{"id":1018,"date":"2018-08-31T11:10:12","date_gmt":"2018-08-31T09:10:12","guid":{"rendered":"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1018"},"modified":"2018-08-31T11:12:57","modified_gmt":"2018-08-31T09:12:57","slug":"andre-busche-vorbereitung-auf-die-waffensachkundepruefung-fuer-sportschuetzen-fuer-waffensammler-und-das-bewachungsgewerbe-rezensiert-von-johanna-hortolani","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1018","title":{"rendered":"Andr\u00e9 Busche: \u201eVorbereitung auf die Waffensachkundepr\u00fcfung f\u00fcr Sportsch\u00fctzen, f\u00fcr Waffensammler und das Bewachungsgewerbe\u201c \u2013 Rezensiert von: Johanna Hortolani"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Busche, Andr\u00e9 (2017);<\/em> <em>Vorbereitung auf die Waffensachkundepr\u00fcfung f\u00fcr Sportsch\u00fctzen, f\u00fcr Waffensammler und das Bewachungsgewerbe<\/em>;<\/strong> 257 Seiten, 10. Auflage, Juristischer Fachverlag Andr\u00e9 Busche, Kiel, ISBN 978-3-940723-52-9 (Print), 17,80 Euro<\/p>\n<p><strong>\u00a0<img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1020 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/waffensachkundepruefung-107x150.png\" alt=\"\" width=\"107\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/waffensachkundepruefung-107x150.png 107w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/waffensachkundepruefung.png 200w\" sizes=\"(max-width: 107px) 100vw, 107px\" \/><\/strong><\/p>\n<p><strong>Thema<\/strong><\/p>\n<p>Der Nachweis der Sachkunde ist eine der notwendigen gesetzlichen Voraussetzungen f\u00fcr den Erhalt einer Erlaubnis zum Erwerb oder F\u00fchren einer Waffe, z. B. durch Sportsch\u00fctzen, J\u00e4ger und J\u00e4gerinnen, Waffensammler und Waffensammlerinnen oder Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Bewachungsgewerbe. Das Lehrbuch soll Anw\u00e4rterinnen und Anw\u00e4rter auf die Teilnahme an einem Sachkundelehrgang und auf die Waffensachkundepr\u00fcfung vorbereiten, indem grundlegende gesetzliche Regelungen sowie waffentechnische Grundbegriffe erl\u00e4utert werden.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Autor<\/strong><\/p>\n<p>Laut eigener Beschreibung ist Andr\u00e9 Busche IHK-Waffensachverst\u00e4ndiger und Buchautor. Er unterrichtet Waffenrecht am Kompetenzzentrum f\u00fcr Verwaltungs-Management Schleswig-Holstein und als Lehrbeauftragter an der Fachhochschule f\u00fcr Verwaltung und Dienstleistung des Landes Schleswig Holstein, Fachbereich Polizei.<\/p>\n<p><strong>Aufbau und Inhalt<\/strong><\/p>\n<p>Das Lehrbuch erscheint bereits in der 10. Auflage und wird seit 2007 in Eigenverlegung durch den Autor herausgebracht. Die 9. Auflage war \u201eBuch des Monats\u201c der Deutschen Sch\u00fctzen-Zeitung 06\/2010. Strukturell orientiert sich die Publikation zun\u00e4chst in Kapitel 1 an der Systematik des Waffengesetzes (WaffG). Nach einer Vermittlung von Grundlagen des Waffenrechts und der schrittweisen Darstellung der Voraussetzungen einer Waffenerlaubniserlangung im WaffG &#8211; \u00a7 5 Zuverl\u00e4ssigkeit, \u00a7 6 Pers\u00f6nliche Eignung, \u00a7 7 Sachkunde, \u00a7 8 Bed\u00fcrfnis, \u00a7 9 Haftpflichtversicherung \u2013 werden die Umgangsbeschr\u00e4nkungen und \u2013erleichterungen in Bezug auf Waffen, Munition und Geschosse geschildert und diese sogleich anhand von Bestimmungstafeln veranschaulicht. Anschlie\u00dfend werden die verschiedenen waffenrechtlichen Erlaubnisse in Form der unterschiedlichen Waffenbesitzkarten (f\u00fcr Sportsch\u00fctzen, J\u00e4gerinnen und J\u00e4ger, Sammlerinnen und Sammler und Sachverst\u00e4ndige) und Waffenscheine erl\u00e4utert. Kapitel 2 widmet sich dem Beschussgesetz (BeschG) und legt neben Erl\u00e4uterungen \u00fcber die Beschlusspflicht die Grundlagen \u00fcber die Kennzeichnung von Waffen und Munition dar. In Kapitel 3 stellt der Autor kurz das Notwehrrecht und die verschiedenen gesetzlich normierten Notstandsparagraphen vor, um Leserinnen und Lesern ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Konsequenzen f\u00fcr den unerlaubten Gebrauch von Waffen zu vermitteln. Die Kapitel 4, 5 und 6 widmen sich der Waffen-und Munitionskunde sowie den Grundlagen der Ballistik. Schlie\u00dflich geht der Autor in Kapitel 7 gesondert auf die Seenotsignalmittel ein und widmet die letzten Seiten seines Lehrbuches in Kapitel 8 dem sicheren Umgang mit Schusswaffen.<\/p>\n<p><strong>Diskussion<\/strong><\/p>\n<p>Das Buch bietet eine gute \u00dcbersicht \u00fcber die f\u00fcr den Nachweis der Sachkunde nach \u00a7 7 WaffG erforderlichen Bereiche des WaffG sowie des BeschG und Ballistik sowie Waffen- und Munitionskunde. Der Autor beschr\u00e4nkt sich jedoch nicht immer auf eine objektive und neutrale Lehrstoff-Vermittlung, sondern l\u00e4sst an zahlreichen Stellen auch seine ganz pers\u00f6nlichen politischen Bewertungen des Waffenrechts in den Text einflie\u00dfen.<\/p>\n<p>So z.B. nachzulesen auf S. 20: Bei der Erl\u00e4uterung des Bed\u00fcrfnisses zum Erwerb und Besitz von Waffen nach \u00a7 8 WaffG stellt der Autor richtig dar, dass zum Nachweis eines Bed\u00fcrfnisses Belange der \u00f6ffentlichen Sicherheit und Ordnung mit dem Interesse des Einzelnen an der Waffenerlaubnis abgewogen werden m\u00fcssen \u2013 eine zentrale Forderung des WaffG. Dazu st\u00f6\u00dft man bei der gewissenhaften Lekt\u00fcre unvermittelt und unvermeidlich auf eine Fu\u00dfnote, in der der Autor folgende politische Bewertung der fortschreitenden Weiterentwicklung des WaffG abgibt:<\/p>\n<p><em>\u201eUm diesen Schutz zu erreichen, scheint es angesichts der Ver\u00e4nderungen der waffenrechtlichen Gesetzgebung \u00fcber die Jahrzehnte aus Sicht des Staates offenbar geboten, die Hindernisse f\u00fcr den legalen Erwerb und Besitz von Schusswaffen und Munition immer h\u00f6her und un\u00fcberwindbarer zu gestalten. Angesichts der gro\u00dfen Zahl von Waffen in illegalem Besitz, die naturgem\u00e4\u00df keiner Kontrolle unterliegen, ist dies aber kein zielf\u00fchrender Ansatz.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Der Autor dr\u00fcckt damit klar seine Ablehnung f\u00fcr die Weiterentwicklung und Versch\u00e4rfung des Waffenrechts durch den Gesetzgeber aus, schiebt die Verantwortung f\u00fcr sicherheitsrelevante Gefahren und Probleme, die von Waffen ausgehen k\u00f6nnen, allein auf deren illegalen Besitz und verurteilt jede Kritik an legalem Waffenbesitz.<\/p>\n<p>Diese Einlassung des Autors greift deutlich zu kurz. Denn auch die Diskussion um legalen Waffenbesitz hat berechtigterweise in der \u00f6ffentlichen wie politischen Diskussion der letzten Jahre eine zentrale Rolle eingenommen. Leicht zu veranschaulichen ist dies an dem Beispiel der sogenannten \u201eReichsb\u00fcrger\u201c. \u201eReichsb\u00fcrger\u201c erkennen die Bundesrepublik Deutschland nicht an und agitieren f\u00fcr einen deutschen Staat in den Grenzen vor 1945. Seit 2016 werden \u201eReichsb\u00fcrger\u201c auch durch das Bundesamt f\u00fcr Verfassungsschutz (BfV) beobachtet, allerdings eben erst seit ein Polizist in Bayern durch Sch\u00fcsse eines \u201eReichsb\u00fcrgers\u201c get\u00f6tet worden ist. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Gr\u00fcnen im Bundestag hervorging, besa\u00dfen mit Stand vom Mai 2018 in Deutschland 1200 \u201eReichsb\u00fcrger\u201c und 750 Rechtsextremisten eine Waffenerlaubnis und konnten so legal \u00fcber Waffen verf\u00fcgen. Laut Verfassungsschutzbericht 2017 besteht weiterhin gro\u00dfe Sorge \u00fcber die hohe Waffenaffinit\u00e4t der Szene. Allein zwischen Januar 2017 und April 2018 wurden laut BfV ca. 450 waffenrechtliche Erlaubnisse bei \u201eReichsb\u00fcrgern\u201c entzogen.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re zu w\u00fcnschen, dass der Autor aus Meldungen wie diesen das n\u00f6tige Problembewusstsein auch f\u00fcr legalen Waffenbesitz zieht. Gerade angesichts der offensichtlichen Fachkunde des Autors sind dessen, sich wie ein roter Faden durch das Buch ziehenden, politischen Bewertungen des deutschen Waffenrechts nicht nur angesichts der Lehrbuch-Qualit\u00e4t der Publikation \u00fcberraschend, sondern in ihrer Intensit\u00e4t durchaus befremdlich und lenken stetig vom Ziel des Buches ab. Dadurch wird die Frage aufgeworfen, ob der Autor nicht nur auf die Waffensachkundepr\u00fcfung vorbereiten will, sondern auch eine spezielle politische Meinung an seine Leserinnen und Leser vermitteln will.<\/p>\n<p>Zuallerletzt geht der Autor auf den sicheren Umgang mit Schusswaffen ein. Man w\u00fcrde sich w\u00fcnschen, dass er dies an prominenterer Stelle t\u00e4te und nicht erst auf den letzten f\u00fcnf Seiten nach detaillierten Ausf\u00fchrungen \u00fcber Waffentechnik und Ballistik. Schlie\u00dflich sollen hier Menschen auf den sicheren Umgang mit Waffen und Munition vorbereitet werden. Eine Betonung des Problembewusstseins und der Gefahren f\u00fcr Leib und Leben anderer Menschen geh\u00f6rt nicht ans Ende, sondern an den Anfang eines Lehrbuches zur Waffensachkunde!<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das Buch vermittelt viel relevantes Wissen f\u00fcr die Vorbereitung auf die Waffensachkundepr\u00fcfung, aber krankt an der immer wiederkehrenden Darstellung der politischen Meinung des Autors, die in einem allgemeinen Sachbuch doch nur fehl am Platz sein kann.<\/p>\n<p>Rezensiert von: Johanna Hortolani<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Busche, Andr\u00e9 (2017); Vorbereitung auf die Waffensachkundepr\u00fcfung f\u00fcr Sportsch\u00fctzen, f\u00fcr Waffensammler und das Bewachungsgewerbe; 257 Seiten, 10. 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