Polizei : Newsletter Nr. 237, Januar 2020                                                                                             Verantwortlich: Prof. Dr. Thomas Feltes, Bochum
 1)   „Die mit den Toten tanzen“. Zu den Risiken und Die Nebenwirkungen der Überwachung unserer Außengrenzen fragen Sie Pia Klemp
 2)   Gesundheit von Gefangenen
 3)   Weltweit sieben Mio. Kinder und Jugendliche inhaftiert
 4)   Kriminologische Studien aus Kanada
 5)   Höchste Zunahme von Gefährdungseinschätzungen und Kindeswohlgefährdungen seit Einführung der Statistik in Deutschland
 6)   Ursachen und Konsequenzen von fehlerhaften Ermittlungen im Rahmen von Strafverfahren
 7)   Kriminalität jugendlicher Migranten in Schweden rückläufig
 8)   Polizeiliche Gewalthandlungen regional unterschiedlich verteilt
 9)   Podcasts zum Thema „Reducing Crime“
10)  Einstellungen von Polizeianwärtern im europäischen Vergleich
11)  Das Verbot von Menthol-Zigaretten
12)  Kriminologie in der Polizeiausbildung – Ein Zeitschriftenartikel und die Resonanz darauf
13)  Allergien sorgen für niedrigere Kriminalitätsraten
14)  Wirksamkeit der Behandlung von Sexualstraftätern in Deutschland
15)  Kein Zusammenhang zwischen tatsächliche und gefühlter Kriminalität in Stadtteilen in Tshwane (Pretoria/Südafrika)
 
1) „Die mit den Toten tanzen“. Zu den Risiken und Die Nebenwirkungen der Überwachung unserer Außengrenzen fragen Sie Pia Klemp
Das Buch von Pia Klemp ist eine Faust ins Gesicht all derjenigen, die zuhause bequem im Sessel sitzen und die Ungerechtigkeit der Welt beklagen. Gleichzeitig ist es ein Buch, das Hoffnung macht, allerdings eher beschränkt, da es die bürokratische und politische Ignoranz in Sachen Flüchtlingsrettung auf dem Mittelmeer derart entlarvt, dass es beim Lesen weh tut. Man schämt sich. Für „seine“ Politiker“, für „seine“ EU… Das Buch ist im Buch-Blog des Polizei-Newsletter besprochen. https://polizei-newsletter.de/wordpress/?p=1377#more-1377
 
 
2) Gesundheit von Gefangenen
Die Weltgesundheitsorganisation WHO stellt in einer aktuellen Studie in 39 Ländern fest, dass eine ungenügende Gesundheitsversorgung in Gefängnissen mittel- bis langfristig erhebliche höhere Kosten für die Gesellschaft verursacht. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=665
 
 
3) Weltweit sieben Mio. Kinder und Jugendliche inhaftiert
Davon allein in den USA 30%, und rund 330.000 sind als junge Migranten inhaftiert, so eine aktuelle Studie der UN. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=666
 
 
4) Kriminologische Studien aus Kanada
Die Universität Toronto veröffentlicht regelmäßige „Criminological Highlights“, in denen Forschungen (auch) zur Polizei vorgestellt werden. Verfügbar und zu abonnieren unter www.criminology.utoronto.ca auch bei Twitter unter https://twitter.com/CrimHighlights
 
 
5) Höchste Zunahme von Gefährdungseinschätzungen und Kindeswohlgefährdungen seit Einführung der Statistik in Deutschland
Diese und weitere Zahlen aus dem Bereich der Kinder- und Jugendhilfe finden sich auf der website der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik der TU Dortmund. http://www.akjstat.tu-dortmund.de/
 
 
6) Ursachen und Konsequenzen von fehlerhaften Ermittlungen im Rahmen von Strafverfahren
Mit diesem Thema und der Frage, wie Ermittlungsfehler verhindert werden können, beschäftigt sich ein Beitrag zum Thema „The New Detective“. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=667
 
 
7) Kriminalität jugendlicher Migranten in Schweden rückläufig
Anhand von insgesamt acht Studien zwischen 1999 und 2017 mit über 50.000 jugendlichen Migranten konnten Forscher in Schweden feststellen, dass die Rate der (selbstberichteten) Kriminalität sowohl bei der ersten, als auch der zweiten Migrantengeneration rückläufig ist und zwar deutlicher als bei in Schweden geborenen Jugendlichen. https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/2578983X.2019.1688955
 
 
8) Polizeiliche Gewalthandlungen regional unterschiedlich verteilt
In einer Studie in Irland konnten Forscher feststellen, dass solche Ereignisse vor allem in sozial benachteiligten Gebieten stattfinden, bei denen es die meisten Polizeikontakte gibt. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=668
 
 
9) Podcasts zum Thema „Reducing Crime“
Eine Reihe von Podcasts (auch für verschiedene Plattformen) zum Thema Kriminalität steht zur Verfügung, u.a. mit Lawrence Sherman, einem der bekanntesten US-amerikanischen Polizeiwissenschaftler. https://www.stitcher.com/s?eid=65346747
 
 
10) Einstellungen von Polizeianwärtern im europäischen Vergleich
Eine Studie hat die Einstellungen von Polizeianwärtern in sechs europäischen Ländern untersucht und ist dabei auch der Frage nachgegangen, wie die Ausbildung diese Einstellungen verändert. https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/10439463.2019.1685514
 
 
11) Das Verbot von Menthol-Zigaretten
Mit der Frage, wie sich das in den USA eingeführte Verbot von Menthol-Zigaretten auf die Verhaftungspraxis und die Gefangenenzahl vor dem Hintergrund des dort noch immer geltenden „Three-strikes-and-you-are-out“-Prinzips auswirkt, beschäftigt sich ein Beitrag im „Crime Report“. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=669
 
 
12) Kriminologie in der Polizeiausbildung – Ein Zeitschriftenartikel und die Resonanz darauf
Der Beitrag von R. Mokros im Heft 11, 2019 der „Kriminalistik“ geht nicht nur auf den aktuellen Vorfall ein, sondern beschäftigt sich auch mit der Frage, warum die Kriminologie in der Polizeiausbildung nur eine Außenseiterrolle spielt. https://www.kriminalistik.de/ausgabe/inhalt-der-ausgabe-november-2019
 
 
13) Allergien sorgen für niedrigere Kriminalitätsraten
Dies gilt aber nur für Straftaten im Haus, nicht für Taten im öffentlichen Raum. Eine Studie in 16 Städten der USA kam zu diesem Ergebnis. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0167629618308221#
 
 
14) Wirksamkeit der Behandlung von Sexualstraftätern in Deutschland
Eine systematische Übersichtsarbeit zu den Methoden und Ergebnissen von Evaluationsstudien zur stationären und ambulanten Behandlung von Sexualstraftätern hat das NZK vorgelegt. https://www.nzkrim.de/publikationen/berichte/
 
 
15) Kein Zusammenhang zwischen tatsächliche und gefühlter Kriminalität in Stadtteilen in Tshwane (Pretoria/Südafrika)
Südafrika hat ein hohes Niveau von registrierter Kriminalität und Kriminalitätsfurcht. Eine Studie hat jetzt gezeigt, dass trotz relative hoher Kriminalitätsraten und entgegen der Einschätzungen der lokalen Polizeibeamten, die meisten Bürger in hoch belasteten Stadtteilen keine hohe Kriminalitätsfurcht haben. Zudem steht die Nutzung oder Vermeidung von bestimmten Straßen und Plätzen nicht immer in Beziehung zu lokalen Kriminalitätsschwerpunkten. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=670