Polizei : Newsletter Nr. 216, März 2018                                                                                             Verantwortlich: Prof. Dr. Thomas Feltes, Bochum
 1)   Material zur Konzentration von Kriminalität an bestimmten Orten
 2)   Datenbank mit Polizeiliteratur
 3)   Intelligente Videoüberwachung ist in China nicht nur den Tätern auf der Spur
 4)   Gesellschaftliche Auswirkungen der Organisierten Kriminalität
 5)   Prävention und Bearbeitung von Diskriminierung und Hasskriminalität auf Gemeindeebene
 6)   Gefahren für Polizeibeamte bei Schusswechsel
 7)   Softwareumstellung bei der amerikanischen Polizei
 8)   Kriminalitätsfurcht in Italien
 9)   Desistance-Forschung: Elternschaft als Wendepunkt für Straftäter?
10)  Effektivität polizeilicher Ermittlungsmaßnahmen bei schwerer Kriminalität
11)  Gesichtserkennung
12)  Auswirkungen von persönlichen Einstellungen auf das Handeln bei bei Polizeibeamten
13)  Warum man nicht die 110 wählen sollte
14)  What works? Neuauflage aus den Niederlanden
15)  Die International Society of Criminology (ISC) wird 80 Jahre
 
1) Material zur Konzentration von Kriminalität an bestimmten Orten
Unter dem Titel „“The Law of Crime Concentration at Places“ sind im September 2017 verschiedene Beiträge in der Zeitschrift „Journal of Quantitative Criminology“ erschienen, die frei zugänglich sind. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=493
 
 
2) Datenbank mit Polizeiliteratur
“Police Informer” ist eine frei zugängliche Datenbank mit vollständigen elektronischen Dokumenten zu den Bereichen Polizei und Sicherheit. Die Datenbank enthält vornehmlich sog. „graue Literatur“, d.h. Materialien, die (noch) nicht anderweitig veröffentlicht sind ab 2010. http://pi.aic.gov.au/
 
 
3) Intelligente Videoüberwachung ist in China nicht nur den Tätern auf der Spur
Nur sieben Minuten brauchen das Videoüberwachungssystem und die Polizei in der chinesischen Stadt Guiyang, um einen BBC-Reporter anhand seiner biometrischen Daten zu lokalisieren und zu stellen. Das System mit Zugriff auf Identitäts- und Kfz-Daten analysiert dabei Alter, Ethnie, Geschlecht sowie Verwandtschafts- und Freundschaftsbeziehungen. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=494
 
 
4) Gesellschaftliche Auswirkungen der Organisierten Kriminalität
Zu diesem Thema sind im Juni-Heft 2017 der Zeitschrift „Trend in Organzied Crime“ mehrere Beiträge erschienen, die frei zugänglich sind. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=495
 
 
5) Prävention und Bearbeitung von Diskriminierung und Hasskriminalität auf Gemeindeebene
Ein Handbuch stellt Maßnahmen und Tipps aus ganz Europa zur Prävention und Bearbeitung von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit auf Gemeindeebene vor. https://issuu.com/efus/docs/publication_just_env7?e=2826177/56107630
 
 
6) Gefahren für Polizeibeamte bei Schusswechsel
Eine Analyse der Washington Post Daten von Januar 2015 bis Juli 2016 zeigte auf, dass von 1.400 Schusswechseln mit Todesfolge, zwischen Polizisten und Bürgern, 25% der Einsätze ein Raub, Einbruch oder Diebstahl waren. Bei 16% war der Einsatzgrund eine häusliche Auseinandersetzung. http://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/1098611117735657
 
 
7) Softwareumstellung bei der amerikanischen Polizei
Der amerikanischen Polizei steht ein landweiter Datensatzwechsel bevor. Das Summary Reporting System (SRS) soll nun in jedem Bundesland von National Incident-Based Reporting System (NIBRS) abgelöst werden. Das NIBRS beinhaltet im Gegensatz zum SRS eine ausführlichere quantitative sowie qualitative Beschreibung der Einsätze und Festnahmen. So können zukünftig landesweit detailliertere und zeitnähere Analysen und Vergleiche z. B. zum Schusswaffeneinsatz oder zur Gangkriminalität in sozialstrukturell ähnlichen Regionen durchgeführt werden. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/1745-9133.12336/full
 
 
8) Kriminalitätsfurcht in Italien
Im Einklang mit ökologischen Kriminalitätstheorien bestätigen Ergebnisse einer aktuellen Studie die Bedeutung von Umweltfaktoren - wie das Ausmaß der sozialen Desorganisation oder Anzeichen sozialer Destabilisierung in der Nachbarschaft - für das subjektive Unsicherheitsgefühl. Das Konzept der „Ontologischen Unsicherheit“ umfasst soziologische und sozialpsychologische Faktoren. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0049089X17302442
 
 
9) Desistance-Forschung: Elternschaft als Wendepunkt für Straftäter?
Untersucht wurde die Bedeutung des Elternwerdens bei Straftätern, die in Straßenbanden involviert waren. Häufig führt bei Frauen die Geburt des ersten Kindes dazu, dass sie sich aus der Bande zurückziehen. Bei Männern zeigt sich dies nur bei den Vätern, die mit ihren Kindern im gemeinsamen Haushalt leben. Somit kann elterliche Fürsorge ein Wendepunkt in kriminellen Karrieren darstellen. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/1745-9125.12162/full
 
 
10) Effektivität polizeilicher Ermittlungsmaßnahmen bei schwerer Kriminalität
Das australische Institut für Kriminologie hat eine Studie zur Wirksamkeit verschiedener Ermittlungsmethoden im Bereich schwerer Kriminalität veröffentlicht. Die Meta-Analyse wertet 18 Studien aus. https://aic.gov.au/publications/tandi/tandi539
 
 
11) Gesichtserkennung
Mit dem Thema beschäftigt sich ein 83-seitiges Dokument des Department for Homeland Security in den USA. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=496
 
 
12) Auswirkungen von persönlichen Einstellungen auf das Handeln bei bei Polizeibeamten
Die Tagesform kann auf Einstellungen und das polizeiliche Handeln Einfluss nehmen. Es finden sich Zusammenhänge zwischen der Schlafdauer und stereotypem Denken gegenüber Afroamerikanern.  Probanden mit weniger Schlaf zeigten einen größeren „Racial Bias“. http://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/1098611117732974
 
 
13) Warum man nicht die 110 wählen sollte
Über Risiken und Nebenwirkungen eines Anrufes an die (US-) Notrufnummer 911 berichtet ein Beitrag, in dem es u.a. auch um die Rolle der Polizei bei Familienstreitigkeiten und exzessive Gewaltanwendung durch die Polizei geht. https://thecrimereport.org/2018/02/06/why-ill-never-dial-911/  
 
 
14) What works? Neuauflage aus den Niederlanden
Eine systematische, knappe und übersichtliche Zusammenstellung von fast 260 Meta-Studien zur Evaluation von Präventionsmaßnahmen zwischen 1997 und 2017 im Bereich Kriminalprävention, Polizei (51 Studien) und Strafverfolgung hat das niederländische Justizministerium vorgelegt. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=497
 
 
15) Die International Society of Criminology (ISC) wird 80 Jahre
Dieses Jahr feiert die ISC ihr 80-jähriges Bestehen. In diesem Zusammenhang wurden die „International Annals of Criminology“ neu aufgelegt. Die Zeitschrift ist online, demnächst auch als Druckversion verfügbar und sucht auch nach (englischsprachigen) Beiträgen. Interessenten können sich bei Thomas Feltes (thomas.feltes@rub.de) melden. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=498