{"id":113,"date":"2015-09-16T08:03:10","date_gmt":"2015-09-16T06:03:10","guid":{"rendered":"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=113"},"modified":"2016-03-03T12:02:59","modified_gmt":"2016-03-03T11:02:59","slug":"ferdinand-von-schirach-die-wuerde-ist-antastbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=113","title":{"rendered":"Ferdinand von Schirach &#8211; Die W\u00fcrde ist antastbar"},"content":{"rendered":"<p>326)<br \/>\n<em><strong>von Schirach, Ferdinand; <\/strong><\/em><strong>Die W\u00fcrde ist antastbar; <\/strong>2014 Piper, M\u00fcnchen, 135 Seiten, 16,99\u20ac, ISBN 978-3492056588<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/die_wuerde_ist_antastbar.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-114  alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/die_wuerde_ist_antastbar-181x300.png\" alt=\"die_wuerde_ist_antastbar\" width=\"91\" height=\"151\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/die_wuerde_ist_antastbar-181x300.png 181w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/die_wuerde_ist_antastbar.png 200w\" sizes=\"(max-width: 91px) 100vw, 91px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Autor Ferdinand von Schirach ist als Autor verschiedener Roman-Bestseller und als Rechtsanwalt bekannt. In seinen bisherigen Werken setzt er sich teils fiktiv, teils durch seine T\u00e4tigkeit als Rechtsanwalt inspiriert, kritisch mit der deutschen Justiz, ihrer Geschichte, mit Schuld- und mit Strafragen auseinander. Sein im August 2014 ver\u00f6ffentlichtes Buch, <em>Die W\u00fcrde ist antastbar<\/em>, enth\u00e4lt eine Sammlung von 13 Essays, die er f\u00fcr den Spiegel schrieb. <!--more-->Darin greift der Autor verschiedene gesellschaftliche und politische Fragestellungen auf, die das 21. Jahrhundert bewegen. Sein besonderes Augenmerk gilt der Vereinbarkeit der aktuellen gesellschaftlichen und insbesondere durch die neuen Medien gepr\u00e4gten Ver\u00e4nderungen mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung, die unser Grundgesetz festschreibt. Im Zentrum steht dabei die W\u00fcrde des Menschen. So fragt von Schirach nach dem Verh\u00e4ltnis zwischen Freiheit und Sicherheit, zwischen Recht und Moral, zwischen Justiz und Presse, zwischen Europa und parlamentarischer Demokratie, zwischen neuen Medien und alten Rechten, den Chancen, die sie uns bieten und den Ver\u00e4nderungen, die sie f\u00fcr unsere Gesellschaft bereithalten. Von Schirach fragt auch nach Gleichberechtigung, Gerechtigkeit und Wahrheit. Er \u00e4u\u00dfert sich zudem zu seiner eigenen Geschichte und der seiner Familie. Dabei erkl\u00e4rt er sich erst- und letztmalig \u00f6ffentlich zu seinem Gro\u00dfvater, Balduin von Schirach, ehemalige NS-F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeit, beschreibt, wie er immer wieder im Laufe seines Lebens mit diesem belastenden Erbe konfrontiert wurde und welche Sprachlosigkeit es hinterl\u00e4sst.<\/p>\n<p>Von Schirach gibt keine Antworten, er wirft aber grundlegende Fragen auf, die in unserer Gesellschaft gestellt werden m\u00fcssen. Er regt so seine Leserschaft zu kritischer Eigenreflexion an. Pers\u00f6nliche Kritik schwingt dabei eher unterschwellig mit und wird doch deutlich zum Ausdruck gebracht. Die bearbeiteten Themen werden lediglich leicht angerissen und bleiben oberfl\u00e4chlich. Der Autor liefert weder grundlegend neue Erkenntnisse, noch verfolgt er einen wissenschaftlichen Anspruch. Die Quintessenz der Sammlung ist schnell auf den Punkt gebracht: Die W\u00fcrde des Menschen wurde in der Geschichte immer wieder angetastet, aber vielmehr noch: Sie wird es bis heute. Der Schutz der Menschenw\u00fcrde ist ein Balanceakt, der nicht immer gelingt. Auch in modernen Demokratien, wie sie das Grundgesetz festschreibt, f\u00e4llt die Menschenw\u00fcrde allzu leicht anderen Interessen zum Opfer.<\/p>\n<p>Die Texte sind leicht verst\u00e4ndlich und stellen keinen zu hohen Anspruch an ihren Leser. Von Schirach bleibt seinem bisherigen Stil treu: Die Lekt\u00fcre regt zum Nachdenken an, ist aber zugleich unterhaltsam. Die schlichte und pr\u00e4zise Sprache, die provokante Ironie, die sie begleitet, machen das Buch zu einem spannenden Lesevergn\u00fcgen. Der Leser wird unterhalten und zugleich auf unterhaltsame Art gefordert. Gerade dadurch leistet das Buch einen nicht zu untersch\u00e4tzenden Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs. Mit seiner Kritik trifft von Schirach den Nerv der Zeit. In unserer schnelllebigen Gesellschaft erscheinen jedoch einige der angeschnittenen Themen im Jahre 2015 fast \u00fcberholt. Dennoch: Insgesamt lohnt die Lekt\u00fcre.<\/p>\n<p>Rezensiert von: Rahel Weing\u00e4rtner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>326) von Schirach, Ferdinand; Die W\u00fcrde ist antastbar; 2014 Piper, M\u00fcnchen, 135 Seiten, 16,99\u20ac, ISBN 978-3492056588 Der Autor Ferdinand von Schirach ist als Autor verschiedener Roman-Bestseller und als Rechtsanwalt bekannt. 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