{"id":1554,"date":"2020-09-14T14:41:34","date_gmt":"2020-09-14T12:41:34","guid":{"rendered":"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1554"},"modified":"2020-09-14T14:41:34","modified_gmt":"2020-09-14T12:41:34","slug":"die-konvivialistische-internationale-das-zweite-konvivialistische-manifest-fuer-eine-post-neoliberale-welt-open-access-vorgestellt-von-thomas-feltes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1554","title":{"rendered":"Die konvivialistische Internationale: Das zweite konvivialistische Manifest. F\u00fcr eine post-neoliberale Welt. Open Access, Vorgestellt von Thomas Feltes"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die konvivialistische Internationale: Das zweite konvivialistische Manifest. F\u00fcr eine post-neoliberale Welt.<\/strong> Transcript-Verlag 2020, ca. 144 Seiten, ISBN: 978-3-8394-5365-0. pdf-download kostenlos<a href=\"https:\/\/www.transcript-verlag.de\/978-3-8376-5365-6\/das-zweite-konvivialistische-manifest\/\"> hier<\/a>, Druckversion 10.- Euro.<\/p>\n<p>Was ist Konvivialismus? Das werden sich die meisten fragen, die den Titel dieses Buches lesen.<\/p>\n<p>Das Wort Konvivialismus kommt (wie sollte es auch anders ein) aus dem Lateinischen: co<img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-1555 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/konvivialistische-Manifest-93x150.jpg\" alt=\"\" width=\"129\" height=\"208\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/konvivialistische-Manifest-93x150.jpg 93w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/konvivialistische-Manifest-638x1024.jpg 638w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/konvivialistische-Manifest.jpg 797w\" sizes=\"(max-width: 129px) 100vw, 129px\" \/>n-vivere bedeutet zusammen leben, und genau darum geht es. Wie k\u00f6nnen wir unter den gegenw\u00e4rtigen Bedingungen in einer Welt so zusammenleben, dass unsere eigenen moralischen und ethischen Anspr\u00fcche erf\u00fcllt werden?\u00a0 Die globalen Probleme des Klimawandels, der Armut, der sozialen Ungleichheit oder der Finanzkrise erfordern ein Umdenken und ver\u00e4nderte Formen des Zusammenlebens &#8211; von der Corona-Pandemie, die nach der Fertigstellung des Manifestes ausgebrochen ist, ganz zu schweigen. Viele Bewegungen, Initiativen und Gruppierungen suchen aktuell schon nach alternativen Wegen. Ihnen allen gemeinsam ist das Streben nach einer neuen Kunst, miteinander zu leben (con-vivere). <!--more--><\/p>\n<p>Als sich im Jahr 2010 Wissenschaftler*innen trafen, um \u00fcber die Aktualit\u00e4t von Konvivialit\u00e4t und Konvivialismus zu debattieren, war noch nicht abzusehen, welche Resonanz diese Begriffe in den Folgejahren erfahren w\u00fcrden. Es entwickelte sich eine Diskussion, die 2013 mit dem von etwa 40 franz\u00f6sischsprachigen Wissenschaftler*innen und Intellektuellen initiierten &#8222;Manifeste Convivialiste&#8220; &#8211; eine &#8222;D\u00e9claration d&#8217;interd\u00e9pendance&#8220; &#8211; einen Weg zu einer gesellschaftlichen Debatte in Frankreich er\u00f6ffnet hat. Im September 2014 wurde das Manifest auch auf Deutsch unter dem Titel \u201eDas konvivialistische Manifest\u201c ver\u00f6ffentlicht. Mit dem Untertitel \u201eF\u00fcr eine neue Kunst des Zusammenlebens\u201c wurde der Band von Frank Adloff und Claus Leggewie herausgegeben und hat die Debatte \u00fcber die Fehlentwicklungen zeitgen\u00f6ssischer Gesellschaften, die Kapitalismuskritik mit Konzepten f\u00fcr eine Neudefinition von Reichtum und Wohlstand verbindet, in den deutschsprachigen Raum getragen.<\/p>\n<p>Nunmehr wurde das zweite konvivialistische Manifest ver\u00f6ffentlicht. Begr\u00fcndet wird dies damit, dass in der gegenw\u00e4rtigen gesellschaftlichen und \u00f6kologischen Krisensituation nichts dringender gefragt ist als eine Vorstellung davon, wie eine Zeit <em>nach<\/em> dem Neoliberalismus aussehen kann. \u201e<em>Das zweite konvivialistische Manifest stellt eine politische Philosophie vor, die konsequent relational und pluriversal angelegt ist, die das Zusammenleben der Menschen untereinander und das Verh\u00e4ltnis zur Natur auf neue, glaubw\u00fcrdige und \u00fcberzeugende Grundlagen stellt. Ein zentraler Aspekt ist dabei die \u00dcberwindung aller Formen menschlicher Hybris<\/em>\u201c (Klappentext).<\/p>\n<p>Nach einer intensiven Diskussion haben fast 300 Wissenschaftler*innen, Intellektuelle und Aktivist*innen aus 33 L\u00e4ndern dieses Manifest unterzeichnet. In der \u00d6ffentlichkeit dennoch bislang kaum wahrgenommen, ist es wertvoll und wichtig zugleich und es gibt auch und gerade w\u00e4hrend der Corona-Pandemie gen\u00fcgend Gr\u00fcnde, es zu lesen. Und wenn dann der Transcript-Verlag das Buch auch noch als \u201eopen access\u201c <a href=\"https:\/\/www.transcript-verlag.de\/978-3-8376-5365-6\/das-zweite-konvivialistische-manifest\/\">hier<\/a> bereitstellt, gibt es keinen vern\u00fcnftigen Grund, es nicht zu lesen \u2013 oder zumindest einmal darin zu bl\u00e4ttern. Denn dann wird man schnell begreifen, worum es geht und warum dieses \u201eManifest\u201c so wichtig ist \u2013 auch wennmanche vielleicht der Begriff st\u00f6rt.<\/p>\n<p><em>\u201eAnstatt dass die Demokratie oder der Geist der Menschenrechte an Boden gewinnen, sind es vielmehr die Diktaturen oder die sogenannten \u00bbilliberalen Demokratien\u00ab, die \u00bbDemokraturen\u00ab, die \u00fcberall gedeihen. Der reiche Westen hatte sich davon \u00fcberzeugen und glauben machen wollen, dass er der Welt Frieden und Wohlstand bringe. Stattdessen hat er Sturm ges\u00e4t. Da er sein Versprechen nicht hat halten k\u00f6nnen, schl\u00e4gt ihm nun der ganze Hass entgegen, der sich in Jahrhunderten kolonialer oder imperialer Herrschaft \u00fcber den Planeten angestaut hat\u201c<\/em> (S. 11).<\/p>\n<p>Warum Konvivialismus? Diese Frage wird wie folgt in dem Buch beantwortet: \u201e<em>Die Jugendlichen der reichen L\u00e4nder werden sich der Klima- und Umweltprobleme Tag f\u00fcr Tag bewusster, aber sie tun sich noch schwer zu erkennen, dass ihr Schicksal auch mit dem der Jugendlichen verbunden ist, die sich anderswo von Diktaturen zu befreien versuchen oder sich zur Emigration gezwungen sehen. Die gr\u00fcnen Parteien haben im Westen immer mehr Zulauf, doch das Bem\u00fchen, die Natur zu bewahren, stellt an sich noch keine Politik dar. Es gen\u00fcgt f\u00fcr sich genommen bei Weitem nicht, um auf den Neoliberalismus zu antworten. Wenn wir aber eine Chance haben wollen, der Gefahr, die die Weltherrschaft des spekulativen Finanzkapitalismus f\u00fcr die Zukunft der Menschheit bedeutet, die Stirn zu bieten, brauchen wir unbedingt eine alternative politische Philosophie zum Neoliberalismus. Eine Philosophie, die sich nicht darauf beschr\u00e4nkt, seine sechs zentralen Aussagen als unzutreffend zu kritisieren, sondern die tats\u00e4chlich die Umrisse einer anderen m\u00f6glichen Welt entwirft. Einer menschlicheren, lebenswerten Welt, in der alle, oder die gro\u00dfe Mehrheit, sich wiedererkennen und besser leben k\u00f6nnen, in dem gemeinsamen Bem\u00fchen, zu retten, was von unserer Umwelt und den vier Roosevelt\u2019schen Freiheiten noch gerettet werden kann und muss. Um dahin zu gelangen, m\u00fcssen wir das Gef\u00fchl von Ohnmacht \u00fcberwinden, das wir alle teilen<\/em>\u201c. (S. 14 f.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Thomas Feltes, September 2020<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die konvivialistische Internationale: Das zweite konvivialistische Manifest. F\u00fcr eine post-neoliberale Welt. Transcript-Verlag 2020, ca. 144 Seiten, ISBN: 978-3-8394-5365-0. pdf-download kostenlos hier, Druckversion 10.- Euro. Was ist Konvivialismus? Das werden sich die meisten fragen, die den Titel dieses Buches lesen. Das Wort Konvivialismus kommt (wie sollte es auch anders ein) aus dem Lateinischen: con-vivere bedeutet zusammen &hellip; <a href=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1554\" class=\"more-link\">Continue reading <span class=\"screen-reader-text\">Die konvivialistische Internationale: Das zweite konvivialistische Manifest. F\u00fcr eine post-neoliberale Welt. 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