{"id":2292,"date":"2025-10-19T16:05:43","date_gmt":"2025-10-19T14:05:43","guid":{"rendered":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=2292"},"modified":"2025-10-19T16:06:23","modified_gmt":"2025-10-19T14:06:23","slug":"moellers-heid-hrsg-woerterbuch-polizei-und-sicherheitsrecht-rezensiert-von-karsten-lauber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=2292","title":{"rendered":"Martin H.W. M\u00f6llers, Daniela A. Heid (Hrsg.): W\u00f6rterbuch Polizei- und Sicherheitsrecht. Rezensiert von Karsten Lauber"},"content":{"rendered":"<p><strong>Martin H.W. M\u00f6llers (Begr.), Daniela A. Heid (Hrsg.): W\u00f6rterbuch Polizei- und Sicherheitsrecht<\/strong>. 4. Auflage, M\u00fcnchen, C.H. Beck 2025, 2.819 Seiten, ISBN: 978-3-406-80989-7, 219.00 EUR<\/p>\n<p>Nicht wenige Personen vertreten die Meinung, f\u00fcr Lehrb\u00fccher gibt es im digitalen Zeitalter keinen Bedarf. Worin liegt also der Mehrwert eines W\u00f6rterbuchs zum Polizei- und Sicherheitsrecht? Mit der Ver\u00f6ffentlichung der 4. Auflage geben die <img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-2293 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Bild1.png\" alt=\"\" width=\"174\" height=\"265\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Bild1.png 223w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Bild1-98x150.png 98w\" sizes=\"(max-width: 174px) 100vw, 174px\" \/>Herausgeber &#8211; aber auch die bisherigen Rezipienten &#8211; eine erste Antwort. Die 4. Auflage bringt eine \u00c4nderung bei der Herausgeberschaft mit sich, die nun ausschlie\u00dflich bei Daniela Heid liegt. Wechsel gab es zudem bei den Bearbeiterinnen und Bearbeitern. <!--more--><\/p>\n<p>Das W\u00f6rterbuch leitet mit einem Vorwort zur 4. Auflage ein. Es folgt das Verzeichnis der Bearbeiter\/-innen und ein gut 14-seitiges Abk\u00fcrzungsverzeichnis. Nach der 3. Auflage (2018) bringt die vollst\u00e4ndig \u00fcberarbeitete Neuauflage das W\u00f6rterbuch auf den Stand von Mai 2025. Ge\u00e4ndert hat sich der Titel des W\u00f6rterbuchs. Das bis zur 3. Auflage als &#8222;W\u00f6rterbuch der Polizei&#8220; bezeichnete Werk tr\u00e4gt nun den Titel &#8222;W\u00f6rterbuch Polizei- und Sicherheitsrecht&#8220;. Die Verengung auf das &#8222;Recht&#8220; ist allerdings wenig zufriedenstellend &#8211; vielleicht sogar irref\u00fchrend.<\/p>\n<p>Das 2.819 Seiten starke Werk integriert &#8222;Rechts-, Polizei-, Kriminal-, Sicherheits- und Gesellschaftswissenschaften sowie Rechtsmedizin und Polizei- und Feuerwehrtechnik&#8220;. Ber\u00fccksichtigt wurde die vielf\u00e4ltige Gesetzgebung der letzten Jahre, wie beispielsweise das Konsumcannabisgesetz, \u00c4nderungen im Bundes- und Landespolizeirecht oder Datenschutzrecht. In der konkreten Umsetzung findet sich eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Vielfalt an Begriffen wieder, beispielsweise aus der Kriminalistik (Hutkrempenregel), dem Migrationsrecht (ICT-Karte), der Geschichte (Holocaust), der F\u00fchrungslehre (Motivation) oder der Politik (Identit\u00e4re Bewegung). Sicherlich l\u00e4sst sich bei dem Gesamtumfang \u00fcber den Mehrwert einzelner Begriffe diskutieren, wie z.B. &#8222;Homepage&#8220;. Demgegen\u00fcber sind aktuelle Begriffe wie die &#8222;Kontrollquittung&#8220; beinhaltet.<\/p>\n<p>Im Nachfolgenden wird auf einige Begriffe n\u00e4her eingegangen. Die Ausf\u00fchrungen zum Begriff &#8222;Bayerische Polizei&#8220; untergliedert sich in Organisation und Polizeirecht. Im Kapitel Polizeirecht liegt der Schwerpunkt bei der Reform des Bayer. Polizeiaufgabengesetzes, die den Begriff der drohenden Gefahr einf\u00fchrte. Die Erl\u00e4uterungen \u00fcber die Organisation beziehen sich auf die Aufbauorganisation der Polizei und Grundaussagen zur Ausbildung im mittleren und gehobenen Polizeivollzugsdienst. Der kurze Hinweis auf die Eingliederung der Bayer. Grenzpolizei im Zuge der EU-Osterweiterung ist jedoch unscharf. Nachdem die Geschichte der Grenzpolizei 2018 endete, wurde sie 2018 wiedererrichtet, inklusiv einer Direktion der Bayerischen Grenzpolizei sowie Grenzpolizeiinspektionen und -stationen.<\/p>\n<p>Angesichts verschiedener Anschl\u00e4ge auf Weihnachtsm\u00e4rkte in den zur\u00fcckliegenden Jahren ist der Begriff &#8222;Veranstaltung&#8220; von Interesse. Bei den dortigen Ausf\u00fchrungen sind die problematischen Zust\u00e4ndigkeitsabgrenzungen, insbesondere zwischen der staatlichen Polizei, den kommunalen Ordnungsbeh\u00f6rden und Bauaufsichtsbeh\u00f6rden oder den f\u00fcr das Stra\u00dfenverkehrsrecht zust\u00e4ndigen kommunalen Stra\u00dfenverkehrsbeh\u00f6rden ausgeblendet. Veranstaltungen sind im W\u00f6rterbuch im Wesentlichen Polizeiaufgabe; die Ausf\u00fchrungen nehmen im Schwerpunkt Fragen der Einsatzlehre in den Blick. An dieser Stelle bedarf das Handbuch also dringend einer \u00dcberarbeitung.<\/p>\n<p>Gut gelungen ist der Text \u00fcber den Ladendiebstahl, insbesondere mit dem Hinweis auf die Daten des EHI Retail Institute. Ungl\u00fccklich sind allerdings die in den Text integrierten Links. In einem Fall umfasst die Wiederaufgabe eines Links 12 (!) Zeilen.<\/p>\n<p>Der f\u00fcr die Kriminologie bedeutsame Begriff der &#8222;Kriminalit\u00e4tsfurcht&#8220; (S. 1.366 f.) weist einige Unsch\u00e4rfen auf, nicht zuletzt die fehlende Differenzierung nach personaler und sozialer Kriminalit\u00e4tsfurcht. Nicht recht nachzuvollziehen ist das Fehlen des Fahrraddiebstahls, w\u00e4hrend der &#8222;Fahrradpass&#8220; und der &#8222;Radfahrer&#8220;, aber auch der &#8222;Ladendiebstahl&#8220; Ber\u00fccksichtigung fanden. Erfreulich ist die Aufnahme des &#8222;Polizei-Newsletter&#8220; in das W\u00f6rterbuch. Auff\u00e4llig ist, dass f\u00fcr die Themen &#8222;Broken Windows(-Theorie)&#8220; &#8222;Clankriminalit\u00e4t&#8220;, &#8222;Polizeidienstvorschrift (PDV)&#8220; und &#8222;Stadtpolizei&#8220; keine eigenen Fundstellen im W\u00f6rterbuch wiedergegeben sind.<\/p>\n<p>In der Gesamtbetrachtung beeindruckt das knapp 3.000-seitige Werk mit seiner Interdisziplinarit\u00e4t. Unklar bleibt, an welche Zielgruppe sich das in den letzten Jahr oftmals positiv rezensierte W\u00f6rterbuch richtet. Soweit Forschung, Lehre und Ausbildung genannt werden, bleibt ein geh\u00f6riges Ma\u00df an Skepsis. Gerade in der Polizeiausbildung &#8211; sowohl im mittleren als auch im gehobenen Polizeivollzugsdienst &#8211; ist die Bereitschaft, die institutionseigene Bibliothek aufzusuchen, gering ausgepr\u00e4gt. Punkten kann das W\u00f6rterbuch im Bereich der Kriminalistik, insbesondere der Kriminaltechnik, so dass die Empfehlung an diejenigen gerichtet ist, die dahingehend Schnittstellen aufweisen &#8211; sowohl in der Polizei als auch der Justiz. Aber auch denjenigen Personen, die sich der Polizeiwissenschaft widmen, d\u00fcrfte das W\u00f6rterbuch gute Dienste leisten.<\/p>\n<p>Das knapp 3.000 Seiten starke W\u00f6rterbuch beinhaltet eine bemerkenswerte Vielfalt an Begriffen, die Bezug zu polizei- bzw. sicherheitsrelevanten Themen aufweisen. Einen praktischen Mehrwert bietet das W\u00f6rterbuch vor allem f\u00fcr Polizeiwissenschaftler\/-innen und diejenigen, die in ihrer T\u00e4tigkeit mit kriminalistischen Themen befasst sind. Als Lesebuch f\u00fcr Inspirationen bereitet das W\u00f6rterbuch auch dar\u00fcber hinaus Freude und f\u00f6rdert manche Entdeckung zutage.<\/p>\n<p>Karsten Lauber, Oktober 2025<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Martin H.W. 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