{"id":1060,"date":"2018-09-20T18:06:43","date_gmt":"2018-09-20T16:06:43","guid":{"rendered":"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1060"},"modified":"2018-09-20T18:09:47","modified_gmt":"2018-09-20T16:09:47","slug":"prof-dr-martin-h-w-moellers-hrsg-woerterbuch-der-polizei-rezensiert-von-holger-plank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1060","title":{"rendered":"Martin H. W. M\u00f6llers (Hrsg.) &#8211; W\u00f6rterbuch der Polizei &#8211; Rezensiert von: Holger Plank"},"content":{"rendered":"<p><strong>M\u00f6llers, Martin H. W.\u00a0Prof. Dr.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> (Hrsg.): \u201eW\u00f6rterbuch der Polizei\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/strong><strong>;<\/strong> ISBN: 978-3-406-71933-2, 2796 Seiten, C. H. Beck Verlag, M\u00fcnchen, 3. Auflage 2018, 159.&#8211; \u20ac<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1061 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/woerterbuch_der_polizei-90x150.png\" alt=\"\" width=\"90\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/woerterbuch_der_polizei-90x150.png 90w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/woerterbuch_der_polizei.png 200w\" sizes=\"(max-width: 90px) 100vw, 90px\" \/><\/p>\n<p>Der Herausgeber hat zusammen mit 26 Autoren das <strong>\u201eW\u00f6rterbuch der Polizei\u201c<\/strong><a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> nun in der 3., grundlegend \u00fcberarbeiteten und nochmals erheblich erweiterten Auflage 2018 (nach der zweiten Auflage 2010<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> und der ersten Auflage 2001<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>) den seit Erscheinen der Vorauflagen vielf\u00e4ltigen und sehr dynamischen Entwick\u00adlungen auf dem Feld der inneren Sicherheit angepasst und angesichts zahlreicher neuer oder umfassend modifizierter Stichworte auf den \u201eneuesten Stand\u201c<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> gebracht.<!--more--><\/p>\n<p>Seit der 1. Auflage ist das lexikalische Werk im Umfang um nahezu 40 %, im Vergleich zur letzten Ausgabe nochmals um rund 15 % angewachsen! Eine stattliche Sammlung von weit mehr als 10.000 rechts-, polizei-, kriminal- und gesellschaftswis\u00adsen\u00adschaft\u00adlicher Begrifflichkeiten rund um die Arbeit der Polizei und anderer Sicherheitsbeh\u00f6rden. Diese Begriffs\u00advielfalt zeugt einerseits von der ausgepr\u00e4gten Interdisziplinarit\u00e4t, anderseits von der wachsenden Notwendigkeit interbeh\u00f6rdlicher aber auch wissenschaftlicher Ausrichtung polizeilicher T\u00e4tig\u00adkeit. Es bereitet dem Leser schon deshalb richtiggehend Freude, sich dem Werk zun\u00e4chst nach dem Prinzip des \u201eDaumenkinos\u201c zu n\u00e4hern, denn, um Helmut Poll\u00e4hne<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> (selbstironisch) zu zitieren, es handelt sich um \u201eein praktisch ergiebiges Nachschlage\u00adwerk, in dem sich das Nachschlagen oft selbst dann lohnt, wenn man sich eigentlich sicher ist, bestimmt nicht f\u00fcndig zu werden.\u201c So gewinnt man trotz eigener langj\u00e4hriger praktischer Berufserfahrung immer wieder neue Eindr\u00fccke, st\u00f6\u00dft auf alternative Betrachtungsperspek\u00adtiven und erf\u00e4hrt somit selbst als erfahrener Praktiker und vermeintlich \u201ealter Hase\u201c zahlreiche Neuigkeiten, mindestens jedoch eine ansehnliche Anzahl von nachschlagenswerten An\u00adkn\u00fcpfungs\u00adhinweisen. Es findet sich au\u00dferdem inzwischen nicht nur eine breite Auswahl gut dargelegter einsatztaktischer Begriffe, der Leser wird auch durch die Vielfalt der Neugr\u00fcndungen relevanger Institutionen und Beh\u00f6rden geleitet. Das Buch ist f\u00fcr die Schutz- und Kriminalpolizei gleicherma\u00dfen empfehlenswert, wenn ich an dieser Stelle z. B. nur die Erl\u00e4uterungen zu den zahllosen extre\u00admistischen Gruppierungen und Vereinigungen erw\u00e4hne oder mir den vielfach zumindest kursorisch dargestellten Artenreichtum neuerer kriminaltechnischer Methoden betrachte. Gleicherma\u00dfen bietet das Werk aber auch der (Polizei- und den Krimi\u00adnal-) Wissenschaft(en) n\u00fctzliche erste Einblicke in systematische Neuerungen und deren inner- und intrabeh\u00f6rdlicher Nutzung und Verwertung.<\/p>\n<p>Bemerkenswert am <strong>\u201eM\u00f6llers\u201c<\/strong> sind auch die mindestens ungew\u00f6hnlichen \u201elexika\u00adlischen Service\u00adleistungen\u201c, bspw. z. T. umfangreiche und durchg\u00e4ngig aktualisierte Literatur\u00adhinweise zum Abschluss vieler Beitr\u00e4ge sowie ein um\u00adf\u00e4ngliches Abk\u00fcrzungs\u00adverzeichnis, das zu vielen Eintr\u00e4gen zus\u00e4tzlich relevante Internet-Adressen anbietet. Apropos \u201eM\u00f6llers\u201c, dieses in vielen Beitr\u00e4gen und Rezensionen inzwischen gebr\u00e4uchliche Eponym deutet m. E. neben der Qualit\u00e4t auf die zumindest in der \u201eFachwelt\u201c inzwischen ansehnliche Reichweite und Bedeutung des Lexikons hin.<\/p>\n<p>Ohne zu sehr kasuistisch werden zu wollen, zahlreiche im polizeilichen Alltag inzwischen durchaus bedeutsame sozialwis\u00adsen\u00ad\u00adschaft\u00adliche, kriminolo\u00adgische, gesellschafts- und politikwissenschaftliche bzw. rechtswissen\u00adschaftliche Ph\u00e4nomene \/ Begrifflichkeiten sind in der 3. Auflage neu aufgenommen oder umf\u00e4nglich \u00fcberarbeitet worden, hier eine ganz kleine, stichpunktartige Auswahl:<\/p>\n<ul>\n<li>\u201eAnkerzentrum\u201c<\/li>\n<li>\u201eBig Data\u201c<\/li>\n<li>\u201eCybercrime\u201c und einige artverwandte Begrifflichkeiten (aber angesichts des Ph\u00e4nomens doch relativ oberfl\u00e4chlich)<\/li>\n<li>Datenschutz<\/li>\n<li>Drohne<\/li>\n<li>\u201eDrohende Gefahr\u201c<\/li>\n<li>E-Government<\/li>\n<li>Facebook<\/li>\n<li>Gef\u00e4hrderansprache im Sport<\/li>\n<li>\u201eHacktivismus\u201c, \u201eHack-Back\u201c<\/li>\n<li>Industrie 4.0<\/li>\n<li>\u201eKritische Infrastrukturen\u201c (KRITIS)<\/li>\n<li>\u201ePIAV\u201c<\/li>\n<li>\u201ePrecobs\u201c (\u201ePredictive Policing\u201c)<\/li>\n<li>\u201ePrepper\u201c<\/li>\n<li>Prostitution<\/li>\n<li>\u201eRacial Profiling\u201c<\/li>\n<li>\u201eReichsb\u00fcrger\u201c<\/li>\n<li>Verm\u00f6gensabsch\u00f6pfung<\/li>\n<\/ul>\n<p>Insofern weist der Verlag in seiner Ank\u00fcndigung nur auf einige wenige der in den acht Jahren seit der letzten Auflage ge\u00e4nderten \/ modifizierten sicherheitsbeh\u00f6rdlichen Rahmen\u00adbe\u00addingungen hin.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Das ist jedoch unsch\u00e4dlich, macht es doch die ungeheure Dynamik der Entwicklungen auf dem Gebiet der inneren Sicherheit umso deutlicher.<\/p>\n<p>Aufgrund einiger bedeutsamer Entwicklungen auf dem Gebiet der <strong>Kriminalistik<\/strong> (neue Studieng\u00e4nge, auch au\u00dferhalb der Polizei [universit\u00e4r] mit Auswirkung auf den Wissen\u00adschaftscharakter der Disziplin etc.) bed\u00fcrften einige mit dem Pr\u00e4fix \u201eKriminal-\u201c verbundene Stichworte ggf. einer vertiefenden \u00dcberarbeitung, wenn\u00adgleich der disziplin\u00e4re lexika\u00adlische Gesamt\u00fcberblick hierzu begrifflich durchaus weit\u00adreichend ist.<\/p>\n<p>Wenn man angesichts des enzyklop\u00e4dischen Gesamtnutzens des Lexikons \u00fcberhaupt \u201eKritik\u201c \u00fcben will, es k\u00f6nnte schon wegen der anhaltenden \u00f6ffentlichen Diskussion hier\u00fcber u. a. z. B. noch das Stichwort <strong>(elektronische) Aufenthalts\u00ad\u00fcberwachung<\/strong> (eA\u00fc, vulgo \u201eelektronische Fu\u00dffessel\u201c) aufgenommen werden, oder, angesichts der Bedeutung \u201e<strong>k\u00fcnstlicher Intelligenz<\/strong>\u201c f\u00fcr die k\u00fcnftige Polizeiarbeit w\u00e4re das vorhandene Stichwort noch ausbau- und innerhalb des Lexikons als zentrales Stichwort vielgestaltig verkn\u00fcpfungsf\u00e4hig.<\/p>\n<p>Das Werk ist schon ob des hervorhebenswerten Umfangs und darin verarbeiteter breiter und interdisziplin\u00e4rer, klassisch lexikalischer Expertise teuer und wird schon deshalb in Beh\u00f6rden und Bildungseinrichtungen auch k\u00fcnftig leider nur vereinzelt zu finden sein. Es ist in Form und Inhalt als Nachschlagewerk auf dem Markt einmalig. Vielfach wird die Enzyklop\u00e4die sicher auch erster praktischer Ratgeber f\u00fcr kl\u00e4rungsbed\u00fcrftige Problemstellungen im sicherheitsbeh\u00f6rdlichen Alltag sehr wertvoll sein und verdient schon aus diesem Grund einen festen Platz in jeder sicherheits\u00adbeh\u00f6rdlichen Bibliothek. Man sollte beim Verlag deswegen u. U. auch dar\u00fcber nachdenken, ob man das Buch zus\u00e4tzlich als elektronische Ausgabe z. B. in Beck Online zur Verf\u00fcgung stellen kann, damit es einem breiteren Personenkreis \u00fcber beh\u00f6rdliche Lizenzen f\u00fcr diese Datenbank zug\u00e4nglich wird.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Prof. Dr. phil. an der <a href=\"https:\/\/www.m\u00f6llers.info\/impressum\">Hochschule des Bundes f\u00fcr \u00f6ffentliche Verwaltung in L\u00fcbeck<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.beck-shop.de\/moellers-woerterbuch-polizei\/productview.aspx?product=22330499&amp;pac=verlag&amp;adword=google%2fBeck_RSW%2faut%3aM\u00f6llers_ctr%3akur_res%3aPC3130_p%3a28907_tit%3aW\u00f6rterbuch-Polizei&amp;gclid=CjwKCAjwlejcBRAdEiwAAbj6KQmLulQUaal0WSr3Rl3hSAP2lF5O4Imd3RedkTa0zJnlf48HBokk5BoCzJQQAvD_BwE\">Vgl. Verlags-Website<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Obgleich der Titel inzwischen gut eingef\u00fchrt ist, hat Feltes (vgl. Fn. 4) zurecht auf die \u201eUnsch\u00e4rfe\u201c desselben hingewiesen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Vgl. Besprechung <a href=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/books\/2010_Woerterbuch_der_Polizei.pdf\">Prof. Dr. Feltes im PNL<\/a>, 2431 Seiten, 118.- \u20ac.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> 2001 Seiten<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Das Manuskript wurde am 15.06.2018 geschlossen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Ders., Recht &amp; Psychiatrie, Heft 4, 2003, Rezension zur 1. Auflage des Werks.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Vgl. Fn. 2: \u201eDie Neuauflage verarbeitet u.a. das neue Datenschutzrecht, \u00c4nderungen der Telekom\u00admunikations\u00fcberwa\u00adchung, ausl\u00e4nder-, asylverfahrens- und aufenthaltsrechtliche \u00c4nderungen, Fahrverbote gegen Straft\u00e4ter, das G zur Korruptionsbek\u00e4mpfung, das G zur Bek\u00e4mpfung der organi\u00adsierten Kriminalit\u00e4t, die neuesten Polizeidienstvorschriften (PDV) und die Einf\u00fchrung des elek\u00adtronischen Rechtsverkehrs.\u201c<\/p>\n<p>Rezensiert von: Holger Plank<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6llers, Martin H. W.\u00a0Prof. Dr.[1] (Hrsg.): \u201eW\u00f6rterbuch der Polizei\u201c[2]; ISBN: 978-3-406-71933-2, 2796 Seiten, C. H. Beck Verlag, M\u00fcnchen, 3. Auflage 2018, 159.&#8211; \u20ac Der Herausgeber hat zusammen mit 26 Autoren das \u201eW\u00f6rterbuch der Polizei\u201c[3] nun in der 3., grundlegend \u00fcberarbeiteten und nochmals erheblich erweiterten Auflage 2018 (nach der zweiten Auflage 2010[4] und der ersten Auflage &hellip; <a href=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1060\" class=\"more-link\">Continue reading <span class=\"screen-reader-text\">Martin H. W. 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