{"id":167,"date":"2015-10-08T11:51:54","date_gmt":"2015-10-08T09:51:54","guid":{"rendered":"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=167"},"modified":"2016-03-03T12:00:04","modified_gmt":"2016-03-03T11:00:04","slug":"arthur-kreuzer-kriminologen-kriminalisten-andere-kriminelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=167","title":{"rendered":"Arthur Kreuzer &#8211; Kriminologen &#8211; Kriminalisten &#8211; Andere Kriminelle"},"content":{"rendered":"<p>329)<br \/>\n<strong><em>Kreuzer, Arthur;\u00a0 <\/em><\/strong><strong>Kriminologen &#8211; Kriminalisten &#8211; Andere Kriminelle<\/strong><br \/>\n<strong>Erlebtes und Erlesenes rund um Verbrechen und Strafjustiz. Eine Realsatire.; <\/strong>Baden-Baden, Nomos-Verlag 2015, 129 S., ISBN 978-3-8487-2176-4, 14,90 Euro<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Kriminologen_Kriminalisten_Andere_Kriminelle.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-168 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Kriminologen_Kriminalisten_Andere_Kriminelle.png\" alt=\"Kriminologen_Kriminalisten_Andere_Kriminelle\" width=\"102\" height=\"151\" \/><\/a><\/p>\n<p>Arthur Kreuzer, emeritierter Gie\u00dfener Kriminologie-Professor, hat \u201eGeschichtchen\u201c rund um Verbrechen und Strafjustiz, die das Leben geschrieben hat, zusammengestellt. Mal am\u00fcsant, humorvoll, mal skurril, makaber, mal tragikomisch, immer merkw\u00fcrdig, meist zum Schmunzeln. Viele hat der Autor in Praxis und Wissenschaft wohl selbst erlebt, die meisten stammen aus der einschl\u00e4gigen Sach- und Fachliteratur \u2013 oder auch aus der Belletristik. <!--more-->Man liest Entlarvendes und Unglaubliches \u00fcber Strafrechtsprofessoren mit \u201eLehrbuchkriminalit\u00e4t\u201c oder Kriminologen, die den Sitz des B\u00f6sen im Hirn und die Physiognomie des \u201egeborenen Verbrechers\u201c entdeckt haben wollen (\u00fcbrigens: den Beweis daf\u00fcr oder auch dagegen hat noch niemand angetreten). Zudem werden \u201eStilbl\u00fcten\u201c Studierender serviert und die \u201egarstige und gestrenge, lachende und l\u00e4cherliche Justiz demaskiert\u201c (so die Verlagsank\u00fcndigung). Es geht um kriminelle Machenschaften von \u201edes Teufels Advokaten\u201c, groteske Fehleinsch\u00e4tzungen der \u201eG\u00f6tter in Wei\u00df\u201c, manipulierte Gerichtsreportagen, schie\u00dfw\u00fctige Politiker und es treten \u201ediebische Elstern\u201c, Mordsm\u00e4nner, m\u00f6rderische Frauen und Hochstapler auf.<\/p>\n<p>Interessant f\u00fcr Kriminologen und Polizeiwissenschaftler wird es vor allem dort, wo der Autor \u201eD\u00f6nnekes\u201c (wie der Ruhrpottler sagt) aus seiner eigenen Biografie erz\u00e4hlt. Da wird dann tats\u00e4chlich die Juristenzunft geh\u00f6rig entlarvt, und hier und da bekommt auch der eine oder andere Kollege sein Fett weg. Letztlich wird deutlich, dass die Juristerei alles andere als ein \u201eobjektives Geschehen\u201c ist, sondern vieles, was da so entschieden oder geregelt wird, von Zuf\u00e4llen und pers\u00f6nlichen Marotten (oder auch Beziehungen) abh\u00e4ngt. Der Verfasser dieser Besprechung k\u00f6nnte dazu auch einiges beitragen, verzichtet aber an dieser Stelle darauf (vielleicht nach seiner Pensionierung? Er f\u00fcrchtet aber, dass sein Ged\u00e4chtnis nicht ann\u00e4hernd so gut ist wie das des Kollegen Kreuzer).<\/p>\n<p>Vielleicht sollte man tats\u00e4chlich mehr \u201eOral History\u201c in der Juristenzunft betreiben und D\u00f6nnekes sammeln, solange sie sich noch sammeln lassen<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Das w\u00fcrde zur Demaskierung von Wissenschaft und Praxis gleicherma\u00dfen beitragen. Nur: Wer w\u00fcrde davon profitieren? Denn sp\u00e4testens seit Niklas Luhmann wissen wir, dass Recht seine Legitimation aus dem Verfahren bezieht<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>, und nicht daraus, dass tats\u00e4chlich \u201eRecht\u201c gesprochen oder recht geschrieben wird \u2013 im Gegenteil!<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> \u00dcbrigens hatte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) oder besser gesagt die entsprechenden Gutachterkollegen dort einen entsprechenden Antrag des Rezensenten, solche \u201eLebensgeschichten\u201c von Juristen und Kriminologen zu sammeln, vor einigen Jahren abgelehnt. Ein Schelm ist, der B\u00f6ses dabei denkt oder dachte\u2026<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> \u201eLuhmann legt darin zun\u00e4chst dar, dass Entscheidungsfindungsverfahren wie Gesetzgebungs-, Verwaltungs- und Gerichtsverfahren sich nicht an Wahrheit im naturwissenschaftlichen Sinne orientieren k\u00f6nnen und in Abkehr vom Naturrechtsgedanken rechtliche Regelungen vor allem rechtspositivistischer Art und damit nicht universell seien. Auch die Kommunikation der Verfahrensbeteiligten k\u00f6nne nicht die Wahrheitsfindung gew\u00e4hrleisten. So sei etwa eine nach Diskussion in demokratischer Abstimmung gefundene Entscheidung nicht unbedingt \u201erichtig\u201c im Sinne von \u201euniversell wahr\u201c, und das im Gerichtsverfahren bestehende Postulat von Rechtsfrieden und Rechtssicherheit zeige, dass auch im Nachhinein als unrichtig erkannte Entscheidungen ihre G\u00fcltigkeit behielten.\u201c Quelle: Wikipedia (der Ausbund an Internet-Wahrheit\u2026); <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Legitimation_durch_Verfahren\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Legitimation_durch_Verfahren<\/a><\/p>\n<p>Rezensiert von: Thomas Feltes<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>329) Kreuzer, Arthur;\u00a0 Kriminologen &#8211; Kriminalisten &#8211; Andere Kriminelle Erlebtes und Erlesenes rund um Verbrechen und Strafjustiz. Eine Realsatire.; Baden-Baden, Nomos-Verlag 2015, 129 S., ISBN 978-3-8487-2176-4, 14,90 Euro Arthur Kreuzer, emeritierter Gie\u00dfener Kriminologie-Professor, hat \u201eGeschichtchen\u201c rund um Verbrechen und Strafjustiz, die das Leben geschrieben hat, zusammengestellt. 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