{"id":393,"date":"2016-03-11T22:55:14","date_gmt":"2016-03-11T21:55:14","guid":{"rendered":"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=393"},"modified":"2016-03-11T22:55:14","modified_gmt":"2016-03-11T21:55:14","slug":"representative-studies-on-victimisation-dirk-baier-christian-pfeiffer-eds","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=393","title":{"rendered":"Representative Studies on Victimisation &#8211; Dirk Baier, Christian Pfeiffer (eds.)"},"content":{"rendered":"<p>346) <em><strong>Baier, <\/strong><\/em><em><strong>Dirk, <\/strong><\/em><em><strong>Pfeiffer,\u00a0<em><strong>Christian <\/strong><\/em> (eds.); <\/strong><\/em><strong>Representative Studies on Victimisation; <\/strong>Research Findings from Germany; Nomos-Verlag Baden-Baden, 2016, Interdisziplin\u00e4re Beitr\u00e4ge zur Kriminologischen Forschung, Bd. 48, 308 S., ISBN 978-3-8487-2984-5, 79.- Euro<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-394 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/victimisation_feltes_2016-101x150.png\" alt=\"victimisation_feltes_2016\" width=\"102\" height=\"151\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/victimisation_feltes_2016-101x150.png 101w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/victimisation_feltes_2016.png 200w\" sizes=\"(max-width: 102px) 100vw, 102px\" \/><\/p>\n<p>Repr\u00e4sentative und empirisch verl\u00e4ssliche Studien zur registrierten Kriminalit\u00e4t und deren Entwicklung sowie zum Dunkelfeld und zur Viktimisierung und Verbrechensfurcht sind in Deutschland selten, aber es gibt sie. Richtig ist (wie der Verlag auf seiner Webseite wirbt) dass ein \u201ewesentlicher Fokus der Forschungsarbeiten des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, in dem alle hier vorgestellten Beitr\u00e4ge verfasst wurden, \u2026 <!--more--><\/p>\n<p>auf dem Thema der Viktimisierung (liegt). In den letzten Jahren wurden hier Studien zu Risikofaktoren der Viktimisierung, zur Viktimisierung verschiedener Bev\u00f6lkerungsgruppen und zu Folgen der Viktimisierung durchgef\u00fchrt. Alle Beitr\u00e4ge des Buches pr\u00e4sentieren Befunde empirischer Forschungsprojekte. Diese basieren einerseits auf umfangreichen standarisierten Befragungen, andererseits aber auch auf Interviewstudien mit einer kleinen Anzahl an Befragten\u201c.<\/p>\n<p>Die Beitr\u00e4ge verschiedener Autoren decken eine gro\u00dfe Bandbreite relevanter Themen ab. Diese reichen von der Bewertung offizieller Kriminalstatistiken (im Teil I) \u00fcber die Einsch\u00e4tzung der Kriminalit\u00e4t durch B\u00fcrger im Teil II und Ergebnisse zu speziellen Bev\u00f6lkerungsgruppen (wie Polizeibeamte, Gef\u00e4ngnisinsassen, Kinder) im Teil III bis hin zu Beitr\u00e4gen im Teil IV; die sich mit den Konsequenzen der Viktimisierung besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den deutschen Leser enth\u00e4lt der Band keine neuen Ergebnisse und Einsichten in die Thematik, da alle Studien anderenorts (auf Deutsch) publiziert wurden. Der Wert der Ver\u00f6ffentlichung liegt zweifellos darin, dass durch die englischsprachige Ver\u00f6ffentlichung diese Studien auch einer breiteren internationalen scientific community zur Kenntnis gebracht werden.<\/p>\n<p>Gerade deshalb w\u00e4re es aber w\u00fcnschenswert gewesen, wenn sich wenigstens ein Einf\u00fchrungsbeitrag mit der generellen Situation der Viktimisierungsforschung in Deutschland besch\u00e4ftigt und einen (wenn auch nur groben) \u00dcberblick dar\u00fcber gegeben h\u00e4tte. Dann w\u00e4re auch der Untertitel (\u201eResearch Findings from Germany\u201c) angemessen gewesen. So aber bleibt f\u00fcr den unbedarften ausl\u00e4ndischen Leser (und davon gibt es ja durchaus einige, da nur wenige deutsche Wissenschaftler die M\u00f6glichkeit haben, auf Englisch zu publizieren) der Eindruck, dass diese Forschung weitestgehend oder gar ausschlie\u00dflich am KFN durchgef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>Auch fehlen Hinweise auf die Autoren, so dass man die Verbindung zum KFN auch hier nur erahnen kann. Letztlich w\u00e4re auch ein (vielleicht nicht nur f\u00fcr den deutschen Leser sinnvoller) Verweis auf die deutschen Ver\u00f6ffentlichungen zu den jeweils pr\u00e4sentierten Forschungsprojekten hilfreich gewesen.<\/p>\n<p>Inhaltlich soll nur ein Beitrag kurz kommentiert werden: Ellrich und Baier beschreiben die KFN-Studien zur Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und \u2013beamte (S. 141 ff., Police Officers as Victims of Violence: Findings of a Germany-wide Survey). Sie verweisen dabei (auf S. 142) darauf, dass sich (nur) 10 der 16 Bundesl\u00e4nder an der Studie beteiligt haben. Leider erfolgt kein Hinweis darauf, warum dies der Fall war und es wird auch nicht deutlich gemacht, dass diese Studie in enger Abstimmung mit den Polizeigewerkschaften durchgef\u00fchrt wurde. Die wissenschaftliche Seriosit\u00e4t h\u00e4tte dies m.E. jedoch geboten, da die erzielten Ergebnisse dadurch durchaus beeinflusst wurden \u2013 oder zumindest besteht diese M\u00f6glichkeit. Auch geht der Beitrag nicht auf die Frage ein, ob und ggf. in welcher Form die Interaktion zwischen Polizei und B\u00fcrgern durch eigene polizeiliche Gewalthandlungen beeinflusst wird. Aber dieser Aspekt war in der Studie offensichtlich ebenso wie Fragen zur Pers\u00f6nlichkeit der Beamten (Stichwort \u201eWiderstandsbeamte\u201c) nicht erw\u00fcnscht.<\/p>\n<p>Nur nebenbei sei angemerkt, dass dieser Beitrag durchaus auch die M\u00f6glichkeit gegeben h\u00e4tte, dem im vergangenen Jahr im Alter von nur 53 Jahren verstorbenen Thomas Ohlemacher, der ma\u00dfgeblich die erste Studie zu dem Thema am KFN durchgef\u00fchrt hat (im Jahr 2000) und die auf S. 142 auch erw\u00e4hnt wird, zu gedenken<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>.<\/p>\n<p>Der f\u00fcr einen Band von ca. 300 Seiten durchaus betr\u00e4chtliche Preis von 79.- Euro wird leider auch nicht dazu f\u00fchren, dass sich die Publikation in deutschen Bibliotheken verbreitet. Die Zielgruppe wird wohl eher dort zu finden sein, wo man ausl\u00e4ndische Kollegen auf die Forschungen am KFN hinweisen will.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> S. dazu <a href=\"http:\/\/www.empirische-polizeiforschung.de\/ohlemacher.php\">http:\/\/www.empirische-polizeiforschung.de\/ohlemacher.php<\/a><\/p>\n<p>Rezensiert von: Thomas Feltes<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>346) Baier, Dirk, Pfeiffer,\u00a0Christian (eds.); Representative Studies on Victimisation; Research Findings from Germany; Nomos-Verlag Baden-Baden, 2016, Interdisziplin\u00e4re Beitr\u00e4ge zur Kriminologischen Forschung, Bd. 48, 308 S., ISBN 978-3-8487-2984-5, 79.- Euro Repr\u00e4sentative und empirisch verl\u00e4ssliche Studien zur registrierten Kriminalit\u00e4t und deren Entwicklung sowie zum Dunkelfeld und zur Viktimisierung und Verbrechensfurcht sind in Deutschland selten, aber es gibt &hellip; <a href=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=393\" class=\"more-link\">Continue reading <span class=\"screen-reader-text\">Representative Studies on Victimisation &#8211; Dirk Baier, Christian Pfeiffer (eds.)<\/span> <span class=\"meta-nav\">&uarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/393"}],"collection":[{"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=393"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/393\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":395,"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/393\/revisions\/395"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=393"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=393"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=393"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}