Polizei : Newsletter Nr. 34, November 2001
 1)   DNA-Nachweise
 2)   Kreditkartenbetrug rückläufig
 3)   Fremdenfeindlichkeit - Auf den Spuren extremer Emotionen
 4)   Problemlösung im Streifendienst: Die Notwendigkeit von Hochschulkursen
 5)   Gib ACHT im Verkehr
 6)   Im Verein ist Bier am schönsten…Alkohol in Deutschland und Österreich
 7)   Biometrisches Überwachungssystem in Florida eingesetzt
 8)   Albach´s website
 9)   Euro-Symbol und Euro-Umrechnungs-Software gratis
10)  Leitzentrale des New Yorker Krisenstabes am 11. September zerstört
11)  Europäische Polizeiunterstützung in Albanien
12)  Baden-Württemberg hebt Ausschreibung zur Beschaffung von 25.300 Dienstpistolen auf
13)  Wie sicher kann Prognose sein?
14)  Bestandsaufnahme zum Crack-Konsum in Deutschland
15)  Das Letzte?
 
1) DNA-Nachweise
DNA-Nachweise spielen eine immer grössere Rolle in der polizeilichen Ermittlungsarbeit. Das amerikanische Justizministerium hat nunmehr eine Broschüre zusammengestellt, in der die Möglichkeiten der DNA-Analyse vorgestellt werden und Themen wie Sammlung von DNA-Material, Verunreinigungen, Aufbewahrung und die Interpretation der Ergebnisse der DNA-Untersuchungen behandelt werden. "Understanding DNA Evidence: A Guide for Victim Service Providers" ist verfügbar als Text- und pdf-Datei unter http://www.ncjrs.org/txtfiles1/nij/bc000657.txt bzw.

http://www.ncjrs.org/pdffiles1/nij/bc000657.pdf.
 
 
2) Kreditkartenbetrug rückläufig
Die Zahl der Kreditkartenbetrügereien in Deutschland geht zurück. Im Ausland ist die deutsche Kreditkarte aber ein beliebtes Zielobjekt. Über 80% der unfreiwilligen Zahlungsvorgänge laufen dort ab, besonders in den USA und Spanien sollte man vorsichtig sein. Der Schaden aufgrund von Missbrauch im Internet wird aber meist überschätzt. Nur etwa vier Prozent entfallen hierauf. In den kommenden Jahren will VISA von Magnetstreifen auf Chip umstellen. Diese Umstellung hat in Frankreich (1996) die Senkung der Verluste durch Inlandsfälschungen auf nahezu null dezimiert. Quelle: c't 12/01
 
 
3) Fremdenfeindlichkeit - Auf den Spuren extremer Emotionen
Das Buch fasst die Ergebnisse eines interdisziplinären Forschungsprojektes zusammen, das mit neuartigen Methoden die Entstehung von fremdenfeindlicher Gewalt untersucht. Es zieht daraus praktische Konsequenzen für die Prävention von Fremdenfeindlichkeit. Das Buch liefert eine fundierte Einführung in die Theorien verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen und neue empirische Erkenntnisse zur Entstehung von Aggressivität und Fremdenfeindlichkeit. Dazu werden Interaktionen von deutschen mit ausländischen Jugendlichen mit versteckter Kamera beobachtet, Affekte und Emotionen gegenüber Fremden auf neuartige Weise gemessen und ausführliche biographische Interviews  geführt. Daneben kann auf Ergebnisse einer Längsschnittstudie zurückgegriffen werden, die zeigen, welche emotionalen und sozialen Auffälligkeiten im Kindesalter späterer Fremdenfeindlichkeit und Gewalt vorausgehen. Die Ergebnisse zeigen die große Bedeutung unterschiedlicher Emotionen und ihrer Entwicklung im Kindes- und Jugendalter auf. Wahl, Klaus; Tramitz, Christiane; Blumtritt, Jörg:Fremdenfeindlichkeit - Auf den Spuren extremer Emotionen. Opladen: Verlag Leske + Budrich 2001, 364 Seiten DM 49,80
 
 
4) Problemlösung im Streifendienst: Die Notwendigkeit von Hochschulkursen
Der Beitrag beschreibt die Notwendigkeit von Hochschulkursen, in denen Polizeistreifen-Beamte mit bewährten Problemlösungen vertraut gemacht werden. Es wird geschildert, dass es sinnlos und unnötig ist, von Streifenbeamten die routinemäßige Neuentwicklung von Problemlösungen zu erwarten, und dass von ihnen eher erwartet werden sollte, bewährte Lösungen zu kennen und anzuwenden. Der Autor berichtet über seine Erfahrungen mit einem solchen Kurs und stellt die Ergebnisse einer Umfrage an einer Hochschule vor, die solche Kurse anbietet. Die erwartete Bedeutung spezieller Kursthemen und die Zahl der Klassen, die notwendig sind, um die Themen abzudecken, werden ebenfalls dargestellt. Studenten, die sich auf den Streifendienst vorbereiten, bewerteten solch einen Kurs mit dem Durchschnittswert von 3,77 bei einer Bewertungsskala von 0 bis  max. 4 (beste Bewertung). Quelle: Teaching Patrol Officer Problem Solutions in Academic Criminal Justice Courses. Journal of Criminal Justice Education, 12, 1, 2001, S.213-228
 
 
5) Gib ACHT im Verkehr
GIB ACHT IM VERKEHR ist eine Verkehrsaufklärungsaktion des Landes Baden-Württemberg, die an die seit 1992 bestehende Initiative "Junge Fahrer" anknüpft. Um die Ziele der Aktion einem möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen ist seit dem 20. Juli unter der Adresse: www.gib-acht-im-verkehr.de ein Internetauftritt realisiert, in den alle relevanten Aktionsinhalte eingestellt sind. Man findet hier Verhaltenstipps zum Thema Verkehrssicherheit, eine Analyse der Hauptunfallursachen oder auch umfassendes Service-, Medien- und Presseangebot. Auch an die Kinder wurde gedacht - für sie wurde ein extra Forum eingerichtet, in dem sie spielerisch erfahren sollen, wie sie sich möglichst ungefährdet im Straßenverkehr bewegen.
 
 
6) Im Verein ist Bier am schönsten…Alkohol in Deutschland und Österreich
Wissenschaftliche Studien belegen: Organisierter Sport macht Jugendliche nicht stärker, sondern anfällig für Alkohol und andere Drogen. Der Sportpädagoge Wolf-Dietrich Brettschneider von der Universität Paderborn hat im Auftrag des Kultusministeriums NRW untersucht, ob Sportvereine z.B. die persönliche und emotionale Stabilität von Jugendlichen verbessern (sie tun es im Ergebnis nicht). Zudem konsumieren vereinsgebundene Jugendliche häufiger Alkohol als ihre Altersgenossen. Quelle: Die Woche, 6.7.2001; die Abschlussbericht der Studie ist mit 521 Seiten unter dem Titel „Jugendarbeit in Sportvereinen: Anspruch und Wirklichkeit“ vom Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultus und Sport NRW veröffentlicht worden http://mswks.nrw.de ; presse@mswks.nrw.de; dazu passend: das umfangreiche Handbuch „Alkohol in Österreich 2001“ mit reichlich Daten und Fakten zum Alkoholmissbrauch in der Alpenrepublik; unter www.bmsg.gv.at zu bestellen oder unter www.api.or.at/atkis zum download.
 
 
7) Biometrisches Überwachungssystem in Florida eingesetzt
Erstmals wird flächendeckend nunmehr ein biometrisches Überwachungs- und Kontrollsystem eingesetzt (zur Technik s. die letzten Polizei-Newsletter). Kameras verfolgen Passanten im Szeneviertel Ybor in Tampa, Florida und vergleichen deren Gesichter mit gespeicherten Bildern bzw. daraus gewonnenen Daten von gesuchten Straftätern. Bei einer Übereinstimmung von 85% erschallt im Überwachungsraum der Tampa Police ein Alarm und Streifenpolizisten vor Ort werden angewiesen, den „Verdächtigen“ zu verhaften. Quelle: dpa 26.7.01.
 
 
8) Albach´s website
Skripten, Folien und anderes kann man sich auf der website www.albach-ol.de von Hans-Konrad Albach ansehen, der Kriminalbeamter und seit 1994 als Fachhochschuldozent an der Niedersächsischen Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege, Fachbereich Polizei, Abteilung Oldenburg tätig ist. Ein Service, den wir uns von möglichst vielen FH-Dozenten wünschen.
 
 
9) Euro-Symbol und Euro-Umrechnungs-Software gratis
Über die Homepage des Software-Hauses Alpenland (www.alpenland.com) kann man kostenlos ein kleines, aber nützliches Programm herunterladen, das nach der Installation markierte Beträge in Euro umrechnet (oder umgekehrt). Dabei spielt es keine Rolle, ob man z.B. mit WORD, Excel oder einem anderen Programm arbeitet. Ebenso kann man auf der gleichen Homepage ein Tool herunterladen, mit dem man die Taste links von der „1“ auf der Tastatur zur Euro-Taste machen kann: € (es gibt auch ein ähnliches Tool für das @-Zeichen). Alpenland hat im übrigen noch einige andere, nützliche oder originelle Software (als Shareware) zu bieten, so z.B. einen Zeugnis-Profi, mit dem man einfach Zeugnisse erstellen kann (kostet aber über 500.- DM)  – oder alle Abgeordnete des Deutschen Bundestages als Bildschirmschoner...(die kosten nix...).
 
 
10) Leitzentrale des New Yorker Krisenstabes am 11. September zerstört
Auch der für 13 Million Dollar eingerichtet, mit einer Festung verglichene Bunker der Katastrophenschutzbereitschaft New York zerfiel am 11. September 2001 zu Schutt und Asche. Gelegen war er im 23. Stockwerk des World Trade Centers, NY. Stürme, Stromausfälle und sogar Nuklearangriffe sollten ihm nichts anhaben können - jetzt sagen Stadtbeamte bei der Planung des Wiederaufbaus, müssen sie das Konzept für die Notfallzentrale radikal überdenken: "Wir haben unsere Lektion gelernt und werden sicher gehen, sie umzusetzen". Ein neuer Standort soll weit entfernt liegen von baulichen Objekten, die zu Anschlägen "einladen". Es wird auch darüber nachgedacht eine zweite Zentrale als Rückzugsort einzurichten, falls die erste zerstört werden sollte. Man will sie nicht in einem oberen Stockwerk platzieren, zu dem Aufzüge führen. Eine Untergrundanlage scheidet in Manhattan aber auch aus, wegen der alten Wasserleitungen, der Nähe zum Fluss und der dadurch bestehenden Überflutungsgefahr. Hauer, ehemaliger Notfalleinsatzdirektor der Stadt meinte: "Da unternimmt man alles, um die richtige Örtlichkeit zu finden und für ausreichend Sicherheit zu sorgen, aber am Ende des Tages schauen wir zum Pentagon und sehen, was dort passiert ist." Nach dem Zusammenbruch der beiden Türme war aber nicht nur die Leitzentrale verloren gegangen. Mobiltelefone funktionierten nicht mehr, da sie über Antennen betrieben wurden, die auf dem Center standen. Das FBI, die Antiterrorgruppe eingeschlossen, verlor die meisten ihrer Telefonleitungen in Manhattan. So erging es auch der Polizei, CIA und dem Secret Service. Die Organisationen konnten diesen Verlust innerhalb der kommenden 48 Stunden  ausgleichen, glücklicherweise nicht behindert durch einen weiteren Anschlag. Ein Stadtratsmitglied brachte die Diskussion um den alten und neuen Standort der Einsatzzentrale auf den Punkt: "Hitlers Führerbunker erlebte das Ende des Zweiten Weltkriegs, unsere Zentrale war beim Erstschlag vernichtet. Zurückgeschaut machte sie dort (im WTC) offensichtlich keinen Sinn." Die wichtigste Lektion, die man gelernt hat ist aber, dass man überhaupt eine Zentrale braucht, wo auch immer sie liegen möge. Quelle: N.Y. Times, 29.09.2001 - Danke an Mike Bosak, NY
 
 
11) Europäische Polizeiunterstützung in Albanien
Nach dem Zusammenbruch des sog. "Pyramid-schemes", also dem durch staatliche Stellen geförderte und auf Korruption basierenden Geldanlagesystem kam es in Albanien 1997 zu bürgerkriegsähnlichen Unruhen. Kasernen und Waffenlager wurden gestürmt (es werden noch ca. 500.000 Waffen sowie Unmengen von Munition vermisst...), der Mob und die blanke Gewalt regierten überall im Land. In dieses sicherheitspolitische Vakuum setzte die Europäische Kommission Anfang 1997 mittels der WEU (Western European Union; www.weu.org ) die: MAPE Mission Albania (Multinational Advisory Police Element; s.a. www.weu.org ), eine aus 28 Nationen bestehende Polizeiallianz, sozusagen den "praktischen Vorläufer von Europol". Die drei Hauptziele AUSBILDUNG, BERATUNG und LOGISTIK wurden aufgrund eines Vertrages mit der albanischen Regierung bis zu ihrem Abschluss am 31.05.2001 konsequent erfüllt. Gleichzeitig erhielt (und erhält weiterhin) Albanien finanzielle Unterstützung aus den Förderprogrammen PHARE und CARDS, im Bereich der Polizei ca. 10 Mio EUR pro Jahr. Nach einer allgemeinen Beruhigung der Sicherheitslage im Anschluss an die Kommunalwahlen Oktober 2000 und den Parlamentswahlen Juni 2001 setzt die Europäische Kommission diese Unterstützungsarbeit in einem projektbezogenen Ansatz fort: mit einer 10-monatigen Vorbereitungs- und Aufbauphase, beginnend am 20. Oktober 2001, wird nun das ECPAP (European Commission Police Assistance Project) unter spanischer Leitung anlaufen.
 
 
12) Baden-Württemberg hebt Ausschreibung zur Beschaffung von 25.300 Dienstpistolen auf
Ende August 2001 wurde diese Ausschreibung aufgehoben, weil keine der angebotenen Waffen über das moderne Double-Action-Only-Abzugssystem (DAO) in den geforderten Sicherheitsstandards verfügte. DAO bedeutet, dass der Abzugswiderstand der Waffe vom ersten bis zum letzten Schuss immer konstant ist (meist 30 –35 Newton). Bei den bisherigen Waffen ist der Abzugswiderstand beim ersten Schuss merklich höher (ca. 55 N) als bei den Folgeschüssen (ca. 20 N). Dadurch wird der erste Schuss häufig „verrissen“.
 
 
13) Wie sicher kann Prognose sein?
nter diesem Titel findet vom 6.-8. März 2002 die 17. Eickelborner Fachtagung zu Fragen der Forensischen Psychiatrie statt. Nähere Infos (Programm, Anmeldungen) unter www.wzfp.de .
 
 
14) Bestandsaufnahme zum Crack-Konsum in Deutschland
Eine aktuelle Studie der Uni Bremen beschäftigt sich mit „Crack-Konsum in Deutschland: Verbreitung, Konsummuster, Risiken und Hilfeangebote“. Die Studie wurde Ende August 2001 von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung vorgestellt und ist in Kurz- und Langfassung im Archiv für Drogenliteratur der Uni Bremen unter www.archido.de verfügbar.
 
 
15) Das Letzte?
... zum Thema IQ und Polizei

„Wussten Sie, dass Sie so intelligent sind?“ „Nein, bisher gab es dafür keine Anzeichen.“

Antwort des dreiundvierzigjährigen Polizeibeamten Hausberg in der Sendung „Der große IQ-Test“ auf die Frage des Fernsehmoderators Günther Jauch. Bei Hausberg wurde ein Intelligenzquotient von über 132 ermittelt. Quelle: Forschung & Lehre 10/2001, S. 517