{"id":2074,"date":"2024-01-18T10:22:59","date_gmt":"2024-01-18T09:22:59","guid":{"rendered":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=2074"},"modified":"2024-01-18T10:22:59","modified_gmt":"2024-01-18T09:22:59","slug":"behr-rafael-u-a-gemeinwesenorientierte-sicherheitsarbeit-festschrift-fuer-bernhard-frevel-rezensiert-von-holger-plank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=2074","title":{"rendered":"Behr, Rafael u.a.: Gemeinwesenorientierte Sicherheitsarbeit. Festschrift f\u00fcr Bernhard Frevel. Rezensiert von Holger Plank"},"content":{"rendered":"<p><strong>Behr, Rafael \/ Gro\u00df, Hermann \/ Hirschmann, Natalie \/ Hunold, Daniela \/ Jacobsen, Astrid \/ Mensching, Anja \/ Schmidt, Peter \/ Sch\u00f6ne, Marcel (Hrsg.)<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>: Gemeinwesenorientierte Sicherheitsarbeit. Festschrift f\u00fcr Bernhard Frevel. <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> <\/strong>ISBN 978-3-86676-817-8, 371 Seiten, Verlag f\u00fcr Polizeiwissenschaft, Frankfurt a. M., Schriftenreihe \u201eEmpirische Polizeiforschung\u201c, Band 28, 2023, 34,90 \u20ac<\/p>\n<p>In 26 Beitr\u00e4gen ehren die 35 Autoren des vom aktuellen Organisationsteam des <a href=\"https:\/\/empirische-polizeiforschung.de\/wp\/\">AK Empirische Polizeiforschung<\/a> herausgegebenen Sammelbands den empirischen <img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-2075 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Bild1.jpg\" alt=\"\" width=\"163\" height=\"234\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Bild1.jpg 246w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Bild1-105x150.jpg 105w\" sizes=\"(max-width: 163px) 100vw, 163px\" \/>Polizeiforscher, Sozial- und Politikwissenschaftler und Hochschullehrer <strong>Bernhard Frevel<\/strong>.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Die Autoren, die schon aufgrund ihrer multiperspektivischen wissenschaftlichen Pro\u00advenienz aus den Rechts-, Sozial-, Geschichts-, Polizei- und Politikwissenschaften, der Kriminologie und dabei gleicherma\u00dfen aus der Hochschul- wie auch aus der Polizeilandschaft stammend, reflektieren ihre vielf\u00e4ltigen Forschungsinteressen explizit mit diversen Anleihen aus den zahllosen Ver\u00f6ffentlichungen<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> und Pro\u00adjekten Frevels und auf dessen engeren Forschungsfokus,<!--more--><\/p>\n<ul>\n<li>die interdisziplin\u00e4r vernetzte Sicherheitspolitik auf kommunaler Ebene und ihre Handlungspraktiken,<\/li>\n<li>einen multidisziplin\u00e4ren, von zahlreichen kommunalen, staatlichen und zi\u00advilgesellschaftlichen Akteuren getragenen \u201ePlural-Policing-Ansatz\u201c als Idealbild einer am Gemeinwesen orientierter Sicherheitsarbeit,<\/li>\n<li>die Aktivierung, St\u00e4rkung und Nutzung von \u201ecollective efficacy\u201c<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> und hieraus erwachsender \u201esocial cohesion\u201c in den Quartieren unter kommuni\u00adkativer Stimulation des Wissens, der Erfahrung und Wahrnehmung des So\u00adzialkapitals \u00fcber alle Bev\u00f6lkerungsgruppen hinweg und der damit ver\u00adbundenen St\u00e4rkung der Resilienz,<\/li>\n<li>die dauerhafte Verankerung dieser facettenreichen Aspekte dieser multi\u00advariaten Ans\u00e4tze in der Aus- und Fortbildung der Polizei (vgl. hierzu auch den Aufsatz von <em>Aden<\/em>, \u201eWissenschaftliche Polizeiausbildung \u2013 Trends, Defizite und Perspek\u00adtiven\u201c, S. 231-240) und schlie\u00dflich<\/li>\n<li>die nachhaltige politische Bildung (siehe hierzu den Beitrag von <a href=\"https:\/\/www.hwr-berlin.de\/search\/kontaktdetail\/360-christoph-kopke\/\"><em>Kopke<\/em><\/a><em> &amp; <\/em><a href=\"https:\/\/www.praeventionstag.de\/nano.cms\/personen\/id\/3703\"><em>Kuschewski<\/em><\/a>, \u201e\u201cPolitische Bildung und Polizei: Zwei Projekte im Portr\u00e4t\u201c, S. 241-266) in der und f\u00fcr die Polizei als notwendige Voraus\u00adsetzung f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis sozialwissenschaftlicher Zusammenh\u00e4nge des von Frevel u. a. vertretenen multiperspektivischen Ansatz des \u201ePolizierens\u201c.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Leider ist es in einer kurzen Besprechung nicht m\u00f6glich, auf alle Beitr\u00e4ge des Bandes n\u00e4her einzugehen, obwohl jeder einzelne es verdient h\u00e4tte. Ein anderer Rezensent w\u00fcrde subjektiv vielleicht eine andere Auswahl, als die hier ge\u00adw\u00e4hlte und naturgem\u00e4\u00df von meinem Forschungsinteresse beeinflusste, treffen. Ich konnte jedoch in allen Beitr\u00e4gen interessante Gedankenans\u00e4tze und mir z. T. noch nicht en d\u00e9tail bekannte Informationen entdecken und rezipieren, auch wenn <a href=\"https:\/\/plus-i.de\/tobias-john\/#page-content\"><em>John<\/em><\/a><em> &amp; <\/em><a href=\"https:\/\/empirische-polizeiforschung.de\/wp\/nathalie-hirschmann\/\"><em>Hirschmann<\/em><\/a> in ihrem Aufsatz (S. 70 f.) bemerken, dass \u201edie Publikation von Forschungserkenntnissen in Sammelb\u00e4nden (wie in der wissenschaftlichen Literatur h\u00e4ufig anzutreffen) f\u00fcr den Wissenstransfer in die Praxis nach dem \u201ePush-Prinzip\u201c nur wenig Erfolg versprechend ist, nehme ich jedenfalls f\u00fcr mich in diesem Zusammenhang den \u201ePull-Faktor\u201c in Anspruch.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst bilanziert <a href=\"https:\/\/empirische-polizeiforschung.de\/wp\/karlhans-liebl\/\"><em>Liebl<\/em><\/a> (S. 3-20) den Anspruch und Einfluss der Arbeit des \u201eneuen\u201c AK Empirische Polizeiforschung seit dem Jahr 2006. Mit einer \u00dcbersicht der Themen, der bei den j\u00e4hrlichen Tagungen Vortragenden, deren Themen und der Teilnehmer erkennt er durchaus Nachdenkenswertes f\u00fcr den vom AK intendierten Wissen\u00adschafts-Praxis-Wissenschafts-Transfer<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> empirischer Erkennt\u00adnisse der Polizeiforschung. So falle z. B. der niedrige Anteil aktiver Polizei\u00adangeh\u00f6riger und von Vertretern der Disziplinen Psychologie und \u201ekritische Soziologie\u201c auf, und zwar sowohl im Kreise der Referenten als auch bei den Besuchern selbst. Bemerkenswert sei zudem, dass einige Landespolizeien keinerlei Interesse zeigten, sich an den Tagungen in ihren L\u00e4ndern passiv oder aktiv zu beteiligen. Das ist bedauerlich, konterkariert es doch sowohl den intendierten Wissens\u00adtransfer als auch die Einbindung der Polizei in eine nachhaltige Diskussion zur Notwendigkeit und hinsichtlich des Nutzens der Polizeiforschung f\u00fcr eine evidenzbasierte kommunale Sicherheitsarbeit.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/empirische-polizeiforschung.de\/wp\/hermann-gross\/\"><em>Gro\u00df<\/em><\/a><em> &amp; <\/em><a href=\"https:\/\/de.linkedin.com\/in\/peter-schmidt-a1941583\"><em>Schmidt<\/em><\/a> (S. 23-38) steuern einen interessanten und in seinen Erkennt\u00adnissen durchaus z. T. kritischen Beitrag zur \u201eRevitalisierung\u201c eines werteba\u00adsierten Leitbildes der hessischen Polizei bei. Ein Prozess, der u. a. extern durch die Forderung der Expertenkommission \u201eVerantwortung der Polizei in einer pluralistischen Gesellschaft\u201c<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> gefordert und unterst\u00fctzt worden ist. Sie be\u00adschreiben die Prozessorganisation und die Operationalisierung unter breiter Be\u00adteiligung der hessischen Polizeibeamten und -beamtinnen, die mehrfachen R\u00fcckkoppelungsschleifen zur Validierung der Ergebnisse und die aufw\u00e4ndigen Bem\u00fchungen zur Implemen\u00adtierung des Leitbildes. Offenkundig, so die Autoren (S. 36 f.), bestehe aktuell ein erheblicher Bedarf an \u201eSelbstvergewisserung und Identit\u00e4tsfestigung\u201c innerhalb der Polizei. Au\u00dferdem, so die Autoren kritisch, setze ein gemeinsames Leitbild f\u00fcr die gesamte hessische Polizei eine \u201eEinheit der Organisation\u201c voraus, \u201edie es so nicht gebe und auch niemals gegeben habe.\u201c Gleichwohl betrachten sie den diskussionsgeleiteten Geneseprozess als Gewinn, pl\u00e4dieren aber f\u00fcr eine zus\u00e4tzliche prozessbegleitende wissen\u00adschaftliche Eva\u00adluation der Wirkungen.<\/p>\n<p>Sehr interessant ist auch der polizeihistorische, essayistisch formulierte und reichhaltig bebilderte Beitrag von <em>Spieker<\/em> (S. 39-53) zur Entwicklung des Leitbildes von Polizisten als \u201e<strong>Freund und Helfer<\/strong>\u201c, als \u201e<strong>Schutzmann<\/strong>\u201c, dessen Entwicklung und Missbrauch im 20. Jahrhundert seit der ersten Erw\u00e4hnung in einem Ausstellungskatalog im Jahr 1926 und wie diese semantisch seit jeher problematischen Termini im aktuellen Lichte der Diskussion zur \u201eB\u00fcrgern\u00e4he\u201c der Polizei ausgeformt werden (k\u00f6nnten). Mittelbar reflektieren <a href=\"https:\/\/www.organisationspaedagogik.uni-kiel.de\/de\/team\/mensching\"><em>Mensching<\/em><\/a> (S. 178-185) und insbesondere <a href=\"https:\/\/akademie-der-polizei.hamburg.de\/rafael-behr-490244\"><em>Behr<\/em><\/a> (S. 186-202) in ihren zus\u00e4tzlich mit anderen Facetten bereicherten Beitr\u00e4gen auch auf dieses nicht ganz unproblematische Selbstbild.<\/p>\n<p>Ein zentrales und vor dem Hintergrund der aktuell politisch und zivilge\u00adsellschaftlich kontrovers gef\u00fchrten Migrationsdebatte hochaktuelles Anliegen Frevels greift <a href=\"https:\/\/www.tu.berlin\/ztg\/team\/akademische-mitarbeiterinnen-gaeste-stipendiatinnen\/howe-christiane-dipl-soz\"><em>Howe<\/em><\/a> (S. 93-103) in ihrem Aufsatz \u201eAns\u00e4tze f\u00fcr Analyse und Handlungsempfehlungen kommunaler Sicherheit in von Migration gepr\u00e4gten Quartieren\u201c auf. Sie reflektiert dabei auf das von Frevel koordinierte BMBF Verbund-Forschungsprojekt \u201eMigration und Sicherheit in der Stadt\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> (miggst). Das in verschiedenen Quartieren mehrerer Kommunen durchgef\u00fchrte empirische Projekt lenkt den Fokus vor allem auf den problematischen Kontrast einer zumeist negativ zuschreibenden Au\u00dfenperspektive auf heterogene, migrantisch gepr\u00e4gte Quartiere (sogenanntes \u201eOthering\u201c) und die vorhandenen M\u00f6glichkeiten und Chancen der kommunikativen Stimulation des gerade wegen der Pluralit\u00e4t und Diversit\u00e4t in den Quartieren vorhandenen reichhaltigen \u201eSozialkapitals\u201c. Das Ideal der \u201ecollective efficacy\u201c durch permanente \u201eKommunikation, anhaltenden Aushandelns dar\u00fcber, was geht und was nicht\u201c schafft Vertrauen und Zusammenhalt (\u201esocial cohesion\u201c) und letztlich entsteht daraus Resilienz. Voraussetzung ist jedoch, dass alle sozialen Gruppen in angemessener Form ein\u00adgebunden und geh\u00f6rt werden. Aus der Au\u00dfenperspektive sollte klar werden, dass \u201edie gesellschaftlich dominanten, h\u00e4ufig unhinterfragten, normativ (\u00fcb)erh\u00f6hten Vorstellungen einer \u201aguten Gesellschaft\u2018 zu starken, kaum erf\u00fcllbaren Erwar\u00adtungen an die Quartierbewohner f\u00fchren, wenn sie Merkmale des \u201aFremden\u2018 oder \u201aunerw\u00fcnschten\u2018 aufweisen.\u201c<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>Zum Nachdenken regt auch ein zwar hoch abstrakter, dennoch interessanter, weil etwas anderer Blick auf den interdisziplin\u00e4ren Frevel`schen Policing-Ansatz aus der Feder von <a href=\"https:\/\/www.hspv.nrw.de\/organisation\/personalverzeichnis\/eintrag\/dr-felix-bode\"><em>Bode<\/em><\/a><em> &amp; <\/em><a href=\"https:\/\/kaiseidensticker.de\/vita\"><em>Seidensticker<\/em><\/a> (S. 128-142) an. Sie greifen den von <em>Terpstra<\/em> et al. 2019<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> gepr\u00e4gten Begriff <strong>\u201eAbstract Police\u201c<\/strong> auf und weisen in diesem Kon\u00adtext auf potenzielles innerpolizeiliches und Hierarchie \u00fcbergreifendes Konflikt\u00adpotenzial hin. Wenn digitale Datenanalysen zunehmend Grundlage des Arbeits\u00adalltags der operativen Polizeiarbeit werden und dort mit traditionellen, auf Erfahrungswissen basierenden Konzepten und Kompetenzen kollidieren, entst\u00fcnden nicht nur Dissonanzen. Die Folge k\u00f6nne auch eine ge\u00adf\u00e4hrliche \u201eDe\u00adkontext\u00adualisierung\u201c polizeilichen Handelns sein, die u. U. den lokalen Kontext verliere und \u2013 neben den innerorganisatorischen Verwerfungen \u2013 auch zu Pro\u00adblemen im Verh\u00e4ltnis B\u00fcrger-Polizei f\u00fchren k\u00f6nne. Als Vorschlag zur L\u00f6sung des Zielkonflikts f\u00fchren sie den Begriff <strong>\u201eHolistic Policing\u201c <\/strong>ein, der sich aus Elementen eines so\u00adwohl informationsgeleiteten, Evidenz und Raum basierten als auch Problem orientierten Policings speist. Damit k\u00f6nnten in einer vor dem Hintergrund der Digitalisierung signifikant im Wandel befindlichen Polizei die unterschiedlichen Felder Datafizierung und lokal kontextualisierte Erfahrungen wiederum kontextualisiert werden. Ihr Beitrag weist auf eine mit der gezielten lagebezogenen Bewertung immer gr\u00f6\u00dfer werdender Datenbest\u00e4nde und ihren (abstrakten) analytischen T\u00fccken verbundene Problemstellung hin, die in dieser konkreten Auspr\u00e4gung relativ neu ist und Anlass geben sollten, potenzielle Wirkungen auch in diese Richtung tiefergehend zu analysieren.<\/p>\n<p><em>Mensching<\/em> problematisiert in einem lesenswerten Aufsatz (S. 178-185) mit dem provokanten Titel \u201eDie Polizei als organisationale Produzentin von (Un)Si\u00adcherheit\u201c Inhalt und Tauglichkeit der Wechselbeziehungen zwischen den Be\u00adgriffen \u201e<strong>Sicherheit-Risiko und Gefahr<\/strong>\u201c als Grundlage polizeilichen Handelns und arbeitet in diesem Kontext verschiedene Zielkonflikte heraus. Etwa, wenn die Polizei herausgefordert ist, \u201eKriminalit\u00e4tsfurcht auch dann abzubauen, wenn es hinsichtlich der tats\u00e4chlichen Wahrscheinlichkeit der Opferwerdung eben keine Entsprechung auf der Risikoebene gibt\u201c (\u201eKriminalit\u00e4tsfurcht-Paradoxon\u201c). So entstehe eben u. U. die Gefahr, dass die Polizei durch ihr Handeln unbeabsichtigt (Un)Sicherheit produziere. Gerade weil das Risiko stetig steigender und z. T. divergierender Sicherheitsanforderungen in einer fragmentierteren Gesellschaft zunimmt, m\u00fcssten sich Forschung und Polizeipraxis ganz im Frevel\u2019schen Sinne k\u00fcnftig intensiver mit nicht intendierten (Neben-) Wirkungen sicherheitsbe\u00adh\u00f6rd\u00adlichen Handelns auseinandersetzen.<\/p>\n<p>Es war und ist Frevel ein Anliegen, die zahllosen Facetten einer am Gemeinwesen orientierten Sicherheitsarbeit m\u00f6glichst umfassend als zentrale Botschaften Er\u00adfolg versprechenden Polizierens m\u00f6glichst umfassend in der Aus- und Fort\u00adbildung der Polizei zu verankern. Insofern bildet der Beitrag von <a href=\"https:\/\/www.hwr-berlin.de\/prof\/hartmut-aden\/\"><em>Aden<\/em><\/a> (S. 231-240) einen geeigneten Abschluss des kurzen inhaltlichen Spotlights auf den beachtlichen Sammel\u00adband. \u201eWissenschaftlich (in Bachelor- und Masterstu\u00addieng\u00e4ngen) ausgebildete Polizeibeamte und -beamtinnen ver\u00e4ndern die Polizei\u00adpraxis\u201c, so Aden zutreffend; sie treffen dort allerdings auch auf z. T. verfestigte, hoch resistente, auf Erfahrung und ohne wissenschaftliche Anreicherung be\u00adruhende Einstellungen und Hand\u00adlungspraxen. Das erzeugt besondere Heraus\u00adforderungen, z. B. bei der \u201eTheorie-Praxis-Verzahnung\u201c, die <em>Aden<\/em> in seinem kurzen Beitrag pr\u00e4gnant und kritisch beleuchtet. Hierbei geht er insbesondere auf Verzerrungen und unn\u00f6tige Konflikte ein, die durch die R\u00fcckkoppelung der Po\u00adlizeipraxis in ein zwar hochschulrechtlich verankertes, dennoch \u00fcberwiegend ohne echte Wissenschaftsfreiheit und vor\u00adwiegend polizeiintern verantwortetes Aus- und Fortbildungssystem entstehen (k\u00f6nnen) und weist auf hochschul\u00adorganisatorische Organisationsmodelle (z. B. die HWR Berlin) hin, in denen diese Risiken minimiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der informative Sammelband vereint zahlreiche Perspektiven auf Inhalte und Einflussfaktoren einer Erfolg versprechenden \u201eGemeinwesenbezogenen Sicher\u00adheitsarbeit\u201c und wird daher sicher nicht nur als Festschrift bei Bernhard Frevel Grund zur Freude \u00fcber die Anerkennung, die die Auroren ihm und seiner Arbeit zuteil werden lassen, hervorrufen. Der Sammelband ist auch f\u00fcr die Fach\u00f6ffentlichkeit interdisziplin\u00e4r erkenntnisreich.<\/p>\n<p>Holger Plank (im Januar 2024)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Die Herausgeber sind zugleich die aktuellen \u201e<a href=\"https:\/\/empirische-polizeiforschung.de\/wp\/organisatoren\/\">Organisatoren<\/a>\u201c des \u201eArbeitskreises Empirische Polizeiforschung\u201c, ein Team, dem auch der Geehrte bis 2017 angeh\u00f6rte.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Siehe <a href=\"https:\/\/www.polizeiwissenschaft.de\/schriftenreihen\/schriften-zur-empirischen-polizeiforschung#openCloseUpProductContentID923\">Verlags-Website<\/a> mit Kapitel\u00fcbersicht des Werks.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Prof. Dr. Bernhard Frevel, <a href=\"https:\/\/www.hspv.nrw.de\/organisation\/personalverzeichnis\/eintrag\/dr-bernhard-frevel\">HSPV NRW<\/a> und Institut f\u00fcr Politikwissenschaft der <a href=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/IfPol\/personen\/frevel_.html\">Universit\u00e4t M\u00fcnster<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Vgl. S. 355 ff. des Bandes, \u201eB. Frevel: Publikationen zur Polizei und Sicherheitsforschung\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Konzept ist zur\u00fcckzuf\u00fchren auf Sampson, \u201eCollective Efficacy. Theory: Lessons learned and directions for future inquiry\u201d, 1997.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Vgl. hierzu auch den Beitrag von <em>John &amp; Hirschmann<\/em>, S. 66-76).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Nu\u00dfberger, <a href=\"https:\/\/innen.hessen.de\/Presse\/Abschlussbericht-der-Experten-Kommission-zur-Verantwortung-der-Polizei-vorgestellt\">2021<\/a>, Abschlussbericht des Gremiums.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Zentrale Erkenntnisse hierzu sind in dem <a href=\"https:\/\/www.google.de\/books\/edition\/Migration_und_Sicherheit_in_der_Stadt\/QGtKEAAAQBAJ?hl=de&amp;gbpv=1&amp;printsec=frontcover\">2021<\/a> im LIT-Verlag von Frevel herausgegebenen gleichnamigen Sammelband nachlesbar.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Zitat <em>Frevel<\/em> aus dem Beitrag von <a href=\"https:\/\/www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de\/we01\/institut\/mitarbeiter\/ehemalige\/Kurbacher\/index.html\"><em>Kurbacher<\/em><\/a> (S. 119-127), \u201eFreiheit und Kritik als Fragen der \u201ainneren Sicherheit\u2018 \u2013 oder zur Philosophie des Unvorhersehbaren und er Relevanz politischer Bildung.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> <em>Tepstra \/ Fyfe \/ Salet<\/em>, \u201cThe Abstract Police: A conceptual exploration of unintended changes of police organisations\u201d, in The Police Journal: Theory, Practice and Principles (92) <a href=\"https:\/\/journals.sagepub.com\/doi\/10.1177\/0032258X18817999\">2019<\/a>, 4.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Behr, Rafael \/ Gro\u00df, Hermann \/ Hirschmann, Natalie \/ Hunold, Daniela \/ Jacobsen, Astrid \/ Mensching, Anja \/ Schmidt, Peter \/ Sch\u00f6ne, Marcel (Hrsg.)[1]: Gemeinwesenorientierte Sicherheitsarbeit. 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