{"id":2387,"date":"2026-05-05T17:26:42","date_gmt":"2026-05-05T15:26:42","guid":{"rendered":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=2387"},"modified":"2026-05-05T17:26:42","modified_gmt":"2026-05-05T15:26:42","slug":"policing-hot-spots-of-crime-hrsg-von-david-l-weisburd-rezensiert-von-thomas-feltes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=2387","title":{"rendered":"Policing Hot Spots of Crime, hrsg. von David L. Weisburd. Rezensiert von Thomas Feltes"},"content":{"rendered":"<p><strong>Policing Hot Spots of Crime, hrsg. von David L. Weisburd<\/strong>, Routledge-Verlag New York und London 2026, 452 S., Paperback ISBN 9781032872865, 50,99 Euro; e-book ISBN 9781003531883, 43,34 Euro (auch \u00a0als Miete f\u00fcr 6 Monate, 28,05 Euro).<\/p>\n<p>Die Kriminologie hat sich von jeher mit der Frage besch\u00e4ftigt, warum Menschen Straftaten begehen und\/oder kriminell <img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2388 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/9781003531883.jpg\" alt=\"\" width=\"152\" height=\"217\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/9781003531883.jpg 350w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/9781003531883-105x150.jpg 105w\" sizes=\"(max-width: 152px) 100vw, 152px\" \/>werden oder warum bspw. bestimmte regionale Gebiete von Kriminalit\u00e4t st\u00e4rker betroffen sind als andere. Dieser Band fasst die Forschungen von David Weisburd zu den \u201eHot Spots of Crime\u201c zusammen.<!--more--><\/p>\n<p>In der Diskussion in Deutschland ging oder geht es meist um Unterschiede zwischen einzelnen Bundesl\u00e4ndern oder St\u00e4dten. Die kriminologische Forschung hat aber seit vielen Jahren erkannt, dass diese kriminalgeografischen R\u00e4ume viel zu weit gefasst sind, um daraus geeignete pr\u00e4ventive oder repressive Schl\u00fcsse zu ziehen.<\/p>\n<p>Die unterschiedliche Kriminalit\u00e4tsbelastung bestimmter Stadtgebiete wurde auch in Deutschland im Zusammenhang mit kriminalgeografischen Studien thematisiert. Sogenannte \u201eKriminalit\u00e4tsatlanten\u201c wurden u.a. <a href=\"https:\/\/www.bka.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/Publikationen\/Publikationsreihen\/BkaForschungsreihe\/2_08_EmpirischeKriminalgeographie.html\">f\u00fcr Bochum<\/a> erstellt. Andere Arbeiten konzentrierten sich auf die Analyse von Zusammenh\u00e4ngen zwischen sozio-strukturellen Merkmalen des Raumes und der Kriminalit\u00e4tsbelastung. Sozial\u00f6kologische Studien und Sozialraumstudien best\u00e4tigten, dass eine H\u00e4ufung ung\u00fcnstiger Faktoren Abweichung und Kriminalit\u00e4t produziert.<\/p>\n<p>2004 hatten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/David_Weisburd\">David Weisburd<\/a> u.a. erstmals den Verlauf der Kriminalit\u00e4t an bestimmten Orten untersucht, d.h. die Kriminalit\u00e4tsentwicklung \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum, bezogen auf bestimmte Stadtteile, analysiert. Die Studie \u201c<a href=\"https:\/\/nij.ojp.gov\/library\/publications\/trajectories-crime-places-longitudinal-study-street-segments-city-seattle\">Trajectories of Crime at Places: A Longitudinal Study of Street Segments in the City of Seattle<\/a>\u201d gilt als Ausl\u00f6ser der sich daran anschlie\u00dfenden intensiven Besch\u00e4ftigung mit dem Ph\u00e4nomen der Konzentration von Kriminalit\u00e4t auf bestimmte Orte. Diese Studie zeigte zudem, dass die Kriminalit\u00e4t an Mikroorten im Zeitverlauf ein hohes Ma\u00df an Stabilit\u00e4t aufweist. Die Daten deuteten auch darauf hin, dass Kriminalit\u00e4tstrends an bestimmten Abschnitten von zentraler Bedeutung f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der allgemeinen Ver\u00e4nderungen in der Kriminalit\u00e4t sind.<\/p>\n<p>2012 wurde dann die Studie \u201e<a href=\"https:\/\/global.oup.com\/academic\/product\/the-criminology-of-place-9780195369083?cc=de&amp;lang=en&amp;\">The Criminology of Place<\/a>\u201c von David Weisburd, Elizabeth Groff und Sue-Ming Yang ver\u00f6ffentlicht. Darin ging es den Autoren darum, noch kleinr\u00e4umiger als bisher nachzusehen und zu hinterfragen, warum bestimmte Stra\u00dfen oder H\u00e4userbl\u00f6cke bestimmte Kriminalit\u00e4tstrends auch \u00fcber Jahre hinweg aufweisen. Die Autoren gingen dabei von insgesamt f\u00fcnf Annahmen aus (s. die Besprechung der Buches im Polizei-Newsletter <a href=\"https:\/\/www.google.com\/url?sa=t&amp;source=web&amp;rct=j&amp;opi=89978449&amp;url=https:\/\/www.polizei-newsletter.de\/books\/2012_Feltes_Weisburg.pdf&amp;ved=2ahUKEwjj0JTRsKKUAxUq_7sIHSD6LUAQFnoECCAQAQ&amp;usg=AOvVaw07qI-m26lNpeVxFlL9rW7p\">hier<\/a>):<\/p>\n<p>1) Crime is tightly concentrated at &#8222;crime hot spots,&#8220; suggesting that we can identify and deal with a large proportion of crime problems by focusing on a very small number of places.<\/p>\n<p>2) These crime hot spots evidence very strong stability over time, and thus present a particularly promising focus for crime prevention efforts.<\/p>\n<p>3) Crime at places evidences strong variability at micro Ievels of geography, suggesting that an exclusive focus on higher geographic units, like communities or neighborhoods, will lead to a loss of important information about crime and the inefficient focus of crime prevention resources.<\/p>\n<p>4) It is not only crime that varies across very small units of geography, but also the social and contextual characteristics of places. The criminology of place in this context identifies and emphasizes the importance of micro units of geography as social systems relevant to the crime problem.<\/p>\n<p>5) Crime at place is very predictable, and therefore it is possible to not only understand why crime is concentrated at place, but also to develop effective crime prevention strategies to ameliorate crime problems at places.<\/p>\n<p>In den Jahren danach gab es eine kaum \u00fcberschaubare Reihe von Beitr\u00e4gen von oder in Zusammenarbeit mit David Weisburd, die sich vertieft mit den sog. \u201eHot Spots of Crime\u201c besch\u00e4ftigten und dabei vor allem der Frage nachgegangen sind, welche Rolle die Polizei im Umgang mit diesen Kriminalit\u00e4tsschwerpunkten spielen kann und soll.<\/p>\n<p>Der nunmehr vorgelegte Band bietet einen umfassenden Rahmen zum Verst\u00e4ndnis der Hot-Spot-Polizeiarbeit im Kontext der Beitr\u00e4ge von David Weisburd, dem Tr\u00e4ger des Stockholmer Preises f\u00fcr Kriminologie. Das Buch zielt darauf ab, eine Vielzahl von Studien zusammenzuf\u00fchren, um zu argumentieren, warum Hot-Spot-Polizeiarbeit \u201eSinn macht\u201c, warum Polizeibeh\u00f6rden diesen Ansatz umsetzen sollten und wie Polizeireformen in ihre Bem\u00fchungen integriert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im 21. Jahrhundert widerlegte eine Reihe strenger Evaluierungen der Hot-Spot-Polizeiarbeit die weit verbreitete Annahme, dass die Polizei Kriminalit\u00e4t nicht verhindern k\u00f6nne. Heute herrscht weitgehende Einigkeit dar\u00fcber, dass die Polizei bei der Pr\u00e4vention und Bek\u00e4mpfung von Kriminalit\u00e4t effektiv sein kann, wenn sie sich auf Verbrechen konzentriert, die an bestimmten Orten geh\u00e4uft auftreten, oft als mikrogeografische Einheiten oder Hotspots bezeichnet.<\/p>\n<p>Dieser Sammelband untersucht die Entwicklungsgeschichte des Konzepts der Kriminalit\u00e4ts-Hotspots und die Belege f\u00fcr die Konzentration von Straftaten an bestimmten Orten, die der Hot-Spot-Polizeiarbeit zugrunde liegen. Au\u00dferdem werden wichtige experimentelle Studien vorgestellt, die zeigen, dass die Hot-Spot-Polizeiarbeit funktioniert und nicht einfach nur zu einer Verlagerung der Kriminalit\u00e4t f\u00fchrt. Schlie\u00dflich befasst sich der Band damit, wie Polizeireformen in die Hot-Spot-Polizeiarbeit integriert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Band bietet eine gute Zusammenstellung der wichtigsten Aufs\u00e4tze der vergangenen mehr als 20 Jahre und ist daher f\u00fcr Kriminologen und Polizeiforscher von Interesse, die sich mit dem Thema Hot Spots besch\u00e4ftigen (wollen).<\/p>\n<p>Der Verlag bietet einen Sonderrabatt in H\u00f6he von 25 % (kostenloser Standardversand und anfallende Steuern) bis zum 09. Juli 2026 an. Beim Kauf auf der Website <a href=\"https:\/\/www.routledge.com\/9781032872865\">https:\/\/www.routledge.com\/9781032872865<\/a> (Link oder QR-Code zum Buch) gibt man den Aktionscode \u201ePHSC26\u201c im Warenkorb ein.<\/p>\n<p>Thomas Feltes, April 2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Policing Hot Spots of Crime, hrsg. von David L. 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