{"id":1255,"date":"2019-06-04T11:35:10","date_gmt":"2019-06-04T09:35:10","guid":{"rendered":"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1255"},"modified":"2019-06-04T11:35:10","modified_gmt":"2019-06-04T09:35:10","slug":"christian-boulanger-julika-rosenstock-tobias-singelnstein-hrsg-interdisziplinaere-rechtsforschung-rezensiert-von-hannah-espin-grau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1255","title":{"rendered":"Christian Boulanger, Julika Rosenstock, Tobias Singelnstein (Hrsg.) &#8211; Interdisziplin\u00e4re Rechtsforschung &#8211; Rezensiert von: Hannah Esp\u00edn Grau"},"content":{"rendered":"<p><em><strong> Boulanger, Christian; Rosenstock, Julika; Singelnstein, Tobias (Hrsg); <\/strong><\/em><strong>Interdisziplin\u00e4re Rechtsforschung; <\/strong>2019, VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften, ISBN 978-3-658-21989-5, 316 Seiten<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1257 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/interdisziplinaere_rechtsforschung-106x150.png\" alt=\"\" width=\"106\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/interdisziplinaere_rechtsforschung-106x150.png 106w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/interdisziplinaere_rechtsforschung.png 200w\" sizes=\"(max-width: 106px) 100vw, 106px\" \/><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Im deutschsprachigen Raum haben zwischen 2008 und 2018 vier Konferenzen zur interdisziplin\u00e4ren Rechts\u00adforschung stattgefunden; zuletzt in Basel unter dem Titel \u201eAbschaffung des Rechts?\u201c.<\/p>\n<p>\u201eEin historischer Blick zeigt, dass Rechtsnormen als Ergebnis gesellschaftlicher Auseinandersetzungen, Wertverschiebungen und Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse zu sehen sind\u201c, so <em>Gesine Fuchs <\/em>in ihrem Beitrag zum gerade erschienenen Sammelband \u201eInterdisziplin\u00e4re Rechtsforschung\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> (herausgegeben von Julika Rosenstock, Christian Boulanger und Tobias Singelnstein). In diesem Satz spiegelt sich die Notwendigkeit und die Relevanz des von den Herausgeber*innen erkl\u00e4rten Ziels wieder, wissenschaftliche Debatten \u00fcber Recht aus unterschiedlichen Disziplinen zusammenzuf\u00fchren. <!--more-->Die Zusammenstellung der unterschiedlichen thematischen, theoretischen und methodischen Zug\u00e4nge gelingt durch eine konzeptionell geschickte Anordnung der 16 Beitr\u00e4ge aus u.a. Soziologie, Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft, Anthropologie, Ethnologie, Psychologie und Kriminologie. Die Beitr\u00e4ge erscheinen nicht als buntes Konglomerat, sondern greifen ineinander und vollziehen \u00fcberaus aufschlussreich in vier Kapiteln die wissenschaftliche Einordnung von Recht, seine empirische Erforschung, seine Entstehung, Um- bzw. Durchsetzung und schlie\u00dflich seine Wandelbarkeit nach.<\/p>\n<p>Auf zwei einf\u00fchrende Grundlagenbeitr\u00e4ge \u2013 zu bisherigen Errungenschaften und noch verbleibenden blinden Flecken der deutschsprachigen interdisziplin\u00e4ren Rechtsforschung durch die drei Herausgeber*innen sowie zu klassischen rechtssoziologischen Ans\u00e4tzen (<em>Walter Fuchs) \u2013 <\/em>folgt im zweiten Kapitel die Gegen\u00fcberstellung dreier sehr unterschiedlicher empirischer Zug\u00e4nge zur Erforschung des Rechts:<\/p>\n<p><em>Martina Kolanoski <\/em>erl\u00e4utert die Methode der trans-sequentiellen Analyse und wendet diese auf die rechtlich aufgeladene Kommunikationssituation beim Kundus-Einsatz<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> der Bundeswehr an (79). <em>Judith Beyers<\/em> Beitrag skizziert den Kampf indigener Gemeinschaften mit und um Recht (102) und reflektiert kritisch die koloniale Verwurzelung (rechts-)ethnologischer Methoden. <em>Michelle Cottier <\/em>behandelt Elemente einer soziologisch fundierten Rechtsvergleichung am Beispiel des europ\u00e4ischen Familien- und Erbrechts. Sie schl\u00e4gt dabei vor mit unterschiedlichen methodischen Zug\u00e4ngen nicht nur das geschriebene Recht (\u201elaw on the books\u201c), sondern auch die Rechtspraxis (\u201elaw in action\u201c), sowie das \u201elebende Recht\u201c als Reaktion auf staatliches Recht zu betrachten und schlie\u00dflich die politisch-gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, sowie die Wissenspraxen des Rechts zu analysieren (118).<\/p>\n<p>Im darauffolgenden Kapitel zur Erforschung von Funktion, Genese und Wirkung des Rechts stellt <em>Michael Wrase<\/em> verschiedene Erkenntnisinteressen der Rechtswirkungsforschung vor, die bei der rein politisch-administrative Gesetzesevaluation beginnt, aber auch dar\u00fcber hinausgehen kann: Eine wissenschaftliche Dekonstruktion sozialer Wirkweisen von Recht sei gerade auch f\u00fcr die feministische rechtswissenschaftliche Forschung und Praxis relevant, was sich an der Entscheidung des BVerfG zur sog. Dritten Option<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> zeige (138). Im anschlie\u00dfenden Beitrag argumentiert <em>Christina Schlepper <\/em>jedoch, dass einzelne Gesetzgebungsbereiche \u2013 namentlich die Strafgesetzgebung \u2013 gerade nicht von wissenschaftlicher Erkenntnis angeleitet werden, sondern zuvorderst der Demonstration staatlicher Handlungsf\u00e4higkeit und Macht dienen (154). Die Regierungstechnik des \u201eGoverning through crime\u201c und die Hervorbringung eines symbolischen Strafrechts, das vor allem dem Schutz \u201evirtueller Opfer\u201c und der \u201eBek\u00e4mpfung\u201c bestimmter T\u00e4tergruppen diene, k\u00f6nnten die vermeintlich adressierten sozialen Konflikte nicht l\u00f6sen und seien insofern dysfunktional (155). Eine an diese \u00dcberlegungen ankn\u00fcpfende Analyse der aktuellen Versch\u00e4rfungen der Landespolizeigesetze w\u00e4re sicherlich ertragreich und lohnenswert.<\/p>\n<p><em>Stefanie Vedder <\/em>und <em>Sylvia Veit <\/em>nehmen sodann den Gesetzgebungsprozess in seiner rechtstats\u00e4chlichen Ausgestaltung in den Blick und zeichnen Schritt f\u00fcr Schritt das Auseinanderfallen von \u201elaw in the books\u201c und \u201elaw in action\u201c nach. W\u00e4hrend sie das vorparlamentarische Verfahren, das weitestgehend durch exekutive und andere nicht-parlamentarische Akteure gepr\u00e4gt ist, zwar als intransparent, jedoch nicht als demokratiegef\u00e4hrdend begreifen (162), gehen sie kritisch auf das nachparlamentarische Verfahren (Vollzug, Evaluation und gerichtliche Kontrolle von Gesetzen) ein.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>W\u00e4hrend die vorigen Artikel die Setzung von Recht verhandeln, widmet sich das dritte Kapitel der anschlie\u00dfenden Rechtsanwendung. Interessanterweise beginnt das Kapitel mit einem Beitrag von <em>Christian Boulanger <\/em>zur Rechtsdogmatik als soziale Praxis. Darin wird anhand sehr anschaulicher Alltagsbeispiele auf demokratietheoretische Implikationen der deutschen Rechtsdogmatik eingegangen (174) und die \u201eFlexibilit\u00e4t der Dogmatik als strukturelles Gegenst\u00fcck zur Uneindeutigkeit von Rechtsnormen\u201c bestimmt (186). Diese Betrachtungsweise ist insofern herrschaftskritisch, als dass sie die Funktionen der Rechtsdogmatik nicht als unhinterfragbar begreift, sondern als Ergebnisse historisch gepr\u00e4gter und vermachteter Handlungszusammenh\u00e4nge darstellt.<\/p>\n<p>Dogmatische Argumentationsmuster lernen Studierende der Rechtswissenschaften ab dem ersten Semester. Insofern schlie\u00dft der Beitrag von <em>Anja B\u00f6ning <\/em>und <em>Ulrike Schultz <\/em>zur juristischen Sozialisation an den vorigen Beitrag an. Sie analysieren die Struktur der juristischen Ausbildung\u00a0 mitsamt ihren Ausschlussmechanismen<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> als \u201esozialisatorische Determinante\u201c (194), die durch staatliche Pr\u00fcfungsinstanzen beeinflusst ist. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Figur der \u201aherrschenden Meinung\u2018 als nur rituell zu hinterfragendes aber letztlich stets zu reproduzierendes Argumentationsmuster, das von Beginn des Studiums an verinnerlicht wird. Daran zeigt sich besonders deutlich, wie im juristischen Studium \u201eWissenschaft und Herrschaftsarbeit\u201c verschmelzen (195).<\/p>\n<p>Da alle Richter*innen in Deutschland diese spezifische Form der Bildung durchlaufen haben, schlie\u00dft auch der Beitrag von <em>Silvia von Steinsdorff <\/em>zum (verfassungs-)richterlichen Entscheiden nahtlos an die beiden vorangegangenen Beitr\u00e4ge an. Die Forschung zum \u201ejudicial behaviour\u201c stecke in Deutschland noch in den Kinderschuhen (221). <em>Von Steinsdorff <\/em>pl\u00e4diert daher f\u00fcr kommende Forschungsarbeiten daf\u00fcr, nicht nur individuelle und kollektive, sondern auch institutionelle und strukturelle Faktoren der Entscheidungsfindung und -begr\u00fcndung in den Blick zu nehmen (221). Daran anschlie\u00dfend lie\u00dfe sich m.E. die Forderung formulieren, bei Forschung zu Staatsapparaten das zugrundeliegende Staatsverst\u00e4ndnis zu explizieren. Unter Verweis auf die praktischen Schwierigkeiten interdisziplin\u00e4rer Forschung betont <em>von Steinsdorff <\/em>den Mehrwert, der sich aus der Verbindung rechtswissenschaftlicher Analysen von Entscheidungstexten mit der sozialwissenschaftlichen Erforschung richterlicher Entscheidungsprozesse ergeben k\u00f6nnte (222).<\/p>\n<p><em>Michael Jaschs <\/em>Beitrag besch\u00e4ftigt sich mit der Durchsetzung und Schaffung von Recht<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> durch deutsche Polizeien. Insbesondere geht er auf polizeiliches Kontrollverhalten ein, das zumeist Personen tr\u00e4fe, \u201edie nicht wie ein durchschnittlicher wei\u00dfer Mitteleurop\u00e4er aussehen\u201c (233). Dennoch k\u00f6nne aber nicht von systematischem Racial Profiling die Rede sein, vielmehr m\u00fcsse man mit <em>Rafael Behr <\/em>von \u201eSocial Profiling\u201c sprechen (ebd). Dem ist zu entgegen, dass zwar au\u00dfer Frage steht, dass nicht nur rassifizierte<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Merkmale wie die Hautfarbe oder bestimmte Haarstrukturen ma\u00dfgeblich sind f\u00fcr die Wahrscheinlichkeit, Ziel einer polizeilichen Ma\u00dfnahme zu werden.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Rassistische Kontrollpraxen sind jedoch Teil einer historisch gewachsenen und strukturellen gesellschaftlichen Machtkonfiguration.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Daher sind sie vielleicht nicht in jedem Fall als systematisch im Sinne eines intentionalen Handelns, sicherlich jedoch als systematisch im Sinne einer systeminh\u00e4renten Struktur zu bezeichnen.<\/p>\n<p>Problematisch weil verk\u00fcrzend ist zudem die Behauptung, der \u201eAusl\u00e4nder\u201c, der zur falschen Zeit am falschen Ort sei, w\u00e4re f\u00fcr die Polizei genauso verd\u00e4chtig wie der deutsche, im Hip-Hop-Stil gekleidete Jugendliche (233). Mit derartigen Zuschreibungen wird von \u201ezwei a priori dichotomen Gruppen \u2013 \u00bbDeutschen\u00ab und den \u00bbAnderen\u00ab \u2013 [ausgegangen] und damit die gesellschaftliche Konstruiertheit der Kategorien \u00bbAusl\u00e4nder\u00ab und \u00bbFremde\u00ab \u201c<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> \u00a0ausgeblendet.<\/p>\n<p>Wichtig und m.E. richtig sind <em>Jaschs <\/em>anschlie\u00dfende \u00dcberlegungen zur semantischen Konstruktion von \u201egef\u00e4hrlichen Menschen\u201c und \u201egef\u00e4hrlichen Orten\u201c<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> sowie zur Problematik der Ausweitung exekutivischer Entscheidungsspielr\u00e4ume, die durch Wissensproduktionen der polizeilichen Akteure gef\u00fcllt werden (240): Die Einf\u00fchrung des Konzeptes einer \u201edrohenden (terroristischen) Gefahr\u201c als Ankn\u00fcpfungspunkt f\u00fcr zahlreiche Kompetenzerweiterungen im Rahmen der aktuellen Polizeigesetzreformen weisen in der Tendenz in Richtung einer Entformalisierung des Polizeirechts und tragen potenziell zur Verfestigung eines Verst\u00e4ndnisses von bestimmten Personen als \u201eGef\u00e4hrder*innen\u201c bei.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Ausgehend von der Feststellung, dass Recht sowohl Herrschaftswerkzeug, als auch Teil einer widerst\u00e4ndigen Praxis sein kann (und vielleicht sein muss)<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a>, thematisiert <em>Gesine Fuchs <\/em>Potentiale und Grenzen individueller und kollektiver Rechtsmobilisierung. Rechtsmobilisierung beginnt f\u00fcr sie nicht erst mit strategisch gef\u00fchrten Prozessen (wie etwa durch die Gesellschaft f\u00fcr Freiheitsrechte (<a href=\"https:\/\/freiheitsrechte.org\/strategische-klagen\/\">GFF<\/a>)), sondern setzt schon mit der Er\u00f6ffnung von Zug\u00e4ngen zum Verst\u00e4ndnis von Recht (Bildungs- und Beratungsarbeit) und zur Justiz ein (wie etwa der Rechtshilfefonds <a href=\"https:\/\/www.kleinrotbissig.org\/konzept\/\">Peperoncino<\/a> e.V. f\u00fcr Asylverfahren, die <a href=\"https:\/\/www.rote-hilfe.de\/rechtshilfe-und-unterstuetzung\/rechtshilfe-und-unterstuetzung\">Rote Hilfe<\/a> f\u00fcr politische Aktivist*innen oder der <a href=\"https:\/\/fanrechtefonds.de\/blog\/\">Fanrechtefonds<\/a> f\u00fcr Fu\u00dfballfans). Rechtsmobilisierung wird dabei auch als explizit feministische Strategie benannt und schlie\u00dflich als gesellschaftlich umk\u00e4mpfte Praxis eingeordnet (250).<\/p>\n<p>Recht wird gesetzt, durchgesetzt und mobilisiert. \u00dcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum betrachtet, unterliegt es dadurch einem Wandel. Diese Feststellung teilen auch die im letzten Kapitel des Sammelbandes angelegten Artikel: \u00a0Der Beitrag von <em>Boris Burghardt <\/em>analysiert die Ambivalenzen einer in Wellen verlaufenden Informalisierung des Rechts auf den Ebenen von Rechtsetzung und \u2013durchsetzung, sowie im Modus der Verregelung \u2013 ein Thema, das im Beitrag von <em>Petra Wittig <\/em>auf die \u00d6konomisierung des Rechts zugespitzt wird.<em> Wittig <\/em>hebt hervor, dass Effizienz- und Effektivit\u00e4tserw\u00e4gungen innerhalb\u00a0 der Tendenz der Informalisierung auch herrschaftskritisch angeeignet werden und etwa f\u00fcr eine Kritik an Freiheitsstrafen relevant sein k\u00f6nnen (284).<\/p>\n<p>Der letzte Beitrag des Bandes von <em>Michael Riegner <\/em>wirft einen Blick \u00fcber den Tellerrand der interdisziplin\u00e4ren Rechtsforschung in Deutschland zu deutschem Recht und thematisiert die Globalisierung und Europ\u00e4isierung des Rechts, sowie die damit einhergehende Notwendigkeit einer Erweiterung der Forschungsperspektive. <em>Riegner <\/em>postuliert die Notwendigkeit einer \u201ekontradisziplin\u00e4ren\u201c Vorgehensweise, die verstetigte Annahmen des juristischen Diskurses explizit mit nachbarwissenschaftlichen Erkenntnissen und Theorie konfrontiert (307). Interessant sind in diesem Zusammenhang etwa auch postkoloniale Untersuchungen des V\u00f6lkerrechts.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>Die Abbildung unterschiedlicher Perspektiven wissenschaftlicher Besch\u00e4ftigung mit Recht in Bezug auf die verschiedensten Themen gew\u00e4hrt einen Eindruck von den schier unendlichen M\u00f6glichkeiten inter-, trans- und kontradisziplin\u00e4rer Rechtsforschung. Dabei ist es anspruchsvoll, den Wechsel der Sprachfelder und theoretischen Brillen von Beitrag zu Beitrag nachzuvollziehen. Die einzelnen Beitr\u00e4ge greifen jedoch ineinander, so dass es sich lohnt, immer wieder vor- und zur\u00fcckzubl\u00e4ttern, um Zusammenh\u00e4nge und durchaus auch Kontroversen zu entdecken.<\/p>\n<p>Die Lekt\u00fcre zeigt, dass es f\u00fcr jedes Rechtsgebiet lohnt eine andere wissenschaftliche Perspektive einzunehmen um rechtstheoretische und rechtstats\u00e4chliche Momente in den Blick zu bekommen, die von einer rein juristischen Betrachtung nicht erfasst w\u00fcrden. An einigen Stellen w\u00e4re es w\u00fcnschenswert, dass im Geiste des Anspruchs einer Formulierung von Herrschaftskritik Machtverh\u00e4ltnisse dezidiert als solche benannt und kritisiert werden. So bleibt beispielsweise unklar, warum eine rassistisch motivierte Handlung in einem Beitrag als \u201efremdenfeindlich\u201c<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> bezeichnet wird.<\/p>\n<p>Das Buch verdeutlicht die Relevanz interdisziplin\u00e4rer Rechtsforschung f\u00fcr die Analyse gesellschaftlicher Verh\u00e4ltnisse. Es ermutigt dazu, die in der Praxis nicht immer einfache Umsetzung stets aufs Neue anzustreben, um kritische Perspektiven auf bestehende Ordnungen f\u00fcreinander fruchtbar zu machen. Seinem Anspruch verschiedene wissenschaftliche Debatten \u00fcber Recht zusammenzuf\u00fchren wird der Band nicht nur gerecht &#8211; er geht weit dar\u00fcber hinaus. Der Band sei daher gerade auch Lehrenden empfohlen \u2013 denn eine solche Lekt\u00fcre h\u00e4tte man sich als Jura-Studierende gew\u00fcnscht.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Im deutschsprachigen Raum haben zwischen 2008 und 2018 vier Konferenzen zur interdisziplin\u00e4ren Rechts\u00adforschung stattgefunden; zuletzt in Basel unter dem Titel \u201eAbschaffung des Rechts?\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Kritisch zur justiziellen Bearbeitung der Vorg\u00e4nge beim Kundus-Einsatz: <em>Wolfgang Kaleck, Andreas Sch\u00fcller und Dominik Steiger <\/em>(2010): Tarnen und T\u00e4uschen. Die deutschen Strafverfolgungsbeh\u00f6rden und der Fall des Luftangriffs bei Kundus. Kritische Justiz 43\/3, 270-286. Abrufbar unter: <a href=\"https:\/\/www.ecchr.eu\/fileadmin\/Publikationen\/Kaleck-Schueller-Steiger-Tarnen_und_Taeuschen-KJ.pdf\">https:\/\/www.ecchr.eu\/fileadmin\/Publikationen\/Kaleck-Schueller-Steiger-Tarnen_und_Taeuschen-KJ.pdf<\/a> (letzter Abruf: 17.05.2019).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gemeint ist die M\u00f6glichkeit des Geschlechtseintrages \u201edivers\u201c neben der bin\u00e4ren Geschlechtseintragung \u201em\u00e4nnlich\/weiblich\u201c.\u00a0 Vertiefend: <em>Konstanze Plett<\/em> (2007): Rechtliche Aspekte der Intersexualit\u00e4t. Zeitschrift f\u00fcr Sexualforschung, 20\/2, 162\u2013175.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. zur Rolle des Bundesverfassungsgerichts als Bollwerk zum Schutz der Grundrechte: <em>Christian Bommarius <\/em>(2011): Ein Fels in der Brandung \u2013 Das Bundesverfassungsgericht und die Grundrechte. <em>\u00a0<\/em>Kritische Justiz 44\/1, 43-49. Abrufbar unter: <a href=\"https:\/\/www.kj.nomos.de\/fileadmin\/kj\/doc\/2011\/2011_1\/6._Christian_Bommarius_-_Ein_Fels_in_der_Brandung._Das_Bundesverfassungsgericht_und_die_Grundrechte.pdf\">https:\/\/www.kj.nomos.de\/fileadmin\u00ad\/kj\/doc\/2011\/2011_1\/6._Christian_Bom\u00adma\u00adrius_\u00ad-_Ein_Fels_in_der_Bran\u00addung._Das_Bundesverfassungsgericht_und_die_Grundrechte.pdf<\/a> (letzter Abruf: 17.05.2019).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Zur problematischen Unterrepr\u00e4sentation von Frauen an juristischen Fakult\u00e4ten vgl. auch <em>Ute Sacksofsky und Carolin Stix <\/em>(2018): Was lange w\u00e4hrt und immer noch nicht gut ist. Zur Repr\u00e4sentanz von Frauen in der Wissenschaft vom Recht. Kritische Justiz 51\/4, 464-474. Abrufbar unter: <a href=\"https:\/\/www.nomos-elibrary.de\/10.5771\/0023-4834-2018-4-464\/was-lange-waehrt-und-immer-noch-nicht-gut-ist-zur-repraesentanz-von-frauen-in-der-wissenschaft-vom-recht-jahrgang-51-2018-heft-4?page=1\">https:\/\/www.nomos-elibrary.de\/10.5771\/0023-4834-2018-4-464\/was-lange-waehrt-und-immer-noch-nicht-gut-ist-zur-repraesentanz-von-frauen-in-der-wissenschaft-vom-recht-jahrgang-51-2018-heft-4?page=1<\/a> (letzter Abruf: 17.05.2019).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Zum widerspr\u00fcchlichen Verh\u00e4ltnis zwischen Polizei und Recht: <em>Walter Benjamin<\/em> (1965 (1921)): Zur Kritik der Gewalt und andere Aufs\u00e4tze. Frankfurt a.M., 44 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der Begriff der Rassifizierung beschreibt die Produktion einer Wissensstruktur, die Menschen anhand bestimmter ph\u00e4notypischer Merkmale kategorisiert, stereotypisiert und hierarchisiert. F\u00fcr weitere Ausf\u00fchrungen vgl. <em>Informations- und Dokumentationszentrum f\u00fcr Antirassismusarbeit (2019)<\/em>: Glossar. Abrufbar unter: <a href=\"https:\/\/www.idaev.de\/recherchetools\/glossar\/?no_cache=1&amp;tx_dpnglossary_glossarylist%5B@widget_0%5D%5Bcharacter%5D=R&amp;cHash=9e806e4082dff6ee68cf4350ab94aa18\">https:\/\/www.idaev.de\/recherchetools\/glossar\/?no_cache=1&amp;tx_dpnglossary_glossarylist%5B%40widget_0%5D%5Bcharacter%5D=R&amp;cHash=9e806e4082dff6ee68cf4350ab94aa18<\/a> (letzter Abruf: 17.05.2019).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. dazu auch <em>Stephanie Schmidt <\/em>(2018): Die (An)ordnung der K\u00f6rper &#8211; Praktiken polizeilichen Handelns, in: Rolshoven\/Schneider (Hg.): Dimensionen des Politischen. Anspr\u00fcche und Herausforderungen der Empirischen Kulturwissenschaft. Berlin, 365-385.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\"><sup>[9]<\/sup><\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. <em>Autor*innenkollektiv der Berliner Kampagne Ban! Racial Profiling \u2013 Gef\u00e4hrliche Orte abschaffen <\/em>(2018), Ban! Racial Profiling oder Die L\u00fcge von der \u201eanlass- und verdachtsunabh\u00e4ngigen Kontrolle\u201c, in: Daniel Loick (Hg.): Kritik der Polizei. Frankfurt a.M., 181-196 (183 f.).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\"><sup>[10]<\/sup><\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <em>Cengiz Barskanmaz<\/em> (2008): Rassismus, Postkolonialismus und Recht \u2013 Zu einer deutschen Critical Race Theory? Kritische Justiz 41\/3, 296-302 (297). Abrufbar unter: <a href=\"https:\/\/www.kj.nomos.de\/fileadmin\/kj\/doc\/2008\/20083Barskanmaz_S_296.pdf\">https:\/\/www.kj.nomos.de\/fileadmin\/kj\/doc\/2008\/20083Barskanmaz_S_296.pdf<\/a> (letzter Abruf: 17.05.2019).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\"><sup>[11]<\/sup><\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vertiefend: <em>Nele Austermann und Gianna Magdalena Schlichte <\/em>(2018): Gef\u00e4hrliche Begriffe?! \u00dcber \u201eGef\u00e4hrder\u201c und drohende Gefahren. Kritische Justiz 51\/4, 479-494. Abrufbar unter: <a href=\"https:\/\/www.nomos-elibrary.de\/10.5771\/0023-4834-2018-4-479.pdf?download_full_pdf=1&amp;page=1\">https:\/\/www.nomos-elibrary.de\/10.5771\/0023-4834-2018-4-479.pdf?download_full_pdf=1&amp;page=1<\/a> (letzter Abruf: 17.05.2019).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\"><sup>[12]<\/sup><\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. <em>Andrea Kretschmann und Aldo Legnaro <\/em>(2019): Abstrakte Gef\u00e4hrdungslagen \u2013 Zum Kontext der neuen Polizeigesetze. APuZ 69\/21-23, 11-17 (16 f.)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\"><sup>[13]<\/sup><\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 RA\u2019in Katrin Niedenthal formulierte bei der Tagung \u201ePraxen der Rechtskritik\u201c im Jahr 2016 in Berlin sinngem\u00e4\u00df: \u201eDas Recht ist ein zu m\u00e4chtiges Werkzeug, als dass wir es den Starken \u00fcberlassen k\u00f6nnten\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\"><sup>[14]<\/sup><\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. dazu u.a. <em>Katharina Theurer und Wolfgang Kaleck <\/em>(2008): Das Recht der M\u00e4chtigen &#8211; Die kolonialen Wurzeln des V\u00f6lkerrechts. Bl\u00e4tter 8\/2018, 105-110. Abrufbar unter: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2018\/august\/das-recht-der-maechtigen\">https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2018\/august\/das-recht-der-maechtigen<\/a> (letzter Abruf:17.05.2019); <em>Anthony Anghie <\/em>(2009): Die Evolution des V\u00f6lkerrechts: Koloniale und postkoloniale Realit\u00e4ten. Kritische Justiz, 42\/1, 49-63.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\"><sup>[15]<\/sup><\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. zur Problematik FN 10.<\/p>\n<p>Rezensiert von: Hannah Esp\u00edn Grau<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Boulanger, Christian; Rosenstock, Julika; Singelnstein, Tobias (Hrsg); Interdisziplin\u00e4re Rechtsforschung; 2019, VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften, ISBN 978-3-658-21989-5, 316 Seiten [1] \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Im deutschsprachigen Raum haben zwischen 2008 und 2018 vier Konferenzen zur interdisziplin\u00e4ren Rechts\u00adforschung stattgefunden; zuletzt in Basel unter dem Titel \u201eAbschaffung des Rechts?\u201c. \u201eEin historischer Blick zeigt, dass Rechtsnormen als Ergebnis gesellschaftlicher Auseinandersetzungen, Wertverschiebungen und &hellip; <a href=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1255\" class=\"more-link\">Continue reading <span class=\"screen-reader-text\">Christian Boulanger, Julika Rosenstock, Tobias Singelnstein (Hrsg.) &#8211; Interdisziplin\u00e4re Rechtsforschung &#8211; Rezensiert von: Hannah Esp\u00edn Grau<\/span> <span class=\"meta-nav\">&uarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1255"}],"collection":[{"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1255"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1255\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1258,"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1255\/revisions\/1258"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1255"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1255"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1255"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}