Polizei : Newsletter Nr. 238, Februar 2020                                                                                             Verantwortlich: Prof. Dr. Thomas Feltes, Bochum
 1)   Predictive Policing – schon gescheitert?
 2)   Der Zusammenhang zwischen schweren psychischen Störungen und schweren Gewalttaten…
 3)   Gesichtserkennungssoftware nach wie vor fehlerbehaftet
 4)   Bodycam-Studie der sächsischen Polizei
 5)   Vertrauen in die Polizei…
 6)   “Precision Policing”
 7)   Zunahme von Polizeieinsätzen iVm psychisch gestörten Personen
 8)   Hot-Spot-Policing
 9)   Führen Vorurteile immer zu Diskriminierungen?
10)  „The Criminologist“
11)  NYPD Confidential
12)  Doppelte Identitäten und politischer Aktivismus
13)  Waffenkäufe in den USA
14)  Der Einfluss von Einwanderern auf Hasskriminalität
15)  Viktimisierungsstudie aus Frankreich
16)  Medien berichten zunehmend über Herkunft von Tatverdächtigen
17)  Wenn Strafe zur Qual wird - Physische und psychische Folter in DDR und Gegenwart
 
1) Predictive Policing – schon gescheitert?
Daten aus Los Angeles offenbaren den Aufstieg und Fall von "Operation LASER" und werfen ein Schlaglicht auf die Probleme von Predictive Policing weltweit. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=671
 
 
2) Der Zusammenhang zwischen schweren psychischen Störungen und schweren Gewalttaten…
… ist geringer als allgemein angenommen wird und auch weder notwendige, noch hinreichende Bedingung für „mass violence“, wie eine vergleichende Studie aus den USA zeigt. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=672
 
 
3) Gesichtserkennungssoftware nach wie vor fehlerbehaftet
Eine Studie hat die Leistungsfähigkeit von verschiedenen Gesichtserkennungsprogrammen, die weltweit entwickelt wurden, untersucht und kommt zu dem Ergebnis, dass es entscheidende, länderbezogene Unterschiede gibt, die auch mit den zugrunde gelegten Algorithmen zusammenhängen. Generell ist die Rate von sog. „false positives“ (also falsch erkannten Gesichtern) bei Nicht-Weißen Personen höher. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=673
 
 
4) Bodycam-Studie der sächsischen Polizei
Zuerst hieß es, eine Studie der Hochschule der Sächsischen Polizei habe nachgewiesen, dass der Einsatz von Bodycams die Gewalt gegenüber der Polizei reduziere. Jetzt hat Florian Krahmer in einem Beitrag in CILIP (120, S.72 ff.) nachgewiesen, dass diese Aussage nicht haltbar ist. Die Studie selbst ist nur sehr versteckt (warum?) hier ab S. 95 zu finden: http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=674
 
 
5) Vertrauen in die Polizei…
… kann vieles bedeuten, und es kommt bei Bevölkerungsbefragungen entscheidend darauf an, wonach konkret gefragt wird. https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/1461355719891197
 
 
6) “Precision Policing”
Die unter diesem Schkagwort eingeführte neue Polizeistrategie, die darauf abzielt, Gang-Gewalt zu reduzieren, hat erhebliche negative Nebenwirkungen für Jugendliche. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=675
 
 
7) Zunahme von Polizeieinsätzen iVm psychisch gestörten Personen
Englische Police Federation warnt vor einer "growing mental health crisis": 80% der polizeilichen Einsatzzeit wird für nicht-kriminalitätsbezogene Einsätze aufgewendet, darunter zunehmende Einsätze mit psychisch kranken oder gestörten Personen - fast 500.000 Fälle pro Jahr. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=676 Die Studie, auf die man sich bezieht, ist hier verfügbar: http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=677
 
 
8) Hot-Spot-Policing
Mit einem quasi-experimentellen Design haben Forscher die Wirkungen von polizeilichen Schwerpunktmaßnahmen (Streifen) auf U-Bahnsteigen in London untersucht mit dem Ergebnis, dass sowohl die Anzahl der Notrufe, als auch die Straftaten reduziert wurden, ohne dass es zu einem Verdrängungseffekt kam. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/1745-9125.12231
 
 
9) Führen Vorurteile immer zu Diskriminierungen?
Wir alle sind unbewusst voreingenommen gegenüber Geschlechtern oder gewissen Ethnien. Doch wir verhalten uns deshalb nicht automatisch sexistisch und rassistisch, wie Studien zeigen. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=678
 
 
10) „The Criminologist“
Alle Ausgaben von „The Criminologist“, der Mitgliederzeitung der American Society of Criminology (ASC), die seit 1953 erschienen sind, stehen online zur Verfügung: https://www.asc41.com/criminologist.html
 
 
11) NYPD Confidential
Informationen, Neuigkeiten und Stellungnahmen aus dem Bereich der New Yorker Polizei finden sich hier und können auch per Email abonniert werden: http://www.nypdconfidential.com/index.html
 
 
12) Doppelte Identitäten und politischer Aktivismus
In einer Studie vergleichen Forscher die politischen Aktivitäten von bulgarischen Roma und Kosovo-Albanern für ihre eigene ethnische Gruppe in der Schweiz in Abhängigkeit von Kontakten zu Einheimischen. https://serval.unil.ch/notice/serval:BIB_C54CB3E3575F
 
 
13) Waffenkäufe in den USA
Am sog. „Black Friday“ wurden in den USA mehr als 200.000 Überprüfungen von Waffenkäufern durchgeführt. Pro Jahr fallen rund 28 Mio. Überprüfungen an, d.h. mind. 28 Mio. US-Bürger wollen jährlich eine (neue) Waffe kaufen. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=679
 
 
14) Der Einfluss von Einwanderern auf Hasskriminalität
Eine Studie untersucht den Zusammenhang zwischen Zunahme von Migranten und Hasskriminalität in Deutschland. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=680
 
 
15) Viktimisierungsstudie aus Frankreich
Die aktuelle Studie zu Viktimisierung und Sicherheitsempfinden/Verbrechensfurcht im Jahr 2018 in Frankreich ist erschienen. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=681
 
 
16) Medien berichten zunehmend über Herkunft von Tatverdächtigen
Eine Expertise stellt erstmals Ergebnisse aus zwei Medienanalysen der Hochschule Macromedia zur Fernseh-und Zeitungsberichterstattung 2019 über Gewaltkriminalität in Deutschland und über in Deutschland lebende Eingewanderte und Geflüchtete vor. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=682
 
 
17) Wenn Strafe zur Qual wird - Physische und psychische Folter in DDR und Gegenwart
Zu diesem Thema findet am Donnerstag, 13. Februar 2020, um 18 Uhr eine Veranstaltung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Berlin, statt. Expertinnen und Experten beleuchten im Gespräch den Umgang der DDR mit Artikel 5 der Menschenrechtserklärung und ziehen eine Bilanz zur heutigen Situation weltweit. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=683