{"id":1344,"date":"2019-09-30T20:49:15","date_gmt":"2019-09-30T18:49:15","guid":{"rendered":"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1344"},"modified":"2019-09-30T20:49:26","modified_gmt":"2019-09-30T18:49:26","slug":"sammelbesprechung-vermoegensabschoepfung-im-straf-und-ordnungswidrigkeitenverfahren-rezensiert-von-holger-plank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1344","title":{"rendered":"Sammelbesprechung &#8211; \u201eVerm\u00f6gensabsch\u00f6pfung im Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren\u201c &#8211; Rezensiert von: Holger Plank"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eVerm\u00f6gensabsch\u00f6pfung im Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren\u201c<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Sammelbesprechung der B\u00e4nde:<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1346 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/schmidt_vermoegensabschoepfung-93x150.png\" alt=\"\" width=\"93\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/schmidt_vermoegensabschoepfung-93x150.png 93w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/schmidt_vermoegensabschoepfung.png 200w\" sizes=\"(max-width: 93px) 100vw, 93px\" \/><\/p>\n<p><strong>Schmidt, Wilhelm<\/strong><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><strong>[1]<\/strong><\/a><strong>: \u201eVerm\u00f6gensabsch\u00f6pfung. Handbuch f\u00fcr das Straf- und Ordnungswidrigkeiten.\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>;<\/strong> ISBN: 978-3-406-71679-9, 619 Seiten, C. H. Beck Verlag, M\u00fcnchen, 2. Aufl. 2019, 109.- \u20ac<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Podolsky, Johann<\/strong><a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a><strong> \/ Brenner, Tobias<\/strong><a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a><strong> \/ Baier, Roland<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> \/ Veith, Christian<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a>: \u201eVerm\u00f6gensabsch\u00f6pfung im Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren. Einziehung und vorl\u00e4ufige Verm\u00f6genssicherung. Leitfaden f\u00fcr die Praxis\u201c<\/strong><a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a><strong>;<\/strong> ISBN: 978-3-415-06278-8, 268 Seiten, Boorberg Verlag, Stuttgart [M\u00fcnchen, Hannover, Berlin, Weimar, Dresden], 6. Auflage 2019, 29,90 \u20ac)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1347 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/pbbv_vermoegensabschoepfung-105x150.png\" alt=\"\" width=\"105\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/pbbv_vermoegensabschoepfung-105x150.png 105w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/pbbv_vermoegensabschoepfung.png 200w\" sizes=\"(max-width: 105px) 100vw, 105px\" \/><\/p>\n<p>Die beiden Lehr- \/ Handb\u00fccher leiten den Leser durch eine au\u00dferordentlich komp\u00adli\u00adzierte, jedoch h\u00f6chst praxisrelevante, interdisziplin\u00e4re Materie, verschr\u00e4nken sich hierin doch zweckorientiert die Anwendungsbereiche des Straf-, Zivil-, Handels- Gesellschafts- und Zwangsvollstreckungsrechts unter dem Dach des Strafrechts. Das Verm\u00f6gens\u00adabsch\u00f6pfungsrecht wurde zum 01.07.2017 mit dem \u201e<em>Gesetz zur Reform der straf\u00adrechtlichen Verm\u00f6gensabsch\u00f6pfung<\/em>\u201c (<a href=\"https:\/\/www.bgbl.de\/xaver\/bgbl\/start.xav#__bgbl__%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl117s0872.pdf%27%5D__1562131424750\">BGBl. 2017 I Nr. 22 vom 21.04.2017, S. 872 ff.<\/a>) vollst\u00e4ndig<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> neu gefasst. <!--more-->Es trans\u00adferierte eine EU-Richtlinie (<a href=\"http:\/\/db.eurocrim.org\/db\/de\/doc\/2139.pdf\">Richtlinie 2014\/42\/EU<\/a>) in deutsches Recht, beschr\u00e4nkt sich aber nicht hierauf, sondern regelt das Recht strafrechtlicher Verm\u00f6gensab\u00adsch\u00f6pfung und diese vorbereitender vor\u00adl\u00e4ufiger Sicherungsma\u00dfnahmen vollst\u00e4ndig neu. Die Ratio legis dieser Materie bringt das Bundesverfassungsgericht in seiner Entscheidung zum \u201eer\u00adweiterten Verfall\u201c (\u00a7 73d StGB a. F.) vom 14.01.2004 (<a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2004\/01\/rs20040114_2bvr056495.html\">2 BvR 564\/95<\/a>) mit der juristisch-trockenen, dennoch grif\u00adfigen Formulierung \u201e <em>(\u2026) die strafrechtliche Verm\u00f6gensab\u00adsch\u00f6pfung solle durch einen \u201aordnenden Zugriff\u2018 des Rechts die Korrektur einer delik\u00adtisch zustande gekommenen Verm\u00f6genszuordnung erm\u00f6glichen<\/em>\u201c, also \u201e <em>(\u2026) einen rechts\u00adwidrigen Zu\u00adstand durch ord\u00adnenden Zugriff von hoher Hand beenden (\u2026)<\/em>\u201c, trefflich zum Ausdruck.<\/p>\n<p>Die Neuregelung ist <u>keine<\/u> Sanktion im engeren Sinne, sondern betreibt \u201elediglich\u201c Verm\u00f6gensabsch\u00f6pfung. Sie wird im Schrifttum deswegen auch immer wieder als \u201e<strong>3. S\u00e4ule des Straf\u00adver\u00adfahrens<\/strong>\u201c<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> bezeichnet. Somit soll auch das strenge straf\u00adrechtliche <strong>R\u00fcckwirkungs\u00adverbot<\/strong> nicht gelten. Das bedeutet, dass auch f\u00fcr Straftaten, die vor Inkrafttreten der Gesetzes\u00e4nderung begangen wurden, aber erst nach dem 01.07.2017 Gegenstand eines Ermittlungsverfahrens geworden sind oder abgeurteilt wurden, das neue Recht anwendbar ist.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p>Das Gesetz f\u00fchrt zu einer v\u00f6lligen Neugestaltung der strafrechtlichen Verm\u00f6gens\u00adabsch\u00f6pfung. Diese Neugestaltung beschr\u00e4nkt sich nicht nur auf terminologische \u00c4n\u00adderungen, auch wenn diese zun\u00e4chst auffallen. Kernst\u00fcck des Reformvorhabens ist die grundlegende Neuregelung der Opferentsch\u00e4digung mit dem Dreh- und Angelpunkt der Streichung des \u00a7 73 Abs. 1 Satz 2 (a. F.) StGB. Damit wurde das Regelungsmodell der \u201e<strong>R\u00fcckgewinnungshilfe<\/strong>\u201c hinf\u00e4llig und die komplizierte Vorschrift \u00fcber den <strong>staatlichen \u201eAuffangrechtserwerb\u201c<\/strong> \u00fcberfl\u00fcssig, sodass sich \u201e<em>zeitraubende zivilrechtliche Fragen k\u00fcnftig nicht mehr stellen<\/em>\u201c sollten, wie Schmidt kommentiert (S. 8). Der bislang in den \u00a7\u00a7 73 ff. StGB geregelte <strong>Verfall<\/strong> wird sodann k\u00fcnftig einheitlich als <em>\u201e<strong>Einziehung von Tatertr\u00e4gen<\/strong>\u201c<\/em> bezeichnet, was eine Angleichung an die im europ\u00e4ischen Kontext gebr\u00e4uchliche Ter\u00adminologie (<em>\u201e<strong>Confiscation<\/strong>\u201c<\/em>) ergibt. Zus\u00e4tzlich werden aber auch in der Sache um\u00adfangreiche \u00c4nderungen auf den Weg gebracht, sodass viele das Gesetz als \u201egro\u00dfen Wurf\u201c bezeichnet haben. Das ist de lege scripta auch sicher richtig, wie die nachfolgende kurze Zusammenfassung<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> der wesentlichen \u00c4nderungen zeigt:<\/p>\n<ul>\n<li>So soll es mit der <em>\u201e<strong>Einziehung von Tatertr\u00e4gen<\/strong>\u201c<\/em> im Strafrecht nur noch ein ein\u00ad\u00adheit\u00adliches Rechtsinstitut geben, mit dessen Hilfe inkriminierte Verm\u00f6gens\u00adwerte abgesch\u00f6pft werden k\u00f6nnen. Die bisherige Unterscheidung zwischen den Rechtsinstituten des Verfalls und der Einziehung wird hinf\u00e4llig.<\/li>\n<li>Eine Einziehung nach neuem Recht ist entgegen der bisherigen Regelung in \u00a7 73 Abs. 2 S. 2 StGB auch dann zul\u00e4ssig, wenn <strong>Anspr\u00fcche von Verletzten der Straftat<\/strong> bestehen. Die bisherige Regelung, wonach bereits das Bestehen von Dritt\u00adanspr\u00fcchen zum Ausschluss des Verfalls f\u00fchrte, sorgte daf\u00fcr, dass ein Ver\u00adfall im Ergebnis nur bei Delikten m\u00f6glich war, die sich nicht gegen \u201eh\u00f6chst\u00adpers\u00f6nliche\u201c Rechtsg\u00fcter richteten. Diese Vorschrift wurde h\u00e4ufig als \u201eToten\u00adgr\u00e4ber des Verfalls\u201c bezeichnet. Wesentliche Folge dieses Umstandes ist, dass Einziehung und entsprechende Sicherung von Verm\u00f6genswerten in Form von Beschlag\u00adnahme und Verm\u00f6gensarrest nun auch bei Verm\u00f6gensdelikten m\u00f6glich sind.<\/li>\n<li>Sowohl die Anordnung der Einziehung von Tatertr\u00e4gen als auch deren vorl\u00e4ufige Sicherung im Ermittlungsverfahren ist nun weitgehend <strong>verpflichtend<\/strong>, jedenfalls wenn dringende Gr\u00fcnde vorliegen, die nahelegen, dass es zu einer Einziehung kommen wird (dann <em>\u201esoll\u201c<\/em>-Bestimmung). Bislang bestand im Hinblick auf die vorl\u00e4ufige Sicherung ein Ermessen der Staatsanwaltschaften.<\/li>\n<li>Der <strong>erweiterte Verfall<\/strong> wird k\u00fcnftig auf Grundlage jeder Straftat m\u00f6glich sein, nicht nur bei wenigen Straftatbest\u00e4nden organisierter Kriminalit\u00e4t, die ausdr\u00fcck\u00adlich auf die M\u00f6glichkeit des erweiterten Verfalls verwiesen haben. Bei Ermitt\u00adlungs\u00adverfahren wegen gesondert aufgez\u00e4hlter Straftaten organisierter Krimi\u00adnalit\u00e4t, des Terrorismus \u2013 beispielsweise auch der Geldw\u00e4sche, und das ohne Beschr\u00e4nkung auf entsprechende Katalogtaten als Geldw\u00e4schevortat \u2013 soll dann der Nachweis einer individuellen rechtswidrigen Tat entbehrlich sein, sofern nur das Gericht aufgrund der Gesamtumst\u00e4nde die \u00dcberzeugung gewinnt, dass ein Gegenstand aus einer rechtswidrigen Tat herr\u00fchrt. F\u00fcr die \u00dcberzeugungsbildung sollen etwa die pers\u00f6nlichen und wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse des Beschul\u00addigten sowie das grobe Missverh\u00e4ltnis zwischen dem Wert des Gegenstandes und den rechtm\u00e4\u00dfigen Eink\u00fcnften des Betroffenen eine Rolle spielen. Hier wird also dem Gericht eine Beweisregel an die Hand gegeben, was im Hinblick auf den Grundsatz freier tatrichterlicher Beweisw\u00fcrdigung nach \u00a7 261 StPO fragw\u00fcrdig ist.<\/li>\n<li>F\u00fcr die Bestimmung der einzuziehenden Tatertr\u00e4ge gilt weiterhin das sog. <strong>Bruttoprinzip<\/strong>, wonach f\u00fcr die rechtswidrige Tat gemachte Aufwendungen nicht abgezogen werden d\u00fcrfen. Hier findet durch das neue Recht aber eine genauere Bestimmung des Inhalts dieses Bruttoprinzips (<a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/stgb\/__73d.html\">\u00a7 73d StGB<\/a>) statt, die st\u00e4rker an der delik\u00adtischen Zielsetzung der Aufwendungen ankn\u00fcpft. So sollen Aufwen\u00addungen k\u00fcnftig abzugsf\u00e4hig sein, es sei denn sie sind f\u00fcr die Begehung der rechts\u00adwidrigen Tat gemacht worden.<\/li>\n<li>Die Staatsanwaltschaft \u2013 funktional der Rechtspfleger \u2013 ist nach Rechtskraft der Einziehungsentscheidung f\u00fcr die <strong>Verteilung des Erl\u00f6ses<\/strong> bzw. des eingezogenen Gegenstandes an die Verletzten zust\u00e4ndig. Hierf\u00fcr ist anders als nach bisheriger Rechtslage <u>kein<\/u> \u201e<strong>Windhundrennen<\/strong>\u201c mehr erforderlich. Vielmehr findet eine ein\u00ad\u00adheit\u00adliche Verteilung an alle Verletzten statt. Hierf\u00fcr kann der Verletzte entweder einen zivilrechtlichen Titel vorlegen, oder der Rechtspfleger pr\u00fcft anhand des Ermittlungsergebnisses das Bestehen der Anspr\u00fcche des Verletzten. Gegen die Entscheidung des Rechtspflegers steht der gerichtliche Rechtsschutz offen. Diese <strong>neue Form der Opferentsch\u00e4digung<\/strong> ist das grundlegend neue an dem Gesetz.<\/li>\n<li>Reicht das arrestierte (im \u00dcbrigen gibt es nach reformiertem Recht nun den \u201e<u>dinglichen Arrest<\/u>\u201c nicht mehr; neu eingef\u00fchrt ist der Begriff des \u201e<strong>Verm\u00f6\u00adgensarrests<\/strong>\u201c) Verm\u00f6gen zur Befriedigung aller Verletzten nicht aus (<strong>Mangel\u00adfall<\/strong>), so gilt die Staatsanwaltschaft als durch die Verletzten erm\u00e4chtigt und ver\u00adpflichtet, Antrag auf Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens zu stellen. Die Ver\u00adteilung findet dann im Insolvenzverfahren statt.<\/li>\n<li>Im Fall eines <strong>Insolvenzverfahrens<\/strong> sind die Anspr\u00fcche des Staates gegen\u00fcber den Anspr\u00fcchen \u00fcbriger Gl\u00e4ubiger privilegiert. Dies gilt aber nicht, sofern Ge\u00adsch\u00e4digte existieren, deren Anspr\u00fcche im Strafverfahren gesichert werden. Dann gilt wieder der Grundsatz der Gl\u00e4ubigergleichbehandlung.<\/li>\n<li>Eine weitere wesentliche Neuerung enth\u00e4lt <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/stgb\/__76a.html\">\u00a7 76a Abs. 4 StGB<\/a>. Die Regelung erm\u00f6glicht es, Verm\u00f6gensgegenst\u00e4nde <strong>unabh\u00e4ngig vom Nachweis einer rechts\u00adwidrigen Tat (selbst\u00e4ndig)<\/strong> einzuziehen, wenn das Gericht von ihrer illegalen Her\u00adkunft \u00fcberzeugt ist. Der Gesetzgeber gibt zudem den Strafrichtern mit <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/stpo\/__437.html\">\u00a7 437 StPO<\/a> ein \u201eRaster\u201c an die Hand, wie sie sich von einer illegalen Herkunft zu \u00fcber\u00adzeugen ha\u00adben: <em>\u201eBei der Entscheidung \u00fcber die selbst\u00e4ndige Einziehung nach \u00a7 76a Ab\u00adsatz 4 des Strafgesetzbuches kann das Gericht seine \u00dcberzeugung davon, dass der Gegenstand aus einer rechtswidrigen Tat herr\u00fchrt, insbesondere auf ein grobes Missverh\u00e4ltnis zwischen dem Wert des Gegenstandes und den recht\u00adm\u00e4\u00dfigen Eink\u00fcnften des Betroffenen st\u00fctzen.\u201c<\/em> Gemeint sind hier offensichtlich nicht nur die Eink\u00fcnfte im Sinne des \u00a7 2 des Einkommens\u00adteuergesetzes, sondern auch andere Verm\u00f6genszufl\u00fcsse wie Schenkung, Erbschaft oder etwa ein Lotteriegewinn \u00e0 teilweise \u201e<strong>Be\u00adweislastumkehr<\/strong>\u201c.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Aber, hat die Neuregelung &#8211; nun fast auf den Tag genau zwei Jahre in Kraft &#8211; auch den Praxistest vollst\u00e4ndig bestanden? Angesichts medial spektakul\u00e4r aufbereiteter vorl\u00e4u\u00adfiger Verm\u00f6genssicherungen, z. B. im Rahmen des entschlossenen Vorgehens der Ber\u00adliner Generalstaatsanwaltschaft gegen die \u201eClankriminalit\u00e4t\u201c im Zuge eines Geld\u00adw\u00e4\u00adsche\u00ad\u00adverfahrens mit der Beschlagnahme von insgesamt <a href=\"https:\/\/twitter.com\/GStABerlin\/status\/1122789390621794305\">77 Immobilien<\/a>, liegt das Er\u00adgebnis durch konkludentes Tun scheinbar auf der Hand. Man k\u00f6nne nun \u2013 besser als je zuvor \u2013 das Verbrechen an dessen Wurzel \u201eaustrocknen\u201c, so die Kom\u00admentatoren. Gerade mit derartigen Ma\u00dfnahmen k\u00f6nne der Staat auch eine hohe generalpr\u00e4ventive Wir\u00adkung erzeugen, denn die \u201estrafrechtliche Verm\u00f6gensabsch\u00f6pfung (\u2026) k\u00f6nne bei der Bev\u00f6lkerung (derart vermittelt) den Eindruck erzeugen, der Staat unternehme alles ihm rechtsstaatlich M\u00f6gliche, um eine Nutznie\u00dfung von Verbrechensgewinnen zu unter\u00adbinden.\u201c Dennoch, an ober- oder gar h\u00f6chstrichterlicher Rechtsprechung in der Hauptsache zu dieser neu geregelten \u201e<strong>3. S\u00e4ule des Straf\u00adver\u00adfahrens<\/strong>\u201c<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> fehlt es noch weit\u00adgehend. Es gibt zwar inzwischen einige Entscheidungen, deren \u201e <em>(\u2026) einschl\u00e4gige Pas\u00adsagen betreffen jedoch h\u00e4ufig Neben\u00adaspekte oder stellen kleinere Bemerkungen dar, die absch\u00f6pfungsrechtlich zwar be\u00addeutsam sind, angesichts ihrer scheinbaren Un\u00adschein\u00adbarkeit aber nicht ausreichen<\/em> (\u2026)\u201c kommentierte k\u00fcrzlich Bittmann<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a>. Die Verm\u00f6gensabsch\u00f6pfung ist eine \u201eschwierige Materie\u201c,\u00a0 deshalb entstehen &#8211; schon durch die teilweise Un\u00fcbersichtlichkeit der Vorschriften &#8211; auf Ebene der sicher\u00adheits\u00adbe\u00adh\u00f6rdlichen \u201eErsteinschreiter\u201c wie auch in der Fort\u00adfolge bei den polizeilichen bzw. den \u201e<strong>Verm\u00f6gensabsch\u00f6pfern<\/strong>\u201c bei Finanz\u00e4mtern, beim Zoll, bei der Staats\u00adan\u00adwalt\u00adschaft und letztlich auch den Gerichten erhebliche admi\u00adnistrative, aus- und fort\u00adbildungsintensive, aufbau- und ablauforganisatorische wie auch rechts\u00adtat\u00ads\u00e4chliche Mehraufw\u00e4nde!<\/p>\n<p>\u201e<strong>Der Schmidt<\/strong><a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a>\u201c, in zweiter, vollst\u00e4ndig \u00fcberarbeiteter Auflage 2019, und \u201eder Po\u00addol\u00adsky<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a>\u201c, inzwischen in sechster Auflage 2019 (erstmals mit drei Mitautoren), greifen diese umf\u00e4nglichen Neuregelungen in ihren neu aufgelegten, \u201einhaltsreichen\u201c Werken in gewohnt umf\u00e4nglicher, sowohl notwendig tiefgreifender Kommentierung als auch zielgruppengerecht auf. Alleine die Verwendung des Eigennamens der Herausgeber \/ Autoren f\u00fcr diese Werke in der Li\u00adteratur in Form eines \u201eDeonyms\u201c zeigt deren Bedeutung und ist ein verl\u00e4sslicher Grad\u00admesser f\u00fcr deren Bedeutung und Aussagekraft.<\/p>\n<p>Nun also zun\u00e4chst \u201e<strong>zum Schmidt<\/strong>\u201c, den &#8211; stellvertretend f\u00fcr andere nachvollziehbar positive Besprechungen der aktuellen Auflage &#8211; Stern in seinem Blog<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> wie folgt beschreibt: Schmidt habe \u201e <em>(\u2026) eine nachvollziehbare Struktur gefunden und (sei) nicht der Ver\u00adsuchung erlegen, statt die erforderliche &#8211; aber eben auch anstrengende \u2013 Gr\u00fcnd\u00adlichkeit an den Tag zu legen, eine oberfl\u00e4chliche Leichtigkeit zu suggerieren. Zudem d\u00fcrfte es wohl nur wenige Fragen geben, f\u00fcr die der Autor keine Antwort oder nicht wenigstens eine &#8211; teilweise auch kommentierte &#8211; Recht\u00adsprechungs\u00adfundstelle liefern (k\u00f6nne).<\/em>&#8220;<\/p>\n<p>Das Handbuch ist in neun \u201eTeile\u201c untergliedert (vgl. Fn. 2), darunter &#8211; der komplizierten Materie geschuldet &#8211; unglaublich feingliedrig jeweils mit zahllosen Unterkapiteln unterlegt und umfasst zudem einen reichhaltigen Anhang mit den erforderlichen nationalen und internationalen Rechtsvorschriften, wesentlichen Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zu der Materie und zahlreichen Beschlussmustern. In tausenden von Fu\u00dfnoten bietet Schmidt zus\u00e4tzlich einen reichhaltigen Fundus an Kurzkommentaren, Erl\u00e4uterungen und Verweisen auf aktuelle die Rechtsprechung, sodass \u00fcber diese Verkn\u00fcpfungen nahezu jede Frage tiefergehend erkundet werden kann. Der Kapitelaufbau folgt der gesetzlichen Logik, beginnt im 2. Teil mit den materiell-rechtlichen (StGB) Vorschriften, worauf im 3. Teil die formell-rechtlichen Verfahrensvorschriften (StPO) folgen. Das \u201eEinziehungsverfahren\u201c wird gesondert im 4. Teil behandelt. Die Teile 5 (\u201eInsolvenzverfahren\u201c) und 6 (\u201eStrafvollstreckungs- und Entsch\u00e4digungsverfahren\u201c) kommentieren Besonderheiten bzw. den Abschluss des strafverfahrensrechtlichen Teils der Materie. Im 7. Teil widmet sich der Autor den Besonderheiten der ordnungswidrigkeitsrechtlichen Verm\u00f6gens\u00adabsch\u00f6pfung. Im 8. Teil kn\u00fcpft Schmidt im Rahmen internationaler Regelungen zur Geldw\u00e4schebek\u00e4mpfung an zahlreiche inter- und supranationale Abkommen an, bevor er auf die nationalen gesetzlichen Regelungen und strafrechtlichen Ankn\u00fcpfungstatbest\u00e4nde des \u00a7 261 StGB eingeht. Der 9. Teil vertieft nochmals die Besonderheiten internationaler Regelungen, insbesondere das EuGeldw\u00e4sche\u00dcbk und das IRG. Die Neuregelung der Verm\u00f6gensabsch\u00f6pfung ist nicht weniger komplex als das alte Recht und zum Teil auch genauso un\u00fcbersichtlich, die beabsichtigen Wirkungen m\u00fcssen sich in der Praxis durch obergerichtliche \/ h\u00f6chstrichterliche Rechtsprechung erst noch beweisen. Die Aufw\u00e4nde f\u00fcr die Sicherheitsbeh\u00f6rden und die Justiz sind mit diesem m\u00e4chtigen Instrumentarium nochmals gewachsen. Hierbei bietet \u201eder Schmidt\u201c eine ausgezeichnete, wissen\u00adschaftlich fundierte aber auch immer praxisorientierte Orientierung und \u201ezeigt (stets) einen Weg durch die mitunter nicht immer \u00fcbersichtlichen Vorschriften der Gewinn\u00adabsch\u00f6pfung\u201c, wie Kerkmann an anderer Stelle zurecht anmerkt.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend \u201e<strong>zum Podolsky<\/strong>\u201c. Man merkt dem gelungenen, gut gegliederten und fallpraktisch aufgebauten Lehr- und Handbuch im Unterschied \u201ezum Schmidt\u201c verfasserseitig bereits einleitend die besondere N\u00e4he zur Polizei an, wird doch bereits einleitend ein in der sicherheitsbeh\u00f6rdlichen Anwendungspraxis zwingend notwendiges \u201e3-S\u00e4ulen-Modell\u201c, nach dem Vorbild Baden-W\u00fcrttembergs propagiert:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Erste S\u00e4ule<\/strong> \u2013 Aus- und Fortbildung von Polizeibeamten zu Finanzermittlern, insbesondere die grundlegende Vermittlung von vertieften Rechtskenntnissen im Zivil-, Handels- Gesellschafts- und Zwangsvollstreckungsrecht, Rechtsbereiche, die in der polizeilichen Ausbildung eine untergeordnete Rolle spielen (\u201eGeneralisten zu Spezialisten\u201c)<\/li>\n<li><strong>Zweite S\u00e4ule<\/strong> \u2013 Einrichtung von Zentralstellen \u201eVerm\u00f6gensabsch\u00f6pfung\u201c bei den LK\u00c4 (hier m\u00f6chte man noch hinzuf\u00fcgen, nat\u00fcrlich auch bei den Poli\u00adzeipr\u00e4sidien in eigenst\u00e4ndigen Arbeitsbereichen)<\/li>\n<li><strong>Dritte S\u00e4ule<\/strong> \u2013 Finanzermittlungen mit dem Ziel der Verm\u00f6gensabsch\u00f6pfung als polizeilicher Standard (\u201eden Blick f\u00fcr relevante Sachverhalte ben\u00f6tigt nicht nur die Kriminal- sondern k\u00fcnftig auch jeder \/ jede Schutzpolizeibeamte*in\u201c).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Buch ist nach einer pr\u00e4gnanten <strong>Einleitung<\/strong> in weitere <strong>zw\u00f6lf Kapitel<\/strong> (im letzten Kapitel 13 sind \u2013 was f\u00fcr den Gesamt\u00fcberblick hilfreich ist \u2013 insgesamt 20 <strong>Muster<\/strong>&#8211;<strong>Beschlussantr\u00e4ge<\/strong> aufgef\u00fchrt) logisch (zun\u00e4chst in den Kap. 2 &#8211; 7 materielles Einziehungsrecht, ab Kapitel 8 Verfahrensvorschriften, Kap. 9 \u2013 11 Besonderheiten, Kap. 12 Verm\u00f6\u00adgensabsch\u00f6pfung im Owi-Recht, vgl. Fn. .. \u2013 Inhaltsverzeichnis) gut gegliedert. Die einzelnen Kapitel sind durch zahlreiche \u00dcbersichten und Pr\u00fcfungs\u00adschemata aufge\u00adlockert. Die jeweils wesentliche Bezugsvorschrift ist ebenso wie eine kapitelbezogen unterschiedliche Anzahl von Fallbeispielen (insgesamt beinhaltet das Werk immerhin 74! derartiger praktischer Beispiele), auf die in den Ausf\u00fchrungen immer wieder Bezug genommen wird, stets dem jeweiligen Unterkapitel voran\u00adgestellt. Das erleichtert die praktische Arbeit mit dem Lehr- \/Handbuch.<\/p>\n<p>\u201eDer Podolsky\u201c ist \u2013 trotz durchaus fundierter Darstellung aller wesentlicher Proble\u00admatiken \u2013 ein eher praxisorientiertes, in der Zielgruppe sicherheitsheitsbeh\u00f6rdliches Lehrbuch \/ Nach\u00adschlagewerk, wohingegen \u201eder Schmidt\u201c &#8211; bei aller seiner praktischen Relevanz &#8211; schon wegen seines Umfangs und der zahlreichen Verweise auf begleitendes Quel\u00adlenmaterial ein tieferreichendes, (rechts-)wissenschaftlich aufgebautes Handbuch ist. Dennoch, beide B\u00fccher sind \u2013 in Kombination oder auch in serieller Abfolge genutzt \/ gelesen \u2013 speziell f\u00fcr ihre jeweilige Zielgruppe, in Kombination zielgruppen\u00ad\u00fcber\u00adgreifend sehr empfehlenswerte B\u00fccher. Alle wesentlichen Fragen rund um die komplexe Materie der Verm\u00f6gensabsch\u00f6pfung sind mit Hilfe dieser Werke &#8211; wenn auch sicher mit einigem Aufwand f\u00fcr den nicht st\u00e4ndig mit der Materie Befassten &#8211; gut zu durchdringen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Dr. iur. Wilhelm <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/blaulicht\/pm\/14981\/2658159\">Schmidt<\/a>, Bundesanwalt beim BGH a. D.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Vgl. allgemeine Informationen zum Werk auf der <a href=\"https:\/\/www.beck-shop.de\/Schmidt-Vermoegensabschoepfung\/product\/21543473?product=21543473&amp;pac=verlag&amp;adword=google\/Beck_RSW\/aut%3aSchmidt_ctr%3akur_res%3aPC3140_p%3a8794_tit%3aGewinnabsch\u00f6pfung-St&amp;gclid=EAIaIQobChMIhreXpqGU4wIVD853Ch1klgW2EAAYASAAEgJBmfD_BwE\">Website<\/a> des Verlages C. H. Beck inkl. des <a href=\"https:\/\/beckassets.blob.core.windows.net\/product\/toc\/21543473\/schmidt-vermoegensabschoepfung-9783406716799.pdf\">Inhaltsverzeichnisses<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Dr. iur. Johann <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.erfinder-der-vermoegensabschoepfung-wird-ausgezeichnet-der-mann-der-verbrechern-an-den-geldbeutel-ging.03d4bd02-21e2-47c0-997d-38ef284cc056.html\">Podolsky<\/a>, Ltd. Kriminaldirektor a. D., zuletzt beim LKA BW<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Dr. iur. Tobias <a href=\"https:\/\/www.boeblingen.de\/,Lde\/start\/BUERGERSERVICE\/Das+Amtsgericht+stellt+sich+vor.html\">Brenner<\/a>, Direktor des AG B\u00f6blingen, 2010\/2011 MdL Baden-W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> EKHK bei der Zentralstelle Verm\u00f6gensabsch\u00f6pfung beim LKA Baden-W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> EKHK beim LKA Nordrhein-Westfalen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Vgl. allgemeine Informationen zum Werk auf der <a href=\"https:\/\/www.boorberg.de\/9783415062788\">Website<\/a> des Boorberg Verlags inkl. des <a href=\"https:\/\/shop.boorberg.de\/rbv-content\/Inhaltsverzeichnis\/PODOLSKY_Vermoegensabschoepfung_IVZ.pdf\">Inhaltsver\u00adzeichnisses<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Eingef\u00fchrt in das StGB wurde das \u201estrafrechtliche Instrument\u201c, abseits einiger deliktsspezifische Einziehungsregelungen, im \u00dcbrigen bereits im Jahr 1962. Seit 1992 wurde es sieben Mal z. T. grundlegend ge\u00e4ndert und nun vollst\u00e4ndig reformiert, was alleine schon als em\u00adpirischer Beleg f\u00fcr die Schwierigkeiten bei der Rechtsanwendung dienen mag.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Vgl. z. B. nur Schilling \/ H\u00fcbner: \u201eNon-conviction-based confiscation\u201c \u2013 Ein Fremdk\u00f6rper im neuen Recht der straf\u00adrecht\u00adlichen Verm\u00f6gensabsch\u00f6pfung? In: Strafverteidiger (StV) 2018, 49.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> F\u00fcr \u201eAltf\u00e4lle\u201c regelt <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/stpoeg\/__14.html\">\u00a7 14 EGStPO<\/a> die Fortgeltung des bis 30.06.2017 geltenden Rechts an, wenn bis dahin eine Feststellungsentscheidung nach <a href=\"https:\/\/www.buzer.de\/gesetz\/5815\/al62269-0.htm\">\u00a7 111i Abs. 2 StPO a. F<\/a>. getroffen worden war. Bittmann weist darauf hin, dass zur Vermeidung einer jahrelangen Zweispurigkeit des materiellen Ab\u00adsch\u00f6pfungs\u00adrechts <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/stgbeg\/art_316h.html\">Art. 316 h S. 1 EGStGB<\/a> im Grundsatz die sofortige Anwendbarkeit des neuen Rechts ab 01.07.2017 auch f\u00fcr zuvor abgeschlossene Sachverhalte anordnet und damit von <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/stgb\/__2.html\">\u00a7 2 Abs. 5 StGB<\/a> abweicht. Eine Ausnahme gilt nur dann, wenn bereits unter dem alten Recht eine Verfallentscheidung ergangen war (<a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/stgbeg\/art_316h.html\">Art. 316 h S. 2 EGStGB<\/a>). Diese R\u00fcckwirkungsregelung hat allerdings der BGH am 07.03.2019 (Az. <a href=\"http:\/\/juris.bundesgerichtshof.de\/cgi-bin\/rechtsprechung\/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=pm&amp;pm_nummer=0030\/19\">3 StR 192\/18<\/a>) mit einem Vorlagebeschluss gem. <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/gg\/art_100.html\">Art. 100 Abs. 1 GG<\/a> (Nor\u00admenkontrollverfahren i. R. der \u201eRichtervorlage\u201c) dem BVerfG zur Entscheidung der Verfas\u00adsungsm\u00e4\u00dfigkeit vorgelegt, \u00fcber den noch nicht entschieden ist.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Vgl. z. B. nur <a href=\"https:\/\/www.noerr.com\/de\/newsroom\/news\/reform-der-strafrechtlichen-vermoegensabschoepfung-beschlossen\">Schorn<\/a>, zuletzt abgerufen am 03.07.2019.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Wissenschaftliche Dienste des Bundestages, <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/resource\/blob\/571480\/b9ae3fb77e873a95167b8dc98791395b\/wd-7-174-18-pdf-data.pdf\">WD 7 \u2013 3000 \u2013 174\/18 vom 27.08.2018<\/a> m. w. N.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> F. Bittmann, \u201eDas Gesetz zur Reform der strafrechtlichen Verm\u00f6gensabsch\u00f6pfung in der Recht\u00adsprechung\u201c, Teil 1, in: NStZ (39) 2019, Heft 7, S. 383 \u2013 395 (wird fortgesetzt).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Dr. iur. Wilhelm <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/blaulicht\/pm\/14981\/2658159\">Schmidt<\/a>, Bundesanwalt a. D.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Dr. iur. Johann <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.erfinder-der-vermoegensabschoepfung-wird-ausgezeichnet-der-mann-der-verbrechern-an-den-geldbeutel-ging.03d4bd02-21e2-47c0-997d-38ef284cc056.html\">Podolsky<\/a>, Leitender Kriminaldirektor a. D. beim LKA Baden-W\u00fcrttemberg, Begr\u00fcnder der Dienststelle f\u00fcr \u201eFinanzermittlungen\u201c dort.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> <a href=\"https:\/\/strafrechtberlinbrandenburg.wordpress.com\/2019\/04\/25\/schmidt-vermoegensabschoepfung-in-2-auflage-erschienen\/\">Strafrecht online<\/a> vom 25.04.2019, zuletzt aufgerufen am 03.07.2019<\/p>\n<p>Rezensiert von: Holger Plank<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eVerm\u00f6gensabsch\u00f6pfung im Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren\u201c \u00a0Sammelbesprechung der B\u00e4nde: Schmidt, Wilhelm[1]: \u201eVerm\u00f6gensabsch\u00f6pfung. Handbuch f\u00fcr das Straf- und Ordnungswidrigkeiten.\u201c[2]; ISBN: 978-3-406-71679-9, 619 Seiten, C. H. Beck Verlag, M\u00fcnchen, 2. Aufl. 2019, 109.- \u20ac &nbsp; &nbsp; Podolsky, Johann[3] \/ Brenner, Tobias[4] \/ Baier, Roland[5] \/ Veith, Christian[6]: \u201eVerm\u00f6gensabsch\u00f6pfung im Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren. Einziehung und vorl\u00e4ufige Verm\u00f6genssicherung. 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