{"id":1195,"date":"2019-03-17T21:09:25","date_gmt":"2019-03-17T20:09:25","guid":{"rendered":"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1195"},"modified":"2019-03-17T21:09:25","modified_gmt":"2019-03-17T20:09:25","slug":"hans-juergen-lange-michaela-wendekamm-hrsg-die-verwaltung-der-sicherheit-theorie-und-praxis-der-oeffentlichen-sicherheitsverwaltung-rezensiert-von-holger-plank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1195","title":{"rendered":"Hans-J\u00fcrgen Lange \/ Michaela Wendekamm (Hrsg.) &#8211; Die Verwaltung der Sicherheit. Theorie und Praxis der \u00d6ffentlichen Sicherheitsverwaltung &#8211; Rezensiert von: Holger Plank"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00a0Lange,\u00a0 Hans-J\u00fcrgen Prof. Dr. <a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> \/ Wendekamm, Michaela <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> (Hrsg.); Die Verwaltung der Sicherheit. Theorie und Praxis der \u00d6ffentlichen Sicherheitsverwaltung<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/strong><strong>;<\/strong> ISBN: 978-3-658-22535-5, 287 Seiten, Springer VS Verlag, Wiesbaden, Reihe: <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/search?facet-series=%2215968%22&amp;facet-content-type=%22Book%22\">Forum f\u00fcr Verwaltungs- und Polizeiwissenschaft<\/a>, Band 1, 2018, 34,99 \u20ac<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1196 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/verwaltung_der_sicherheit-106x150.png\" alt=\"\" width=\"106\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/verwaltung_der_sicherheit-106x150.png 106w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/verwaltung_der_sicherheit.png 200w\" sizes=\"(max-width: 106px) 100vw, 106px\" \/><\/p>\n<p>Es handelt sich um den <u>ersten Band<\/u><a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> der neuen Reihe \u201e<em>Forum f\u00fcr Verwaltungs- und Polizei\u00adwissen\u00adschaft\u201c<\/em>.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Die Herausgeber f\u00fchren &#8211; neben ihrer Einf\u00fchrung in die Thematik &#8211; in dem Band 14 thematisch unterschiedliche Beitr\u00e4ge (vgl. <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/content\/pdf\/bfm%3A978-3-658-20536-2%2F1.pdf\">In\u00adhaltsverzeichnis<\/a>) zusammen. Die Idee zu der neuen Reihe \u201e<strong>Forum f\u00fcr Verwal\u00adtungs- und Po\u00adlizeiwissenschaft<\/strong>\u201c wurde im Nachgang der Tagung \u201e<a href=\"https:\/\/www.dhpol.de\/Pressetext_DHPol_Tagung_Polizeiwissenschaft_02_02_17.pdf\">Verwaltungs\u00adwissen\u00adschaf\u00adten \u2013 Zur Balance zwischen Praxis und Wissenschaft in der \u00d6ffentli\u00adchen Sicher\u00adheits\u00adver\u00adwaltung<\/a>\u201c an der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) in M\u00fcnster-Hi\u00adltrup im Januar 2017 geboren, aus der auch die Mehrzahl der Bei\u00adtr\u00e4ge des Sammelbandes hervorgeht.<!--more--><\/p>\n<p>Die Tagung verfolgte im Kern u. a. den Ansatz, den urspr\u00fcnglichen politischen \u201eForschungsauftrag\u201c f\u00fcr die DHPol zur <strong>Po\u00adlizeiwissenschaft<\/strong>, der im Gesetz\u00adentwurf <a href=\"https:\/\/www.landtag.nrw.de\/portal\/WWW\/dokumentenarchiv\/Dokument\/MMD13-6258.pdf\">Lt-Drs. 13\/6258 vom 22.11.2004<\/a>, \u00a7 4 Abs. 2 (Begr\u00fcndung, S. 28) als \u201e<em>Aufgabe, eine eher neue und noch nicht aus\u00adgeformte Wissenschaft, die Polizei\u00adwissenschaft, zu pfle\u00adgen und zu entwickeln (&#8230;)<\/em>\u201c formuliert war, in seinem Ge\u00adgenstand, Inhalt und Umfang kritisch-reflexiv zu hin\u00adterfragen und in einen gr\u00f6\u00dferen Kontext einzuordnen. Im Subtext ging der Gesetzesentwurf des Jahres 2004, in Kraft getreten im Jahr 2005, semantisch sogar noch weiter und for\u00admulierte \u201e<em>einen konkreten wis\u00adsenschaftlichen Auftrag und zu\u00adgleich eine ent\u00adsprechende nationale und inter\u00adnationale Perspektive<\/em>\u201c zur Poli\u00adzeiwissenschaft im Rahmen einer \u201e<em><u>integrativen<\/u> wissenschaftlichen Aufar\u00adbeitung (dieses) Zentral\u00adbereichs staatlicher Machtaus\u00ad\u00fcbung<\/em>\u201c zu entwerfen. Eine \u201e<em>Poli\u00adzei\u00adwis\u00adsen\u00adschaft<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><strong>[6]<\/strong><\/a> als eigenst\u00e4ndige Disziplin sei in Deutschland bislang (n\u00e4mlich) nur in Ans\u00e4tzen<\/em>\u201c vorhan\u00adden. Begrifflich wurde zwar viel f\u00fcr \/ zur \/ \u00fcber die Polizei (aber relativ unkoordiniert) ge\u00adforscht, dieser <strong>Polizei\u00adforschung<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/strong> fehlte es jedoch an einem grund\u00adlagen\u00adorientierten wissenschaftlichen \u00dcberbau, einer \u201ePolizeiwissen\u00adschaft\u201c.<\/p>\n<p>Die gesetzliche Vorgabe f\u00fchrte in der Fol\u00adge dann auch zur Ausbringung einer eigen\u00adst\u00e4ndigen Professur f\u00fcr Polizei\u00adwissenschaften an der DHPol, die <a href=\"https:\/\/www.dhpol.de\/departements\/departement_III\/FG_III.1\/kersten.php\">Prof. Dr. Joachim Kersten<\/a> von Ok\u00adtober 2007 \u2013 Juli 2013 innehatte. Nach dessen Eme\u00adritie\u00adrung<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> war die polizeiwissenschaftliche Professur lange Zeit unbesetzt und ist in\u00adzwischen &#8211; eigenst\u00e4ndig denominativ &#8211; g\u00e4nzlich aus dem Profil der Hochschule ver\u00adschwun\u00adden. Dieser Wissenschaftszweig geht im neu ge\u00adgliederten <a href=\"https:\/\/www.dhpol.de\/departements\/departement_I\/department-1.php\">Depar\u00adtement I<\/a> (vgl. aktuelles <a href=\"https:\/\/www.dhpol.de\/die_hochschule\/wir_ueber_uns\/organigramm.php\">Organigramm<\/a> der DHPol) in dem weiter gefassten Begriff der \u201e<strong>Verwal\u00adtungs\u00adwissenschaften<\/strong>\u201c \u2013 mit, wie im Gesetz dargelegt, \u201eintegrativem wissen\u00adschaftlichem Ansatz &#8211; auf. Unter der Pr\u00e4sident\u00adschaft des Mitherausgebers, <a href=\"https:\/\/www.dhpol.de\/die_hochschule\/hochschulleitung\/praesident.php\">Prof. Dr. Hans-J\u00fcrgen Lange<\/a>, entwickelte sich dieser neue integrative Ansatz mit der zentralen Frage\u00adstel\u00adlung, \u201e<em>inwieweit die Poli\u00adzeiwissenschaft, die bislang auf Fra\u00ad\u00adgen der Polizeiforschung konzentriert war, mit der Forschung zur \u00d6f\u00adfent\u00adlichen Sicherheitsverwaltung, von der sie unzweifel\u00adhaft ein ma\u00dfgeblicher Akteur ist sowie mit den Verwaltungswissenschaften, die ihrerseits \u00fcber ein multi-, inter- oder transdisziplin\u00e4res Selbstverst\u00e4ndnis disku\u00adtieren, zuk\u00fcnftig zu verbinden<\/em>\u201c sei.<\/p>\n<p>Insofern spielt die Polizeiwissenschaft in den 16 Kernmodulen des polizei\u00adinternen Masterstudiengangs \u201e\u00d6ffentliche Verwaltung \u2013 Polizeimana\u00adgement\u201c an der DHPol denominativ auch keine \u00fcberragende Rolle mehr. Die Polizeiwis\u00adsenschaft wird auch nur noch in den nachgeordneten Wahlpflicht\u00adbereichen (WPM 9,I [vgl. S. 45] und 5,II [vgl. S. 50]) des aktuellen <a href=\"https:\/\/www.dhpol.de\/Rahmencurriculum_2016_final.pdf\">Cur\u00ad\u00adri\u00adcu\u00adlums<\/a> 2016 namentlich erw\u00e4hnt. Der unter der erweiterten Klammer der \u201eVerwaltungs\u00adwissenschaften\u201c verortete Forschungsanteil zur Polizei hingegen findet sich au\u00dferdem noch im Modul 1 (S. 8 des Curriculums \u2013 Kompetenzziele: \u201eDie Studierenden k\u00f6nnen relevante, die Polizei betreffende Forschungsans\u00e4tze im Kontext der Verwal\u00adtungs\u00adwissenschaft verorten\u201c \u2013 instruktiv zum Masterstudiengang an der DHPol der Beitrag von Kneissler und <a href=\"https:\/\/www.dhpol.de\/die_hochschule\/fachbereichsverwaltung\/verena-schulze.php\">Schulze<\/a>, \u201e<em>Die Vermittlung von Verwaltungswissenschaften im Ma\u00adster\u00adstudiengang \u201a\u00d6ffentliche Verwaltung \u2013 Polizeimanagement\u2018: ein Werkstattbe\u00adricht<\/em>\u201c, S. 243 &#8211; 256).<\/p>\n<p>Dementsprechend war die Tagung also \u201everwaltungswissenschaftlich\u201c ausge\u00adrichtet. Daran orientiert sich titelgebend auch der Sammelband und folgt in seiner inneren Gliederung die\u00adsem interdisziplin\u00e4ren Ansatz mit den folgenden <strong>vier<\/strong> Schwerpunkten:<\/p>\n<ol>\n<li>Theoretische Linien der Verwaltungswissenschaften und deren Ankn\u00fcp\u00adfungspunkte an die Sicherheitsthematik (Beitr\u00e4ge 1 \u2013 5)<\/li>\n<li>Praxis des Verwaltungshandelns \/ Akteure der origin\u00e4ren Sicherheitsver\u00adwaltung (Beitr\u00e4ge 6 \u2013 8)<\/li>\n<li>Finanz- und Justizverwaltung als Zweig der \u00d6ffentlichen Sicherheits\u00adverwaltung (Beitr\u00e4ge 9 \u2013 11) und<\/li>\n<li>Umsetzung wissenschaftlicher und akademischer Impulse in die Praxis des Verwaltungshandelns und in die Ausbildung der \u00d6ffentlichen Sicherheitsverwaltung (Beitr\u00e4ge 12 \u2013 14).<\/li>\n<\/ol>\n<p>Inhaltlich ist also die Auseinandersetzung mit dem nach Gr\u00fcndung der DHPol im Jahr 2006<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> bis zum neuen Curriculum des Studienganges im Jahr 2016 fast zehnj\u00e4hrigen (leider) \u201ewenig erfolgreichen\u201c Versuch, die Polizeiwissenschaft in der Wis\u00adsenschaftslandschaft \u00fcber die polizeiinterne Universit\u00e4t DHPol hinaus nachhaltig zu etablieren sowie die Kontextualisierung dieses notwendigen (was insbesondere von Lange kei\u00adnesfalls in Abrede gestellt wird) Forschungsauftrages in einem neuen, ein\u00adgef\u00fchrten und etablierten erweiterten Ansatz, dem der <strong>Verwal\u00adtungswis\u00adsenschaften<\/strong><a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><strong>, <\/strong>f\u00fcr diesen Sammelband pr\u00e4gend. Deswegen wer\u00adden nach\u00adfolgend auch nur einige wenige Aspekte, die diesen Prozess konturieren, aus den vielf\u00e4ltigen und multidisziplin\u00e4ren Beitr\u00e4gen des Bandes herausgegriffen.<\/p>\n<p>So berichtet der Pr\u00e4sident der Hochschule der Polizei und Mitherausgeber der neuen Reihe, <strong>Prof. Dr. Lange<\/strong>, in seinem Beitrag \u201e<em>Verwaltungswissenschaften, \u00d6ffentliche Sicherheitsverwaltung und Polizei<\/em>\u201c (S. 7 \u2013 23) von dem inzwischen rund vier Jahre andauernden Neustrukturierungsprozess an der polizeiinternen Hochschule, der somit also unmit\u00adtelbar nach seiner Berufung in dieses Amt zum 01. Juli 2014 initiiert worden sein muss. In dessen Folge ist die DHPol im Jahr 2016 auch in das nordrhein-westf\u00e4lische Hochschulgesetz (dort <a href=\"https:\/\/recht.nrw.de\/lmi\/owa\/br_bes_detail?sg=0&amp;menu=1&amp;bes_id=28364&amp;anw_nr=2&amp;aufgehoben=N&amp;det_id=397653\">\u00a7 81a<\/a>) aufge\u00adnommen worden, womit die Be\u00adst\u00e4tigung der Hochschule als Universit\u00e4t in Tr\u00e4\u00adgerschaft des Bundes und der L\u00e4nder erfolgte. Insbesondere reflektiert er hierbei n\u00e4her auf den weiter oben genannten politischen Auftrag in Bezug auf die \u201ePo\u00adlizeiwissenschaft\u201c und deren allgemeine \u201eAn\u00adschlussf\u00e4higkeit\u201c in der (au\u00dferpo\u00adli\u00adzeilichen) Wissenschaftslandschaft. Es sei in dieser Dekade vor allem deshalb nicht gelungen, eine eigenst\u00e4ndige Disziplin der \u201ePolizeiwissenschaft\u201c mit einem origin\u00e4ren Theorien- und Methodenger\u00fcst zu etablieren, da diese hochspe\u00adziali\u00adsiert sei, mangels eines eigenen Berufsbildes \u201ePolizeiwissenschaftler\/in\u201c au\u00dfer\u00adhalb der \u00f6ffentlichen Eingriffsverwaltung eine signifikante Beteiligung anderer Universit\u00e4ten (vgl. oben Fn. 6) und allgemeiner Hochschulen an diesem Prozess der Etablierung ausblieb und an der DHPol selbst nur begrenzte Res\u00adsourcen (!) f\u00fcr die elementare Formung dieser Disziplin \u00fcber die Forschung und Lehre hinaus zur Verf\u00fcgung stand. Lange fasst dieses (unter Kritik, bspw. von Feltes, vgl. oben Fn. 7, ders., 2015, S. 22) in der markanten Aussage zusammen, \u201e<em>die kritische Masse bzw. das notwendige Potential, das zur Etablierung einer eigenst\u00e4ndigen Wissen\u00adschaftsdisziplin n\u00f6tig w\u00e4re, fehle aktuell und wohl auch dauerhaft<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>Was aber nun tun als Pr\u00e4sident der DHPol, wenn der gesetzliche Auftrag nach <a href=\"https:\/\/recht.nrw.de\/lmi\/owa\/br_bes_detail?sg=0&amp;menu=1&amp;bes_id=7044&amp;anw_nr=2&amp;aufgehoben=N&amp;det_id=171874\">\u00a7 4 Abs. 2 des DHPolG<\/a> unver\u00e4ndert fortbesteht? Ausgehend von der \u201eBeobachtung, dass die Ar\u00adbeit der Polizei heute zunehmend mit der T\u00e4tigkeit anderer Sicher\u00adheitsbeh\u00f6rden vernetzt\u201c, die Polizei \u201e<em>integraler Bestandteil eines umfassender angelegten Sicherheitssystems<\/em>\u201c sei, lotet er in seinem Beitrag<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> so\u00adwohl insti\u00adtutionell als auch aus der Perspektive von (Grundlagen-) Forschung und Lehre die Chancen eines neuen, integrativen Ansatzes einer \u201eVerwaltungs- <strong><u>und<\/u><\/strong> Polizei\u00adwissenschaft\u201c aus. Aus Sicht der Polizeiwissenschaft bilanziert er letztlich, dass deren engere \u201e<em>Per\u00adspektive den Einbezug einer verwaltungswissen\u00adschaftlichen Theorie- und Metho\u00addenentwicklung bed\u00fcrfe, wenn sie den Anspruch einl\u00f6sen wolle, Polizei in allen ihren Facetten als Akteur im staatlichen Sicher\u00adheitssystem zu erforschen und Folgerungen daraus f\u00fcr Lehr und Fortbildung aufzuzeigen<\/em>.\u201c Dies er\u00f6ffne der \u201e<em>Polizei-Wissenschaft<\/em>\u201c, mit einer derartigen \u201e<em>Anker\u00adwis\u00adsenschaft<\/em>\u201c als Grundierung und damit \u201e<em>ohne (st\u00e4ndige und zu schwere) Last der Begr\u00fcndung einer eigenst\u00e4ndigen Wissenschaftsdisziplin<\/em>\u201c auch die M\u00f6g\u00adlichkeit, als solche t\u00e4tig zu sein, ja sie \u201e<em>m\u00fcsse dies sogar, weil sie im Verbund der Hochschulen der Polizeien der L\u00e4nder und des Bundes, einschlie\u00dflich der DHPol, nicht nur im Bereich der Polizei-Forschung aktiv sein kann<\/em>.\u201c Sie habe vielmehr \u201e<em>auch im Bereich der Lehre und Fortbildung konzeptionelle Antworten zu geben<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>Der Beitrag von <a href=\"https:\/\/www.hfpv.de\/node\/521\">B\u00e4uerle<\/a> \u201e<em>Praxis und Wissen im Gleichgewicht? Voraussetzungen und Grenzen einer Balance zwischen Praxis und Wissenschaft in der \u00d6ffentlichen Sicherheitsverwaltung<\/em>\u201c widmet sich mit sehr klaren und gut nachvollziehbaren Thesen dem eingeschr\u00e4nkten Wissenschaftsverst\u00e4ndnis und dem \u201eTheorie-Pra\u00adxis-Problem\u201c <u>inner\u00adhalb<\/u> der Polizei und r\u00fcgt die tendenziell weitere Abgrenzung der Praxis vor einer intensiveren wissenschaftlichen Durchdringung des eigenen Forschungsfeldes. Egal ob Polizei- oder \u2013 im erweiterten Kontext \u2013 Verwal\u00adtungs\u00adwissenschaft, ein disziplin\u00e4res \/ institutionelles Selbstverst\u00e4ndnis ben\u00f6tigt ein wohl\u00addurchdachtes theoretisches Fundament, und, \u201e<em>eine \u201agute\u2018 Theorie zeichne sich (schlie\u00dflich) nicht zuletzt durch ihre Differenz zur Praxis aus<\/em>.\u201c Dies m\u00fcsse auch kein Widerspruch sein, wie der Autor am Beispiel des Medizin-, Lehramts- oder des rechtswissenschaftlichen Studiums und der darin verankerten Trennung zwi\u00adschen wissenschaftlichem Studium (Theorie) und Praxisanteilen (Praktikum \/ Re\u00adfe\u00adrendariat) darzulegen versucht. Praxis und Theorie seien &#8211; in Abkehr des immer wieder zitierten Diktums von Kant zur Pflichtenethik, \u201e<em>das mag in der Theorie richtig sein, tauge aber nicht f\u00fcr die Praxis<\/em>\u201c &#8211; somit durchaus in ein sinnvolles und ausgewogenes Gleich\u00adgewicht zueinander zu bringen.<\/p>\n<p>Der Beitrag der \u201eInitiative Polizei in der Wissenschaft\u201c<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> namens \u201e<em>Polizei und Wissenschaft \u2013 eine kritische Standortbestimmung<\/em>\u201c (S. 257 \u2013 274) besch\u00e4ftigt sich hingegen eher in entgegengesetzter Perspektive mit dem (leider nach wie vor) sehr eingeschr\u00e4nkten Blick und Forschungsinteresse universit\u00e4rer Wissen\u00adschafts\u00addisziplinen, namentlich der Sozialwissenschaften, der Kriminologie, der Ge\u00adschichts\u00adwissenschaft, der Sicher\u00adheitsforschung und der Politikwissenschaft sowie der Verwaltungswissenschaft an der Polizeiorganisation, was einerseits nat\u00fcrlich am einschr\u00e4nkten Feldzugang, andererseits aber auch an der \u201e<em>Randst\u00e4ndigkeit der Polizeiforschung<\/em>\u201c f\u00fcr die jeweilige Disziplin liegen k\u00f6nnte. Der erweiterte Ansatz biete \u2013 neben den Risiken des Scheiterns \u2013 auch zahlreiche Chancen, dieses Missverh\u00e4ltnis umzukehren.<\/p>\n<p>Der Sammelband bietet substantiell einen hervorragenden \u00dcberblick \u00fcber die Entwicklung der Disziplin \u201ePolizeiwissenschaft\u201c, den (leider bislang wenig erfolgreichen Ver\u00adsuch) ihrer\u00a0 durchg\u00e4ngigen Kontextualisierung und Institu\u00adtionalisierung und weist, ohne ihren Nukleus erkenntnistheoretisch aufzugeben, einen Weg aus, wie sie in breiterem epistemologischen Zusammenhang weiter verfolgt werden kann, ja muss. Schon deswegen darf man auf die Fortsetzung dieser neuen Reihe und die dort gesetzten inhaltlichen Schwerpunkte gespannt sein.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Prof. Dr. <a href=\"https:\/\/www.uni-due.de\/~sx0295\/hjl\/index.html\">Lange<\/a>, Sozial- und Politikwissenschaftler, <a href=\"https:\/\/www.dhpol.de\/die_hochschule\/hochschulleitung\/praesident.php\">Pr\u00e4sident<\/a> der Deutschen Hochschule der Polizei, Initiator und Sprecher des \u201eArbeitskreises Innere Sicherheit\u201c (<a href=\"http:\/\/www.arbeitskreis-innere-sicherheit.de\/\">AKIS<\/a>) sowie des \u201eArbeitskreises Politikfeldanalyse Innere Sicherheit\u201c in der \u201eDeutschen Vereinigung f\u00fcr Politikwissenschaften\u201c (<a href=\"http:\/\/www.arbeitskreis-innere-sicherheit.de\/36-0-Konzeptionspapier-Politikfeldanalyse-Innere-Sicherheit-im-AKIS.html\">DVPW<\/a>), Herausgeber der Schriftenreihe \u201e<a href=\"https:\/\/www.springer.com\/series\/12626\">Studien zur Inneren Sicherheit<\/a>\u201c im Springer Verlag.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Dr. Michaela <a href=\"https:\/\/www.dhpol.de\/die_hochschule\/praesidialbuero\/lebenslauf-michaela-wendekamm.php\">Wendekamm<\/a>, Wiss. Referentin des Pr\u00e4sidenten der DHPol.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Vgl. <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/book\/10.1007\/978-3-658-20536-2\">Verlags-Website<\/a> zum diesem Band.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Vgl. Besprechung des zweiten Bandes der Reihe im <a href=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1151\">Polizei-Newsletter<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Band 2, Lange \/ Model \/ Wendekamm: <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/book\/10.1007\/978-3-658-22591-9\">Zukunft der Polizei. Trends und Stategien,<\/a>, Springer VS Ver\u00adlag, Wiesbaden, 2019, siehe <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/content\/pdf\/bfm%3A978-3-658-22591-9%2F1.pdf\">Inhaltsverzeichnis<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Der gleichnamige Masterstudiengang am Lehrstuhl f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.kriminologie.ruhr-uni-bochum.de\/index.php\/de\/mitarbeiter\/46-deutsch\/mitarbeiterinnen\/professoren\/134-feltes-thomas-prof-dr\">Kriminologie, Kriminalpolitik und Polizei\u00adwissenschaft<\/a> von Prof. Dr. Thomas Feltes, M. A., an der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum startete auch erst im Jahr 2005, dem Jahr des Inkrafttreten des DHPol-Gesetzes, fast ein Jahr vor der Gr\u00fcndung der DHPol.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Zum Begriff und Gegenstand nach wie vor instruktiv z. B. <a href=\"http:\/\/www.thomasfeltes.de\/pdf\/veroeffentlichungen\/FrischerWind.pdf\">Feltes<\/a>, in: Die Kriminalpolizei, 2003, S. 96 \u2013 98, <a href=\"https:\/\/www.bmi.gv.at\/104\/Wissenschaft_und_Forschung\/SIAK-Journal\/SIAK-Journal-Ausgaben\/Jahrgang_2008\/files\/Liebl_2_2008.pdf\">Liebl<\/a>, in: SIAK-Journal (2), 2008, S. 59 \u2013 70 oder, aktueller, <a href=\"http:\/\/www.polizeiundwissenschaft-online.de\/archiv\/#archiv\">Behr<\/a>, in: Polizei &amp; Wissenschaft, 1\/2015, S. 33 \u2013 41, <a href=\"https:\/\/www.bdk.de\/web\/der-kriminalist\/archiv\/dk-2015\/der-kriminalist-10-2015\">Feltes<\/a>, in: der kriminalist, 10\/2015, S. 18 \u2013 24 etc.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Hr. Kersten ist z. Zt. noch als <a href=\"https:\/\/www.dhpol.de\/departements\/departement_III\/FG_III.1\/kersten.php\">Gastprofessor f\u00fcr Kriminalsoziologie<\/a> an der DHPol t\u00e4tig.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Die wesentlichen Entwicklungsschritte der DHPol, von der Zentral-Polizeischule \u00fcber die Polizei-F\u00fchrungsakademie hin zur Hochschule der Polizei werden auf einer eigenen Website \u201e<a href=\"https:\/\/www.dhpol.de\/die_hochschule\/wir_ueber_uns\/entwicklung-der-dhpol.php\">Wir \u00fcber uns<\/a>\u201c dargestellt.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> So existiert z. B. sogar ein eigenes Berufsbild \u201e<a href=\"https:\/\/berufenet.arbeitsagentur.de\/berufenet\/faces\/index?path=null\/kurzbeschreibung&amp;dkz=59643&amp;such=Verwaltungswissenschaftler%2Fin\">Verwaltungswissenschaftler\/in<\/a>\u201c im Berufsnet der Bun\u00addesagentur f\u00fcr Arbeit, es gibt an vielen Universit\u00e4ten eigene \u201everwaltungswissenschaftliche\u201c Lehr\u00adst\u00fchle, insbesondere in <a href=\"https:\/\/www.uni-speyer.de\/de\/index.php\">Speyer<\/a> (dort als eigene verwaltungswissenschaftliche Universit\u00e4t), <a href=\"https:\/\/www.uni-konstanz.de\/studieren\/vor-dem-studium\/studienangebot\/studiengaenge-a-z\/politik-und-verwaltungswissenschaft-ba\/\">Konstanz<\/a> (zum B.A.), <a href=\"https:\/\/www.uni-potsdam.de\/studium\/studienangebot\/masterstudium\/master-a-z\/verwaltungswissenschaft-master.html\">Potsdam<\/a> (zum M.A.) oder in <a href=\"https:\/\/www.fernuni-hagen.de\/KSW\/portale\/bapvs\/\">Hagen<\/a> (zum B.A. im Pr\u00e4senz- und Fernstudium) und die Thematik wird an allen Fachhochschulen und Berufsakademien der \u00f6ffentlichen Verwaltung gelehrt.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> \u00a0Welcher im \u00dcbrigen die Kerngedanken seines instruktiven Beitrages \u201e\u201cPolizeiwissenschaft als Ver\u00adwal\u00adtungswissenschaft \u2013 zur Entwicklung der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol)\u201c in dem 2017 herausgegebenen, sehr aussagekr\u00e4ftigen, von Stierle, Wehe und Siller bei Springer herausgegebenen zweib\u00e4ndigen \u201e<a href=\"https:\/\/www.springer.com\/de\/book\/9783658089252?gclid=EAIaIQobChMI6_mvm4-B4QIVBbftCh24FgvCEAAYASAAEgL_lvD_BwE\">Handbuchs Polizeimanagement<\/a>\u201c aufgreift und ausbaut.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> \u00a0Namentlich <a href=\"https:\/\/www.fhoev.nrw.de\/organisation\/personalverzeichnis\/eintrag\/dr-jonas-grutzpalk\/\">Jonas Grutzpalk<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.dhpol.de\/departements\/departement_III\/FG_III.1\/hunold.php\">Daniela Hunold<\/a>, <a href=\"https:\/\/kfn.de\/kfn\/institut\/wissenschaftlerinnen\/dr-rer-pol-lena-lehmann\/\">Lena Lehmann<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.fhoev.nrw.de\/organisation\/personalverzeichnis\/eintrag\/dr-daniela-pollich\/\">Daniela Pollich<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.uni-hildesheim.de\/fb1\/institute\/geschichte\/das-institut\/andreas-pudlat\/\">Andreas Pudlat<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.buk.uni-wuppertal.de\/team\/wissenschaftliche-mitarbeiter\/dr-rer-soc-patricia-m-schuette.html\">Patricia Sch\u00fctte<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.dhpol.de\/die_hochschule\/praesidialbuero\/lebenslauf-michaela-wendekamm.php\">Michaela Wendekamm<\/a>.<\/p>\n<p>Rezensiert von: Holger Plank<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Lange,\u00a0 Hans-J\u00fcrgen Prof. Dr. [1] \/ Wendekamm, Michaela [2] (Hrsg.); Die Verwaltung der Sicherheit. Theorie und Praxis der \u00d6ffentlichen Sicherheitsverwaltung[3]; ISBN: 978-3-658-22535-5, 287 Seiten, Springer VS Verlag, Wiesbaden, Reihe: Forum f\u00fcr Verwaltungs- und Polizeiwissenschaft, Band 1, 2018, 34,99 \u20ac Es handelt sich um den ersten Band[4] der neuen Reihe \u201eForum f\u00fcr Verwaltungs- und Polizei\u00adwissen\u00adschaft\u201c.[5] Die &hellip; <a href=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1195\" class=\"more-link\">Continue reading <span class=\"screen-reader-text\">Hans-J\u00fcrgen Lange \/ Michaela Wendekamm (Hrsg.) &#8211; Die Verwaltung der Sicherheit. 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