{"id":1500,"date":"2020-04-28T14:49:36","date_gmt":"2020-04-28T12:49:36","guid":{"rendered":"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1500"},"modified":"2020-04-28T14:49:36","modified_gmt":"2020-04-28T12:49:36","slug":"robert-chr-van-ooyen-irina-van-ooyen-polizei-und-politisches-system-in-der-bundesrepublik-rezensiert-von-carsten-lauber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1500","title":{"rendered":"Robert Chr. Van Ooyen; Irina van Ooyen: Polizei und politisches System in der Bundesrepublik. Rezensiert von Carsten Lauber"},"content":{"rendered":"<p><strong>Robert Chr. Van Ooyen; Irina van Ooyen: Polizei und politisches System in der Bundesrepublik. <\/strong>Aktuelle Spannungsfelder der Inneren Sicherheit einer liberalen Demokratie, 6. Auflage. Frankfurt am Main, Verlag f\u00fcr Polizeiwissenschaft, 2020, 297 Seiten, ISBN: 978-3-86676-620-4, 32.90 Euro<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Bei diesem Buch handelt es sich um die 6. Auflage des Sonderbands 8 des Jahrbuch<img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-1501 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/van-Ooyen-105x150.jpg\" alt=\"\" width=\"151\" height=\"216\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/van-Ooyen-105x150.jpg 105w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/van-Ooyen.jpg 200w\" sizes=\"(max-width: 151px) 100vw, 151px\" \/>s \u00d6ffentliche Sicherheit. Das Inhaltsverzeichnis ist \u00fcber die Deutsche Nationalbibliothek abrufbar<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Der Umfang des Buches ist gegen\u00fcber der Vorauflage um 46 Seiten gestiegen und seit der ersten Auflage im Jahr 2011 hat sich dieser mehr als verdoppelt. Die Aufs\u00e4tze stammen aus den Jahren 2000 bis 2019 (S. 14). Im direkten Vergleich mit der Vorauflage f\u00e4llt vor allem das neue Kapitel \u201eExterne Kontrolle der Polizei durch \u201aKommissionen\u2018 sowie die deutliche Ausweitung des Kapitels \u201eDie \u201aversp\u00e4tete\u2018 Polizeiwissenschaft in Deutschland\u201c auf. Ausweislich des Vorworts versteht sich die Zusammenstellung der Aufs\u00e4tze als Beitrag einer \u201eNeuen Polizeiwissenschaft\u201c (S. 14).<!--more--><\/p>\n<p>Eine grundlegende Rezension der bereits publizierten Aufs\u00e4tze in diesem Sammelband ist entbehrlich, erschienen sie bereits u.a. in <em>Polizei &amp; Wissenschaft<\/em>, <em>Die Polizei<\/em> oder <em>Aus Politik und Zeitgeschichte <\/em>oder diversen Sammelb\u00e4nden. Die Wiederver\u00f6ffentlichung einiger (\u00e4lterer) Beitr\u00e4ge (zum Teil handelt es sich um Rezensionen) ist aus Gr\u00fcnden der Aktualit\u00e4t oder Anschlussf\u00e4higkeit nicht immer unproblematisch, sp\u00e4testens dann, wenn z.\u00a0B. die vielf\u00e4ltig genannten Internetquellen nicht mehr verf\u00fcgbar sind. Auf der anderen Seite laden (Gast-)Beitr\u00e4ge wie der von Martin M\u00f6llers (S. 79 ff) aus dem <em>Jahrbuch \u00d6ffentliche Sicherheit 2012\/2013<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><strong>[2]<\/strong><\/a><\/em> \u00fcber die T\u00e4tigkeit der sog. Werthebach-Kommission zum Neu- oder Wiederentdecken ein.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist die Fokussierung auf die Bundespolizei, die sich durch die vormalige T\u00e4tigkeit der Koautorin begr\u00fcnden l\u00e4sst. Einige der Beitr\u00e4ge fallen durch eine recht plakative und kriminalpolitische Ausrichtung auf, andere durch einen mitunter (zu) niedrigschwelligen Zugang zum Thema. Im Detail ergeben sich dann doch hin und wieder Unsch\u00e4rfen. In dem durchaus informativen Beitrag zum Community Policing (S. 198 ff) finden die origin\u00e4ren Zust\u00e4ndigkeiten der Kommunen im Bereich der Gefahrenabwehr zu geringe Ber\u00fccksichtigung. Ohnehin rekurriert dieser Aufsatz auf die prominenten Facetten des Community Policing-Diskurses in Deutschland. Unber\u00fccksichtigt bleiben beispielsweise (und leider wieder einmal) diejenigen Stimmen, die via Community Policing versuchten, \u201edie Rolle und Funktion der Polizei im Gemeinwesen neu zu \u00fcberdenken\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>, denn b\u00fcrgernahe Polizeiarbeit kann nur \u201emit ver\u00e4nderten Organisations- und Managementstrukturen bei der Polizei\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> einhergehen, die polizeiliches Handeln an die (Alltags)Probleme und Konflikte der B\u00fcrger\/-innen ausrichten<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>. Die regelm\u00e4\u00dfig wiederkehrende Feststellung, wonach bereits die blo\u00dfe Pr\u00e4senz von Sicherheitsakteuren (hier: ABM-Sheriffs und Sicherheitspartnerschaften, S. 203) zur Erh\u00f6hung des Sicherheitsempfindens beitragen, sollte zumindest in der Fachliteratur differenzierter dargestellt werden. Aus soziologischer Sicht \u00fcberzeugt in diesem Beitrag zudem die Trennung zwischen Polizei(aufgaben) und (b\u00fcrgerlicher) Sozialkontrolle nicht (formelle vs. informelle Sozialkontrolle).<\/p>\n<p>Der umfangreichste und letzte Beitrag befasst sich mit der Polizeiwissenschaft in Deutschland (S. 233 ff). Es handelt sich um einen Auszug aus einer Monografie der Koautorin. Die These des Beitrags, wonach sich eine Polizeiwissenschaft in Deutschland bislang nicht etablierten konnte, ist zwar nicht neu<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a>, wird allerdings an dieser Stelle umfangreich aufbereitet. Die Autorin kommt dabei zu dem Ergebnis, dass sich eine <em>unzureichende<\/em> Polizeiwissenschaft etabliert hat (S. 234). Angesichts der mitunter \u00e4lteren Beitr\u00e4ge in diesem Sammelband sticht dieser Aufsatz mit seiner Aktualit\u00e4t hervor. So ber\u00fccksichtigt die Autorin bereits den Vorschlag des Pr\u00e4sidenten der DHPol, Hans-J\u00fcrgen Lange, die Polizeiwissenschaft den Verwaltungswissenschaften zuzuordnen. Ein Vorschlag, der bereits angesichts des gesetzlichen Auftrags der DHPol aus \u00a7 4 Abs. 2 DHPolG nicht unproblematisch ist, hat doch die Hochschule die Aufgabe, die Polizeiwissenschaft durch Forschung, Lehre, Studium und Weiterbildung zu pflegen und zu entwickeln. Darauf aufbauend h\u00e4tte sich, erg\u00e4nzend zu dem Querverweis auf eine m\u00f6gliche \u201eSicherheitswissenschaft\u201c (S. 268), angeboten, den Begriff des Polizierens in den Kontext der Frage nach der Polizeiwissenschaft zu stellen.<\/p>\n<p>Im Ergebnis handelt es sich bei dem Sammelbund um einen bunten Mix aus Aufs\u00e4tzen, Rezensionen und Ausz\u00fcgen aus Monografien. Da etliche Beitr\u00e4ge bereits in bekannten Fachzeitschriften erschienen sind, ist die Frage, an wen sich der Band richtet, nicht einfach zu beantworten. Im einfachsten Fall an diejenigen, die sich mit dem Werk der Autoren geb\u00fcndelt auseinandersetzen m\u00f6chten. Die Einbeziehung von einigen \u00e4lteren Beitr\u00e4gen \u00fcberzeugt nicht immer. Trotz guter Papierqualit\u00e4t st\u00f6ren vor allem drucktechnische Fehler auf etlichen Seiten (in der Hoffnung, dass dies nur das Rezensionsexemplar betrifft).<\/p>\n<p>Karsten Lauber, April 2020<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Verf\u00fcgbar unter http:\/\/d-nb.info\/1203984928.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Vgl. https:\/\/www.jb\u00f6s.de\/buecher\/archiv. Abgerufen am: 26.04.2020.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>[3] Feltes, T. (1990): Polizei, B\u00fcrger und Gemeinwesen, in: Neue Kriminalpolitik, Nr. 4\/1990, S. 32-39.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Baier,R.; Feltes, T. (1994): Kommunale Kriminalpr\u00e4vention, in: Kriminalistik, 11\/1994, S. 693-697.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Vgl. Feltes, T. (1990): Polizei, B\u00fcrger und Gemeinwesen, in: Neue Kriminalpolitik, Nr. 4\/1990, S. 32-39.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Vgl. Polizei &amp; Wissenschaft, Nr. 1\/2015.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Robert Chr. Van Ooyen; Irina van Ooyen: Polizei und politisches System in der Bundesrepublik. Aktuelle Spannungsfelder der Inneren Sicherheit einer liberalen Demokratie, 6. Auflage. Frankfurt am Main, Verlag f\u00fcr Polizeiwissenschaft, 2020, 297 Seiten, ISBN: 978-3-86676-620-4, 32.90 Euro Bei diesem Buch handelt es sich um die 6. Auflage des Sonderbands 8 des Jahrbuchs \u00d6ffentliche Sicherheit. Das &hellip; <a href=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1500\" class=\"more-link\">Continue reading <span class=\"screen-reader-text\">Robert Chr. Van Ooyen; Irina van Ooyen: Polizei und politisches System in der Bundesrepublik. 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