{"id":27,"date":"2015-08-22T18:25:38","date_gmt":"2015-08-22T16:25:38","guid":{"rendered":"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=27"},"modified":"2016-03-03T12:07:11","modified_gmt":"2016-03-03T11:07:11","slug":"dominic-kudlacek-akzeptanz-von-videoueberwachung-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=27","title":{"rendered":"Dominic Kudlacek \u2013 Akzeptanz von Video\u00fcberwachung."},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\">321)<br \/>\n<em><strong>Kudlacek, Dominic; <\/strong><\/em><strong>Akzeptanz von Video\u00fcberwachung.; <\/strong>Eine sozialwissenschaftliche Untersuchung technischer Sicherheitsma\u00dfnahmen.; SpringerVS, ISBN 978-3-658-10119-0, Wiesbaden 2015. 164 S., \u20ac 34,99<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Akzeptanz_von_Videoueberwachung.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-37 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Akzeptanz_von_Videoueberwachung.png\" alt=\"Akzeptanz_von_Videoueberwachung\" width=\"107\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dominic Kudlacek liefert \u2013 so die Verlagsank\u00fcndigung \u2013 \u201eeine kritische Aufarbeitung der theoretischen und empirischen Literatur zum Thema Akzeptanz von Video\u00fcberwachung in Deutschland. Ferner werden die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung zum Thema Video\u00fcberwachung vorgestellt und dabei auch die Einstellungen gegen\u00fcber Smart CCTV ber\u00fccksichtigt. <!--more-->Der Autor behandelt das Thema Video\u00fcberwachung nicht aus einer deterministischen Perspektive. Zugleich verweist er darauf, dass die Legitimit\u00e4t von \u00dcberwachung niemals nur durch breite \u00f6ffentliche Akzeptanz hergestellt werden kann\u201c.<br \/>\nDie Arbeit, als Dissertation in Bochum begonnen und in Wuppertal abgeschlossen, basiert auf einer Umfrage im Rahmen eines Forschungsprojektes, an dem der Autor am Lehrstuhl f\u00fcr Kriminologie der Ruhr-Universit\u00e4t mitgewirkt hat. Im ersten Teil der Arbeit wird zun\u00e4chst der Stand der Forschung geschildert. Hier werden theoretische \u00dcberlegungen zur sozialwissenschaftlichen Dimension der Video\u00fcberwachung er\u00f6rtert. Dabei werden auch die \u00fcbergeordneten Themenfelder \u00dcberwachung und Kontrolle behandelt. Danach stellt der Autor die Ergebnisse empirischer Untersuchungen vor. Der Autor beansprucht hier, \u201eeine bisher einmalige Gesamtschau der einschl\u00e4gigen Forschung\u201c zu liefern. Ob dies auf rund 50 Seiten m\u00f6glich ist, mag man bezweifeln. Allerdings gelingt es dem Autor, die wesentlichen Ergebnisse der von ihm dargestellten Studien knapp und pr\u00e4zise zusammenzufassen. Leider sind keine Studien nach 2012 aufgenommen, wie generell die Literatur (im ersten Teil der Arbeit) etwas veraltet erscheint (keine Werke nach 2010).<br \/>\nDanach wird die eigene Untersuchung vorgestellt. Zu Beginn wird das methodische Design der Studie beschrieben und begr\u00fcndet. Hypothesen, anhand derer die Fragestellungen entwickelt wurden, sucht man allerdings vergeblich. Warum gerade diese und keine anderen Fragen den Flughafenbesuchern gestellt wurden, erw\u00e4hnt der Verfasser nicht. Zwar er\u00f6rtert er die Operationalisierung seiner Variablen; wie er zu den Variablen selbst kommt, erl\u00e4utert er leider nicht. Die Frage der (sehr) eingeschr\u00e4nkten Repr\u00e4sentanz der Studie wird ebenfalls nur kurz (auf S. 101) angesprochen. Zudem fragt sich der Leser, welcher Bezug zwischen dem Forschungsprojekt , in dessen Kontext die Befragung stand, und der vorgelegten Studie besteht. Die Arbeit erfasst das Thema Akzeptanz der Video\u00fcberwachung generell; die Befragung selbst fand aber an einem Flughafen (Hannover) und im Kontext des Projektes statt, das sich mit Video\u00fcberwachung an Flugh\u00e4fen besch\u00e4ftigte .<br \/>\nAb S. 103 und bis S. 143 werden die Ergebnisse der Befragungen dargestellt. Anschlie\u00dfend \u201ewerden multivariate Analysen besprochen\u201c (S. 18, Hervorh. von TF) und im sechsten Kapitel (S. 145 \u2013 149) die Ergebnisse \u201eres\u00fcmiert, kritisch diskutiert und Ankn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr folgende Untersuchungen skizziert\u201c (aaO.).<br \/>\nInsgesamt handelt es sich um eine Arbeit, in der recht knapp die Ergebnisse einer Befragung am Flughafen Hannover zur Akzeptanz von Video\u00fcberwachung dargestellt werden. Die Zusammenstellung vergleichbarer Studien zu Beginn der Arbeit ist verdienstvoll. Inhaltlich ist die Argumentation des Autors oftmals recht affirmativ und wenig kritisch in Bezug auf die Video\u00fcberwachung (s. z.B. S. 146 f.). Die umfangreichen Studien bspw. aus England werden jedenfalls nicht angemessen rezipiert. Formulierungen wie die, dass die Annahme, \u201edass Video\u00fcberwachung bestimmte T\u00e4ter von der Begehung bestimmter Taten an den \u00fcberwachten Orten abhalten kann\u201c nicht \u201eabwegig und naiv\u201c sei (S. 145), ist ein Beispiel daf\u00fcr \u2013 denn abwegig und naiv sind keine wissenschaftlichen Kriterien.<br \/>\nInsgesamt kommt der Verfasser zu dem Ergebnis, dass es \u201enach den hier vorliegenden Daten daher mindestens zwei Faktoren zu geben (scheint), welche die Einstellung zur Video\u00fcberwachung beeinflussen: Das Empfinden von Kriminalit\u00e4tsfurcht sowie die Furcht vor Anschl\u00e4gen. Es ist keinesfalls abwegig, dass (sic) eine als Ausdruck des anderen zu interpretieren, das hei\u00dft die Furcht vor Anschl\u00e4gen als Ausdruck von Kriminalit\u00e4tsfurcht zu verstehen. Die Effektst\u00e4rken, die sich in den Regressionsanalysen gezeigt haben, lassen jedoch gegenteiliges vermuten. Es scheint sich um zwei voneinander relativ unabh\u00e4ngige Aspekte zu handeln\u201c. F\u00fcr eine wissenschaftliche Studie ziemlich viel \u201eSchein\u201c und wenig Sein. Und wenn der Autor der Auffassung ist, dass sich der Einsatz von Technik \u201enur durch seinen direkten Nutzen\u201c rechtfertigen l\u00e4sst (S. 149), so ist dies doch etwas kurz gegriffen. Gerade die Verbrechensfurcht, mit der sich der Autor auch (leider nicht wirklich vertieft) besch\u00e4ftigt, hat sehr viele affektive und emotionale Aspekte. Die gilt es zu beachten, nicht nur die (ohnehin zweifelhaften) Erfolge von Video\u00fcberwachung.<\/p>\n<p>[1] S. <a href=\"http:\/\/www.bmbf.de\/pubRD\/Projektumrisse_WS-Sicherheit_im_Luftverkehr.pdf\">http:\/\/www.bmbf.de\/pubRD\/Projektumrisse_WS-Sicherheit_im_Luftverkehr.pdf<\/a> kritisch dazu <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/32\/32859\/1.html\">http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/32\/32859\/1.html<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[2] <a href=\"http:\/\/www.sicherheits-berater.de\/startseite\/artikel-ohne-abo\/hannover-airport-startet-forschungsprojekt-zur-flughafensicherheit.html\">http:\/\/www.sicherheits-berater.de\/startseite\/artikel-ohne-abo\/hannover-airport-startet-forschungsprojekt-zur-flughafensicherheit.html<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rezensiert von: Thomas Feltes<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>321) Kudlacek, Dominic; Akzeptanz von Video\u00fcberwachung.; Eine sozialwissenschaftliche Untersuchung technischer Sicherheitsma\u00dfnahmen.; SpringerVS, ISBN 978-3-658-10119-0, Wiesbaden 2015. 164 S., \u20ac 34,99 Dominic Kudlacek liefert \u2013 so die Verlagsank\u00fcndigung \u2013 \u201eeine kritische Aufarbeitung der theoretischen und empirischen Literatur zum Thema Akzeptanz von Video\u00fcberwachung in Deutschland. 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