{"id":1384,"date":"2019-11-20T11:33:43","date_gmt":"2019-11-20T10:33:43","guid":{"rendered":"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1384"},"modified":"2019-11-20T11:33:43","modified_gmt":"2019-11-20T10:33:43","slug":"karlhans-liebl-das-dunkelfeld-der-kriminalitaet-in-hessen-rezensiert-von-thomas-feltes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1384","title":{"rendered":"Karlhans Liebl &#8211; Das Dunkelfeld der Kriminalit\u00e4t in Hessen &#8211; Rezensiert von: Thomas Feltes"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Liebl, Karlhans;<\/em> Das Dunkelfeld der Kriminalit\u00e4t in Hesse; <\/strong>Verlag f\u00fcr Polizeiwissenschaft, Frankfurt\/Main, 2019, 115 S., ISBN: 978-3-86676-550-4, 19.90 Euro<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1385 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/dunkelfeld_hessen-105x150.png\" alt=\"\" width=\"105\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/dunkelfeld_hessen-105x150.png 105w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/dunkelfeld_hessen.png 200w\" sizes=\"(max-width: 105px) 100vw, 105px\" \/><\/p>\n<p>Nach den Dunkelfelduntersuchungen, die der Autor im Freistaat Sachsen durchgef\u00fchrt hat, legt er nun eine weitere Untersuchung zu diesem Forschungsgegenstand f\u00fcr das Bundesland Hessen vor. Auch f\u00fcr dieses Bundesland lag bisher keine vergleichbare Untersuchung vor, sodass nun zum ersten Mal Hinweise auf die (so der Autor) \u201etats\u00e4chliche Kriminalit\u00e4tsbelastung\u201c in Hessen vorliegen und andererseits auch f\u00fcr die gesamte Forschung zum Kriminalit\u00e4tsaufkommen weitere interessante Ergebnisse erzielt werden konnten. So konnte festgestellt werden, dass eine Viktimisierung starke Auswirkungen auf die Kriminalit\u00e4tsfurcht und auf das Freizeitverhalten der Bev\u00f6lkerung hat.<!--more--><\/p>\n<p>Leider ist die f\u00fcr diese Studie angewendete Methode nur bedingt geeignet, um tats\u00e4chlich repr\u00e4sentative Ergebnisse zu erzielen. Liebl hat von Studierenden der Polizeihochschule \u201eca. 4.000 Befragungsb\u00f6gen in Hessen\u201c verteilen lassen (S. 1), wobei sowohl die Unterst\u00fctzung der hessischen Polizei dort erw\u00e4hnt wurde (was sicherlich einige Befragte von einer Beantwortung des Fragebogens abgehalten hatte), als auch unklar bleibt, wie viele Frageb\u00f6gen tats\u00e4chlich verteilt wurden und vor allem, wie diese Verteilung im Einzelnen erfolgte.<\/p>\n<p>Insgesamt kamen 1.356 Frageb\u00f6gen zur\u00fcck, aus denen der Autor eine R\u00fccklaufquote von 32,3 % errechnet \u2013 wobei er hier von 4.200 verteilten Frageb\u00f6gen ausgeht. Bei den sog. \u201eG\u00fctekriterien\u201c stellt der Verfasser dann lediglich auf das Alter und die Verteilung auf Stadt und Land ab; Bildungsstand und andere relevante Faktoren bleiben unber\u00fccksichtigt. Im Ergebnis zeigt sich hier eine deutliche Verf\u00e4lschung: W\u00e4hrend im sog. \u201eLandbereich\u201c lt. Statistischem Landesamt fast 64 % der hessischen Bev\u00f6lkerung wohnen, sind in der Studie von Liebl nur 48,6 % diesem Bereich zuzuordnen. Entsprechend sind mittlere und gr\u00f6\u00dfere St\u00e4dte \u00fcberrepr\u00e4sentiert \u2013 und da bekanntlich dort die (zumindest die registrierte) Kriminalit\u00e4t h\u00f6her ist als auf dem Land, liegt hier eine deutliche Verzerrung vor. Auch bei Alter und Geschlecht zeigen sich deutliche Unterschiede. So sind Frauen in der Befragung \u00fcber-, \u00e4ltere Menschen aber unterrepr\u00e4sentiert in der Befragung. Wieso der Autor dann zum dem Schluss kommt, dass \u201edie Untersuchung repr\u00e4sentative Ergebnisse f\u00fcr das Bundesland Hessen liefert\u201c (S. 5) bleibt sein Geheimnis.<\/p>\n<p>Insgesamt waren in der Studie 58,9 % der Befragten 2015 von einer Viktimisierung betroffen (s. 94). Zum Vergleich : In der 2015\/16 in Bochum durchgef\u00fchrten Studie \u201eBochum IV\u201c lag dieser Prozentsatz bei lediglich 15 %<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Auch die Angabe, wonach auf jedes Opfer 5,6 Vorf\u00e4lle entfielen, sollte zum Nachdenken Anlass geben.<\/p>\n<p>Insgesamt w\u00e4re es zu w\u00fcnschen, dass die Polizei Hessen bzw. das Innenministerium die finanziellen Mittel f\u00fcr eine wirklich repr\u00e4sentative Studie zur Verf\u00fcgung stellt.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Feltes\/Reiners: Sicherheit und Sicherheitsgef\u00fchl in Bochum. Exemplarische Befunde der Bochumer Dunkelfeldstudie 2015\/2016 (\u00bbBochum IV\u00ab). In: MSchrKrim 2019, 102(2): 1\u201315.<\/p>\n<p>Rezensiert von: Thomas Feltes<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebl, Karlhans; Das Dunkelfeld der Kriminalit\u00e4t in Hesse; Verlag f\u00fcr Polizeiwissenschaft, Frankfurt\/Main, 2019, 115 S., ISBN: 978-3-86676-550-4, 19.90 Euro Nach den Dunkelfelduntersuchungen, die der Autor im Freistaat Sachsen durchgef\u00fchrt hat, legt er nun eine weitere Untersuchung zu diesem Forschungsgegenstand f\u00fcr das Bundesland Hessen vor. 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