{"id":39,"date":"2015-08-24T13:01:18","date_gmt":"2015-08-24T11:01:18","guid":{"rendered":"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=39"},"modified":"2016-03-03T12:06:16","modified_gmt":"2016-03-03T11:06:16","slug":"richard-thiess-der-tod-kennt-kein-erbarmen-wahre-faelle-aus-der-mordkommission","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=39","title":{"rendered":"Richard Thiess &#8211; Der Tod kennt kein Erbarmen \u2013 Wahre F\u00e4lle aus der Mordkommission"},"content":{"rendered":"<p>322)<br \/>\n<em><strong>Thiess, Richard; <\/strong><\/em><strong>Der Tod kennt kein Erbarmen \u2013 Wahre F\u00e4lle aus der Mordkommission; <\/strong>dtv-Verlagsgesellschaft, M\u00fcnchen 2015, broschiert, DIN A 5, 206 Seiten, Preis: 14,90 \u20ac<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Der_Tod_kennt_kein_Erbarmen.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-41 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Der_Tod_kennt_kein_Erbarmen-191x300.png\" alt=\"Der_Tod_kennt_kein_Erbarmen\" width=\"96\" height=\"151\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Der_Tod_kennt_kein_Erbarmen-191x300.png 191w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Der_Tod_kennt_kein_Erbarmen.png 242w\" sizes=\"(max-width: 96px) 100vw, 96px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach seinen Bestsellern \u201eMordkommission\u201c und \u201eHalt stehenbleiben! Polizei!\u201c legt Kriminalschriftsteller und Erfolgsautor Richard Thiess Kriminalenthusiasten sein neuestes Werk vor. Wie bereits der Titel verhei\u00dft, beruht \u201eDer Tod kennt kein Erbarmen \u2013 Wahre F\u00e4lle aus der Mordkommission\u201c ausschlie\u00dflich auf der Wirklichkeit. Wer Filmklischees und Romankitsch erwartet, wird entt\u00e4uscht.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Krimis faszinieren. Kaum jemand kann sich ihrer Unterhaltungskraft entziehen \u2013 mit Ausnahme der Profis, deren Aufgabe in der Bek\u00e4mpfung der wirklichen Kriminalit\u00e4t liegt. Wer das Buch liest, darf also kein Drehbuch f\u00fcr einen Thriller erwarten, daf\u00fcr aber authentische Berichte \u00fcber das Leben und sein manchmal abruptes, unnat\u00fcrliches Ende.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Staunen nimmt den Leser von Anfang an gefangen. Es h\u00e4lt ihn auf jeder Seite im Bann: Schon allein die Funktionsweise eines Mordkommissariats und einer davon zu unterscheidenden Mordkommission der Kriminalpolizei, die der Autor eingangs beschreibt, raubt Illusionen \u00fcber allm\u00e4chtige und allwissende \u201eKommissare\u201c, f\u00fcr die kein Fall unl\u00f6sbar ist und denen neben schier \u00fcbermenschlichen intuitiven F\u00e4higkeiten alle erforderlichen materiellen Mittel unbegrenzt zur Verf\u00fcgung stehen. Nein, ein n\u00fcchtern, routiniert und b\u00fcrokratisch arbeitender Apparat r\u00fcckt in den rund 20 F\u00e4llen das Bild von der Arbeit einer Mordkommission in ein zutreffendes Licht. Und doch ist das Buch spannender als ein Thriller.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach 40-j\u00e4hriger Dienstzeit bei der Polizei, davon 14 Jahre als Leiter einer Mordkommission beim Polizeipr\u00e4sidium M\u00fcnchen, ist der Autor wie kaum jemand au\u00dfer ihm pr\u00e4destiniert, \u00fcber Kapitaldelikte zu berichten. Ab Seite 165 zeichnet der Autor F\u00e4lle auf, die sein ehemaliger Kollege Raimund Eichner bearbeitet hat. Gleich auf der ersten Umschlagseite spricht der Autor aus eigenem Erleben einen der grausigsten Mordf\u00e4lle an, die in Deutschland jemals ver\u00fcbt worden sind. Das dort nur angedeutete Geheimnis, was der zynische Mann, der im Verdacht stand, zwei kleine M\u00e4dchen bestialisch zu Tode gequ\u00e4lt zu haben, den Kriminalbeamten mitteilen wollte, wird ab Seite 99 gel\u00fcftet. Wer diese schier unglaubliche Reportage liest, wird dem Autor zustimmen: \u201eManchmal m\u00f6chte man nur noch schreien\u2026\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die einzelnen F\u00e4lle schildern ersch\u00fctterndes menschliches Leid. Sie zeigen, dass es praktisch nichts gibt, \u201ewas Menschen aus Habgier oder Neid, aus gekr\u00e4nktem Stolz, aus Niedertracht, aus Rache oder aufgrund einer psychischen St\u00f6rung nicht tun w\u00fcrden\u201c, wie der Autor auf der Umschlagr\u00fcckseite res\u00fcmiert. Der Leser kann sich in die Geschehnisse regelrecht hineinversetzen. Stellenweise sind sie so lebensnah und plastisch geschrieben, dass man das Gef\u00fchl bekommt, Augenzeuge einer fast unwirklichen Dramatik zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Buch erz\u00e4hlt von mancherlei Kuriosit\u00e4ten und absonderlichen Begebenheiten, wie etwa von dem Mann, der sich mit einer speziellen Konstruktion selbst einen Pfeil in die Brust jagte (S. 165 \u201eMit Pfeil und Bogen\u201c) oder von dem psychisch Kranken, der die Polizei mehr als makaber an der Nase herumf\u00fchrte, ohne dass es ein menschliches Opfer gab (S. 52 \u201eDas blutige Geheimnis\u201c).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lesenswert ist das Buch auch, weil es \u00fcber die Schilderung der polizeitaktischen Abl\u00e4ufe hinaus an viele menschliche Gef\u00fchle und Empfindungen r\u00fchrt, und zwar solche aller Beteiligter, von den Opfern und Angeh\u00f6rigen \u00fcber die T\u00e4ter und Kriminalbeamten bis zu Au\u00dfenstehender. Auch Kriminalbeamte sind nur Menschen. Es wird deutlich, dass gerade ihnen nichts Menschliches fremd ist, ja nicht fremd sein darf, auch wenn es noch so brutal erscheint oder absurd wirkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ziel der polizeilichen Arbeit ist die Aufkl\u00e4rung von Verbrechen und die \u00dcberstellung der T\u00e4ter an die Justiz. Hierf\u00fcr gibt es verbindliche rechtliche Grundlagen. Der Autor versteht es meisterlich, den Leser an Tatorte, in Vernehmungszimmer und Gerichtss\u00e4le mitzunehmen und ihm die einzelnen Verfahrensschritte nahezubringen. Ein starker Rechtsstaat muss selbst den schlauesten T\u00e4ter mit kriminalistischer Pr\u00e4zision und Routine zur Verantwortung ziehen. Den alten Kampf zwischen R\u00e4uber und Gendarm gibt es noch, wenn auch heutzutage mit anderen Mitteln als fr\u00fcher.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fazit: Wer das Buch gelesen hat, hat ein betr\u00e4chtliches und tiefgreifendes St\u00fcck Lebenswirklichkeit erfahren. Er reichert sein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr zwischenmenschliche Trag\u00f6dien an. Und er fasst Vertrauen in eine Arbeit, die nicht jedes Mal und auf Anhieb zum gew\u00fcnschten Erfolg f\u00fchrt. Das Buch ist nichts f\u00fcr schwache Nerven, aber auch nichts f\u00fcr Menschen, die sich an Gruselgeschichten erfreuen. Es ist ein Buch, das das Leben selbst geschrieben hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Rezensiert von: Frank Ebert<br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>322) Thiess, Richard; Der Tod kennt kein Erbarmen \u2013 Wahre F\u00e4lle aus der Mordkommission; dtv-Verlagsgesellschaft, M\u00fcnchen 2015, broschiert, DIN A 5, 206 Seiten, Preis: 14,90 \u20ac Nach seinen Bestsellern \u201eMordkommission\u201c und \u201eHalt stehenbleiben! Polizei!\u201c legt Kriminalschriftsteller und Erfolgsautor Richard Thiess Kriminalenthusiasten sein neuestes Werk vor. 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