{"id":2138,"date":"2024-08-04T10:20:12","date_gmt":"2024-08-04T08:20:12","guid":{"rendered":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=2138"},"modified":"2024-08-04T10:20:12","modified_gmt":"2024-08-04T08:20:12","slug":"ralph-berthel-matthias-lapp-kriminalstrategie-konzepte-zur-verbrechensbekaempfung-rezensiert-von-holger-plank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=2138","title":{"rendered":"Ralph Berthel, Matthias Lapp: Kriminalstrategie. Konzepte zur Verbrechensbek\u00e4mpfung. Rezensiert von Holger Plank"},"content":{"rendered":"<p><strong>Berthel, Ralph<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> \/ Lapp, Matthias<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>: Kriminalstrategie. Konzepte zur Verbrechensbek\u00e4mpfung<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3],<\/a><\/strong> Heidelberg2024, ISBN 978 3 7832 4059 7, 247 Seiten, C. F. M\u00fcller Verlag, 28.- \u20ac.<\/p>\n<p>Nach der <a href=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=720\">1. Auflage 2017<\/a> versuchen Berthel und Lapp in der vollst\u00e4ndig \u00fcberarbeiteten und erg\u00e4nzten 2. Auflage dem grundlegenden Verst\u00e4ndnis, der konzeptionellen Anlage und <img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-2139 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Berthel.png\" alt=\"\" width=\"141\" height=\"211\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Berthel.png 327w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Berthel-100x150.png 100w\" sizes=\"(max-width: 141px) 100vw, 141px\" \/>der angesichts der vielf\u00e4ltigen Herausforderungen einer nahezu vollst\u00e4ndig digitalisierten Welt zunehmenden Bedeutung des Be\u00adgriffs \u201eKrimi\u00adnalstrategie\u201c einen \u201eneuen Anstrich\u201c zu verleihen. Die Teildisziplin d\u00fcrfe nicht nur \u201eim akademischen Diskurs als integraler Bestandteil der Krimi\u00adnalistik verstanden werden\u201c (S. 194)<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>. <!--more--><\/p>\n<p>Vielmehr sei es ihre Aufgabe, sicherheits\u00adrelevante Prozesse \u201ezu beobachten und zu analysieren, auf gesicherter, metho\u00addisch belastbarer Grundlage Entwicklungen zu prognostizieren sowie daraus an\u00adschlussf\u00e4hige Handlungsempfehlungen abzuleiten\u201c (ebd.). Im Verst\u00e4ndnis der Autoren leiste die titelgebende Teildisziplin der Kriminalistik \u201eals Bindeglied zur Innen-, Sicherheits-, Au\u00dfen- und Justizpolitik (\u2026) Lobbyarbeit\u201c f\u00fcr die Sicher\u00adheit der Menschen in einer zunehmend komplex erscheinenden Welt mit ihren qualitativ und quantitativ durchg\u00e4ngig beachtlichen neuen, h\u00e4ufig virtuellen Kriminalit\u00e4tsformen und habe dabei \u2013 selbst bei sensibler Handhabung \u2013 einen \u201ebeachtlichen Entscheidungs- und Handlungs\u00adspielraum\u201c (S. 195). Berthel stellt hierzu (an anderer Stelle<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>) pointiert u. m. E. zutreffend fest, dass es in diesem Kontext nach wie vor an einem strukturierten, meinungs\u00adstarken kriminal\u00adstrategischen Monitoring-Prozess<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a>, an einer deutlich wahrnehmbaren \u201ekriminalis\u00adtischen Stimme\u201c auf kriminalpolitischer Ebene fehle, der \/ welche \u201egesell\u00adschaft\u00adliche Entwicklungen mit kriminalistisch relevantem Kri\u00adsen\u00adpotenzial\u201c u. a. in politisch ma\u00dfgeblichen Diskussionsformaten begleite und analy\u00adsieren helfe. Er w\u00fcnscht sich daher auch eine nachhaltige, kriminalstrategisch fundierte (ge\u00adsellschaftliche) Debatte \u00fcber den Stellenwert der (inneren) Sicherheit und glaubt, dass &#8211; neben den hierf\u00fcr origin\u00e4r verantwortlichen Sicherheitsbeh\u00f6rden \u2013 z. B. auch die Deutsche Gesell\u00adschaft f\u00fcr Kriminalistik e. V. (DGfK) als Experten\u00adgremium \u2013 bzw. als \u201eThink Tank Kriminalistik\u201c (S. 130) einen sachgerechten Bei\u00adtrag leisten k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Hinsichtlich des Aufbaus des Buches sei an dieser Stelle auf die (nachfolgend zitierte) zutreffende Darlegung von Dienstb\u00fchl (vgl. Fn. 3), die die Gliederung als \u201esystematisch und gut nachvollziehbar\u201c bewertet sowie die \u201egute (\u2026), an\u00adwendungsorientierte, [wenn auch in Teilen, Anm. HP] sehr pr\u00e4gnante\u201c Struktur zurecht hervorhebt, verwiesen:<\/p>\n<p>\u201eDie Autoren f\u00fchren in <strong>Kapitel I<\/strong> zun\u00e4chst die Bedeutung und Zielsetzung krimi\u00adnalstrategischer \u00dcberlegungen aus, erl\u00e4utern den Adressatenkreis (der sich eben nicht lediglich auf die Kriminalpolizei [im engeren Sinne, Anm. HP] bezieht) und stellen dann Gegebenheiten und (Mega-)Trends dar (u. a. Cybercrime, asym\u00admetrische Konflikte [zunehmende Konfliktpotenziale zwischen verschiedenen Gruppierungen der Gesellschaft, Anm. HP] etc.), die im Spannungsfeld des \u00f6ffentlichen Verst\u00e4ndnisses (S. 10) bew\u00e4ltigt werden m\u00fcssen. <strong>Kapitel II<\/strong> widmet sich kurz und knapp kriminalistischen Problemen [S. 15-17, k\u00f6nnte deshalb ggf. auch in ein anderes Kapitel eingegliedert werden, Anm. HP]. <strong>Kapitel III<\/strong> erl\u00e4utert den Begriff der \u201eKriminalstrategie\u201c n\u00e4her und ordnet diese pr\u00e4gnant in die [nicht-juristischen, Anm. HP] Kriminalwissenschaften ein. Im <strong>IV. Kapitel<\/strong> stellen die Autoren Geschichte und Entwicklung der Kriminalstrategie dar und zeigen dabei auf, dass die Notwendigkeit kriminalstrategischer Herangehensweisen schon fru\u0308h in der Kriminalistik skizziert wurden, [die kriminalistische Subdisziplin, Anm. HP] jedoch erst Ende des 20. Jahrhunderts an Kontur gewann (S. 42 ff.). Kriminalstrategische Implikationen konnten deshalb erst in den vergangenen Jah- ren z. B. durch eingesetzte Kommissionen [unterhalb der Ebene der IMK, Anm. HP] deutlich konkreter formuliert werden (S. 56 ff.). <strong>Kapitel V<\/strong> erl\u00e4utert Rahmenbedingungen, Einflussfaktoren und Spannungsfelder kriminalstra\u00adtegischer Planungen. Besonders dieses Kapitel er\u00f6ffnet dem [zun\u00e4chst noch etwas amorph wirkenden, Anm. HP] Begriff konkrete M\u00f6glichkeiten der praktischen Umsetzung. Die Autoren widmen sich dabei einigen ausgew\u00e4hlten Spannungs\u00adfeldern (wie beispielsweise dem der bewusst begrenzten sicherheitsbeh\u00f6rdlichen Ressourcen und der optimalen Aufgabenerfu\u0308llung, S. 70 f.) und zeigen damit den Korridor auf, in dem sich kriminalstrategische \u00dcberlegungen in der kriminalpolitischen Realit\u00e4t umsetzen lassen. Die [mit Armin Nassehi und dessen Vortrag \u201e\u00d6ffentliche Sicherheit \u2013 eine Vertrauensfrage\u201c anl. der BKA-Herbsttagung 2017\u00a0 illustrierte, Anm. HP] <strong>\u201eParadoxie der Sicherheitskom\u00admunikation\u201c<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/strong>, auf welche zurecht auf Seite 76 hingewiesen wird, k\u00f6nnte durch ein zus\u00e4tzliches Kapitel oder Unterkapitel noch weiter vertieft werden. (\u2026). In <strong>Kapitel VI<\/strong> wird eine Kurz\u00fcbersicht verschiedener Policing Styles dargestellt. Anschlie\u00dfend werden die unterschiedlichen kriminalstrategischen Typologien (<strong>Kapitel VII<\/strong>) (\u2026) erl\u00e4utert, bevor dem Informationsmanagement (<strong>Kapitel VIII<\/strong>) als Teil kriminalstrategischer Planung [illustriert mit vielen n\u00fctzlichen Beispielen, Anm. HP] entsprechende Aufmerksamkeit gewidmet wird. Dieses Kapitel ist f\u00fcr den praktischen Gebrauch besonders relevant, da es nicht nur Begriffe verortet, sondern vielmehr die Bedeutung und Grundlagen der strategischen [im Unterschied zur operativen, Anm. HP] Auswertung (S. 97 ff.) vermittelt und exemplarische Quellen aufzeigt. <strong>Kapitel IX<\/strong> wendet sich dann dem [kriminalstrategischen Entscheidungs-, Anm. HP] Prozess zu, erl\u00e4utert Methoden zur Entwicklung kriminalstrategischer Konzepte und veranschaulicht, was aus welchen Gr\u00fcnden zu beachten ist. In tabellarischer Form stellt <strong>Kapitel X<\/strong> eine \u00dcbersicht von Begriffen und Themen kriminalstrategischer Konzepte dar. In der Schlussbetrachtung (<strong>Kapitel XI<\/strong>) werden die aktuellen Herausforderungen, in Abgrenzungen zu jenen in der ersten Auflage formulierten, als Notwendigkeit herangezogen, gerade in der polizeilichen F\u00fchrung aber auch bei politisch Verantwortlichen nachvollziehbare und nachhaltige Strategieprozesse zu implementieren.\u201c<\/p>\n<p>Sucht man in dem lesenswerten, praxisorientierten und daher inhaltlich wie auch im Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis absolut empfehlenswerten Werk nach Erg\u00e4nzungs\u00adpotenzial f\u00fcr eine fortgeschriebene 3. Auflage (die hoffentlich keine fast sieben Jahre auf sich warten l\u00e4sst), k\u00f6nnte sich ggf. die seit 2016<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> wachsende strategische \/ operative Bedeutung der Gefahrenabwehr durch<\/p>\n<ol>\n<li>den seither massiven Aufwuchs offener und verdeckter Befugnisnormen in nahezu allen L\u00e4ndergefahrenabwehrgesetzen und dadurch materiell-rechtlich inzwischen gegebener weitreichender Parallelit\u00e4t repressiver \/ pr\u00e4ventiver polizei\u00adlicher Eingriffsbefugnisse und<\/li>\n<li>die seit sp\u00e4testens 2017 modifizierte h\u00f6chstrichterliche Recht\u00adspre\u00adchung<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> zur Dominanzentscheidung bei Doppelfunktionalit\u00e4t beabsichtigter Ma\u00dfnahmen<\/li>\n<\/ol>\n<p>anbieten. Obwohl durchaus, wenn auch noch vereinzelt, hilfreiche Verweise auf die Doppelfunktionalit\u00e4t sicherheitsbeh\u00f6rdlichen Handelns im Spannungsfeld zwischen Repression und Gefahrenabwehr gegeben werden (S. 71, 187f.), ver\u00e4ndert die (j\u00fcngere) legislative \/ judikative Entwicklung auch die \u201estrategische Ausrichtung der kriminalistischen Arbeit\u201c und es gilt deshalb, wie auch erw\u00e4hnt: Eine \u201egute Kriminalstrategie ber\u00fccksichtigt deshalb (\u2026) immer (auch) pr\u00e4ventive Aspekte\u201c (S. 188). Die Reichweite und Bedeutung dieser aktuell besonders beto\u00adnenswerten, wenn auch in einer Folgeauflage inhaltlich anreicherungsbed\u00fcrftigen Aussage zeigt sich sicherheitsbeh\u00f6rdlich bereits an vielen Stellen, in der (kriminal-)polizeilichen Organisation gleicherma\u00dfen wie bei deren strate\u00adgischer Schwerpunktsetzung und operativer Ausrichtung, in manchen Ph\u00e4nomenbe\u00adreichen bereits erheblich im Vorfeld eines konkreten Verdachts einer Straftat. Diese Entwicklung zeitigt eine intensive grundlagenforschungs- und anwen\u00addungsorientierte kriminal\u00adwissenschaftliche und damit auch kriminalstrategische Auseinan\u00addersetzung mit deren potenziellen Auswirkungen.<\/p>\n<p>Brevi manu, das kriminalstrategische Kompendium geh\u00f6rt als Nachschlagewerk und wegen seines reichhaltigen Quellenverzeichnisses als Ankn\u00fcpfungsratgeber in jedes gut sortierte kriminalwissenschaftliche B\u00fccherregal und eignet sich zudem gut f\u00fcr die Verwendung in Aus- und Fortbildung auch \u00fcber die polizeilichen (Aus-)Bildungseinrichtungen hinaus.<\/p>\n<p>Holger Plank (im Juli 2024)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Ltd. Kriminaldirektor a. D., Dipl.-Jurist, Lehrbeauftragter an der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum, der Hochschule der Polizei Brandenburg und der Hochschule der Polizei Sachsen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Ltd. Kriminaldirektor, Leiter des Fachgebiets III.2, \u201eGrundlagen der Kriminalstrategie\u201c an der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) in M\u00fcnster-Hiltrup.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Zum Aufbau \/ zur inhaltlichen Gliederung des Buches siehe <a href=\"https:\/\/www.otto-schmidt.de\/kriminalstrategie-9783783240580?gad_source=1&amp;gclid=CjwKCAjwp4m0BhBAEiwAsdc4aKFXSCtQrlXQOM2Ribhvu4-q3pGAYAYaB3qeLzLkN7zVtPdlHUrXFxoCeRIQAvD_BwE\">Verlags-Website<\/a> mit Inhaltsverzeichnis. Vgl. hierzu auch die kurze Besprechung des Werks von Frau Prof. Dr. <a href=\"https:\/\/hpolbb.de\/article\/hochschule-verst\u00e4rkt-lehrkr\u00e4fteteam\">Dienstb\u00fchl<\/a> von der Hochschule der Polizei Brandenburg, in: <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=krimi.2024.07.i.0448.01.a\">Kriminalistik 2024 (78), Heft 7, S. 448<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Was im \u00dcbrigen lange Zeit in der Fachliteratur keineswegs selbstverst\u00e4ndlich war (vgl. hierzu nur <a href=\"http:\/\/www.krimlex.de\/artikel.php?BUCHSTABE=K&amp;KL_ID=104\">Hillen<\/a>, o. D., Kriminalistik, in KrimLEX) und z. T. auch noch heute in der Literatur noch kein gesicherter kriminalistischer Wissensbestand zu sein scheint.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Berthel, 2023, S. 21-72, in: Gundlach et al. (Hrsg.), \u201eKriminalistik heute \u2013 morgen \u2013 \u00fcbermorgen\u201c (Festschrift zum 20-j\u00e4hrigen Bestehen der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Krimi\u00adnalistik e. V.), Boorberg Verlag, Stuttgart (vgl. hierzu meine Besprechung in der Zeitschrift \u201eDie Polizei\u201c, 2024).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> \u201eAuf das Agieren von Sicherheitsakteuren bezogen, kann man Monitoring als eine Beobachtung und Analyse gesellschaftlicher Entwicklungen (auf sowohl sozio-kultureller als auch \u00f6konomisch-technischer Ebene) bezogen auf deren (gesetzliche) Aufgaben (und potenzielle sicherheitsrelevante \/ kriminogene Auswirkungen derselben) kenn\u00adzeichnen\u201c (S. 128).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> \u201eJede (kriminalpolitische bzw. sicherheitsbeh\u00f6rdliche) Versicherung, man brauche sich nicht zu f\u00fcrchten, transportiert zumindest rudiment\u00e4r die M\u00f6glichkeit mit, dass es etwas zum F\u00fcrchten geben k\u00f6nnte.\u201c (ebd.)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Im Zusammenhang mit den dezidierten Ausf\u00fchrungen des BVerfG zur Bedeutung der polizeilichen Gefahrenabwehr im Urteil zum BKAG vom 20.04.2016 (<a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2016\/04\/rs20160420_1bvr096609.html\">1 BvR 966\/09, 1 BvR 1140\/09<\/a>).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Z. B. i. Z. m. der Rechtsprechung des <a href=\"https:\/\/kripoz.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/bgh-urt-v-26042017-2-str-247-16.pdf\">BGH<\/a> (2 StR 247\/16 vom 26.04.2017) zur sogenannten \u201elegendierten Kontrolle\u201c. Hierzu sagt der 2. Strafsenat (vgl. Rn. 37 der Entscheidung) unter Verweis auf weitere h\u00f6chstrichterliche Judikatur, \u201eGefahrenabwehr seine eine zentrale staatliche Aufgabe, die gegen\u00fcber der Strafverfolgung eigenst\u00e4ndige Bedeutung hat und nicht hinter ihr zur\u00fccktritt. Vielmehr stehen Gefahrenabwehr und Strafverfolgung als staatliche Aufgaben mit unterschiedlicher Zielrichtung gleichberechtigt nebeneinander.\u201c Weiter hei\u00dft es in der Entscheidung (vgl. Rn. 30), \u201edie Grenzen zwischen pr\u00e4ventivem Handeln und repressivem Vorgehen k\u00f6nnen flie\u00dfend sein und sich je nach Sachlage kurzfristig und kaum vorhersehbar ver\u00e4ndern.\u201c So k\u00f6nnen gefahrenabwehrrechtlich gewonnene Erkenntnisse grds. im Strafverfahren verwendet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berthel, Ralph[1] \/ Lapp, Matthias[2]: Kriminalstrategie. Konzepte zur Verbrechensbek\u00e4mpfung[3], Heidelberg2024, ISBN 978 3 7832 4059 7, 247 Seiten, C. F. M\u00fcller Verlag, 28.- \u20ac. Nach der 1. Auflage 2017 versuchen Berthel und Lapp in der vollst\u00e4ndig \u00fcberarbeiteten und erg\u00e4nzten 2. 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