{"id":1798,"date":"2022-03-24T18:23:47","date_gmt":"2022-03-24T17:23:47","guid":{"rendered":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1798"},"modified":"2022-03-25T08:51:31","modified_gmt":"2022-03-25T07:51:31","slug":"nahlah-saimeh-das-liebe-boese-warum-wir-gut-sein-wollen-und-nicht-koennen-rezensiert-von-thomas-feltes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1798","title":{"rendered":"Nahlah Saimeh: Das liebe B\u00f6se. Warum wir gut sein wollen und nicht k\u00f6nnen. Rezensiert von Thomas Feltes"},"content":{"rendered":"<p><strong>Nahlah Saimeh: Das liebe B\u00f6se. Warum wir gut sein wollen und nicht k\u00f6nnen. <\/strong>Verlag Fischer &amp; Gann, Bielefeld 2022, 128 S., ISBN 9783958835627, 15.- Euro<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wer will nicht \u201e<em>gut<\/em>\u201c sein? Und wem geling das \u201e<em>immer und \u00fcberall<\/em>\u201c? Der Song \u201e<a href=\"https:\/\/www.verunsicherung.de\/diskografie\/songs\/ba_ba_bankueberfall.html\"><em>Das B\u00f6se ist immer und \u00fcberall<\/em><\/a>\u201c der \u00f6sterreichischen Band \u201e<em>Erste allgemeine Verunsicherung<\/em>\u201c war 19<img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-1799 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/9783958835627-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"187\" height=\"296\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/9783958835627-scaled.jpg 1616w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/9783958835627-95x150.jpg 95w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/9783958835627-646x1024.jpg 646w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/9783958835627-970x1536.jpg 970w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/9783958835627-1293x2048.jpg 1293w\" sizes=\"(max-width: 187px) 100vw, 187px\" \/>86 ein Hit. Ein geplanter Bank\u00fcberfall geht gr\u00fcndlich schief. Danach sollen in M\u00fcnchen die Bank\u00fcberf\u00e4lle um das doppelte angestiegen sein<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Das B\u00f6se scheint tats\u00e4chlich immer und \u00fcberall zu sein. Aber was genau ist \u201e<em>das B\u00f6se<\/em>\u201c, woher kommt es, wie entsteht es? Es ist, wie <em>Nahlah Saimeh<\/em> am Ende ihres Buches schreibt \u201e<em>nicht un-menschlich, sondern es ist zutiefst <strong>menschlich<\/strong> in dem Sinne, dass es der Natur den Menschen innewohnt<\/em>\u201c (S. 108). Auf der anderen Seite wird durch d\u00e4monisierendes Denken und die damit einhergehende Negation des Menschseins \u201e<em>systematisch am Zusammenbruch der Empathie gearbeitet<\/em>\u201c (S. 109) \u2013 der Empathie, auf der unsere Gesellschaft aufgebaut ist und (nur) mit der sie funktionieren kann. Oder mit den Worten von <em>Saimeh<\/em>: \u201e<em>Der Zusammenbruch grundlegenden Mitgef\u00fchls entsteht dadurch, dass man nicht mehr Willens oder in der Lage ist, in dem anderen eben auch sich selbst zu sehen \u2013 und zwar zuweilen durchaus mit den Anteilen, die man bei sich selbst ausblendet<\/em>\u201c (S. 117). Ein wahrlich spannendes Buch f\u00fcr jede*n der dem B\u00f6sen auf den Grund gehen und die Ursache der eigenen schlechten Gedanken finden m\u00f6chte.<!--more--><\/p>\n<p>Wissenschaftlich fundiert, wenngleich mit subtilem Humor, besch\u00e4ftigt sich dieses \u201ekleine, feine B\u00fcchlein\u201c von <em>Nahlah Saimeh<\/em> mit dem \u201e<em>lieben B\u00f6sen<\/em>\u201c. Dabei ist \u201ekleines B\u00fcchlein\u201c weder despektierlich gemeint, noch soll damit etwas \u00fcber den Inhalt ausgesagt werden (dazu sp\u00e4ter). Der Inhalt ist n\u00e4mlich gro\u00df, gr\u00f6\u00dfer als der manch anderer \u201eausgewachsener\u201c B\u00fccher. \u201eKleines, feines B\u00fcchlein\u201c bezieht sich auf die \u00fcberaus gelungene Aufmachung, angefangen vom Titel, auf dem ein rotes Herz von einem Messer attackiert wird, \u00fcber die Bindung (Fadenbindung, sch\u00f6ne rote Innenseiten hinter dem schwarzen Buchcover) bis hin zu einen unaufdringlichen, aber dennoch gut lesbaren Druckbild. \u201e<em>Mit Liebe zum Detail und f\u00fcr die Umwelt<\/em>\u201c \u2013 wie der Verlag uns im Innentitel mitteilt. Schon dies alles ist Grund, sich das Buch n\u00e4her anzusehen \u2013 und zu kaufen.<\/p>\n<p>Vor allem aber ist es nat\u00fcrlich der Inhalt, der \u2013 ja, man muss es so sagen \u2013 fasziniert. Ebenso fasziniert, wie uns oftmals \u201e<em>das B\u00f6se<\/em>\u201c fasziniert \u2013 aber auch dazu sp\u00e4ter mehr.<\/p>\n<p><em>Nahlah Saimeh <\/em>will in ihrem Buch \u201eS<em>traftaten als das beschreiben, was sie sind, n\u00e4mlich <strong>menschliches<\/strong> Verhalten und Ausdruck menschlichen Schicksals und Scheiterns<\/em>\u201c (S. 6). Sie geht dabei von der grundlegenden Gleichheit aller Menschen aus (S. 118). Das Menschliche beschreibt sie vor dem Hintergrund ihrer langen Erfahrung als Psychiaterin, Gutachterin und Leiterin einer forensischen Psychiatrie. Sie will, wie in ihren Gutachten, \u201e<em>dem T\u00e4ter seinen Subjekt-Charakter\u201c<\/em> zuerkennen und \u201e<em>ihn nicht zum blo\u00dfen Objekt rechtsstaatlichen Handelns<\/em>\u201c machen (S. 7). Gerade letzteres m\u00fcssen wir leider immer wieder beobachten, sei es im Strafverfahren, in der Politik oder in der \u00f6ffentlichen Meinung. Insofern ist das Buch von<em> Saimeh <\/em>auch ein Aufkl\u00e4rungsbuch: Es kl\u00e4rt den Leser dar\u00fcber auf, wie es zu Straftaten kommt, und warum wir als Menschen \u201eb\u00f6se\u201c handeln. Dabei ist es ihr wichtig, \u201e<em>keinen <strong>wirklich<\/strong> entscheidenden Unterschied zu machen zwischen Straft\u00e4tern und Nicht-Straft\u00e4tern<\/em>\u201c (S. 7), und sie sieht \u201e<em>die Ursache f\u00fcr \u201egutes\u201c und \u201eb\u00f6ses\u201c Handeln letztlich in ein und derselben Quelle verankert<\/em>\u201c (S. 74).<\/p>\n<p>Was hier auf den ersten Blick f\u00fcr viele schwer verst\u00e4ndlich (und f\u00fcr einige vielleicht sogar inakzeptabel) erscheint, zieht sich als roter Faden durch das ganze Buch: Anhand der Metapher vom \u201e<em>Rucksack<\/em>\u201c, mit dem wir alle geboren werden und in den im Laufe des Lebens verschiedenste Objekte hineingelegt werden (meist ohne, manchmal mit unserem Zutun), macht sie deutlich, dass auch wir einen anderen Rucksack h\u00e4tten haben k\u00f6nnen, und sich unser Leben damit g\u00e4nzlich anders entwickelt h\u00e4tte.<\/p>\n<p><em>Nahlah Saimeh<\/em> verkn\u00fcpft in ihrer Darstellung Gedanken aus verschiedenen Fachbereichen in der Absicht, \u201e<strong><em>uns Menschen<\/em><\/strong><em> als komplexe, st\u00f6ranf\u00e4llige, fragile Wesen darzustellen, die zeitlebens der gro\u00dfen Ursehnsucht hinterherlaufen, deren Erf\u00fcllung man aber durch nichts erzwingen kann: der Sehnsucht nach einem komplett bedingungslosen Angenommensein<\/em>\u201c (S. 9).<\/p>\n<p>\u00dcber sich selbst sagt sie: \u201e<em>Und wenn man mich fragt, was ich beruflich mache, so habe ich bislang vor dem Hintergrund meines gelegentlich sehr bewusst zur Geschmacklosigkeit neigenden Humors h\u00e4ufig geantwortet: \u201eIch lebe von Mord, Totschlag, Raub und Vergewaltigung.&#8220; Falsch ist die Antwort ja nicht, denn auch sie verh\u00e4lt sich wie die unteilbare Vorder- und R\u00fcckseite der M\u00fcnze. Aber ich k\u00f6nnte ebenso mit Fug und Recht behaupten: \u201eIch befasse mich professionell mit den Sieben Tods\u00fcnden<\/em>&#8220; (S. 55) (ja, und auch dazu sp\u00e4ter mehr).<\/p>\n<p><strong>Warum ist dieses Buch so faszinierend?<\/strong> Es fasziniert, weil es<em> Saimeh<\/em> gelingt, die als so offenkundig geglaubte Grenze zwischen \u201eGut\u201c und \u201eB\u00f6se\u201c, zwischen \u201euns\u201c und den \u201eanderen\u201c, zwischen Normtreuen und Normbrechern zu \u00fcberwinden. Sie macht uns deutlich, wie schmal der Grat ist, auf dem wir Menschen uns bewegen und wovon es abh\u00e4ngig sein kann (nicht muss!), ob der Weg ins Ungl\u00fcck oder ins Gl\u00fcck f\u00fchrt.<\/p>\n<p><em>\u201eEin Merkmal des \u201eB\u00f6sen\u201c ist die Grenzverletzung, der Verlust oder aber der genuine Mangel des inneren Erlebens einer Grenze, einer Schranke. Auch darin liegt sicherlich ein Motiv f\u00fcr die Faszination, die vom \u201eB\u00f6sen\u201c ausgeht\u201c<\/em> (S. 59). Tats\u00e4chlich kann niemand von sich sagen, wie er in Extremsituationen handeln w\u00fcrde. Mit unseren inneren \u201e<em>Schranken<\/em>\u201c k\u00f6nnen wir unter unseren zumeist gl\u00fccklichen Lebensumst\u00e4nden gut umgehen. Wir kennen sie, auch wenn wir sie manchmal \u00fcberschreiten. Und gerade deshalb wollen oder k\u00f6nnen wir nicht verstehen, dass es Menschen gibt, die eine solche innere Schranke entweder generell oder in einer bestimmten Situation nicht haben, sie nicht erkennen k\u00f6nnen oder wollen. Wir bleiben dann ratlos, und <em>Saimeh<\/em> hilft uns zu verstehen, warum diese Schranken in diesen F\u00e4llen nicht wirken (k\u00f6nnen) oder in konkreten F\u00e4llen nicht gewirkt haben. Dabei geht es dann um Beziehungsf\u00e4higkeit und Beziehungslosigkeit, um moralische \u00dcberlegenheit.<\/p>\n<p><em>Saimeh<\/em> fordert uns vor dem Hintergrund der Frage, die wir uns immer wieder anl\u00e4sslich schwerer Straftaten stellen: \u201e<strong>Wie kann man so etwas tun?<\/strong>\u201c zu folgender Imaginations\u00fcbung auf: <em>\u201eSie wissen nicht, wie Sie als 15-j\u00e4hrige vergewaltigte Mutter zu ihrem Kind w\u00e4ren. Und seien sie dankbar daf\u00fcr, dass Sie es nicht wissen. Es geht nicht darum, etwas zu unterstellen, sondern nur darum, sich klarzumachen, dass eine Menge im Leben schiefgehen kann, ohne dass man selbst dazu etwas beigetragen hat, die \u201eSuppe aber irgendwie ausl\u00f6ffeln\u201c muss<\/em>\u201c (S. 61).<\/p>\n<p><em>Saimeh <\/em>benennt in ihrem Buch gleicherma\u00dfen eindrucksvoll wie nachvollziehbar und wissenschaftlich belegt die Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit stark verringern, straff\u00e4llig zu werden (sog. \u201eprotektive Faktoren\u201c) und diejenigen, die diese Wahrscheinlichkeit erh\u00f6hen. \u201e<em>Der Zugang zur Welt, den Sie sich in Ihrem Leben aneignen werden, beginnt in der Wiege\u201c<\/em> (S. 70).<\/p>\n<p>Aber es geht eben immer um \u201eWahrscheinlichkeiten\u201c, nicht um Determinationen. Und es geht, das ist <em>Saimeh<\/em> wichtig, nicht um Rechtfertigungen, Entschuldigungen oder Relativierungen. Gewaltt\u00e4ter*innen haben oftmals ein \u00e4u\u00dferst eingeschr\u00e4nktes Repertoire an Emotionen, sie k\u00f6nnen Emotionen nicht schildern und nicht differenzieren. Ihnen fehlt \u201eEmpathie\u201c, die F\u00e4higkeit, sich in das Schicksal und Erleben anderer Menschen hineinzuversetzen. Aber, und auch dies macht <em>Saimeh<\/em> dankenswerterweise deutlich, es gibt auch Menschen, die dies alles nicht haben und dennoch keine Gewaltt\u00e4ter werden, aber durchaus schweren gesellschaftlichen Schaden anrichten, allerdings Schaden, der strafrechtlich meist nicht oder nur schwer verfolgbar ist. \u201e<em>Gef\u00e4hrlich sind hochfunktionale Psychopathen, die sich gesellschaftlich in F\u00fchrungspositionen bringen<\/em>\u201c (S. 91). Donald Trump nennt sie als Beispiel, und sicherlich h\u00e4tte sich auch Wladimir Putin in diesem Kontext benannt, wenn das Buch sp\u00e4ter erschienen w\u00e4re.<\/p>\n<p><em>Saimeh<\/em> schl\u00e4gt auch die Br\u00fccke zu neueren neurowissenschaftlichen Studien. \u201e<em>Bei Menschen mit sehr fr\u00fchen traumatischen Erfahrungen<\/em> (Rucksack! TF)<em> findet man chemische Ver\u00e4nderungen an den Anti-Stress-Genen<\/em>\u201c (S. 75), wodurch die Verringerung von Stresserleben behindert wird, was bspw. die \u201ekurze Z\u00fcndschnur\u201c erkl\u00e4rt, die mache Gewaltt\u00e4ter haben.<\/p>\n<p>Die Quintessenz des \u201ekleinen, feines B\u00fcchleins\u201c findet sich wohl in diesem Absatz:<\/p>\n<p><em>\u201eZu welcher Pers\u00f6nlichkeit wir heranreifen, ist abh\u00e4ngig von einer hochspezifischen Mixtur aus genetischen Faktoren, vorgeburtlicher Beeinflussung von Gen-Aktivierungen durch die Umwelterfahrungen der werdenden Mutter, pr\u00e4natalen Faktoren wie Suchtmittelexposition, nachgeburtlicher Bindungserfahrung, Erziehung, Lebensereignissen, dem Ausma\u00df sozialer Ablehnung oder Unterst\u00fctzung, sozio\u00f6konomischen und soziokulturellen Einfl\u00fcssen. Nichts ist daraus mit absoluter Gewissheit ableitbar. Auch darin zeigt sich die Freiheit zum Handeln (oder Nicht-Handeln). Nichts ist im Menschen v\u00f6llig statisch. Wir ver\u00e4ndern unsere Haltungen mitunter einschneidend durch Lebensereignisse bzw. pr\u00e4gende emotionale Erfahrungen. Es g\u00e4be keine Psychotherapie, wenn Menschen nicht ihre Denkweisen und Verhaltensmuster grunds\u00e4tzlich hinterfragen, modifizieren und ver\u00e4ndern k\u00f6nnten und wollten\u201c<\/em> (S. 78).<\/p>\n<p>Das ist nicht nur ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr Therapie und Resozialisierung, das sie auch sp\u00e4ter wiederholt, wenn sie davon spricht dass es immer wieder Entwicklungen gibt, in denen Menschen mit recht ausgepr\u00e4gten psychopathischen Eigenschaften erfolgreich resozialisiert werden (S. 87), wobei sie durchaus auch einr\u00e4umt, dass es Menschen gibt, die man mit therapeutischen Angeboten nicht erreichen kann. Ohne dass <em>Saimeh<\/em> dies ausdr\u00fccklich betont: Dass diese Menschen nicht in der \u00dcberzahl sind und dass man dieses Urteil (nicht \u2013 mehr \u2013 therapeutisch erreichbar) erst dann f\u00e4llen kann, wenn man alle, aber auch wirklich alle M\u00f6glichkeiten ausgesch\u00f6pft hat, versteht sich von selbst.<\/p>\n<p><em>Saimeh <\/em>ist es auch wichtig darauf hinzuweisen, dass die Frage, warum Menschen B\u00f6ses tun, weder monokausal noch monodisziplin\u00e4re zu beantworten ist. Wenn wir Risikofaktoren kennen, dann k\u00f6nnen wir darauf hinzuwirken, den Menschen eine gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Chance auf ein Aufwachsen unter gewaltfreien und hinreichende sozial f\u00fcrsorglichen Bedingungen zu erm\u00f6glichen (S. 79).<\/p>\n<p><em>Saimeh <\/em>beschreibt auch eindrucksvoll, wieso das Risiko f\u00fcr einen Menschen, der unter feindseligen, irref\u00fchrenden, verwahrlosten oder gewaltt\u00e4tigen Bedingungen aufw\u00e4chst, sich fr\u00fchzeitig anderen dissozialen Jugendlichen anzuschlie\u00dfen, so hoch ist: Er\/sie findet dort all das, was ein Mensch f\u00fcr sein (Weiter-)Leben braucht, in dieser \u201efamili\u00e4ren\u201c Umgebung aber nicht findet: Erw\u00fcnscht sein, Best\u00e4tigung bekommen, seinem Leben einen Sinn geben \u2013 auch wenn der nicht gesellschaftlich goutiert ist &#8211; Freude haben, etwas erleben \u2013 selbst wenn diese Erlebnisse am Rande der Legalit\u00e4t sind, oder dabei Grenzen \u00fcberschritten werden. Die Faszination der (dissozialen) Gruppe ersetzt die Langeweile und Dysfunktionalit\u00e4t der eigenen Familie. <strong>Wendepunkte<\/strong> aus dieser sich entwickelnden kriminellen Karriere lassen sich danach nur schwer konstruieren, und schon gar nicht mit freiheitsstrafender Gewalt anordnen. Liebe, Zuneigung, (legale) Best\u00e4tigung und eine befriedigende schulische Bildung und sp\u00e4ter berufliche T\u00e4tigkeit sind nicht vorgesehen in unserem Strafenkatalog.<\/p>\n<p><em>Saimeh<\/em> geht auch \u2013 und hier wird deutlich, dass sie fach\u00fcbergreifend arbeitet \u2013 auf sozio\u00f6konomische Bedingungen ein, die eine wesentliche Rolle dabei spielen, ob jemand (auffallend) kriminell wird, oder ob er\/sie das nicht wird \u2013 oder dabei nicht auff\u00e4llt. Wenn, psychiatrisch betrachtet, die Quelle aller \u201e<em>boshaften Handlungen ein Leiden am Getrenntsein\u201c ist und \u201eletztlich auch Spaltungsprozesse in der Gesellschaft und im politischen Raum, die \u2026 zu Menschheitskatastrophen f\u00fchren, aus dieser Dynamik herr\u00fchren<\/em>\u201c (S. 74), dann sollten, ja dann m\u00fcssen wir dringend und unmittelbar unseren Umgang mit denjenigen \u00e4ndern, die sich nicht als Bestandteil unserer Gesellschaft sehen oder sehen k\u00f6nnen \u2013 gleich, ob sie (schon) straff\u00e4llig geworden sind oder nicht. Br\u00fccken bauen ist immer besser als Br\u00fccken zerst\u00f6ren \u2013 dies hatte ich im M\u00e4rz 2022 zum Abschluss meines Pl\u00e4doyers in einem Strafverfahren gegen ein sog. \u201eClanmitglied\u201c gesagt, der wegen mehrerer Einbruchdiebst\u00e4hle angeklagt war<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> und der nach meiner Auffassung an einem solchen \u201eWendepunkt\u201c in seiner individuellen Karriere angelangt war.<\/p>\n<p>Aber noch einmal zur\u00fcck zur \u201e<strong>Faszination des B\u00f6sen<\/strong>\u201c, die ich eingangs erw\u00e4hnt habe.<\/p>\n<p>Der Buchh\u00e4ndler meines Vertrauens \u00fcberraschte mich neulich mit der Aussage, dass 75% aller B\u00fccher, die von \u00e4lteren Frauen gekauft werden, Krimis sind. Warum kaufen gerade diejenigen, die nach unseren kriminologischen Forschungen die gr\u00f6\u00dfte Angst davon haben, Opfer einer Straftat zu werden, solche B\u00fccher? Ist es die Faszination des B\u00f6sen, das \u201esch\u00f6ne Schaudern\u201c, das uns \u00fcberkommt?<\/p>\n<p>Berichte \u00fcber Verbrechen und Verbrecher haben die Menschen schon immer fasziniert. Schuld und S\u00fchne, die Frage nach Ursachen und Motiven des B\u00f6sen sind Themen, die die Menschen gleicherma\u00dfen faszinieren wie absto\u00dfen und entzweien k\u00f6nnen. In dem Nachwort zu einem Kriminalroman<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> habe ich 2007 auf Wilhelm Busch verwiesen, der in seiner \u201eFrommen Helene\u201c geschrieben hat:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u00bbHelene!\u00ab &#8211; sprach der Onkel Nolte \u2013\u00bbWas ich schon immer sagen wollte!<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Ich warne dich als Mensch und Christ:<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Oh, h\u00fcte dich vor allem B\u00f6sen!<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Es macht Pl\u00e4sier, wenn man es ist,<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Es macht Verdru\u00df, wenn man&#8217;s gewesen!\u00ab <\/em><\/p>\n<p>Der Kriminalroman sagt nicht nur etwas \u00fcber den jeweiligen Autor aus, sondern noch mehr \u00fcber seinen Leser und, wie <em>Ernest Mandel<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><strong>[4]<\/strong><\/a><\/em> \u00fcberzeugend gezeigt hat, vor allem auch \u00fcber die Verfasstheit der (jeweiligen) Gesellschaft.<\/p>\n<p>Politiker nutzen vor allem spektakul\u00e4re Straftaten oftmals dazu, einen \u00f6ffentlichen Sturm der Entr\u00fcstung loszutreten. Bewusst oder unbewusst st\u00e4rken sie so die <strong>\u201eNormtreue\u201c der Braven<\/strong> \u2013 vor allem dann, wenn man Straftaten gei\u00dfelt, die \u201enormale\u201c B\u00fcrger eher nicht begehen. Die allt\u00e4gliche (auch sexuelle) Gewalt in der Familie eignet sich dazu ebenso wenig wie der Steuerbetrug oder der Diesel- oder Wirecard-Skandal; daf\u00fcr eher geeignet ist die Mutter, die ihre neun Kinder unmittelbar nach der Geburt t\u00f6tet. Kriminologisch betrachtet dient dies der durchaus <strong>wohlfeilen Abgrenzung<\/strong> der Guten von den B\u00f6sen \u2013 getreu der <em>Frommen Helene<\/em> bei <em>Wilhelm Busch<\/em>:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eDas Gute &#8211; dieser\u00a0Satz steht fest \u2013<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Ist stets das B\u00f6se, was man l\u00e4\u00dft! <\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Ei, ja! &#8211;\u00a0Da bin ich wirklich froh!<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Denn,\u00a0Gott sei Dank! Ich bin nicht so!!\u00ab<\/em><\/p>\n<p>Abgrenzung f\u00fchrt aber zur Ausgrenzung \u2013 und wer nicht mehr das Gef\u00fchl hat, zu dieser unserer Gesellschaft zu geh\u00f6ren, der sieht auch keine Notwendigkeit, sich an ihre Normen zu halten. Durch <strong>moralische Emp\u00f6rung und wohlfeile Entr\u00fcstung<\/strong>, die auch \u00f6ffentlich kundgetan wird, best\u00e4tigen wir uns immer wieder, dass wir nicht so sind wie \u201e<em>die da<\/em>\u201c. Mit der Forderung nach immer h\u00e4rteren Strafen bek\u00e4mpfen wird die kleinen Teufel in uns, die selbst gerne einmal b\u00f6se sein m\u00f6chten. Ein Gutteil der b\u00fcrgerlichen Strafbed\u00fcrfnisse kann so erkl\u00e4rt werden, denn eine rationale Begr\u00fcndung f\u00fcr diese Bed\u00fcrfnisse kann es bei \u201eaufgekl\u00e4rten\u201c B\u00fcrgern nicht geben.<\/p>\n<p>Gleichzeitig \u2013 so glauben wir &#8211; siegt mit der \u00dcberf\u00fchrung und Verurteilung des Verbrechers (in Romanen und in der Realit\u00e4t) das Gute, und wir versichern und damit, dass wir richtig handeln, wenn wir keine Straftaten begehen. Der Freiburger Soziologe <em>Heinrich Popitz<\/em> hat mit seiner <em>\u201ePr\u00e4ventivwirkung des Nichtwissens\u201c<\/em> (1968) deutlich gemacht, was w\u00e4re, wenn alle alles w\u00fcssten: Kaum jemand w\u00fcrde sich noch an die gesellschaftlichen Spielregeln halten und gl\u00fccklicherweise wissen nur wenige, dass die Chance, nach einer Straftat erwischt und verurteilt zu werden, bei den meisten Delikten eher gering ist, sieht man von Mord und Totschlag ab. Strafverfolgung, so sie denn stattfindet, hat immer auch eine <strong>gesellschaftshygienische Funktion<\/strong>: Die Normtreuen bekommen best\u00e4tigt, dass es sich nicht lohnt, Straftaten zu begehen. Mit der Bestrafung des B\u00f6sen bestrafen wir immer auch das B\u00f6se in uns, die Versuchung, etwas zu tun, was man nicht tun darf \u2013 auch wenn es nicht gleich ein Mord oder ein Raub\u00fcberfall sein muss.<\/p>\n<p><em>Ernest Mandel<\/em> zieht in seiner umfassend recherchierten und materialreichen Studie folgendes Fazit (aaO., S.153): <em>\u201eDie b\u00fcrgerli\u00adche Gesellschaft ist aus Gewalt geboren, sie reproduziert dauernd Gewalt und erscheint von Gewalt durchdrungen. \u2026 Und letzten Endes erkl\u00e4rt sich der Aufschwung des Kri\u00adminalromans vielleicht aus der Tatsache, dass die b\u00fcrgerliche Gesellschaft alles in allem eine verbrecherische Gesellschaft ist.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Eine andere Sichtweise, die aber in die gleiche Richtung geht, hat <em>Mike Davis<\/em> <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/zustimmung?url=https%3A%2F%2Fwww.zeit.de%2F2002%2F52%2FTitel_2fDark_Sky_52\">am Beispiel der Nacht<\/a> beschrieben, die er als Synonym f\u00fcr gleicherma\u00dfen Unsicherheit wie Faszination sieht:<\/p>\n<p><em>\u201eIn der Sicherheit warmer Wohnzimmer f\u00fchlte sich die Mittelschicht sowohl erregt als auch erschreckt durch die Geschichten von Klassen, die erst nach Einbruch der Dunkelheit aus ihren Verstecken kamen. So diente die Nachtwelt bald als erotische Folie f\u00fcr das Tagesgesch\u00e4ft des Rechnens und Geldscheffelns. Die dunkle Stadt als Negativ der gew\u00f6hnlichen Welt: Dieser Kontrast zeigt sich schon in den Theaterdramen der Restauration &#8230;<\/em>,<em> im Schelmenroman und bei Dante. Aber der Mythos urbaner Dunkelheit war, wie die Sehnsucht nach der verbotenen Sexualit\u00e4t, eine wahrhaft viktorianische Obsession. Zur Befriedigung des viktorianischen Bed\u00fcrfnisses, gleichzeitig ge\u00e4ngstigt und angenehm erregt zu werden, avancierten die n\u00e4chtlichen Untiefen der gro\u00dfen St\u00e4dte zum Sehnsuchtsort. Gleichzeitig stellte man sich die Slumbewohner \u2013 besonders deren n\u00e4chtliche Verrichtungen \u2013 als ein Pendant zu den wilden Kulturen des Urwaldes und der W\u00fcste vor.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>Es gibt <\/em>diesen offensichtlich tiefsitzenden Widerspruch zwischen <strong>Bed\u00fcrfnis und Verlangen nach dem Dunklen und B\u00f6sen<\/strong>, bei gleichzeitigem, mehr oder weniger wohligen Schaudern. Das B\u00f6se, das sind und m\u00fcssen immer die anderen sein.<\/p>\n<p>Kein Geringerer als <em>Karl Marx <\/em>hat mit leichter Ironie darauf hingewiesen, dass der ansonsten so gescholtene, gef\u00fcrchtete und verachtete Verbrecher nicht nur Verbrechen \u201e<em>produziert<\/em>\u201c, sondern indirekt auch \u201e<em>Kunst, sch\u00f6ne Literatur, Romane und sogar Trag\u00f6dien\u201c: \u201eEin Verbrecher produziert nicht nur das Verbrechen, sondern auch das Kriminalrecht und damit auch den Professor, der Vorlesungen \u00fcber das Kriminalrecht h\u00e4lt\u2026 Der Verbrecher produziert ferner die ganze Polizei- und Kriminaljustiz\u2026 Der Verbrecher unterbricht die Monotonie und Alltagssicherheit des b\u00fcrgerlichen Lebens. Er bewahrt es somit vor Stagnation und ruft jene unruhige Spannung und Beweglichkeit hervor, ohne die selbst der Stachel der Konkurrenz abgestumpft w\u00fcrde\u201c<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><strong>[5]<\/strong><\/a>.<\/em> Und hier schlie\u00dft sich dann der Kreis zu <em>Nahlah Saimehs <\/em>Aussage, die ganz zu Beginn dieser Rezension zitiert wurde und nach der sie von Mord, Totschlag, Raub und Vergewaltigung \u201e<em>lebe\u201c<\/em>.<\/p>\n<p>Wohin f\u00fchrt uns am Ende dieser, wie <em>Nahlah Saimeh<\/em> es bezeichnet, \u201ekleine Parcours\u201c mit \u00dcberlegungen zum Kern unserer Bef\u00e4higung zum \u201eB\u00f6sen&#8220;? Ihre Antwort lautet:<\/p>\n<p>\u201e<em>Vielleicht ben\u00f6tigen wir mehr Mut, uns selbst und den anderen in seiner Existenz wieder in einem gr\u00f6\u00dferen Zusammenhang zu verorten, mit mehr Demut vor dem Leben und dem Prinzip des Lebendigen. Eine Gesellschaft ben\u00f6tigt Mitglieder mit einer reifen Ich-Struktur und einer soliden Ambiguit\u00e4tstoleranz. Eine Gesellschaft, die nicht mehr in der Lage ist, klar und verbindlich ethische Prinzipien zum Wohle aller in der Gesellschaft lebenden Mitglieder zu formulieren und in vielf\u00e4ltiger Manier adressatengerecht zu vermitteln, aber auch deren Einhaltung konsequent einzufordern, kannibalisiert ihr rechtsstaatliches, humanistisches und kulturelles Potenzial. Die Psychiatrisierung des \u201eB\u00f6sen&#8220; f\u00fchrt nicht weiter bzw. erkl\u00e4rt das Prinzip der Destruktion nicht hinreichend und nicht umfassend. Das Grundprinzip zerst\u00f6rerischen Wirkens ist eine dem Menschen eingeborene M\u00f6glichkeit. Aber wenn wir begreifen, wie st\u00f6ranf\u00e4llig wir selbst und damit auch unser menschliches Gegen\u00fcber ist und wie sehr wir angewiesen sind auf Beziehung und Zuwendung, dann k\u00f6nnte es leichter fallen, dass der andere sich selbst in uns erkennt und vice versa<\/em>\u201c (S. 120).<\/p>\n<p>Dem ist nichts hinzuzuf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Wer auch zu diesem Ergebnis kommen will, dem ist die Lekt\u00fcre des \u201ekleinen feinen B\u00fcchleins\u201c vom Anfang bis zum Ende sehr empfohlen. Wer dieses Ergebnis nicht erreichen will (vielleicht, weil er Angst davor hat, das B\u00f6se in sich selbst zu finden) \u2013 nun ja, dem ist nicht zu helfen. Selbst schuld \u2013 so sagt man doch, oder?<\/p>\n<p>Thomas Feltes, M\u00e4rz 2022<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Sozialpsychologisch wird dieses Ph\u00e4nomen auch als \u201eWerther-Effekt\u201c bezeichnet \u2013 ich habe es in meinen Vorlesungen auch als \u201eMarilyn-Monroe-Effekt\u201c bezeichnet: Nach dem Selbstmord der Schauspielerin nahmen sich in den Monaten danach in den USA \u00fcber 300 junge Menschen das Leben. In den 1990er-Jahrengab es etwas \u00c4hnliches nach dem Tod von Kurt Cobain, und auch nach dem Selbstmord des Fu\u00dfballers Robert Enke war die Zahl der Menschen, die sich mit einem Sprung vor den Zug ums Leben brachten, massiv gestiegen. <a href=\"https:\/\/sz-magazin.sueddeutsche.de\/gesellschaft-leben\/der-enke-effekt-77033\">https:\/\/sz-magazin.sueddeutsche.de\/gesellschaft-leben\/der-enke-effekt-77033<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> N\u00e4heres zu diesem Verfahren demn\u00e4chst an anderer Stelle.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Georg Tenner, Jagd auf den Inselm\u00f6rder. Schardt-Verlag Oldenburg 2007, S. 308-316.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a>\u00a0 Ein sch\u00f6ner Mord. Sozialgeschichte des Kriminalromans. Frankfurt am Main 1987.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Karl Marx, Theorien \u00fcber den Mehrwert, I. Teil, S. 387 f., zitiert nach E. Mandel, aaO., S. 21.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nahlah Saimeh: Das liebe B\u00f6se. Warum wir gut sein wollen und nicht k\u00f6nnen. Verlag Fischer &amp; Gann, Bielefeld 2022, 128 S., ISBN 9783958835627, 15.- Euro Wer will nicht \u201egut\u201c sein? Und wem geling das \u201eimmer und \u00fcberall\u201c? Der Song \u201eDas B\u00f6se ist immer und \u00fcberall\u201c der \u00f6sterreichischen Band \u201eErste allgemeine Verunsicherung\u201c war 1986 ein Hit. &hellip; <a href=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=1798\" class=\"more-link\">Continue reading <span class=\"screen-reader-text\">Nahlah Saimeh: Das liebe B\u00f6se. Warum wir gut sein wollen und nicht k\u00f6nnen. 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