte aus den USA über Erfahrungen mit Body-Cams stehen auf der website des „Center for Evidence Based Policing“ bereit. http://cebcp.org/technology/body-cameras/
 
 
3) Türkei, EU und Menschenschmuggel
Das zur Migration erzielte Übereinkommen zwischen der Europäischen Union (EU) und der Türkei bewirkte einen drastischen Rückgang der Zahl der Grenzüberquerungen und brachte eine schnell wachsende Kriminalitätsbranche zum plötzlichen Stillstand. Die für diese Studie befragten Schmuggler beobachten diese Entwicklung sehr genau und passen sich ihr an. Die Studie enthält auch Zahlen und Fakten zum finanziellen Aspekt des Menschenschmuggels. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=383
 
 
4) Technologie in der Polizeiarbeit
Das Projekt “Umsetzung des Technologiepotenzials in der Polizeiarbeit“ untersucht die sozialen, behördlichen und verhaltenstechnischen Auswirkungen auf einige der am häufigsten verwendeten Technologien der Polizeiarbeit. Die 336 Seiten lange Studie ist verfügbar unter http://cebcp.org/wp-content/technology/ImpactTechnologyFinalReport.pdf
 
 
5) Weniger Migration durch wirtschaftliche Anreize?
Politische Entscheidungsträger schauen immer mehr auf das Transitland Niger, um die Anzahl der Migranten zu verringern, die es auf dem Weg nach Südlibyen durchqueren, um von dort über das Mittelmeer nach Europa weiterzureisen. Diese Studie beruht auf Gesprächen mit dortigen Gemeinden und den Schmugglern entlang des Niger-Libyen-Korridors. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=384
 
 
6) Gewalt gegen Frauen und Mädchen
Ein Dokument, herausgegeben vom Britischen Innenministerium, bietet einen Einblick in die nationalen Aktivitäten zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen unter Berücksichtigung der verschiedenen Aktionsfelder, aktueller Erhebungen und zielgruppen-spezifischer Kampagnen. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=385 Eine ausführliche Vorstellung findet sich im Online-Bereich des newsletter :polizeiwissenschaft http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=386
 
 
7) Punitive Einstellungen von Polizeibeamten
Die Studie untersuchte, ob die berufliche Selbstwertschätzung der Polizeibeamten mit Punitivität zusammenhängt und als Schutzfaktor dient, der die negative Auswirkung gewalttätiger Viktimisierung abmildert. Polizeibeamte, die im vergangenen Jahr gewalttätig angegriffen wurden, zeigen höhere Punitivität, und Befragte mit wiederholten Viktimisierungserfahrungen waren am punitivsten. Ein höheres berufliches Selbstwertgefühl hing mit geringerer Punitivität zusammen. http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/10439463.2016.1262363
 
 
8) Anstieg unbegleiteter Minderjähriger und Auswirkungen für die Jugendhilfebehörden
Im Heft 3, 2016 von Komdat wird auf die steigende Zahl unbegleiteter ausländischer Minderjährige in der Asyl- und Jugendhilfestatistik hingewiesen. So sind die Inobhutnahmen aufgrund einer unbegleiteten Einreise von rund 3.000 im Jahr 2010 auf über 42.000 im Jahr 2015 angestiegen. http://www.akjstat.tu-dortmund.de/index.php?id=398
 
 
9) Informationen zum Aufbau und zur Verwendung von Überwachungskameras
Entsprechende Informationen finden sich auf der website des britischen Home Office: https://www.gov.uk/government/publications/cctv-guidance
 
 
10) Stadionverbote in England
In England und Wales gibt es aktuell 2.085 Stadionverbote (Warum wird dies eigentlich dort bekannt gegeben und nicht bei uns?, TF). Es gibt einen leichten Anstieg nach jahrelangem Rückgang und bei Verhaftungen eine ähnliche Entwicklung. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=387
 
 
11) Radikalisierung verhindern
Ziel dieser Studie ist es, eine vorbeugende Herangehensweise bei Interventionsstrategien und Projekten zu fördern, was zu Gewalt führende Radikalisierung betrifft. Die Arbeit bietet eine Übersicht und eine Auswertung von fast 500 Dokumenten zu diesem Thema weltweit. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=388
 
 
12) Organisiertes Verbrechen und Terrornetzwerke
Das PROTON-Projekt „Modelling the Processes leading to Organised crime and TerrOrist Networks” begann Ende 2016. Es soll Computermodelle entwickeln, um das Wachstum krimineller Organisationen vorherzusagen und verschiedene Eingriffsmaßnahmen testen, um das Wachstum zu verhindern und zu bekämpfen. http://cordis.europa.eu/project/rcn/202670_en.html
 
 
13) Polizeiwissenschaft als Verwaltungswissenschaft?
Die Deutsche Hochschule der Polizei (DHPol) lädt ein zu einer Tagung zum Thema  „Verwaltungswissenschaften – Zur Balance zwischen Praxis und Wissenschaft in der öffentlichen Sicherheitsverwaltung“  vom 30.01. bis 01.02.2017 in Münster. In der Einladung wird darauf hingewiesen, dass die „öffentliche Sicherheitsverwaltung“ einen zentralen Teil von Staatlichkeit begründet und ausgehend vom staatlichen Gewaltmonopol über die Möglichkeit verfügt, umfassend in die Rechte der Bürgerinnen und Bürger einzugreifen. Als Akteure der „öffentlichen Sicherheitsverwaltung“ werden dann Polizeien, Nachrichtendienste, Bevölkerungs- und Katastrophenschutz, Staatsanwaltschaften, Zoll, Steuerfahndung, Kommunen - insbesondere Ordnungsämter genannt. http://www.dhpol.de
 
 
14) Forschungsprojekt zum Prädiktionspotenzial schwerer Einbruchskriminalität
Mustererkennende Softwarelösungen als Teil von Predictive Policing Strategien beanspruchen für sich, neue Erkenntnisse über die zukünftige Kriminalitätslage als Grundlage für die polizeiliche Maßnahmenplanung zu generieren. Im LKA Hamburg gibt es dazu seit Januar 2016 ein Forschungsprojekt. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=389
 
 
15) Einfluss der gymnasialen Oberstufenreform auf die Kriminalitätsrate
Eine Studie des DIW geht der Frage nach, welche Auswirkungen die Umstellung der gymnasialen Oberstufe auf Kriminalität und Drogenkonsum bei Jugendlichen hat. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass sowohl die Kriminalitätsraten, als auch der Drogenkonsum zurückgegangen sind. Als Begründung führt der Verfasser einen „incapacitation effect“ an, also die Tatsache, dass die Schüler in unteren Klassen länger in der Schule sind. http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.546517.de
 
 
16) Radikalisierung der Jugend in Afrika
Die Radikalisierung der Jugend kann, in Verbindung mit Gewalt, eine Bedrohung für die Stabilität, den Frieden und die Sicherheit darstellen. Der Artikel prüft die Faktoren, die dieses Phänomen erklären könnten, und zwar in Ost-, West- und Nordafrika. Unter den vielen einwirkenden Elementen findet man politische, wirtschaftliche und soziale Faktoren. Der Artikel gibt Empfehlungen und identifiziert die Bereiche, welche es gründlicher zu erforschen gilt. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=390