Polizei : Newsletter Nr. 23, November 2000
 1)   "Gewalt im Namen Allahs"
 2)   Britische Homepage zu Gefängnissen
 3)   Konferenzmaterialien zu “Justice, E-Government and the Internet”
 4)   Da geht's lang
 5)   Computerviren verursachen immense Schäden
 6)   Amerikas Kinder: Fakten und Daten zum Zustand einer Generation
 7)   Schutzwesten: Wie es die Amerikaner machen
 8)   Öffentliche (Un-)Ordnung und Polizei: Eine Studie des Home Office
 9)   Ecstasy: Daten und Fakten
10)  "Sicherheit im Internet"
11)  Höflichkeit und gutes Benehmen sind wichtig
12)  110 kostenfreie Datenbanken
13)  Kommunale Kriminalprävention in Calw
14)  Infopool Prävention des BKA
15)  Handy als Schusswaffe
16)  Das letzte....
 
1) "Gewalt im Namen Allahs"
Nicht zuletzt aufgrund der Entführungen auf Jolo ist der islamische Fundamentalismus in unserem Bewusstsein fest mit Unterdrückung, Gewalt und Terrorismus verbunden - von der repressiven Staatsgewalt bis zu ungezählten Terroranschlägen radikal-islamischer Gruppen. Die jetzt vom Informationszentrum Sozialwissenschaften in Bonn zusammengestellten 138 Veröffentlichungen und Forschungsprojekte aus den Jahren 1995-2000 versuchen, Wesen und Funktion des Islam - vor allem in seiner fundamentalistischen Variante - zu klären, zu einer Versachlichung der emotional aufgeheizten Diskussion beizutragen und damit das etwas einseitige Bild zurechtzurücken, das die Massenmedien vermitteln. "Gewalt im Namen Allahs. Islamischer Fundamentalismus zwischen Terrorismus & Religion" bearbeitet von Helmut M. Artus, IZ Sozialwissenschaften: Bonn, 85 Seiten, 20,- DM. Die Dokumentation steht im Internet kostenlos zur Verfügung:

http://www.bonn.iz-soz.de/publications/periodicals/fokus/index.htm.
 
 
2) Britische Homepage zu Gefängnissen
Unter http://www.penlex.org.uk, der Homepage des „Penal Lexicon“, finden sich diverse Zahlen, Fakten und Meinungen zum britischen Strafvollzugssystem, aber auch Fotos britischer Gefängnisse (u.a. von Dartmoor und auch „Innenansichten aus dem Knast“), Gedichte, europäische Richtlinien und weitere links.
 
 
3) Konferenzmaterialien zu “Justice, E-Government and the Internet”
Die Unterlagen zu der Konferenz, die vom 26.-28. Juni 2000 in Dallas, Texas, stattfand, sind Komplett im Internet als Powerpoint-Präsentationen verfügbar: http://www.search.org/conferences/ConfPresentations.htm.
 
 
4) Da geht's lang
Die Zeiten ändern sich und so manche Dienststelle findet man nun doch schon im virtuellen Raum. Ab und an gibt es aber einfach Dinge, die lassen sich nur von Mensch zu Mensch übermitteln, ohne Medium Internet oder Telefon. Um den Rückweg von virtuell nach real für die Internet-Junkies etwas einfacher zu gestalten, bietet ww.Map24.com (in deutscher Sprache) einen  Kartenservice an, der die eigene reale Adresse (privat oder Revier zum Beispiel) auf einer Homepage als Karte darstellt. Man kann nun einen Link in seine email-Signatur einfügen oder die Karte auf der eigenen Homepage einbinden, der Service ist kostenlos.
 
 
5) Computerviren verursachen immense Schäden
Nach einer amerikanischen Studie verursachten Viren im vergangenen Jahr Schäden in Höhe von 3,3 Milliarden Mark. Diese erstaunliche Summe basiert auf Schätzungen von EDV-Verantwortlichen, die im Rahmen der Studie zu Rechnerausfallzeiten befragt wurden. Somit beziehen sich die Kosten vor allem auf die Ausfallzeiten, die mit den Viren in Zusammenhang gebracht werden müssen. Immerhin wurden 4.900 IT-Manager in 30 Ländern zu diesem Thema befragt. Strenggenommen müsste nun der Umsatz gegengerechnet werden, den Softwareanbieter weltweit mit Firewalls und Virenschutzsoftware erreichen.

Quelle: www.forumnews.de/Artikel.asp?AID=4221
 
 
6) Amerikas Kinder: Fakten und Daten zum Zustand einer Generation
Unter dem Titel "America's Children: Key National Indicators of Well-Being,

2000" hat das amerikanische “Interagency Forum on Child and Family Statistics” einen Bericht veröffentlicht, der sich mit der Lage der Kinder und Jugendlichen in den USA beschäftigt (http://www.childstats.gov). Neben Gesundheitsfaktoren werden ökonomische und soziale Kennzahlen mitgeteilt und die Entwicklung zwischen 1997 und 1998 verglichen. So gaben 26% der 10.Klässler an, in den letzten 2 Wochen vor der Befragung fünf oder mehr alkoholische Getränke nacheinander konsumiert zu haben, und 22% hatten in diesem Zeitraum illegale Drogen konsumiert. 25% sind Opfer von schweren Straftaten geworden, und 27% haben selbst solche begangen.
 
 
7) Schutzwesten: Wie es die Amerikaner machen
Im Rahmen eines bundesweiten Programms erhalten Polizeibeamte 50% Zuschuss, wenn sie sich eine vom NIJ geprüfte Schutzweste zulegen. Die Kriterien, die hierfür zugrunde liegen, sind allerdings aus dem Jahre 1987 und können unter https://vests.ojp.gov/vests/roles/manufacturer/index.jsp nachgelesen werden. Dafür können potentielle Interessenten sich anhand einer „Body Armor Database“ über alle gängigen Schutzwestentypen informieren und via Datenbankabfrage die für sie optimale Weste herausfinden: http://www.nlectc.org/.
 
 
8) Öffentliche (Un-)Ordnung und Polizei: Eine Studie des Home Office
Eine 1997/98 in Großbritannien durchgeführte Studie sollte anhand der Arbeit von neun Polizeieinheiten Schlüsse für den Umgang mit „anti-social behaviour“ ziehen. Unter „anti-social behavior“ versteht man dabei „kleinere Probleme, die das Leben in der Gemeinschaft beeinträchtigen und deren Lösung der Polizeihilfe bedürfen“, wie z.B. aggressives Betteln, obszöne Sprache, Graffiti, Drogenhandel oder Prostitution. Je nach Schwerpunkt wurden unterschiedliche Lösungsansätze entwickelt: Die Bekämpfung auf „street-level“ wobei die Streifen v.a. auf Präsenz setzen; die Bekämpfung in Zusammenarbeit mit Behörden; besondere, den Situationen angepasste abfedernde Maßnahmen, wie z.B. das Aufsammeln von unbeaufsichtigten Kindern in der Nacht, die Unterstützung von Eltern bei der Erziehung oder die Bereitstellung von Freizeitaktivitäten für Jugendliche. Die Probleme, die sich dabei stellen, resultieren hauptsächlich aus der fehlenden Definition, dem subjektiven Empfinden von Ordnungswidrigkeit und der unterschiedlichen Interpretation seitens der Medien und der betroffenen Bevölkerungsgruppen. Eine, für alle befriedigende Lösung zu finden, stellt derzeit ein zentrales Anliegen der Polizei dar. Quelle: POLICING ANTI-SOCIAL BEHAVIOUR, Police Research Series, Paper 123, London 2000.
 
 
9) Ecstasy: Daten und Fakten
Ecstasy-Studie der Uni Hamburg

Ein Forscherteam der Uni Hamburg hat Anfang Juli die bisher grösste Ecstasy-Studie vorgelegt. Danach führt bereits wöchentlicher Konsum zu deutlichen Einschränkungen der Gedächtnisleistungen. Quelle: Tagesspiegel (Berlin) 5.7.2000.

Der "Fact Sheet: MDMA" des Drogenbüros der amerikanischen Regierung enthält ausführliche Informationen zu den Auswirkungen von Ecstasy sowie zur Herstellung und zum Vertreib der Droge. In den USA geht man danach für 1998 von 1,4 Millionen Nutzern (oder 5% der Altersgruppe zwischen 18 und 25 Jahren) aus. "Fact Sheet: MDMA (Ecstasy)" (NCJ 181141) ist verfügbar auf der ONDCP World Wide Web site: http://www.whitehousedrugpolicy.gov/pdf/ncj181141.pdf
 
 
10) "Sicherheit im Internet"
uml;r Sicherheit in der Informationstechnik BSI) bietet ab 03. September 2000 eine aktuelle, fachkompetente sowie verständliche Informationsquelle für alle Themen rund um "IT-Sicherheit". Regelmäßige Monatsthemen wie "E-mail-Sicherheit", "Virenschutz" oder "Sicherer Anschluss ans Internet" werden u.a. ergänzt durch Warnhinweise, aktuelle Termine, eine qualifizierte Suchmaschine, einem Internet-Glossar, einem Netlexikon und dem Bereich "Gelbe Seiten Sicherheit", einem Informationspool für Angebote zur IT-Sicherheit. www.sicherheit-im-internet.de
 
 
11) Höflichkeit und gutes Benehmen sind wichtig
meinen 88% der vom Institut für Demoskopie Allensbach (Umfrage Nr. 6091) Anfang 200 Befragten. 80% sind für „Andersdenkende achten, tolerant sein“, wenn sie die Frage, welche Werte Kinder aus dem Elternhaus mitnehmen sollen, beantworten. Quelle: Trendletter 9/2000.
 
 
12) 110 kostenfreie Datenbanken
Eine Übersicht über 110 kostenfreie Datenbanken findet sich auf dieser Seite der Hamburger Öffentlichen Bibliotheken:

http://www.rrz.uni-hamburg.de/hoeb/dienste/datenbanken/datenbanken.htm

Eine noch bessere Lesezeichensammlung, die von Experten für die beste in Deutschland gehalten wird, ist die DVB = Düsseldorfer virtuelle Bibliothek unter http://www.uni-duesseldorf.de/ulb/index.html
 
 
13) Kommunale Kriminalprävention in Calw
Unter der Webadresse http://www.sicherincalw.cw-net.de stellt sich der 'Treffpunkt  sicher in Calw' (TSIC) vor. Es handelt sich hierbei um ein Projekt im Rahmen der Kommunalen Kriminalprävention. In Kooperation der Stadtverwaltung und der Polizeidirektion Calw wurde der TSIC vor annähernd zwei Jahren mit Unterstützung des gleichnamigen Vereines ins Leben gerufen. Ziel des TSIC ist es, durch Information und Aufklärung das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung zu stärken sowie die sichtbare Präsenz von Ordnungskräften in der Kernstadt von Calw zu verbessern. Über Aktionen, Bürozeiten und Ansprechpartner informieren die Internetseiten. Sie sollen auch dazu dienen, mit anderen, gleichartigen, Initiativen Kontakt aufzunehmen und sich auszutauschen. Hierzu hat der TSIC auch einen Newsletter eingerichtet.
 
 
14) Infopool Prävention des BKA
Unter www.bka.de/infopool_de.html steht eine Informationssammlung zur Kriminalprävention zur Verfügung. Darunter finden sich auch die meisten Daten, die in eine Sonderauswertung zu Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit aufgenommen wurden, die gerade in der neuen BKA-Reihe „Polizei und Forschung“ erscheint.
 
 
15) Handy als Schusswaffe
Die Amsterdamer Polizei hat bei einer Razzia Ende November 2000 acht "Handys" sichergestellt, die als Pistolen funktionieren (mobile phone handguns). Durch Druck auf eine der Handy-Tasten wird .22-Kaliber-Munition abgefeuert. Es wird vermutet, dass diese Waffen (wie andere bei der Razzia aus Ex-Jugoslawien stammen.
(special thanks to Jum McShane, NYPD und Mickey B.)
 
 
16) Das letzte....
Ein Österreicher hatte im Grossraum Tirol an seinem Hof folgendes Schild angebracht: „Die Fläche und der Weg werden öfters mit Di-Hydrogenium liquid und später kristallin behandelt. Um den jeweiligen Schutz hat sich jeder selbst zu kümmern.“ Nachbarn, die dies lasen, alarmierten die Polizei, da sie eine Gefahr für Mensch und Tier vermuteten. Die Tiroler Feuerwehr zog Proben in der Umgebung und übergab sie der Polizei. Dort fand ein „überdurchschnittlich gebildeter Sachbearbeiter“ (so der Wiener „Kurier“) heraus, dass man  Di-Hydrogeniumoxyd liquid frei mit „Wasser“ übersetzen kann, das sich im Winter in Schnee (kristallin) verwandelt. „Ein Polizeisprecher: Wir erstatten Anzeige wegen des Verdachtes der Verbreitung falscher und beunruhigender Gerüchte“. (alle Zitate aus: Kurier Wien, 23.10.2000, S.9)