{"id":1337,"date":"2019-08-31T21:24:41","date_gmt":"2019-08-31T19:24:41","guid":{"rendered":"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1337"},"modified":"2019-08-31T21:24:41","modified_gmt":"2019-08-31T19:24:41","slug":"frank-kawelowski-sabine-mecking-polizei-im-wandel-70-jahre-polizeiarbeit-in-nordrhein-westfalen-rezensiert-von-thomas-feltes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1337","title":{"rendered":"Frank Kawelowski, Sabine Mecking &#8211; Polizei im Wandel. 70 Jahre Polizeiarbeit in Nordrhein-Westfalen &#8211; Rezensiert von: Thomas Feltes"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Kawelowski, Frank, Mecking, Sabine;<\/em> Polizei im Wandel. 70 Jahre Polizeiarbeit in Nordrhein-Westfalen;<\/strong> Greven Verlag, K\u00f6ln 2019, ISBN-13: 9783774309036, 135 Seiten, 25.- Euro<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1338 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/polizei_im_wandel-119x150.png\" alt=\"\" width=\"119\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/polizei_im_wandel-119x150.png 119w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/polizei_im_wandel.png 200w\" sizes=\"(max-width: 119px) 100vw, 119px\" \/><\/p>\n<p>Bilder sagen mehr als tausend Worte \u2013 so sagt man, aber dieser Band ist mehr als ein \u201eBildband\u201c. Das machen schon die ersten S\u00e4tze der Autoren deutlich, die zu Beginn schreiben: <em>\u201ePolizeigeschichte ist Gesellschaftsgeschichte. Sie gibt Auskunft \u00fcber Regeln und Gesellschaft<\/em>\u201c. Und genau so ist es: Wer den optisch, vor allem aber auch inhaltlich sehr gut gemachten Band durchbl\u00e4ttert, wird sehr schnell anfangen zu lesen, und zwar vom Anfang bis zum Ende. Den beiden Autoren gelingt das Kunstst\u00fcck, mit den Bildern einen Blickfang zu haben und auch zu illustrieren; die Bilder \u201everf\u00fchren\u201c aber vor allem dazu, die Geschichte dahinter erfahren zu wollen, und da kommt dann der Text ins Spiel.<!--more--><\/p>\n<p>Ja, Bilder k\u00f6nnen auch l\u00fcgen, oder besser gesagt f\u00fcr L\u00fcgengeschichten missbraucht und verf\u00e4lscht werden. Umso wichtiger ist ein objektiver, aber dennoch beteiligter Blick auf das Geschehen. Diesen Blick liefern die Autoren des Buches, weil sie wissen, wovon sie schreiben und warum sie welche Bilder f\u00fcr das Buch ausgew\u00e4hlt haben.<\/p>\n<p>So geht der Band dann tats\u00e4chlich der Frage nach (und beantwortet sie auch), welche Ver\u00e4nderungen sich innerhalb der Polizei in den letzten siebzig Jahren strukturell, personell, aber auch bei der Aufgabenstellung, der eigenen Zielsetzung und dem Selbstverst\u00e4ndnis der Polizei vollzogen haben. Und zwar nicht nur in NRW, sondern \u00fcberall in Deutschland. Insofern ist dieses Buch zwar auch ein Werk mit Lokalkolorit; letztlich aber k\u00f6nnten die Bilder \u00fcberall in Deutschland entstanden sein, und damit ist es den Autoren gelungen, tats\u00e4chlich eine Zeitreise durch die Polizei in Deutschland anzubieten.<\/p>\n<p>\u201e<em>Eine Zeitreise in Bildern<\/em>\u201c, die \u201e<em>konkreter als Schimanski \u2013 echter als Toto und Harry\u201c<\/em> sei, f\u00fcr \u201e<em>f\u00fcr Fans und Kritiker<\/em>\u201c sei das Buch bestimmt und Themen wie \u201e<em>Schwarzmarkt, Gladbeck, Hambacher Forst<\/em>\u201c behandele es. So wirbt der Verlag f\u00fcr dieses Buch, und selten ist eine Werbung so danebengegangen.<\/p>\n<p>Zwar finden sich danach auf der Website<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> auch noch einige S\u00e4tze zum Inhalt des Buches (\u201e<em>Wie sich dieser konfliktreiche Wandel zwischen alten Denkmustern und gesellschaftlichem Aufbruch vollzog, zeigt der Band anschaulich mit Einsatzbeispielen und Einblicken in den polizeilichen Arbeitsalltag. Acht chronologisch gegliederte Kapitel fassen die wechselvolle Geschichte der Polizei in Nordrhein-Westfalen von den Anf\u00e4ngen bis zur Gegenwart pr\u00e4gnant zusammen und machen sie mit zahlreichen, gr\u00f6\u00dftenteils erstmals ver\u00f6ffentlichten Fotos unmittelbar erlebbar<\/em>\u201c), offensichtlich aber konnte der Verlag der Versuchung nicht widerstehen, das Werk m\u00f6glichst rei\u00dferisch anzupreisen. Schade, denn es ist gerade kein \u201eBildband\u201c f\u00fcr den allt\u00e4glichen Gebrauch, und der Inhalt hat wenig bis gar nichts mit Schimanski oder Toto und Harry zu tun.<\/p>\n<p>Gut auch, dass die Autoren den Politikwissenschaftler Claus Leggewie<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> um ein \u201e<em>skeptisches Nachwort<\/em>\u201c (S. 119 ff.) gebeten haben \u2013 wahrscheinlich hatten sie ihn um ein \u201eNachwort\u201c gebeten, und das \u201eSkeptische\u201c kam dann von Leggewie hinzu. Jedenfalls sind die Zeilen des international renommierten Wissenschaftskollegen \u00fcberaus lesenswert und sie passen auch vom Anspruch her in dieses Buch. Gl\u00fcckwunsch.<\/p>\n<p>Wenn die Autoren dann ihr Buch mit den Worten schlie\u00dfen: <em>\u201eDurch ein besonnenes Handeln in nerv\u00f6sen Zeiten kann die Polizei und damit jede Polizistin und jeder Polizist dazu beitragen, politischen und sozialen Frieden zu bewahren<\/em>\u201c (S. 117), dann bleibt nur zu hoffen, dass auch dies von den polizeilichen und nicht-polizeilichen Leserinnen und Lesern wahr- und ernstgenommen wird. In Zeiten wie diesen, in denen die Unterst\u00fctzung des demokratischen Grundgedankens fast t\u00e4glich schwindet und sich ganze Bev\u00f6lkerungsschichten abgeh\u00e4ngt f\u00fchlen, ist dies notwendiger denn je. Denn die Polizei darf diesem gesellschaftlichen Trend nicht nachgeben \u2013 oder ihn gar versuchen aufzunehmen, in dem sie repressiver wird. Das w\u00e4re ein fatales Signal.<\/p>\n<p>Noch ein Vorschlag zum Schluss: Wenn der Verlag den Text ins Englische \u00fcbersetzen lassen w\u00fcrde, dann h\u00e4tten wir endlich ein Buch, das deutsche Polizeigeschichte auch f\u00fcr ausl\u00e4ndische Kolleginnen und Kollegen (in Wissenschaft und Praxis) anschaulich darstellt und wir m\u00fcssten uns nicht immer mit den meist englischsprachigen Ver\u00f6ffentlichungen aus dem Ausland herumschlagen, in denen die deutsche Polizei doch sehr \u201ebegrenzt\u201c dargestellt wird (manchmal auch im wahrsten Sinn des Wortes).<\/p>\n<p>Und dann doch noch ein Lob an den Verlag: Der Verkaufspreis von 25.- Euro ist fair und sollte dazu f\u00fchren, dass auch der eine oder andere Polizeianw\u00e4rter (nicht nur in NRW) diesen Band kauft. Dass ihn alle Polizeihochschulen und Ausbildungseinrichtungen bei sich ins Regal stellen, versteht sich doch wohl von selbst. Oder?<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> <a href=\"https:\/\/shop.greven-verlag.de\/polizei-im-wandel.html\">https:\/\/shop.greven-verlag.de\/polizei-im-wandel.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.leggewie.de\/\">http:\/\/www.leggewie.de\/<\/a><\/p>\n<p>Rezensiert von: Thomas Feltes<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kawelowski, Frank, Mecking, Sabine; Polizei im Wandel. 70 Jahre Polizeiarbeit in Nordrhein-Westfalen; Greven Verlag, K\u00f6ln 2019, ISBN-13: 9783774309036, 135 Seiten, 25.- Euro Bilder sagen mehr als tausend Worte \u2013 so sagt man, aber dieser Band ist mehr als ein \u201eBildband\u201c. 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