Polizei : Newsletter Nr. 233, September 2019                                                                                             Verantwortlich: Prof. Dr. Thomas Feltes, Bochum
 1)   Regierung und Polizeigewerkschaften verstärkt gegen rassistische und rechtsradikale Posts von Polizeibeamten in den sozialen Medien
 2)   Famos – Der Fall des Monats im Strafrecht
 3)   Body-Cams – aktuelle Zusammenstellung
 4)   Paralleljustiz
 5)   Ökonomische Kosten des Rückfalls
 6)   Forum KI des BKA
 7)   Risikobereitschaft wird durch Glück, Ärger, Wut und Furcht beeinflusst
 8)   Vernehmung und Emotion
 9)   Polizeidatenbanken
10)  Gesichtserkennung in London: Schlechte Trefferrate
11)  Europarat für die deutliche Reduzierung von Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie
12)  Schattenbibliothek Library Genesis
13)  Methodischen Herausforderungen bei Viktimisierungsbefragungen von Flüchtlingen
14)  Exzessive Polizeigewalt wird (auch) in den USA noch immer als individuelles Problem gesehen
15)  Migranten weniger oft straffällig als Einheimische
16)  Evaluation von Menschenrechtstrainings des Europarates
 
1) Regierung und Polizeigewerkschaften verstärkt gegen rassistische und rechtsradikale Posts von Polizeibeamten in den sozialen Medien
Bis hin zu Entlassungen reichen die Maßnahmen, die derzeit in den USA gegen Polizeibeamte ergriffen werden, die (teilweise versteckt organisiert) die sozialen Medien rassistische, beleidigende oder rechtsextreme Statements posten. https://thecrimereport.org/2019/07/29/lets-keep-bias-out-of-our-legal-system/ sowie http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=631
 
 
2) Famos – Der Fall des Monats im Strafrecht
Jeden Monat präsentiert der Newsletter wichtige Entscheidungen aus dem Strafrecht auf maximal sechs Seiten nach einem festen Schema. Famos kann kostenlos abonniert werden. http://famos.jura.uni-wuerzburg.de/
 
 
3) Body-Cams – aktuelle Zusammenstellung
Ein gesamtes Heft der Zeitschrift „Criminal Justice Review“ (September 2019) beschäftigt sich mit Forschungen zu Bodycams in den USA. https://journals.sagepub.com/toc/cjra/44/3
 
 
4) Paralleljustiz
Eine Studie zu diesem Thema wurde im Auftrag des Ministeriums der Justiz und für Europa Baden-Württemberg erstellt. Es wurden 65 sog. „Experteninterviews“ durchgeführt und Staatsanwaltschaften und Gerichte in Baden-Württemberg befragt. Zudem sind Literatur und Berichte in „seriösen Medien“ (so der Autor) ausgewertet worden. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=632
 
 
5) Ökonomische Kosten des Rückfalls
Für verschiedene Alters- und Deliktsgruppen stellt die Studie des britischen Justizministeriums die innerhalb eines Jahres nach erneuter Straffälligkeit anfallenden Kosten für die Gesellschaft dar. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=633
 
 
6) Forum KI des BKA
Das Forum KI 2019 befasste sich mit aktuellen Entwicklungen und Ergebnissen der kriminalistisch-kriminologischen Forschung. Redebeiträge und Präsentationen sind zugänglich unter: http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=634
 
 
7) Risikobereitschaft wird durch Glück, Ärger, Wut und Furcht beeinflusst
Emotionen beeinflussen unsere Vorlieben und unsere Risikobereitschaft, wie eine Studie zeigt. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=635
 
 
8) Vernehmung und Emotion
Die Vernehmung stellt eine besondere Kommunikationssituation dar, in der häufig mit schwierigen Menschen in einer Ausnahmesituation eine kooperative Beziehung aufgebaut werden muss, um das Vernehmungsziel, die möglichst "wahre" subjektive Rekonstruktion des Tatgeschehens, zu erreichen. Eine Studie zeigt, dass die Einstellung von Vernehmenden zu ihrer beruflichen Rolle und die empathische Haltung gegenüber der zu vernehmenden Person von herausragender Bedeutung sind. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=636
 
 
9) Polizeidatenbanken
Ein guter (und kritischer) Beitrag von Ulrike Heitmüller beschäftigt sich mir den Polizeilichen Datenbanken beim Bund und in den Ländern. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=637
 
 
10) Gesichtserkennung in London: Schlechte Trefferrate
Forscher untersuchen die Gesichtserkennung bei der Londoner Polizei. Fazit: Die Trefferquote ist schlecht und Menschenrechte werden missachtet. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=638
 
 
11) Europarat für die deutliche Reduzierung von Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie
Im Juni 2019 hat die Parlamentarische Versammlung des Europarates eine Resolution verabschiedet, in der die deutliche Reduzierung und mittelfristig die Abschaffung von Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie gefordert wird. http://assembly.coe.int/nw/xml/XRef/Xref-DocDetails-en.asp?FileId=27701
 
 
12) Schattenbibliothek Library Genesis
LibGen ist eine Suchmaschine für Bücher und wissenschaftliche Aufsätze. Das Projekt gewährt auf seiner Website einen kostenlosen Zugang zu urheberrechtlich geschützter Literatur, die sonst nur hinter Bezahlschranken online verfügbar ist, und bietet diese zum Download an. Die Rechtmäßigkeit des Dienstes, der sich – ebenso wie das ähnliche Projekt Sci-Hub – zunehmend rechtlichen Streitigkeiten ausgesetzt sieht, ist umstritten. https://libgen.is/
 
 
13) Methodischen Herausforderungen bei Viktimisierungsbefragungen von Flüchtlingen
Mit diesem Thema beschäftigt sich das vierte Arbeitspapier des „Fluchtprojektes“ an der Ruhr-Universität Bochum http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=639
 
 
14) Exzessive Polizeigewalt wird (auch) in den USA noch immer als individuelles Problem gesehen
Dies zeigen jüngste Ereignisse in den USA sowie eine Studie. Die Idee des (einzelnen) „faulen Apfels“, den man nur beseitigen müsse um das Problem zu lösen, steht noch immer im Vordergrund. Zudem verlieren die Amerikaner das Interesse an Polizeireformen. Nur vereinzelt (wie vom NYPD) wird versucht, mit Training dagegenzuwirken http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=640
 
 
15) Migranten weniger oft straffällig als Einheimische
Dies gilt (zumindest für die USA) auch für illegale Migranten. https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/2331502419857083
 
 
16) Evaluation von Menschenrechtstrainings des Europarates
Die Dissertation von André Konze, ehemals Mitarbeiter im Programm Polizei und Menschenrechte des Europarates und jetzt Polizeidirektor bei der EU in Brüssel trägt den Titel: „Council of Europe´s Strategies regarding Human Rights Training. Evaluation Practices: A Mult-Case Study“ und ist verfügbar unter https://polizei-newsletter.de/documents/2019_Andre_Konze_Dissertation.pdf