{"id":1189,"date":"2019-03-17T20:58:52","date_gmt":"2019-03-17T19:58:52","guid":{"rendered":"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1189"},"modified":"2019-03-17T20:58:52","modified_gmt":"2019-03-17T19:58:52","slug":"dieter-hermann-andras-poege-hrsg-kriminalsoziologie-handbuch-fuer-wissenschaft-und-praxis-rezensiert-von-holger-plank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1189","title":{"rendered":"Dieter Hermann \/ Andras P\u00f6ge (Hrsg.) &#8211; Kriminalsoziologie. Handbuch f\u00fcr Wissenschaft und Praxis &#8211; Rezensiert von: Holger Plank"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Hermann, Dieter<\/strong><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><strong>[1]<\/strong><\/a><strong> \/ P\u00f6ge, Andras<\/strong><a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><strong>[2]<\/strong><\/a><\/em><strong><em> (Hrsg.);<\/em> Kriminalsoziologie. Handbuch f\u00fcr Wissenschaft und Praxis <a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/strong><strong>;<\/strong> ISBN: 978-3-8487-2806-0, 494 Seiten, erschienen bei Nomos, Baden-Baden, 2018, 58.- \u20ac<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1190 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/kriminalsoziologie-107x150.png\" alt=\"\" width=\"107\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/kriminalsoziologie-107x150.png 107w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/kriminalsoziologie.png 200w\" sizes=\"(max-width: 107px) 100vw, 107px\" \/><\/p>\n<p>Das inhaltlich sehr gewichtige Buch gliedert sich in die f\u00fcnf Kapitel (vgl. Fn. 3, Inhaltsver\u00adzeichnis)<\/p>\n<ol>\n<li>Kriminalit\u00e4tstheorien, Methoden und Praxis<\/li>\n<li>\u00c4tiologie. Ursachen von Kriminalit\u00e4t<\/li>\n<li>Struktur und Entwicklung von Kriminalit\u00e4t<\/li>\n<li>Soziale Probleme und gesellschaftliche Risiken und<\/li>\n<li>Viktimisierungen und Kriminalit\u00e4tsfurcht<\/li>\n<\/ol>\n<p>und versammelt dabei insgesamt 25 Beitr\u00e4ge von 36 Autoren. Der inhaltliche Schwer\u00ad\u00adpunkt mit jeweils sieben bzw. acht Beitr\u00e4gen liegt dabei auf den beiden ersten Kapiteln. <!--more-->Angesichts des In\u00adformationsgehaltes des Bandes ist es zur Orientierung f\u00fcr den Betrachter sehr an\u00adgenehm, dass sich im Kapitel 6 (S. 475 \u2013 482) zu allen Beitr\u00e4gen kurze Abstracts finden.<\/p>\n<p>Der interdisziplin\u00e4re (praktische wie auch epistemologische) Mehrwert der so\u00adziologischen Subdisziplin, die an der Schnittstelle zwischen mehreren Wis\u00adsen\u00adschaftsdisziplinen anzusiedeln ist, z. B. f\u00fcr die Krimi\u00adnologie, die Urbanistik und hierbei relevante kommunal-krimi\u00adnalpr\u00e4ventive Projekte \/ Modelle &#8211; aber durch\u00adaus auch f\u00fcr die Kriminalpolitik &#8211; ist evident, denn: \u201e<em>Die Kriminalsoziologie integriert Beitr\u00e4ge un\u00adter\u00ad\u00adschiedlicher Wissenschaftsdis\u00adziplinen. Sie behandelt das Thema Kriminalit\u00e4t im Kontext von Gesellschaft und Individuum aus verschie\u00addenen Perspektiven und mit unterschiedlichen Metho\u00adden. Aktuelle Forschungen aus den Kerndisziplinen der Kriminologie und Sozio\u00adlogie werden mit Frage\u00adstellungen aus der Psy\u00adchologie, Rechtswissenschaft, P\u00e4da\u00adgogik, Wirtschafts\u00adwissenschaft, Theo\u00adlogie und Philosophie ver\u00adkn\u00fcpft. Diese The\u00ad\u00admen\u00adbreite, die bislang kaum um\u00adfassend dargestellt wurde, soll das Handbuch f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Themengebiete leisten. Dazu stellen ExpertInnen eines Fach\u00adgebiets ihre aktuellen For\u00adschungsthemen systematisch und umfassend vor (&#8230;).<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Obgleich es inzwischen eine Unzahl von (Lehr-)B\u00fcchern, Sammelb\u00e4nden und Schriftenreihen zur Kriminalsoziologie gibt, wird in dem vorliegenden Werk mit seinem weitreichenden interdisziplin\u00e4ren Charakter eine wirklich umfassende Dar\u00ad\u00adstellung des kriminologisch-sozialwissenschaftlichen Fachgebietes und For\u00adschungsstandes vorge\u00adnom\u00admen. Insofern darf man es durchaus in die \u201eTra\u00addition\u201c der Frankfurter in\u00adterdisziplin\u00e4ren \u201eAkademischen Reihe\u201c, in der mit Band 1 der Disziplin Sozio\u00adlogie im Jahr 1968, herausgegeben von <a href=\"https:\/\/www.ssoar.info\/ssoar\/handle\/document\/20154\">Ren\u00e9 K\u00f6nig<\/a> und <a href=\"http:\/\/fritz-sack.com\/\">Fritz Sack<\/a>, die erste Auflage des damals im deutschsprachigen Raum bahnbrechenden Sammelbandes \u201eKriminalsoziologie\u201c<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> erschien, stellen. Die damals hierzulande &#8211; mit dem Pr\u00e4fix \u201eKriminal-\u201c kenntlich gemachte &#8211; noch junge Subdisziplin der So\u00adzio\u00adlogie, stark von der amerikanischen \u201eChicagoer Schule\u201c sowie von der \u201eIn\u00adstanzenforschung\u201c und Ans\u00e4tzen eines \u201eKritischen Kon\u00adstrukti\u00advismus\u201c be\u00adein\u00adflusst, bildete den Auftakt eines recht lange andauernden \u201eSchis\u00admas\u201c der Krimi\u00adnologie, mit unterschiedlichen Schwerpunkten auf einer Skala zwischen den Polen der \u201etraditionellen\u201c und \u201ekritischen\u201c Lehre. Dieser Richtungsstreit darf in der \u201emo\u00addernen\u201c Kri\u00adminologie als l\u00e4ngst \u00fcberwunden gelten, da die Disziplin inzwischen in ihrer ausgepr\u00e4gten Interdisziplinarit\u00e4t die Kriminalsoziologie als genuinen Teil ihres Gegenstandes versteht und die (Kriminal-)Soziologie gewisserma\u00dfen \u201ein\u00adkor\u00adporiert\u201c hat. Der vor\u00adliegende Band ist daher ein beredtes Beispiel f\u00fcr die signifikanten sozialwis\u00adsen\u00adschaftlichen Anteile der Kriminologie und f\u00fcr deren unmittelbare Praxisrelevanz.<\/p>\n<p>So stellt Hahn (vgl. Fn. 4), dem man bei dieser Einsch\u00e4tzung nur uneingeschr\u00e4nkt zustimmen kann, auch den Mehrwert des interdisziplin\u00e4ren Sammelbandes mit den Worten fest: \u201e<em>Die Anforderungen an ein thematisch begrenztes Handbuch, das gleicherma\u00dfen die Erfordernisse in wissenschaftlicher Forschung und krimi\u00adnalsoziologischer Praxis ber\u00fccksichtigen soll, naturgem\u00e4\u00df hoch sind. Einerseits erwartet die Leserin einen m\u00f6glichst vollst\u00e4ndigen \u00dcberblick krimi\u00adnalsozio\u00adlogischer Theorien und Methoden, andererseits Hinweise auf praktische Erw\u00e4\u00adgungen. Beides ist in dem Handbuch Kriminalsoziologie weitgehend gegl\u00fcckt: in den Einzelbeitr\u00e4gen finden sich die -historisch- relevanten theo\u00adretischen Bez\u00fcge, neuere Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze und die f\u00fcr die G\u00fcltigkeit der auf\u00adgestellten Theorien wichtigen empirischen Belege. Dabei gelingt es den Autor\u00adInnen (&#8230;) durchgehend, die \u2013 zum Teil doch recht komplexen \u2013 Zusammenh\u00e4nge in einer verst\u00e4ndlichen Sprache zu pr\u00e4sentieren, was dem Buch vor allem in seiner auf die praktisch t\u00e4tige Leserschaft gerichteten Zielrichtung gut tut. (&#8230;) Durch die systematische Darstellung und \u00fcbersichtliche Gliederung des Bandes, vor allem aber durch die herausgeberisch kluge Auswahl der Beitr\u00e4ge und AutorInnen wird ein dif\u00adferenzierter und vor allem auch aktueller Blick in die Gebiete der Krimi\u00adnalsoziologie erm\u00f6glicht.<\/em>\u201c Es handele sich daher um ein Grundlagenwerk f\u00fcr alle im Bereich der Kriminalsoziologie und dar\u00fcber hinaus auch im Bereich der Straf\u00adf\u00e4lligenhilfe T\u00e4tigen, so Hahn abschlie\u00dfend. Zudem er\u00f6ffnet sich \u00fcber die Anwendungspraxis hinaus ein aktueller und tiefgehender Blick auf ausgew\u00e4hlte Aspekte der aktuellen Forschungslandschaft.<\/p>\n<p>Schon deshalb geh\u00f6rt der Band in jede gut sortierte disziplin\u00e4re Fachbibliothek und ist auch f\u00fcr den heimischen B\u00fccherschrank unbedingt zu empfehlen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Prof. Dr. phil. Dieter <a href=\"https:\/\/www.jura.uni-heidelberg.de\/krimi\/hermann.html\">Hermann<\/a>, Soziologe und Dipl.-Mathematiker, Universit\u00e4t Heidelberg, Institut f\u00fcr Kriminologie<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> PD Dr. phil. Andreas <a href=\"http:\/\/www.uni-bielefeld.de\/soz\/personen\/poege\/\">P\u00f6ge<\/a>, Soziologe, Akademischer Oberrat an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Soziologie der Universit\u00e4t Bielefeld.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Vgl. <a href=\"https:\/\/www.nomos-shop.de\/Hermann-P\u00f6ge-Kriminalsoziologie\/productview.aspx?product=27297\">Verlags-Website<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nomos-elibrary.de\/10.5771\/9783845271842-1\/titelei-inhaltsverzeichnis\">Inhaltsverzeichnis<\/a> des Sammelbandes in der eLibrary von Nomos.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Schreibt Dr. Gernot Hahn einleitend in seiner <a href=\"https:\/\/www.socialnet.de\/rezensionen\/23583.php\">Besprechung<\/a> des Sammelbandes auf der Plattform socialnet. Sehr zutreffend.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Die Deutsche Nationalbibliothek stellt in ihrem Web-Angebot das <a href=\"https:\/\/d-nb.info\/801003830\/04\">Inhaltsverzeichnis<\/a> der unver\u00e4n\u00adderten 3. Auflage des Bandes aus dem Jahr 1995 zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Rezensiert von: Holger Plank<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hermann, Dieter[1] \/ P\u00f6ge, Andras[2] (Hrsg.); Kriminalsoziologie. Handbuch f\u00fcr Wissenschaft und Praxis [3]; ISBN: 978-3-8487-2806-0, 494 Seiten, erschienen bei Nomos, Baden-Baden, 2018, 58.- \u20ac Das inhaltlich sehr gewichtige Buch gliedert sich in die f\u00fcnf Kapitel (vgl. Fn. 3, Inhaltsver\u00adzeichnis) Kriminalit\u00e4tstheorien, Methoden und Praxis \u00c4tiologie. 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