Polizeiwissenschaft : Newsletter
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Polizeiwissenschaft : Newsletter Nr. 212, November 2017
 
Der Polizeiwissenschaft : Newsletter ist ein Kooperationsprodukt von TC TeamConsult, Genf/Zürich (CH) und Freiburg i. Br. (D) www.tc-teamconsult.com und dem Lehrstuhl für Kriminologie, Kriminalpolitik und Polizeiwissenschaft der Universität Bochum (Prof. Dr. Thomas Feltes), http://www.kriminologie.ruhr-uni-bochum.de/ sowie den Masterstudiengängen Kriminologie und Polizeiwissenschaft und Criminal Justice, Governance and Police Science an der Ruhr-Universität Bochum.
 
1) Opferbelastung im Ermittlungsverfahren
2) Radikalisierung im Jugendstrafvollzug
3) Z'Flucht - Zeitschrift für Flüchtlingsforschung
4) Restorative Justice Woche
5) Rolle von sozialräumlichen Einflussfaktoren auf Gewalt gegen Polizisten
6) Konflikte in Unterkünften für Geflüchtete in NRW
7) Silvester in Köln
8) Auswirkungen von Bodycams
9) Erweiterte forensische DNA-Analysen
10) „Mystery Man“ bei polizeilichen Gegenüberstellungen
11) Polizisten und Türsteher
12) Soziale Medien: Ein Hilfsmittel für gemeinwesenorientierte Polizeiarbeit in Postkonfliktsituationen?
13) Wie Fake News (nicht) korrigiert werden können
14) Police Culture: Sonderausgabe mit Aufsätzen zur polizeilichen Subkultur
15) Fundstellensammlung Polizei- und Versammlungsrecht
16) Symposium „Polizei und Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft“
17) Institutionelle Mythen und Generationsgrenzen: Kulturelle Trägheit in der Polizei
18) Europäischer Drogenbericht 2017

 
1) Opferbelastung im Ermittlungsverfahren
Einer Studie zufolge dauern Opfervernehmungen oft länger als zwei Stunden. Lediglich 2 % der ausgewerteten Vernehmungen erfolgten unter Anwesenheit des Opferanwalts. Etwa 50 % der Befragten gaben zudem an, nicht hinreichend über Ihre Rechte und den Verfahrensstand informiert worden zu sein. https://weisser-ring.de/media-news/meldungen/05-07-2017-1
 
 
2) Radikalisierung im Jugendstrafvollzug
Eine Befragung von insgesamt 32 Jugendstrafvollzugsanstalten in Deutschland hat ergeben, dass es keine einheitlichen Strukturen für den Umgang mit Radikalisierung im Vollzug gibt, obwohl 24 der Anstalten angaben, im vorangegangenen Jahr mit dem Thema konfrontiert worden zu sein. Die Mehrheit der Anstalten gab aber an, über Maßnahmen zu verfügen, die eine Radikalisierung feststellbar machen. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=463
 
 
3) Z'Flucht - Zeitschrift für Flüchtlingsforschung
Im Nomos-Verlag erscheint seit Mai 2017 zweimal jährlich das peer-reviewed journal Z’Flucht, Zeitschrift für Flüchtlingsforschung. Das in Verbindung mit dem „Netzwerk Füchtlingsforschung" herausgegebene Journal bietet Wissenschaftlern verschiedenster Disziplinen die Möglichkeit, Beiträge zu Fragestellungen der Zwangsmigrations- und Flüchtlingsforschung zu veröffentlichen. http://www.zflucht.nomos.de/
 
 
4) Restorative Justice Woche
Vom 19. bis 26. November 2017 findet weltweit unter dem Motto „Inspirierende Innovation" die diesjährige Restorative Justice Woche statt. Weitere Informationen unter: http://www.euforumrj.org/events/rj-week-2017/
 
 
5) Rolle von sozialräumlichen Einflussfaktoren auf Gewalt gegen Polizisten
Einer Studie für die Stadt Baltimore, Maryland, zufolge steht nur konzentrierte Benachteiligung in Wohngebieten in Verbindung mit dem Auftreten von Gewalt gegen Polizeibeamte. Soziostrukturellen Faktoren wie Wohnfluktuation, Ausländeranteil oder racial diversity spielen keine Rolle. http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/10439463.2017.1333120
 
 
6) Konflikte in Unterkünften für Geflüchtete in NRW
Neben individuellen Gründen identifiziert eine kürzlich veröffentlichte Studie strukturelle Ursachen für das Auftreten von Konflikten in Unterkünften für Geflüchtete. Für die Prävention und Bearbeitung solcher Konflikte bedarf es folglich eines Verständnisses des Asylregimes, räumlicher Gegebenheiten, von Gruppenbildungsprozessen und typischen Konfliktverläufen. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=464
 
 
7) Silvester in Köln
Eine Arbeitsgruppe der Kölner Polizei hat die Ereignisse rund um Silvester 2016/17 aufgearbeitet. Der Bericht steht, ebenso wie Vorträge, die auf einem Symposium in Köln im September 2017 gehalten wurden, hier zur Verfügung: http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=465
 
 
8) Auswirkungen von Bodycams
Die vorliegende Studie untersucht den Einfluss von Bodycams auf die polizeiliche Reaktion nach Widerstand (z. B. Einsatz von Gewalt). Die Ergebnisse zeigen, dass die durchschnittliche Häufigkeit der Reaktion auf Widerstand bei Beamten mit Kamera um 8,4 % sank. http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/01639625.2016.1248711
 
 
9) Erweiterte forensische DNA-Analysen
Die Ausweitung von DNA-Analysen wird seit den spektakulären Mordfällen in der Region Freiburg in 2016 kontrovers diskutiert. In diesem Aufsatz werden die Chancen einer Erweiterung und die Bedeutung für die Strafverfolgungsbehörden, aber auch damit verbundenen Herausforderungen und Perspektiven betrachtet. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=466
 
 
10) „Mystery Man“ bei polizeilichen Gegenüberstellungen
Der Gebrauch einer Silhouette bei einer Gegenüberstellung kann sich bei Zeugen mit höherem Lebensalter positiv auf korrekte Zurückweisung einer Line-up auswirken, bei der der Täter nicht zugegen war. Die Wahrscheinlichkeit einer korrekten Identifikationsleistung, wenn sich der Täter tatsächlich in der Reihe der Aufgestellten befindet, wird durch die Verwendung eines „Mystery Man“ nicht negativ beeinflusst. https://link.springer.com/article/10.1007/s11896-016-9214-9
 
 
11) Polizisten und Türsteher
Ein Beitrag fasst die Ergebnisse einer ethnologischen Dissertation zu Verhalten und Strategien von Türstehern mit potentiellen „Ärger“-Quellen, zu denen auch Polizisten gehören können, zusammen. Die Vor- und Nachteile einer Kooperation mit Polizisten werden von Türstehern immer aus ihrer Perspektive situationsabhängig eingeschätzt. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=467
 
 
12) Soziale Medien: Ein Hilfsmittel für gemeinwesenorientierte Polizeiarbeit in Postkonfliktsituationen?
Im letzten Jahrzehnt haben Informations- und Kommunikationstechnologien die Art und Weise, wie wir kommunizieren, verändert. Die sozialen Medien spielen eine wichtige Rolle für die Gewährung von Sicherheit – für Polizeibehörden genauso wie für Bürger. Dieses Dossier zeigt an einer Reihe von Beispielen, wie soziale Medien von Polizeibehörden weltweit genutzt werden. Es untersucht die Frage, wie diese Hilfsmittel in der Polizeiarbeit in Postkonfliktsituationen am besten eingesetzt werden können. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=468
 
 
13) Wie Fake News (nicht) korrigiert werden können
In einer Meta-Analyse zeigen Forscher der University of Pennsylvania Wege auf, wie Fake News korrigiert werden können – und welche Wege nicht zum Ziel führen. Wenig hilfreich sei es, Informationen nur als „falsch“ zu kennzeichnen. Wer erfolgreich gegen Fake News vorgehen wolle, solle eine alternative Erklärung anbieten. Geschehe dies nach dem Muster einer Erzählung, werde das Gerücht im Geiste gleichermaßen verdrängt. http://sz.de/1.3677301
 
 
14) Police Culture: Sonderausgabe mit Aufsätzen zur polizeilichen Subkultur
Eine Sonderausgabe des Magazins „Policing“ fasst theoretische und empirische Beiträge zur „Police Culture“ zusammen. Die Beiträge befassen sich u.a. mit der Entwicklung der „Cop Culture“-Forschung, dem Einfluss informeller Normen auf Bearbeitung von Notrufen und der Bedeutung von „Männlichkeit“ im Polizistenalltag. https://academic.oup.com/policing/issue/11/3
 
 
15) Fundstellensammlung Polizei- und Versammlungsrecht
Über aktuelle und für den polizeilichen Bereich relevante Entscheidungen informiert Clemens Arzt. Wer fortlaufend über aktuelle Entscheidungen informiert werden möchte, folgt bitte dem Hinweis zum Newsletter auf der angegebenen Website. http://www.hwr-berlin.de/prof/clemens-arzt/publikationen/#c18289.
 
 
16) Symposium „Polizei und Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft“
Im Februar 2018 findet in Osnabrück ein Symposium der Polizei und der Universität zu den Möglichkeiten des Einsatzes von Sozialarbeitern sowie die Zusammenführung fachlicher Synergien im polizeilichen Kontext statt. Weitere Informationen unter http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=469
 
 
17) Institutionelle Mythen und Generationsgrenzen: Kulturelle Trägheit in der Polizei
Der Artikel beschäftigt sich mit „kultureller Trägheit“, also dem Widerstreben in der Polizeiarbeit, sich an verändernde Umgebungsbedingungen anzupassen. Im Ergebnis wird gezeigt, dass der Status quo durch hochrangige, „altmodische“ Beamte durch ein feinfühliges Ausbalancieren sowohl alter als auch neuer kultureller Skripte und durch die Bewahrung bestimmter institutioneller Mythen beibehalten wird. http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/10439463.2017.1371718
 
 
18) Europäischer Drogenbericht 2017
Der Bericht der Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht steht im Internet zur Verfügung: http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=470