{"id":1287,"date":"2019-07-06T17:28:22","date_gmt":"2019-07-06T15:28:22","guid":{"rendered":"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1287"},"modified":"2019-07-06T17:28:22","modified_gmt":"2019-07-06T15:28:22","slug":"kai-ambros-internationales-strafrecht-strafanwendungsrecht-voelkerstrafrecht-europaeisches-strafrecht-rechtshilfe-rezensiert-von-holger-plank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1287","title":{"rendered":"Kai Ambros &#8211; Internationales Strafrecht. Strafanwendungsrecht \u2013 V\u00f6lkerstrafrecht \u2013 Europ\u00e4isches Strafrecht \u2013 Rechtshilfe &#8211; Rezensiert von: Holger Plank"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Ambos, Kai<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>;<\/em> \u201eInternationales Strafrecht. Strafanwendungsrecht \u2013 V\u00f6lkerstrafrecht \u2013 Europ\u00e4isches Strafrecht \u2013 Rechtshilfe.\u201c <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> <\/strong><strong>;<\/strong> ISBN: 978-3-406-71118-3, 5., v\u00f6llig \u00fcberarbeitete und erweiterte Auflage, 742 Seiten, erschienen bei C. H. Beck, M\u00fcnchen, 2018, 99.- \u20ac<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1288 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/ambos_internationales_strafrecht-107x150.png\" alt=\"\" width=\"107\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/ambos_internationales_strafrecht-107x150.png 107w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/ambos_internationales_strafrecht.png 200w\" sizes=\"(max-width: 107px) 100vw, 107px\" \/><\/p>\n<p><strong>Kai Ambos<\/strong> ist ein profunder Kenner der titelgebenden Materie, schlie\u00dflich ist er als ordentlicher Professor der Universit\u00e4t in G\u00f6ttingen (vgl. Fn. 1) nebenbei noch Richter am <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/internationale-justiz-klagen-ueber-den-haag-1.4423434\">Kosovo -Sondertribunal<\/a> in Den Haag und seit 2016 auch <a href=\"http:\/\/www.uni-goettingen.de\/de\/3240.html?archive=true&amp;archive_source=presse&amp;archive_id=6013\">Berater<\/a> (\u201eamicus curiae\u201c) der kolumbianischen Sondergerichtsbarkeit f\u00fcr den Frieden.<!--more--><\/p>\n<p>So setzt auch die f\u00fcnfte Auflage dieses Werkes aus der Beck`schen Reihe \u201e<a href=\"https:\/\/www.beck-shop.de\/reihen\/grosse-lehrbuecher\/44\">Gro\u00dfe Lehrb\u00fccher<\/a>\u201c in Umfang, Reichweite und Tiefe Standards (vgl. <a href=\"https:\/\/beckassets.blob.core.windows.net\/product\/toc\/20115331\/ambos-internationales-strafrecht-9783406711183.pdf\">Inhaltsverzeichnis<\/a>). Die Pressestimmen nach der Ver\u00ad\u00f6ffentlichung sind tendenziell eindeutig, <em>\u201e (&#8230;) wer in dem Bereich des internationalen Strafrechts einen fundierten Einblick nehmen will, der kommt um <u>\u201aden Ambos\u2018<\/u> kaum herum (&#8230;).\u201c<\/em><a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Was kann man dem eigentlich noch hin\u00adzuf\u00fcgen, wenn der Eigenname des Herausgebers \u2013 noch dazu eigens innerhalb des Zitats gekennzeichnet &#8211; in der bezeichneten Besprechung bereits als \u201eDeonym\u201c verwendet wird. Dennoch, auch f\u00fcr eine kurze Besprechung wie an dieser Stelle sollte man noch ein klein wenig tiefer blicken.<\/p>\n<p>Auch wenn sich der Preis von der 4. Auflage (42,90 Euro f\u00fcr 697 Seiten \u2013 2014 daher noch in der Beck`schen Reihe \u201e<u>Juristische Kurz-Lehrb\u00fccher<\/u>\u201c) zur 5. Auflage nun mehr als verdoppelt hat, \u201eder Ambos\u201c &#8211; inzwischen \u201emutiert\u201c zum \u201e<u>Gro\u00dfen Lehrbuch<\/u>\u201c &#8211; ist es wert. Ambos gelingt es \u2013 im Charakter gleicherma\u00dfen als Lehr- wie auch als Handbuch zu bezeichnen \u2013 hervor\u00adragend, das inhomogene Themengebiet des \u201einter\u00adnationalen Strafrechts\u201c gleichzeitig ausf\u00fchrlich und tiefgehend darzustellen und dennoch einen Rahmen einzuhalten, der es nicht zu einem reinen Nachschlagewerk werden l\u00e4sst, wenngleich es sich auch hierzu nat\u00fcrlich sehr gut eignet, wie G\u00f6lly<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> an anderer Stelle zutreffend feststellt. Das Werk zeichnet sich durch einen \u201egut verst\u00e4ndlichen Schreibstil, den \u00fcbersichtlichen Aufbau, zahllose Schaubilder und Fallbeispiele aus\u201c und ist damit gleicherma\u00dfen als studentisches Studienbuch (wenngleich inzwischen f\u00fcr den Eigenerwerb i. d. R. f\u00fcr den \/ die Studierende(n) zu teuer) wie auch mit seinen umfangreichen Informationsspeicher als Nachschlagewerk f\u00fcr erfahrene Strafrechts\u00adwissenschaftler und -praktiker sehr gut geeignet. Es geh\u00f6rt daher in jede strafrechtswissenschaftliche Fachbibliothek.<\/p>\n<p>\u201eDer Ambos\u201c zeigt deutlich auf, dass die Zeiten, in denen das Strafrecht als Rechtsgebiet zum Kernbereich staatlicher Souver\u00e4nit\u00e4t zu z\u00e4hlen war, nicht erst seit Verankerung v\u00f6lkerstrafrechtlicher Bestandteile im deutschen Strafrecht (VStGB) l\u00e4ngst vorbei sind. Tr\u00fcg<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> verweist an anderer Stelle in diesem Zusammenhang vice versa ebenso auf die zahllosen und \u201ekaum mehr wegzudenkenden Internationalen Straf\u00adgerichtsh\u00f6fe, die \u00fcberstaatliches Recht in Gestalt des V\u00f6lkerrechts zur Aburteilung schwerster Ver\u00adbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen anwenden und ggf. durchsetzen\u201c, wie auch auf die fortschreitenden Bestrebungen zur Begr\u00fcndung \/ zum Ausbau eines \u201eeurop\u00e4ischen Strafrechts\u201c (im Rahmen der europ\u00e4ischen Annexkompetenz zur Harmonisierung des Strafrechts, soweit dies \u201eunerl\u00e4sslich f\u00fcr die Durchf\u00fchrung der Politik der Union in einem bereits harmonisierten Politikbereich ist\u201c, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/AEUV\/83.html\">Art. 83 Abs. 2 AEUV<\/a>)\u00a0 hin. Insofern zeigt Ambos schon einleitend auf S. 1 des Werkes die irrt\u00fcmliche Verwendung des Begriffs \u201einternationales Strafrecht\u201c in der Literatur in Bezug auf die Er\u00f6ffnung der Anwendung deutschen Strafrechts (\u00a7\u00a7 3-7 StGB) auf und mahnt die korrektere Verwendung des Begriffs \u201e<strong>transnationales Strafrecht<\/strong>\u201c bei derartigen Fallgestaltungen an. Internationales Strafrecht korreliert nat\u00fcrlich auch mit der Notwendigkeit internationalen Strafverfahrensrechts (V\u00f6lkerstrafprozessrecht), was der Autor ebenso eindringlich darlegt.<\/p>\n<p>Das Werk, Rechtsstand Dezember 2017, in dem der Autor einleitend darauf verweist, dass die Dynamik der Entwicklung dieses Gebietes eine fortlaufend aktuelle, literatur- und ent\u00adscheidungsprozesstheoretische Durchdringung der behandelten Rechtssph\u00e4ren kaum noch zul\u00e4sst, ist dennoch vor allem f\u00fcr Strafrechtspraktiker und -anwender unheimlich wertvoll. Schon deshalb &#8211; um nur auf einen kleinen Teil (\u00a7 12) des Werkes zu reflektieren &#8211; \u00a0weil mindestens mittlere bis gr\u00f6\u00dfere strafrechtsrelevante Sachverhalte und Verfahren kaum noch ohne l\u00e4nder\u00fcbergreifende Rechts\u00adhilfekomponente, die Ambos im Kapitel 12 des Werkes \u201ekursorisch\u201c auf knapp 100 Seiten \u201eanrei\u00dft\u201c, schon innerhalb Europ\u00e4ischen Union kaum noch vorstellbar sind, wie z. B. polizeilicherseits am Beispiel des Ph\u00e4nomens der Geldautomatensprengungen in j\u00fcngerer Zeit ziemlich deutlich wird. Gleiches gilt generell f\u00fcr Btm-Sachverhalte und wirtschafts- oder steuerstrafrechtliche Verfahren.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Prof. Dr. iur. Dr. h. c. Kai <a href=\"https:\/\/www.department-ambos.uni-goettingen.de\/\">Ambos<\/a>, Universit\u00e4t G\u00f6ttingen, Institut f\u00fcr Kriminalwissenschaften, Abteilung f\u00fcr ausl\u00e4ndisches und internationales Strafrecht, Lehrstuhl f\u00fcr Straf- und Strafprozessrecht, Rechtsvergleichung, Internationales Strafrecht und V\u00f6lkerrecht.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Siehe <a href=\"https:\/\/www.beck-shop.de\/ambos-internationales-strafrecht\/product\/20115331\">Website<\/a> des Verlags.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Krumm, im Juni 2018, vgl. unter der URL: <a href=\"http:\/\/dierezensenten.blogspot.com\/2018\/06\/rezension-internationales-strafrecht.html\">http:\/\/dierezensenten.blogspot.com\/2018\/06\/rezension-internationales-strafrecht.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Ders. in: ZJS, 2017, Ausgabe 1, S. 129 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> StraFo (2015), Heft 4, S. 175 f.<\/p>\n<p>Rezensiert von: Holger Plank<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ambos, Kai[1]; \u201eInternationales Strafrecht. Strafanwendungsrecht \u2013 V\u00f6lkerstrafrecht \u2013 Europ\u00e4isches Strafrecht \u2013 Rechtshilfe.\u201c [2] ; ISBN: 978-3-406-71118-3, 5., v\u00f6llig \u00fcberarbeitete und erweiterte Auflage, 742 Seiten, erschienen bei C. H. Beck, M\u00fcnchen, 2018, 99.- \u20ac Kai Ambos ist ein profunder Kenner der titelgebenden Materie, schlie\u00dflich ist er als ordentlicher Professor der Universit\u00e4t in G\u00f6ttingen (vgl. Fn. 1) &hellip; <a href=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1287\" class=\"more-link\">Continue reading <span class=\"screen-reader-text\">Kai Ambros &#8211; Internationales Strafrecht. 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