{"id":1771,"date":"2022-01-31T15:51:09","date_gmt":"2022-01-31T14:51:09","guid":{"rendered":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1771"},"modified":"2022-01-31T15:51:09","modified_gmt":"2022-01-31T14:51:09","slug":"frank-urbaniok-darwin-schlaegt-kant-rezensiert-von-thomas-feltes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1771","title":{"rendered":"Frank Urbaniok: Darwin schl\u00e4gt Kant. Rezensiert von Thomas Feltes"},"content":{"rendered":"<p><strong>Frank Urbaniok: Darwin schl\u00e4gt Kant. \u00dcber die Schw\u00e4chen der menschlichen Vernunft und ihre fatalen Folgen<\/strong>. ISBN: 978-3-280-05722-3, 480 Seiten. Orell F\u00fcssli Verlag Z\u00fcrich, 28.- Euro.<\/p>\n<p>Ist es der \u201eschlagfertige\u201c Titel (\u201eDarwin schl\u00e4gt Kant\u201c), der Name des Autors oder die Tatsache, dass <strong><em>Frank Urbaniok<\/em><\/strong>, in der Vergangenheit mehrmals in (auch negative) Schlagzeilen geraten war, der das Interesse an diesem Buch weckt? Oder i<img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-1772 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/image.php_.jpg\" alt=\"\" width=\"179\" height=\"257\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/image.php_.jpg 417w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/image.php_-104x150.jpg 104w\" sizes=\"(max-width: 179px) 100vw, 179px\" \/>st es die Tatsache, dass hier ein Psychiater \u00fcber Vernunft, die, so seine eigene Aussage, \u201e<em>seit Jahrtausenden im Zentrum philosophischen (!) Denkens<\/em>\u201c stehe (S. 217), schreibt? Jedenfalls lohnt es sich \u2013 auch und besonders wegen der durchg\u00e4ngig sehr positiven Rezensionen des Buches<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> \u2013 dieses \u201eLebenswerk\u201c (ob <strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong> es selbst so bezeichnen w\u00fcrde, wei\u00df man nicht) genauer anzusehen.<!--more--><\/p>\n<p><strong><em>Frank Urbaniok<\/em><\/strong> ist (so der Verlag) \u201e<em>der renommierteste Psychiater der Schweiz<\/em>\u201c. Er leitete von 1997 bis 2018 die gr\u00f6\u00dfte forensische Institution des Landes. Seit 2010 ist er Honorarprofessor an der Universit\u00e4t Konstanz. Er gilt \u201e<em>als international f\u00fchrender Experte im Bereich der Forensischen Psychiatrie und Psychologie<\/em>\u201c und leitete verschiedene Therapie- und Forschungsprojekte. Daneben ist er als Psychotherapeut, Gutachter und Supervisor t\u00e4tig. Sein Arbeitsschwerpunkt sind Sexual- und Gewaltstraftaten. \u201e<em>Mit FOTRES (Forensisches Operationalisiertes Therapie- und Risiko-Evaluations-System) entwickelte er ein eigenes diagnostisches System f\u00fcr die Risikobeurteilung von Straft\u00e4tern, das im gesamten deutschsprachigen Raum zum Einsatz kommt<\/em>\u201c \u2013 soweit die Informationen des Verlages.<\/p>\n<p>Wer nun annimmt, dass es prim\u00e4r um Psychiatrie, Psychologie und\/oder Sexual- und Gewaltstraftaten geht, der irrt. <strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong> versucht in Form eines Rundumschlages (daher meine Bewertung als \u201eLebenswerk\u201c) nachzuweisen, dass Darwin Kant schl\u00e4gt, dass also die Evolution \u00fcber die (kritische) Vernunft gesiegt hat und immer noch siegt. Nicht umsonst l\u00e4sst der Untertitel erkennen, wo die Reise hingeht: zu den \u201e<em>Schw\u00e4chen der menschlichen Vernunft und ihren fatalen Folgen\u201c.<\/em><\/p>\n<p>Nun kennen wir alle unvern\u00fcnftige Menschen, und auch die Folgen solcher Unvernunft sind uns bekannt. Was bedeutet das Ganze aber zeitgeschichtlich, philosophisch und\/oder evolutionsbiologisch? Als erstes einmal ist f\u00fcr den Autor die menschliche Vernunft ein \u201e<em>gro\u00dfer Irrtum<\/em>\u201c, denn die \u201e<em>Evolution hatte gute Gr\u00fcnde \u2026 die Geschwindigkeit und Eindeutigkeit einer Urteilsbildung weit h\u00f6her zu gewichten als deren Wahrheitsgehalt<\/em>\u201c (S. 13). Hier werde klar, \u201e<em>worin der schlagende Vorteil dumpfer Automatismen und total verzerrter Beurteilungen liegt<\/em>\u201c (aaO.). Die Tatsache, dass der Autor Vernunft mit Wahrheit gleichsetzt, muss zum Nachdenken anregen \u2013 wie der gesamte Text.<\/p>\n<p>Wer genauer hinsieht, entdeckt hier die Theorie des schnellen und langsamen Denkens von <strong><em>Daniel Kahneman<\/em><\/strong><a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>, auf den<strong><em> Urbaniok<\/em><\/strong> auch hinweist (S. 32 f.) und im weiteren Verlauf immer wieder eingeht: \u201e<em>Besser falsch, daf\u00fcr aber schnell und\/oder eindeutig<\/em>\u201c (S. 79 und S. 83). Ob sich <strong><em>Kahneman<\/em> <\/strong>dabei richtig verstanden f\u00fchlt? Man wei\u00df es nicht, hat aber so seine Zweifel. Halo-Effekt, Reduktion von Komplexit\u00e4t und Unsicherheit, der Anker-Effekt, Barnum-Effekt, Forer-Effekt &#8211; solche und viele andere Schlagw\u00f6rter baut <strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong> in sein Werk ein, oftmals leider ohne sich mit den Grundannahmen n\u00e4her zu besch\u00e4ftigen oder die Urheber der Gedanken genauer zu benennen oder gar zu kritisieren oder auf empirische Ergebnisse dazu einzugehen \u2013 aber dazu sp\u00e4ter, denn die Empirie ist f\u00fcr <strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong> eher etwas, das man vernachl\u00e4ssigen kann. Er nimmt sich aus den manchmal nur m\u00fchsam nachvollziehbaren Quellen das heraus, was seine These(n) unterst\u00fctzt. Womit wir bei einem massiven Kritikpunkt w\u00e4ren: Die Literaturnachweise des Autors sind durch Zahlen verschl\u00fcsselt (z.B. 4, S. 17-18; oder \u201e<em>Zusammenfassung nach 11, S. 96-103<\/em>\u201c); man muss erst im Literaturverzeichnis nachsehen, auf wen sich<strong><em> Urbaniok<\/em><\/strong> jeweils beruft \u2013 und erlebt dann oftmals ziemliche \u00dcberraschungen, nicht nur, weil er sich h\u00e4ufig selbst zitiert. So wird unter dem Stichwort \u201e<em>Basisratenfehler<\/em>\u201c, der in der Prognose von Straftaten eine entscheidende Rolle spielt, nicht auf die Kolleginnen und Kollegen verwiesen, die sich damit intensiv besch\u00e4ftigt haben<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>, sondern (am Ende des Absatzes) auf \u2013 nun denn &#8211; <strong><em>Kahneman<\/em><\/strong> (S. 37), der 2002 den Nobelpreis f\u00fcr Wirtschaftswissenschaften erhalten hat. Dass es einen geh\u00f6rigen Streit (wohl vor allem) unter Kriminologen gibt, ob es vielleicht eher \u201edas\u201c Basisraten hei\u00dfen sollte, als die \u201eBasisraten\u201c \u2013 wei\u00df <strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong> nicht, oder will er es nicht wissen.<\/p>\n<p>Vieles von dem, was er schreibt, ist nicht falsch, aber oftmals unvollst\u00e4ndig dargestellt und i.e.S. unwissenschaftlich, weil der Leser mit den dahingeworfenen Stichworten nichts anfangen kann und so der Eindruck entsteht, (neue) Gedanken <strong><em>Urbanioks <\/em><\/strong>zu lesen. Dabei schwankt man bei der Lekt\u00fcre immer wieder zwischen fragender Zustimmung (z.B., wenn der Autor darauf verweist, dass Kommunikation keine M\u00f6glichkeit ist, \u201e<em>Informationen, d.h. eigene Wirklichkeiten, an eine andere Person zu \u00fcbermitteln<\/em>\u201c, S. 51) und Ablehnung, wenn er z.B. behauptet, dass Pers\u00f6nlichkeitsprofile \u201e<em>zu Verzerrungen in der Urteilsbildung und problematischen Verhaltensweisen disponieren<\/em> (sic!)\u201c (S. 55). Solcherart Determinismus geh\u00f6rt zumindest belegt und erl\u00e4utert, nicht aber als Ausgangspunkt eigener Analysen quasi unbestritten in den Raum gestellt (weitere Determinismen: s. S. 56).<\/p>\n<p>Ungeteilt zustimmen kann man dem Autor auch, wenn er auf S. 118 feststellt: \u201e<em>Wenn Psychiater oder Psychologen Gutachten \u00fcber eine Person erstellen, dann findet h\u00e4ufig eine starke \u00dcberlagerung des Beurteilungsvorgangs durch bereits vorab bestehende Kategorienraster statt. F\u00fcr die Risikobeurteilung von Straft\u00e4tern ist es besonders problematisch, dass Gutachter oft auf Kategorien allgemein-psychiatrischer Diagnosesysteme zur\u00fcckgreifen. Solche diagnostischen Kategorien wurden geschaffen, um Krankheiten zu diagnostizieren. Sie sind daher ungeeignet daf\u00fcr, das Risiko zu erfassen, das von einer Person ausgeht. Denn Krankheit und Gef\u00e4hrlichkeit sind zwei unterschiedliche Ph\u00e4nomene. Die Fixierung auf unspezifische allgemein-psychiatrische Diagnosesysteme (ICD oder DSM) ist ein h\u00e4ufiger Grund f\u00fcr fehlerhafte Gutachten. Zum Erfassen von Risiken m\u00fcssen die Eigenschaften identifiziert werden, die etwas mit dem Risiko einer Begehung von Straftaten zu tun haben. Es geht um sogenannte Risikoeigenschaften, die nichts mit den krankheitsorientierten Diagnosesystemen zu tun haben<\/em>\u201c \u2013 was aber deutlich macht, dass das Buch immer dort St\u00e4rken hat, wo der Autor auf seine Kompetenz und Erfahrung als Psychiater zur\u00fcckgreifen kann.<\/p>\n<p>Insgesamt will <strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong> in seinem Buch die \u201e<em>konkreten Schwachstellen der menschlichen Vernunft in den Blick nehmen<\/em>\u201c (S. 17). Dazu verwendet er das von ihm entwickelte \u201e<em>RSG-Modell (Registrieren-Subjektivieren-Generalisieren)\u201c<\/em>, das er in Kap. 5 (S. 82 \u2013 97) erl\u00e4utert.<\/p>\n<p>Als \u201e<em>Legende<\/em>\u201c bezeichnet der Verlag in der Buchank\u00fcndigung die Annahme, dass der Verstand die sch\u00e4rfste Waffe des Menschen sei. Zwar sei der Mensch durch<em> \u201eden Verstand \u2026 anderen Lebewesen \u00fcberlegen. Er ist das Beste, was die Evolution in Millionen Jahren hervorgebracht hat, ihr ultimatives Erfolgsmodell<\/em>\u201c. Fakt (sic!, unbelegt) aber sei: Der prim\u00e4r evolution\u00e4re Zweck der Vernunft, n\u00e4mlich die \u00dcberlebensf\u00e4higkeit der menschlichen Art zu steigern, werde oft zu wenig beachtet, ihr Potenzial hingegen \u00fcbersch\u00e4tzt. Begr\u00fcndung: In den menschlichen Verstand seien viele Mechanismen eingebaut worden, die sich in der Evolution \u00fcber Millionen von Jahren als sehr erfolgreich erwiesen: stereotype Automatismen und emotionale Kurzschl\u00fcsse, sogenannte evolution\u00e4re Sto\u00dfd\u00e4mpfer, die oft zu verzerrten Beurteilungen f\u00fchren. Diese Mechanismen stehen, so der Verlag, im Widerspruch zu den Ideen der Aufkl\u00e4rung und des Humanismus und werden bis heute in Diskussionen stark vernachl\u00e4ssigt. <strong><em>Frank Urbaniok <\/em><\/strong>analysiert, so noch einmal der Verlag, \u201e<em>differenziert, welche fatalen Folgen daraus f\u00fcr das Individuum und die Gesellschaft resultieren k\u00f6nnen<\/em>\u201c. Die Tatsache (sic!), dass auch Unvernunft zu positiven Ergebnissen und Fortschritten f\u00fchren kann, erkennt <strong><em>Urbaniok <\/em><\/strong>nicht \u2013 oder er blendet sie aus.<\/p>\n<p><em>\u201eDifferenziert\u201c<\/em>? Nun ja, wer auf knapp 500 Seiten einen Parforceritt durch die Geschichte der Menschheit und ihre philosophischen Grundlagen vorlegt, der kann eigentlich nicht wirklich \u201e<em>differenziert<\/em>\u201c vorgehen und analysieren \u2013 und genau hier liegt dann auch \u201eder Hase im Pfeffer\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> oder \u201eder Hund begraben\u201c, warum dies nach Auffassung des Rezensenten leider nicht wirklich gelingt.<\/p>\n<p>Sieht man sich den Aufbau des Buches an, dann stellt <strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong> zu Beginn erkenntnistheoretische Grundlagen der menschlichen Vernunft dar \u2013 auf knapp 10 Seiten (S. 21 \u2013 30); dass dies nur phasenhaft geschehen kann, liegt auf der Hand. Intensiver und auf immerhin knapp 20 Seiten werden dann \u201e<em>allgemeine psychologische Schwachstellen der menschlichen Vernunft<\/em>\u201c dargestellt, bevor dann im Kap. 5 das \u201e<em>RSG-Modell<\/em>\u201c vorgestellt wird, das der Autor im Folgenden zur Analyse verwendet und als Ansatzpunkt daf\u00fcr nimmt, quasi alles und jeden zu kritisieren. Da werden dann Nietzsche, Popper und Hegel ebenso flott \u201eplattgemacht\u201c wie die Frankfurter Schule, Mao Tse-tung und sogar Paul Feyerabend. Hier wie anderenorts betont dann der Autor, dass es \u201e<em>den Rahmen dieses Buches sprengen (w\u00fcrde), die kontrovers gef\u00fchrte Diskussion hier umfassend wiedergeben zu wollen<\/em>\u201c (S. 131). Stattdessen folgen subjektive Bewertungen und Beurteilungen, bei denen man h\u00e4ufiger an die \u201e<em>Schw\u00e4chen der menschlichen Vernunft<\/em>\u201c denken muss, als es dem Autor sicherlich recht w\u00e4re \u2013 von den \u201e<em>fatalen Folgen<\/em>\u201c ganz zu schweigen.<\/p>\n<p>Kapitel\u00fcberschriften lauten dann z.B. \u201e<em>Im W\u00fcrgegriff des juristischen Prinzips\u201c<\/em> (S. 259), und danach geht es \u00fcber den Fall Metzler, das Asylrecht (genau in dieser Reihenfolge) zu den Flucht- und Migrationsursachen (S. 272).\u201c<em>Werner Heisenbergs Pollenallergie<\/em>\u201c findet sich ebenso in den Kapitel\u00fcberschriften wie das \u201e<em>W\u00fcrfelgericht<\/em>\u201c, das <strong><em>Urbaniok <\/em><\/strong>ganz offensichtlich der Strafgerichtsbarkeit, wie wir sie kennen, vorzieht \u2013 dazu aber sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Machiavelli, Mafiamethoden, AfD und Bundeszentrale f\u00fcr politische Aufkl\u00e4rung: Alle bekommen ihr Fett weg, ebenso wie der \u201e<em>Thesenjournalismus<\/em>\u201c. \u201e<em>Goebbels in Berlin<\/em>\u201c dient ebenso wie der \u201e<em>Horror-Clown im Wei\u00dfen Haus<\/em>\u201c als Beleg f\u00fcr die Thesen des Autors, wozu auch die Annahme geh\u00f6rt, dass \u201e<em>reine Empirie (keinesfalls!) der einzig wissenschaftlich legitimierte Weg f\u00fcr objektiv g\u00fcltige Ergebnisse ist\u201c<\/em> (S. 26 f.). Nur nebenbei: Wieso dann das von ihm entwickelte (und erfolgreich vermarktete) FOTRES (Forensisch Operationalisiertes Therapie- und Risiko-Evaluations-System) als Instrument f\u00fcr Risikobeurteilungen bei Straft\u00e4tern ohne empirischen Beleg auskommen soll, bleibt die Frage. Ein ganzes Kapitel (Kap. 6, S. 98 ff.) widmet der Autor dann auch der Annahme, dass experimentelle Methoden der Empirie \u201e<em>h\u00e4ufig \u00fcbersch\u00e4tzt werden<\/em>\u201c \u2013 was ihn nicht daran hindert, seine eigenen empirischen Untersuchungen als \u201eWissen\u201c zu verwenden (S. 119).<\/p>\n<p>Sicherlich liest sich das Buch \u00fcber weite Strecken gut, und es stellt auch Einsichten der Psychologie nachvollziehbar dar &#8211; so auf S. 86 ff., wo es um Subjektivierung und Fokussierung geht: \u201e<em>Wir lieben eindeutige Geschichten und Botschaften<\/em>\u201c.<\/p>\n<p>Letztlich aber kann man die Aussage im Buch: \u201e<em>Es ist egal, wenn der Mensch einem Irrtum unterliegt, solange er nur selbst daran glaubt, Richtiges erkannt zu haben, und sich dadurch gut f\u00fchlt. Das st\u00e4rkt das eigene Kompetenzerleben, den Selbstwert und ist ein Element der eigenen Identit\u00e4tsbildung<\/em>\u201c (S. 89) leider auch auf den Autor \u00fcbertragen: In den Bereichen, in denen er (von Hause aus Psychologe und Psychiater) dilettiert, wird es \u00e4rgerlich und man mag ihm zurufen: \u201eSchuster, bleib bei Deinen Leisten\u201c. Aber wir Kriminologen kennen dieses Problem ja bestens: Psychiater (Mediziner) haben auch im Bereich der Kriminalit\u00e4t das Wissen gepachtet, und k\u00f6nnen kriminologische Lebensverl\u00e4ufe auch von Straft\u00e4tern \u201evorhersagen\u201c, die nachweislich entweder nicht krank sind, oder deren \u201eKrankheit\u201c (definiert von Medizinern) keinen urs\u00e4chlichen Bezug zur ihren Straftaten aufweist<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>.<\/p>\n<p>Die von ihm entwickelten Qualit\u00e4tskriterien, die sein Modell haben soll (S. 128 f.) h\u00e4lt <strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong> leider selbst an vielen Stellen nicht ein, wenn es um konkrete Bewertung von Themen oder Problemen geht. Daf\u00fcr einige Beispiele; die Probleme, die er hier anspricht, bezeichnet er als \u201e<em>gesellschaftliche Schwach- und Baustellen<\/em>\u201c (S. 229):<\/p>\n<ul>\n<li>Wenn es um die Risikobewertung (z.B. im Zusammenhang mit dem R\u00fcckfall eines Straft\u00e4ters) geht, dann werden auch und besonders von Psychiatern gerne Prozentzahlen verwendet \u2013 so auch von <strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong> und durchaus im Widerspruch zu seiner oben zitierten Aussage auf S. 118 des Buches. Er schreibt: \u201e<em>Nehmen wir an, die Risikoeigenschaften einer Person wurden vollkommen zutreffend identifiziert. Aufgrund ihrer Auspr\u00e4gung besteht ein f\u00fcnfzigprozentiges Risiko f\u00fcr einen Mord innerhalb von zehn Jahren. Dann bedeutet diese zutreffende Einsch\u00e4tzung Folgendes: Von hundert Personen, die zutreffend eingesch\u00e4tzt wurden, begehen f\u00fcnfzig Personen den Mord und f\u00fcnfzig nicht. Die f\u00fcnfzig Personen, die den Mord nicht begangen haben, wurden aber nicht falsch eingesch\u00e4tzt. Denn in unserem Beispiel hatten alle hundert Personen ein exakt f\u00fcnfzigprozentiges Risiko, den Mord zu begehen. Niemand hatte also ein hundertprozentiges Risiko und niemand hatte ein Risiko von null Prozent<\/em>\u201c (S. 145). Im Anschluss daran findet sich kein Wort zu der Problematik, wer denn dar\u00fcber entscheidend, ob und warum die Identifizierung \u201ezutreffend\u201c war (doch wohl anhand der von ihm so verworfenen Empirie), und vor allem kein Wort zu der Dynamik, die mit Risikoverl\u00e4ufen einhergeht und die daher praktisch keine <strong>vern\u00fcnftige<\/strong> (!) Aussage dar\u00fcber zul\u00e4sst, ob diese Person, die ein \u201e<em>f\u00fcnfzigprozentiges Risiko<\/em>\u201c aufweist, tats\u00e4chlich auch dieses Risiko erf\u00fcllt (also z.B. eine Straftat begeht). Genau dieses Problem stellt sich aber tagt\u00e4glich bei den Prognosegutachten, f\u00fcr die auch <strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong> verantwortlich ist.<\/li>\n<li>Auf S. 149 schreibt er dann, dass Gewalt gegen\u00fcber Artgenossen, T\u00e4uschung, L\u00fcgen u.a. \u201e<em>logische Optionen (sind), die mit einer zunehmenden Intelligenz einhergehen<\/em>\u201c. Abgesehen davon, was man hier als \u201e<em>logisch<\/em>\u201c sehen mag: Umgekehrt bedeutet dies dann doch wohl, dass weniger intelligente Menschen weniger Gewalt und L\u00fcgen an den Tag legen. Den von <strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong> hier behaupteten Zusammenhang zwischen Kriminalit\u00e4t und Intelligenz hat die Kriminologie intensiv untersucht<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> \u2013 von U. dazu kein Wort, sondern einige Zeilen sp\u00e4ter die apodiktische Aussage: \u201e<em>Evolution kennt keine Moral. Sie handelt nach dem Prinzip, dass der Zweck die Mittel heiligt<\/em>\u201c (S. 150).<\/li>\n<li>Darwin pur wird auf S. 163 deutlich: \u201e<em>Unser biologischer und damit auch genetischer Vorfahr ist folglich derjenige, dem es gelungen ist, alle Br\u00fcder und Schwestern umzubringen. Der steckt in uns drin.<\/em>\u201c Auf den Gedanken, dass es auch evolution\u00e4r m\u00f6glich (gewesen) sein kann, sich durch Intelligenz, Cleverness oder auch z.B. bessere Vernetzung \u201edurchzusetzen\u201c, kommt <strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong> offensichtlich nicht. Wenn diese Aussage stimmt, dann m\u00fcssten l\u00e4ngst alle K\u00fcnstler, Literaten und andere \u201eSch\u00f6ngeister\u201c ausgestorben sein, weil sie nicht dieses \u201eUmbringen\u201c-Gen in sich tragen. Auch wenn man unterstellt, dass U. dies nur im \u00fcbertragenen Sinne verstanden wissen will, dass also die\/derjenige, der die st\u00e4rkeren Muskeln oder spitzeren Ellbogen hat, ohne dies mit k\u00f6rperlicher Gewalt zu verbinden, bleibt das ungute Gef\u00fchl, dass der <strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong>\u00b4sche Ansatz doch deutlich zu oberfl\u00e4chlich ist und bleibt.<\/li>\n<li><strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong> zitiert sich auch gerne mal (auch ausf\u00fchrlich) selbst. So auf S. 179 ff., wo er am Ende zu dem Ergebnis kommt, dass der \u201e<em>Anspruch, bestimmte Werte auf andere Mitmenschen auszudehnen, nicht auf einem ehrenwerten, unzweifelhaften objektiven Grund<\/em>\u201c gr\u00fcndet, sondern \u201e<em>auf einem egoistischen Interesse<\/em>\u201c, das man auch \u201edeklarieren\u201c sollte. Das seien \u201e<em>Grunds\u00e4tze, die ich aus meiner subjektiven Wertsetzung heraus f\u00fcr richtig und wertvoll halte<\/em>\u201c (S. 183).<\/li>\n<li><strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong> sieht in unserer Gesellschaft nicht nur eine \u201e<em>un\u00fcberbr\u00fcckbare Polarisierung<\/em>\u201c, sondern auch \u201e<em>zum Teil einen Hang zum F\u00fchrerkult<\/em>\u201c (S. 233). Den Grund daf\u00fcr sieht er nicht nur in \u201e<em>mehr von allem<\/em>\u201c (mehr AKSw, mehr Schulen, mehr Konkurrenz\u2026 u.v.a.m.), sondern in einem mehr von Regeln (aaO.) und einem Trend zu \u201e<em>imperialen Organisationen<\/em>\u201c (S. 234). Er bezieht sich dabei auf <strong><em>Harari<\/em><\/strong> (Eine kurze Geschichte der Menschheit, 2015) und sieht einen Verlust an Vielfalt und eigenst\u00e4ndigen kulturellen Entwicklungen. In den Zusammenhang passt es dann auch, dass er davon ausgeht, dass autorit\u00e4re Staatsformen \u201e<em>zu anderen (!) Formen der Unterdr\u00fcckung und Verst\u00f6\u00dfen gegen Ideale der Humanit\u00e4t<\/em>\u201c f\u00fchren als demokratische (S. 239) \u2013 woraus man unschwer erkennen kann, dass <strong><em>Urbaniok <\/em><\/strong>der Auffassung ist, dass auch demokratische Staatsformen gegen diese Ideale versto\u00dfen. Wo und wie genau dies geschieht, verr\u00e4t er leider nicht, obwohl es durchaus Beispiele daf\u00fcr gibt.<\/li>\n<li>Der Duktus, mit dem sich der Autor mit dem Thema individueller Datenschutz besch\u00e4ftigt, l\u00e4sst auch aufhorchen: \u201e<em>Konsequent zu Ende gedacht hie\u00dfe das, bei jedem Einkauf die Vollverschleierung des Kunden bei gleichzeitiger technischer Stimmverfremdung einzuf\u00fchren. Denn was ein Verk\u00e4ufer andernfalls anhand der gekauften Produkte \u00fcber die Lebensgewohnheiten vor allem der Stammkunden erf\u00fchre, w\u00e4re ein massiver Ein<\/em><em>griff in die zu sch\u00fctzende Privatsph\u00e4re. Ich wei\u00df, das ist \u00fcbertrieben. Aber im Kern ist es genau so<\/em>\u201c. Alles, was mit Daten und Datenverarbeitung zu tun hat, sei \u201e<em>juristisch durchtr\u00e4nkt<\/em>\u201c, wodurch der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben werde (S. 246 f.<\/li>\n<li>Aus seiner Abneigung Juristen gegen\u00fcber macht <strong><em>Urbaniok<\/em> <\/strong>an vielen Stellen des Buches ohnehin keinen Hehl. So schreibt er unter der Kapitel\u00fcberschrift \u201e<em>Im W\u00fcrgegriff des juristischen Prinzips<\/em>\u201c von dem Vorrang \u201e<em>des Formalen vor dem Inhalt bei einem zur absoluten G\u00fcltigkeit \u00fcbersteigerten juristischen Prinzip<\/em>\u201c (S. 262). Exemplarisch verdeutlicht er dies dann an dem Fall Metzler (S. 262 ff.), wo er einen Unterschied zwischen der Androhung von Folter und der Ausf\u00fchrung sieht (S. 266) und es \u201e<em>bequem<\/em>\u201c findet, die Position des absoluten Folterverbots ohne jede Ausnahme zu vertreten. Die Verwirklichung dieses Prinzips w\u00fcrde zu \u201e<em>absurden Konsequenzen<\/em>\u201c (S. 267) f\u00fchren \u2013 welche dies konkret sein sollen, sagt er ebenso wenig wie er lebensnahe \u201e<em>Ausnahmen<\/em>\u201c benennt, bei denen seiner Auffassung nach gefoltert werden darf &#8211; von dem Beispiel des \u201e<em>Superverbrechers<\/em>\u201c mit der \u201e<em>Superbombe<\/em>\u201c abgesehen, das in diesem Kontext immer wieder bem\u00fcht wird.<\/li>\n<li>Das juristische Prinzip mit seinen immer weitergehenden Verfeinerungen und Ver\u00e4stelungen breite sich \u201e<em>wie ein stetig wachsender Teppich aus Treibsand in der gesamten Gesellschaft\u201c aus<\/em>\u201c (S. 281). Er durchdringe alle Ritzen, f\u00fchre zu Schwerf\u00e4lligkeit und koste viel Zeit und Geld. Daher k\u00f6nne man bspw. Strafverfahren auch durch ein \u201e<strong><em>W\u00fcrfelgericht<\/em><\/strong>\u201c ersetzen. Das soll dann so aussehen: \u201e<em>Stellen wir uns vor, dass Urteile nicht mehr durch ein Gericht nach einer Beweisaufnahme gef\u00e4llt und mit juristischen Paragrafen begr\u00fcndet werden. Als systemfremde Alternative denken wir uns ein Verfahren, in dem die Entscheidung ausgew\u00fcrfelt wird. Wir verwenden einen W\u00fcrfel, bei dem auf drei Seiten \u00bbJa\u00ab und auf drei Seiten \u00bbNein\u00ab steht. Vergegenw\u00e4rtigen wir uns zun\u00e4chst die Vorteile dieses Verfahrens. Der W\u00fcrfel spart Zeit und Kosten. Die Beweisaufnahme, Antr\u00e4ge der einen und der anderen Seite, gedankliche Auseinandersetzungen vieler Fachexperten, Sitzungstermine und vieles mehr w\u00fcrden wegfallen. Die Effizienz ist ein eindeutiger Vorteil des W\u00fcrfels. Ein weiterer Vorteil w\u00e4re seine Eindeutigkeit. In polarisierter Weise gibt es nur Ja oder Nein, Recht oder Unrecht, Schuld oder Unschuld. Unser W\u00fcrfelgericht hat eine weitere interessante Eigenschaft. \u2026 Das W\u00fcrfelgericht liegt also in genau f\u00fcnfzig Prozent aller F\u00e4lle goldrichtig. Man<\/em><em>ch einem wird diese Trefferquote erb\u00e4rmlich gering vorkommen. Dagegen ist aber einzuwenden, dass die Trefferquote der konventionellen und sehr aufwendigen juristischen Gerichtsbarkeit vielleicht nicht sehr viel <\/em><em>h\u00f6her als f\u00fcnfzig Prozent ist oder sogar &#8211; bei einem schlechten Richter &#8211; geringer ausfallen k\u00f6nnte. Nicht zu untersch\u00e4tzen ist die Quote falscher Urteile, weil \u2026 Winkeladvokaten den Rechtsweg bis zur sachlichen Unkenntlichkeit verbiegen k\u00f6nnen\u2026<\/em>\u201c (S. 282 f.) Auch wenn <strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong> sein \u201e<em>W\u00fcrfelgericht<\/em>\u201c nur im Zivil- und nicht im Strafrecht zum Einsatz kommen lassen will: Von Gerechtigkeit oder Legitimit\u00e4t liest man bei ihm nichts. Sicherlich \u2013 und dies kann der Rezensent aus eigener praktischer Erfahrung best\u00e4tigen \u2013 gibt es F\u00e4lle, bei denen Verfahren weder effizient, noch kosteng\u00fcnstig sind. Das liegt aber zumeist daran, dass die am Verfahren Beteiligten ihre (nur nebenbei angemerkt: rechtlich festgelegten) Hausaufgaben nicht gemacht haben, dass also bspw. die Polizei nicht umfassend (auch entlastende Tatsachen) ermittelt, die Staatsanwaltschaft die Ermittlungsunterlagen nicht angemessen pr\u00fcft (aus welchen Gr\u00fcnden auch immer) und das Gericht ebenfalls ohne gen\u00fcgende Pr\u00fcfung eine Anklage zul\u00e4sst, und das Verfahren dann am Ende mit einem Freispruch endet, obwohl das entlastende Beweismittel von Anfang an vorhanden war.<\/li>\n<li>F\u00fcr <strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong> sollen \u201e<em>Intuition und der durch Erfahrung gespeiste gesunde Menschenverstand<\/em>\u201c (S. 284) eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen als \u00fcblicherweise in juristischen Verfahren und es sollten \u201e<em>integre und respektierte Personen<\/em>\u201c (S. 287) handeln \u2013 die N\u00e4he zu Konfliktschlichtungen in sog. \u201eprimitiven Gesellschaften\u201c liegt hier nahe<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a>. Er verkennt dabei ganz offensichtlich, dass Recht und Gerechtigkeit wesentliche S\u00e4ulen unseres demokratischen Staates sind. Wer diese S\u00e4ulen zum Einsturz bringen will, der gef\u00e4hrdet die Grundlagen unserer Gesellschaft \u2013 so \u201eeffektiv\u201c auf den ersten Blick ein anderes Verfahren aus sein mag. Dabei geht meine Auseinandersetzung an dem Ansatz von <strong><em>Urbaniok<\/em> <\/strong>nicht soweit, dass ich die von ihm benannten Probleme und Kritikpunkte verneine, im Gegenteil. Ich pl\u00e4diere nur f\u00fcr andere, gerechtere L\u00f6sungen, und ein \u201e<em>W\u00fcrfelrichter<\/em>\u201c w\u00fcrde sicherlich nicht die \u201e<em>Legitimation durch Verfahren<\/em>\u201c (Luhmann) zustande bringen, wie dies in einem rechtlich geordneten Verfahren der Fall ist oder zumindest eher sein kann als beim \u201e<em>W\u00fcrfelgericht<\/em>\u201c).<\/li>\n<li>Generell scheint der Glaube an solche \u201e<em>integren<\/em>\u201c Personen bei <strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong> tief verwurzelt zu sein \u2013 durchaus im Gegensatz zu seinen eigenen Theorien, wonach ja Darwin (also der individuelle Vorteil einer Person) Kant (also die Vernunft) schl\u00e4gt. Andere \u201e<em>Superpersonen<\/em>\u201c werden von ihm sogar auch in seinem eigenen T\u00e4tigkeitsbereich der Prognose als positive Beispiele genannt und als \u201e<em>interessanter Befund aus der Prognoseforschung<\/em>\u201c bezeichnet: Sog. \u201e<em>Superforecaster<\/em>\u201c \u201e<em>haben bestimmte Eigenschaften<\/em>\u201c und F\u00e4higkeiten (S. 279) und sind damit \u2013 so wohl seine Einsch\u00e4tzung \u2013 wissenschaftlichen Prognosemethoden \u00fcberlegen. Damit n\u00e4hern wir uns erschreckend dem Gedanken, dass Menschen quasi \u00fcbernat\u00fcrliche F\u00e4higkeiten haben, die sie \u00fcber andere hinwegheben und deren Entscheidungen durch nichts au\u00dfer durch ihre individuelle Person begr\u00fcndet und legitimiert sind \u2013 schon gar nicht durch wissenschaftlich-empirische Belege. Hier lobt er die \u201e<em>Vorz\u00fcge einer individuellen, auf die jeweilige Situation oder den Einzelfall bezogenen Urteilsbildung durch die Kreativit\u00e4t der menschlichen Vernunft<\/em>\u201c (sic!) \u2013 die er ansonsten so sehr bek\u00e4mpft bzw. f\u00fcr unterlegen h\u00e4lt.<\/li>\n<li>Ehrlich gesagt am meisten ge\u00e4rgert habe ich mich \u00fcber die Ausf\u00fchrungen von <strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong> zur Migrations- und Fl\u00fcchtlingspolitik (S. 330 ff.) und \u201e<em>Ausl\u00e4nderkriminalit\u00e4t<\/em>\u201c (S. 340 ff.) \u2013 und zwar nicht, weil der Duktus und Tenor in eine politisch falsche Richtung geht, sondern weil der Autor hier absolut unwissenschaftlich arbeitet. Wer sich als Nicht-Kriminologe in den Bereich der Kriminalit\u00e4tsstatistik \u201everirrt\u201c, der sollte dies nur dann tun, wenn er bereit ist, sich gr\u00fcndlich in die Grundlagen und die wissenschaftlichen Studien zu der jeweiligen Thematik einzuarbeiten. Um es klar zu sagen: Dies hat <strong><em>Urbaniok<\/em> <\/strong>offensichtlich str\u00e4flich vers\u00e4umt. Stattdessen finden sich hier Formulierungen wie \u201e<em>Mustafa \u00d6. aus K\u00f6ln sammelte 21 Jahre lang Vorstrafen wie andere Briefmarken<\/em>\u201c (S. 334), die jegliche seri\u00f6se Auseinandersetzung mit dem Problem der \u201eAusl\u00e4nderkriminalit\u00e4t\u201c konterkarieren. Auch hier sind es dann wieder \u201e<em>clevere Juristen und mildt\u00e4tige Richter<\/em>\u201c (S. 335), die seiner Meinung nach falsch urteilen. Deutschland hat, so <strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong>, \u201e<em>ein spezielles Problem mit Ausl\u00e4nderkriminalit\u00e4t<\/em>\u201c (S. 341), den Umgang mit den Zahlen bezeichnet er als \u201e<em>gezielte Desinformation<\/em>\u201c (aaO.). Als Beleg bezieht er sich auf einen einzigen (!) \u201eFachartikel\u201c, der 2018 erschienen ist und in dem angeblich diese \u201estatistischen Tricks\u201c entlarvt werden &#8211; und, welch Wunder! \u2013 dieser \u201eFachartikel\u201c stammt von <strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong> selbst<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a>, was sich dem Leser erst erschlie\u00dft, wenn er in den Endnoten des Buches sucht. Ebenso die Tatsache, dass dieser \u201eFachartikel\u201c ganze drei Seiten umfasst und seine Aussage \u201e<strong><em>Nationalit\u00e4t und Herkunft sind Faktoren, die zu stark erh\u00f6hten Kriminalit\u00e4tsquoten f\u00fchren<\/em><\/strong>\u201c (S. 364) belegen sollen. Der Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung (oder besser gesagt den Autoren, die die dort abgedruckten Beitr\u00e4ge zur \u201eAusl\u00e4nderkriminalit\u00e4t\u201c verantwortet haben) wird dann \u201ePolitical Correctness\u201c unterstellt, getreu dem Motto: Die Regierung l\u00e4sst nur solche Beitr\u00e4ge erscheinen, die ihrer Auffassung entsprechen. Fake News? Die kommen hier von <strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong>, der es nicht f\u00fcr notwendig erachtet, sich mit der umfangreichen Literatur und den umfassenden Studien zu diesem Thema zu besch\u00e4ftigen<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a>. Stattdessen erwecken Zahlenreihen (wie auf S. 354) eine Pseudo-Seriosit\u00e4t, auch, in dem mit zwei Stellen hinter dem Komma bei Prozentzahlen gearbeitet wird (S. 358). Fakt aber ist: F\u00fcr einen kausalen Zusammenhang von Migrationshintergrund und delinquentem Verhalten gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Studien zeigen keine grunds\u00e4tzlichen Unterschiede im kriminellen Verhalten zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund auf. Kriminalit\u00e4t ist eine Frage der sozialen Lage (u.a. der Bildung) und h\u00e4ngt eher mit Lebenslagen zusammen, die mit Migration verbunden sind. So verschwinden beispielsweise die Unterschiede bei der Gewaltt\u00e4tigkeit zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund nahezu, wenn sie die gleichen Bildungschancen haben<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Seine 15 zentralen Thesen fasst <strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong> am Ende des Buches (S. 458 ff.) nochmals zusammen. Dabei wird deutlich, wie sehr er sich an <strong><em>Kahneman<\/em><\/strong> (\u201eSchnelles Denken, langsames Denken\u201c) orientiert. Psychologische Verzerrungen menschlicher Wahrnehmungen und Beurteilungen folgen, so der Autor, \u201e<em>dem RSG-Modell (Registrieren, Subjektivieren, Generalisieren). Sie sind \u2026 auch in der Wissenschaft und bei der Verwendung empirischer Methoden anzutreffen<\/em>\u201c. Die \u201e<em>hemmungslose Wachstumstendenz von Regeln und anderen Ordnungen<\/em>\u201c soll durchbrochen werden, z.B. durch Ans\u00e4tze wie das \u201e<em>W\u00fcrfelgericht<\/em>\u201c. \u201e<em>Dummheit und R\u00fccksichtslosigkeit (sind) f\u00fcr die Evolution keine (Reproduktions-)Nachteile<\/em>\u201c. Im Ergebnis widerspricht <strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong> dem Eindruck, er nehme eine recht pessimistische Perspektive ein. Es g\u00e4be \u201e<em>tolle Organisationen<\/em>\u201c, die sich f\u00fcr Tierschutz, Artenvielfalt und anderes einsetzen, woraus folge, dass es immer auch die M\u00f6glichkeit zu richtigem und gutem Handeln g\u00e4be. Was jedoch \u201egutes Handeln\u201c ist und wie man es anders als durch R\u00fcckgriff auf die Aspekte von Vernunft und Moral feststellt, das sagt <strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong> leider nicht. Schade.<\/p>\n<p>Insgesamt hat der Psychiater <strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong> hier ein (Lebens?)Werk vorgelegt, das zum Nachdenken anregt \u2013 diesen Zweck benennt er selbst am Ende, ebenso soll es \u201e<em>eine Hilfe daf\u00fcr sein, die Rolle eines m\u00fcndigen B\u00fcrgers einzunehmen und sich, orientiert an aufkl\u00e4rerischen Idealen und humanistischen Prinzipien, konstruktiv in die Gestaltung der Welt einzubringen<\/em>\u201c (S. 460). Leider liefert der Autor in diesem Buch zu viele unvollst\u00e4ndige und teilweise auch fehlerhaft interpretierte Fakten, um dem gerecht zu werden und vor allem geht er nicht auf die Frage ein, wie solche Ideale und Prinzipien unter den Regeln Darwins verwirklicht werden sollen. Er \u00fcbersieht wohl auch, dass solche aufkl\u00e4rerischen Ideale und humanistischen Prinzipien ganz besonders von Menschen vertreten wurden (und werden), die sich eher an Kant als an Darwin orientierten. Oder wie w\u00fcrde <strong><em>Urbaniok<\/em><\/strong> bspw. die Werke von <em>Hannah Arendt, Theodor W. Adorno, Karl Mannheim<\/em> oder der Psychiater <em>Frantz Fanon<\/em> oder <em>Franco Basaglia<\/em> einordnen?<\/p>\n<p>Ein Buch, \u00fcber das man sich \u00e4rgern kann \u2013 und \u00e4rgern muss. Aber manchmal hilft ja auch \u00c4rger weiter bei der pers\u00f6nlichen und gesellschaftlichen Entwicklung.<\/p>\n<p>Thomas Feltes, Februar 2022<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> So z.B. in einer Schweizer Rezension: \u201e&#8220;Darwin schl\u00e4gt Kant&#8220; ist ein reichhaltiges, \u00fcberzeugendes, hilfreiches und aussergew\u00f6hnlich anregendes Werk, das ich mit Gewinn gelesen habe\u201c, <a href=\"https:\/\/www.rezensionen.ch\/darwin-schlaegt-kant\/3280057221\/\">https:\/\/www.rezensionen.ch\/darwin-schlaegt-kant\/3280057221\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> S. dazu Feltes\/Jordan: Schnelles und langsames Denken im Polizeiberuf. Ein Beitrag zu Risiken und Nebenwirkungen polizeilicher Sozialisation. In: \u201eHandbuch Polizeimanagement\u201c (hrsg. von J. Stierle, D. Wehe und H. Siller), Springer-Verlag Heidelberg 2017, S. 255 \u2013 276.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Vgl. <em>Kr\u00f6ber<\/em>: Das Basisraten. In: Forensische Psychiatrie Psychologie Kriminologie 5(2):121-122 sowie <em>Poll\u00e4hne<\/em>:<\/p>\n<p>Kriminalprognostik zwischen richtigen Basisraten und falschen Positiven. Gefahren von Gefahrenprognosen: Theoretische, Methodologische und Juristische Aspekte. Verf\u00fcgbar unter <a href=\"https:\/\/bremen.dvjj.de\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2019\/09\/kriminalprognostik.pdf\">https:\/\/bremen.dvjj.de\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2019\/09\/kriminalprognostik.pdf<\/a> und <em>Alex\/Feltes:<\/em> \u201eIch sehe was, was Du nicht siehst \u2013 und das ist krank!\u201c. Thesen zur psychiatrisierenden Prognosebegutachtung von Straft\u00e4tern. In: MschKrim 2011, S. S. 280-284; l\u00e4ngere Fassung <a href=\"https:\/\/www.thomasfeltes.de\/pdf\/veroeffentlichungen\/2011_alexfeltesbegutachtung_langfassung.pdf\">hier<\/a> verf\u00fcgbar. Urspr\u00fcnglich: <em>Volckart<\/em>: Zur Bedeutung der Basisrate in der Kriminalprognose. In: Recht und Psychiatrie 2002, S. 105\u2010114.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Zur Erl\u00e4uterung der Redewendung s. <a href=\"https:\/\/de.wiktionary.org\/wiki\/da_liegt_der_Hase_im_Pfeffer\">https:\/\/de.wiktionary.org\/wiki\/da_liegt_der_Hase_im_Pfeffer<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Ausf\u00fchrlich dazu <em>Feltes\/Alex:<\/em> Probleme der Kriminalprognose aus kriminologisch-psychologischer Sicht. In: <em>Kobb\u00e9<\/em> (Hrsg.), Forensischen Prognosen. Ein transdisziplin\u00e4res Praxismanual, Lengerich, S. 29-40.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Gemessene Intelligenz sagt zwar die intellektuelle Kompetenz vorher, aber nicht Kriminalit\u00e4t. Allerdings wurde ein Zusammenhang zwischen schulischer Kompetenz und der Tatsache, in einer sozial benachteiligten Wohngegend zu wohnen auf der einen Seite und sp\u00e4tere Kriminalit\u00e4t auf der anderen Seite festgestellt. Im Ergebnis sind es die sozialen Faktoren, die m\u00f6gliche sp\u00e4tere Kriminalit\u00e4t bedingen und nicht die Intelligenz, vgl. <em>McCartan, Gunnison<\/em>: The IQ\/crime relationship: An extension and replication of previous research.\u201c Journal of Crime &amp; Justice, 27(1), S. 61-86, 2004. Auch in anderen Studien wurde gezeigt, dass der Effekt von Intelligenz auf kriminelles Verhalten nur sehr indirekt vorhanden ist. Intelligenz wirkt als wichtiger kriminogener Faktor dort, wo er zu niedrigen Schulleistungen beitr\u00e4gt, die wiederum urs\u00e4chlich f\u00fcr die Wahrscheinlichkeit sind, eine kriminelle Karriere zu beginnen,<em> McGloin, Pratt, Maahs: <\/em>Rethinking the IQ-delinquency relationship: A longitudinal analysis of multiple theoretical models. Justice Quarterly, 21(3), 2004, S. 603-635.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Vgl. Feltes: Gesellschaftliche Gerichte, Schlichtungs- und Schiedskommissionen &#8211; Rechtspolitische M\u00f6glichkeiten oder historische Irrt\u00fcmer? In: Zeitschrift f\u00fcr Rechtspolitik 3, 1991, S.94 -100 sowie ders.: Gesellschaft ohne Strafe. Die Konfliktregelung bei &#8222;primitiven&#8220; V\u00f6lkern als Beispiel f\u00fcr unsere Strafrechtskultur. In: Behandlungsvollzug &#8211; Evolution\u00e4re Zwischenstufe oder historische Sackgasse? Hrsg. von U.O. Sievering (Arnoldshainer Texte &#8211; Bd.47), Frankfurt 1987, S.16-43.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Urbaniok: Ausl\u00e4nderkriminalit\u00e4t: Ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr Transparenz. Kriminalistik 11\/2018, S. 645 \u2013 647.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Nachweise finden sich u.a. hier: <em>Singelnstein\/Kunz<\/em>: Kriminologie, 8. Aufl. 2021, S. 446 ff.; <em>Feltes\/Weing\u00e4rtner\/Weigert<\/em>: Ausl\u00e4nderkriminalit\u00e4t. In: Zeitschrift f\u00fcr Ausl\u00e4nderrecht 2016, S. 157-165; sowie bei <em>Heinz<\/em>: Kriminalit\u00e4t in Deutschland unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der Jugend- und Gewaltkriminalit\u00e4t. 2015, verf\u00fcgbar hier: <a href=\"https:\/\/www.uni-konstanz.de\/rtf\/kik\/Heinz_Kriminalitaet_in_Deutschland.htm#_Toc109281641\">https:\/\/www.uni-konstanz.de\/rtf\/kik\/Heinz_Kriminalitaet_in_Deutschland.htm#_Toc109281641<\/a> sowie <em>ders.:<\/em> Jugendkriminalit\u00e4t &#8211; Zahlen und Fakten, verf\u00fcgbar hier: <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/politik\/innenpolitik\/gangsterlaeufer\/203562\/zahlen-und-fakten\">https:\/\/www.bpb.de\/politik\/innenpolitik\/gangsterlaeufer\/203562\/zahlen-und-fakten<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> <a href=\"https:\/\/mediendienst-integration.de\/desintegration\/kriminalitaet.html\">https:\/\/mediendienst-integration.de\/desintegration\/kriminalitaet.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frank Urbaniok: Darwin schl\u00e4gt Kant. \u00dcber die Schw\u00e4chen der menschlichen Vernunft und ihre fatalen Folgen. ISBN: 978-3-280-05722-3, 480 Seiten. Orell F\u00fcssli Verlag Z\u00fcrich, 28.- Euro. Ist es der \u201eschlagfertige\u201c Titel (\u201eDarwin schl\u00e4gt Kant\u201c), der Name des Autors oder die Tatsache, dass Frank Urbaniok, in der Vergangenheit mehrmals in (auch negative) Schlagzeilen geraten war, der das &hellip; <a href=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1771\" class=\"more-link\">Continue reading <span class=\"screen-reader-text\">Frank Urbaniok: Darwin schl\u00e4gt Kant. 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