Polizei : Newsletter Nr. 21, September 2000
 1)   Australien: Regierung schließt xxx-Site
 2)   Beschwerden gegen Polizei: Machbarkeitsstudie vorgelegt
 3)   Fehlverhalten, Korruption, Polizeigewalt und Polizeiliche Integrität – zwei aktuelle Studien aus den USA
 4)   Mangelhafter Schutz in deutschen Unternehmen
 5)   Neues FBI-Programm schnueffelt E-Mails aus
 6)   Netzmagazin Telepolis erhält Europäischen Preis für Online-Journalismus
 7)   Neue Polizeiwissenschaftliche Schriftenreihe
 8)   Cannabisbericht aus der Schweiz – Drogen- und Suchtbericht 1999 der bundesdeutschen Drogenbeauftragten
 9)   Drogenkontrolle: Messung der Effektivität und neue Ziele
10)  Bleifreie Kugeln ohne Querschläger
11)  International Conference on the Reduction of Drug Related Harm
12)  Kriminalität von Aussiedlern – Studie des Bay. LKA
13)  Das „Vor-)letzte?
14)  Das (wirklich!) Allerletzte?
 
1) Australien: Regierung schließt xxx-Site
Die australische Regierung hat mit der Australian Broadcasting Authority eine Behörde, der es jetzt auch erlaubt ist, Homepages mit sexuellen Inhalten vom Netz zu entfernen. In der demokratischen Welt ist das entsprechende Gesetz, das seit 01.01.00 in Kraft ist, das schärfste Zensurschwert – und das nicht nur auf dem Papier. Dass es den Sittenwächtern durchaus ernst ist, bewiesen sie, als sie Mitte Januar die erste xxx-Site eines privaten Anbieters schlossen. Kritiker warnen, dass Gesetz untergrabe die Redefreiheit. http://www.forumnews.de/Artikel.asp?AID=3215 Quelle: forumnews vom 19.01.00
 
 
2) Beschwerden gegen Polizei: Machbarkeitsstudie vorgelegt
Das Britische Home Office hat eine Machbarkeitsstudie zu einer unabhängigen Instanz vorgelegt, an die sich Bürger wenden können, die sich über polizeiliche Massnahmen beschweren wollen. Die mehr als 100 Seiten umfassende Studie zeigt die Vor- und Nachteile verschiedener Systeme auf und beschäftigt sich intensiv mit den besonderen Problemen von Ermittlungsverfahren gegen Polizeibeamte. Die Studie ist in den Police Research Series, Paper 124 unter dem Titel „Feasibility of an Independent System for Investigating Complaints Against the Police“ erschienen (http://www.homeoffice.gov.uk) . Zum Thema “Menschenrechte und Polizei“ hat der Europarat eine Homepage unter www.humanrights.coe.int/police aufgelegt - gesponsort von der britischen Regierung.
 
 
3) Fehlverhalten, Korruption, Polizeigewalt und Polizeiliche Integrität – zwei aktuelle Studien aus den USA
In der ersten Studie wurden Polizeibeamten in 30 über die USA verteilten Polizeidienststellen 11 hypothetische Fälle zu polizeilichem Fehlverhalten vorgelegt, die sie beurteilen sollten. Das Ergebnis: Je schwerer der Verstoss ist, umso eher werden schwerwiegende Dsisziplinar- oder Strafmassnahmen gefordert und umso eher sind die Kollegen bereit, dieses Fehlverhalten anzuzeigen. Der Bericht "The Measurement of Police Integrity" (NCJ 181465) ist verfügbar unter http://www.ncjrs.org/ledocs.htm#181465. Mit einem ähnlichen Thema beschäftigt sich die zweite Studie „Police Attitudes Toward Abuse of Authority: Findings From a National Study”. Hier geht es um Polizeigewalt vor dem Hintergrund von Rasse, Klassenzugehörigkeit, Rang, Geschlecht und Verhalten der Betroffenen. Nicht überraschen dürfte das Ergebnis, dass sich die Mehrzahl der befragten Polizeibeamten dagegen aussprach, mehr Gewalt als unbedingt notwendig auszuüben. Jedoch berichten zwei Drittel der Befragten, dass der „Code of Silence” Beamte davon abhält, Fehlverhalten zu melden, weil sie danach Sanktionen durch Kollegen befürchten. Zudem gibt es offensichtlich Unterschiede in der Sichtweise: Schwarze Polizeibeamte sind eher als ihre weissen Kollegen der Auffassung, dass Minoritäten und untere soziale Schichten häufiger unfair von der Polizei behandelt werden. Der Bericht ist verfügbar unter http://www.ncjrs.org/ledocs.htm#181312.

Für eine Konferenz des amerikanischen National Institute of Justice in Verbindung mit der New York University (NYU) im Mai 1999 in Florenz und (überarbeitet) für eine Tagung des französischen Innenministeriums im September 2000 in Paris hat Thomas Feltes ein Manuskript zum Thema  „Police Intergrity and the Police Organization“ erstellt. Es kann per e-mail beim Autor angefordert werden (ThomasFeltes@fhpol-vs.de).
 
 
4) Mangelhafter Schutz in deutschen Unternehmen
Deutsche Unternehmen schützen ihre Netzwerke nur mangelhaft vor Angriffen durch Hacker - das ergab eine Studie des unabhängigen Marktforschungsunternehmens Banner. Gerade mal 65 Prozent vertrauen auf eine Firewall, die zwar ein gewisses Maß an Sicherheit bietet, aber nach Ansicht der Experten nicht genug. Wichtiger sei Intrusion Detection Software, die jedoch in nur 13 Prozent der befragten Unternehmen zum Einsatz kommt. Welche Auswirkungen ein zu geringes Sicherheitsniveau haben kann, verdeutlichte nicht zuletzt der Loveletter-Virus, von dem weltweit zahlreiche Unternehmen betroffen waren. Quelle: http://www.forumnews.de/Artikel.asp?AID=4085
 
 
5) Neues FBI-Programm schnueffelt E-Mails aus
Washington (dpa) - Ein neues Schnüffelprogramm des FBI für E-Mails beunruhigt in den USA Datenschützer und die grossen Online-Dienste. Das als 'Carnivore' (Fleischfresser) bezeichnete Programm der amerikanischen Bundespolizei kann unter Millionen elektronischen Botschaften jede Mail eines Verdächtigen aufspüren. Ausserdem verfolgt der 'Robocop', in welchen Chat-Room sich der Verdächtige aufhält und welche Seiten er im Internet anschaut. Quelle: dpa
 
 
6) Netzmagazin Telepolis erhält Europäischen Preis für Online-Journalismus
Das Online-magazin Telepolis (www.telepolis.de/tp) hat für seine Enfopol-Berichterstattung diesen Europäischen Preis bekommen. Telepolis veröffentlichte erstmals im November 1998 diverse unter Verschluss gehaltene Arbeitspapiere der Arbeitsgruppe des Europäischen Rates „Polizeiliche Zusammenarbeit“, die ihre Dokumente unter dem Kürzel Enfopol (Einforcement Police) publiziert. Mehr zum Thema Enfopol unter www.heise.de/tp/deutsch/special/enfo/default.html Das Web-Angebot Heise-Online (www.heise.de) gehört übrigens zu den populärsten Angeboten in deutscher Sprache im WWW.
 
 
7) Neue Polizeiwissenschaftliche Schriftenreihe
Die Fachhochschule der Polizei Sachsen-Anhalt in Aschersleben hat die „Ascherslebener Polizeiwissenschaftlichen Schriften“ begründet. In loser Folge sollen dort Themen behandelt werden, die „sowohl aus wissenschaftlich-theoretischer als auch aus polizeipraktischer Sicht den Theorie-Praxis-Diskurs befruchten sollen“. Band 1 unter dem Titel „Erfassung und Bewertung von Konzepten repressiver Kriminalitätskontrolle“, hrsg. Von Jürgen Stock und Heinz Büchler, ist im Juli 200 erschienen. Der Band kann gegen einen Verwaltungsbeitrag von DM 5.- bezogen werden bei der Fachhochschule der Polizei Sachsen-Anhalt, Schmidtmannstr.86, 06449 Aschersleben, Fax 03473-960-305.
 
 
8) Cannabisbericht aus der Schweiz – Drogen- und Suchtbericht 1999 der bundesdeutschen Drogenbeauftragten
Die eidgenössische Kommission für Drogenfragen (Sekretariat: Bundesamt für Gesundheit, CH-3013 Bern) hat bereits im Mai 1999 einen „Cannabisbericht“ vorgelegt, der neben einer Bestandsaufnahme auch die Optionen im Umgang mit Cannabis vergleicht. Im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit hat Prof. Dr. Mark Pieth ein Gutachten zur Konventionsverträglichkeit verschiedener Modelle der Cannabisteilentkriminalisierung erstellt. Der Drogen- und Suchtbericht 1999 der Drogenbeauftragten der deutschen Bundesregierung ist ebenfalls erschienen und kann vom Bundesministerium für Gesundheit (www.bmgesundheit.de) angefordert werden.
 
 
9) Drogenkontrolle: Messung der Effektivität und neue Ziele
Der Bericht "National Drug Control Strategy: Performance Measures of Effectiveness 2000" ist der erste in einer Reihe von geplanten Berichten zum neuen, bundesweiten Drogenbekämpfungsplan der USA. Er beschäftigt sich intensiv mit der Frage nach der Messung von Wirkungen von Drogenbekämpfungsstrategien. Zudem werden die Ziele für die nächsten Jahre festgelegt: So sollen Angebot und Nachfrage nach illegalen Drogen um 25% bis zum Jahr 2002 und um 50% bis zum Jahr 2007 reduziert werden. Ähnliche konkrete Ziele werden für die Reduktion der Einfuhr illegaler Drogen, für die Anbaumengen im Land sowie für die drogenbezogene Kriminalität (- 15% bis 2002, -30% bis zum Jahr 2007) und die drogenbedingten Gesundheitskosten aufgestellt. Es wird sehr spannend sein zu sehen, wie das Erreichen dieser Ziele überwacht wird und in welchem Umfang diese Reduktionen tatsächlich nachweisbar sein werden. Nach den bisherigen Erfahrungen wird man sich in den USA nicht mit Bekenntnissen zufrieden geben, sondern es werden konkrete, wissenschaftlich nachvollziehbare Daten verlangt werden. Der Bericht mit vielen Anlage hat insgesamt 223 Seiten (die Hauptteil ohne Anlagen 52 Seiten) und ist abrufbar über http://www.whitehousedrugpolicy.gov/policy/pme.html

Zusätzlich finden sich interessante Powerpoint-Präsentationen mit aktuellen Daten und Entwicklungen der Drogenkriminalität in den USA unter http://www.whitehousedrugpolicy.gov/drugfact/presentations.html

Die Präsentationen können auch ohne Bill Gates Produkt angesehen werden, da sie auch im HTML-Format bereitstehen.
 
 
10) Bleifreie Kugeln ohne Querschläger
Eine neue Kugelgeneration mit Köpfen aus Zinn und Wolfram soll Querschläger eliminieren. Bei Kontakt mit sehr harten Oberflächen zerbersten die Projektile in kleine Splitter. Die bleifreien Kugeln sollen zudem umweltfreundlich sein. www.ornl.gov/ORNLReview/rev28-1/text/th.htm  Quelle: Trendletter 7, 2000
 
 
11) International Conference on the Reduction of Drug Related Harm
Vom 1.-5. April 2001 findet in New Delhi die 12. Konferenz dieser Art unter dem Titel „Community Development for Harm Reduction“ statt. Nähere Einzelheiten unter www.ihrc-india2001.org.
 
 
12) Kriminalität von Aussiedlern – Studie des Bay. LKA
Die erste umfassende empirische Studie zur Kriminalität von Aussiedlern mit dem Untertitel „Polizeiliche Registrierungen als Hinweis auf misslungene Integration?“ hat jetzt Johannes Luft vom Bayerischen Landeskriminalamt vorgelegt. Die mit aufwendigen quantitativen und qualitativen Methoden durchgeführte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Quantität der Aussiedlerkriminalität derzeit nicht besorgniserregend ist und in den Jahren 1997 und 1998 Aussiedler in den untersuchten bayerischen Regionen ähnlich hoch belastet waren wie Deutsche. Luft: „Der Mythos vom alkoholisierten und überdimensional gewalttätigen tatverdächtoigen Aussiedlern kann ... nicht bestätigt werden“ (S. 191). Eine Studie, die auf über 200 Seiten empirische Forschung und kriminalpolitische Konsequenzen exzellent verbindet. Unbedingt lesen! Quelle: Johannes Luft, Kriminalität von Aussiedlern, München 2000 (KFG, Bayerisches Landeskriminalamt).
 
 
13) Das „Vor-)letzte?
Frauen mit kräftigem Händedruck…

sollen eine liberale, offene Persönlichkeit haben und zuverlässig sein. Im Gegensatz zu Männern, wo ein fester Händedruck eher für einen introvertierten, scheuen (unzuverlässigen?) Charakter stehe. Dies wollen Wissenschaftler der University of Alabama anhand von Testreihen herausgefunden haben – so die „Ärzte-Zeitung“. Extrovertierte Männer haben demnach einen laschen Händedruck....
 
 
14) Das (wirklich!) Allerletzte?
Wenn Ihnen Ihre Frau (oder Ihr Mann) zu teuer wird (oder einen zu laschen Händedruck hat) können Sie sie jetzt im Scheidungsladen unter www.divorcestore.com loswerden. Hier gibt's die einfache Trennung inklusive aller Anwaltskosten schon ab 395 US-Dollar. Das ist so günstig, da bleibt sogar noch ein Groschen für die nächste Hochzeit in Las Vegas übrig - Musik und Blumen kosten aber extra!