{"id":438,"date":"2016-03-30T14:28:15","date_gmt":"2016-03-30T12:28:15","guid":{"rendered":"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=438"},"modified":"2016-03-30T14:28:15","modified_gmt":"2016-03-30T12:28:15","slug":"ann-kathrin-richter-und-henry-haac-110-gruende-polizist-zu-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=438","title":{"rendered":"Ann-Kathrin Richter und Henry Haac &#8211; 110 GR\u00dcNDE, POLIZIST ZU SEIN"},"content":{"rendered":"<p>352)<strong><em> Ann-Kathrin Richter und Henry Haac;<\/em> 110 GR\u00dcNDE, POLIZIST ZU SEIN; <\/strong>Schwarzkopf &amp; Schwarzkopf Verlag Berlin, 9,99 Euro,\u00a0 ISBN 978-3-86265-385-0, 273 S.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-440 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/110_gruende-94x150.png\" alt=\"110_gruende\" width=\"94\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/110_gruende-94x150.png 94w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/110_gruende.png 200w\" sizes=\"(max-width: 94px) 100vw, 94px\" \/><\/p>\n<p><em>\u201eWaren Sie nicht auch schon einmal vom Beruf des Polizisten fasziniert, der st\u00e4ndig Gefahren ausgesetzt ist? Fragen Sie sich jedes Mal, wenn ein Polizeiauto mit Blaulicht und Tatu\u0308tata u\u0308ber die Kreuzung fegt, wohin die Polizisten wohl unterwegs sind? Und wer sind eigentlich diese Leute in Uniform, die sich als Ihr \u00bbFreund und Helfer\u00ab bezeichnen?\u201c<\/em><\/p>\n<p>Mit diesen S\u00e4tzen wirbt der Verlag f\u00fcr den am 1. April 2016 erschienen kleinen Band \u2013 ein Aprilscherz soll es dennoch nicht sein, denn die Reihe \u201e110 Gr\u00fcnde, (Feuerwehrmann, Arzt \u2026\u2026 ) zu sein\u201c scheint in dem Berliner Verlag ein Renner zu sein.<!--more--><\/p>\n<p>Und weiter der Verlag: \u201eBei den jungen Polizeikommissaren Ann-Kathrin Richter und Henry Haack werden Sie zum Beifahrer und Arbeitskollegen im Streifenwagen. In ihrem Buch beschreiben die Autoren humorvoll, selbstironisch und spannend, was f\u00fcr Kuriosit\u00e4ten Polizisten in ihrem t\u00e4glichen Einsatzgeschehen erwarten \u2013 angefangen von faulen Ausreden der Verkehrss\u00fcnder bis hin zu Festnahmen, Verfolgungsjagden und dem R\u00e4uber Hotzenplotz, f\u00fcr jeden ist etwas dabei.\u201c<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnde, die dann (auf der website und im Buch) genannt werden, sprechen wohl f\u00fcr sich: \u201e<em>Weil Polizisten (eventuell) keine Stripper sind. Weil auch mal der Mond geklaut wird. Weil man anderen ein Kn\u00f6llchen schreiben kann. Weil das Verbrechen niemals schl\u00e4ft. Weil t\u00e4glich M\u00e4rchenstunde ist. Weil ein Schusswaffengebrauch im Notfall dazugeh\u00f6rt. Weil Polizisten die besseren Verbrecher sind. Weil man seine Traumfrau im Streifenwagen kennenlernt. Weil Polizisten auch bei v\u00f6lliger Ahnungslosigkeit sicher auftreten m\u00fcssen. Weil ein Kinderl\u00e4cheln die gr\u00f6\u00dfte Belohnung ist. Weil Polizisten immer ein Affenkotelett dabeihaben sollten. Weil man andere beim In-der-Nase-Bohren beobachten kann. Weil Polizisten eine Waffe als \u00bbLebensversicherung\u00ab tragen. Weil Polizisten Verbrecher fangen. Weil das Beamtentum ein Segen ist. Weil Polizisten die \u00bbbesseren\u00ab Autofahrer sind. Weil Verfolgungsfahrten der pure Adrenalinkick sind. Weil jeder eine Leiche im Keller hat. Weil Polizisten eine \u00bbBauchweg-Weste\u00ab tragen. Weil Kaffee zum Hauptnahrungsmittel wird. Weil auch ein Stau die Polizei nicht aufhalten kann.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Also ein Buch, das man getrost \u00fcbersehen kann? Nicht unbedingt. Denn zum einen d\u00fcrfte die Auflage (und damit Verbreitung) betr\u00e4chtlich sein \u2013 und damit der \u201eAufkl\u00e4rungswert\u201c des immerhin \u00fcber 270 Seiten starken Buches nicht unerheblich. Zum anderen ist es in einer Sprache geschrieben, die jeder (aber auch wirklich jeder) lesen kann\u2026<\/p>\n<p>Dass damit der Inhalt hier und da Schaden leidet, wird nur der erkennen, der sich genauer auskennt. Um zwei Beispiele zu nennen: Auf S. 220 ff. wir als \u201e93. Grund\u201c, Polizist zu werden, genannt. \u201e<em>Weil Verfolgungsfahrten der pure Adrenalinkick sind\u201c<\/em>. Ja, tats\u00e4chlich haben wir dies ebenso wie den dort auch genannten \u201eJagdtrieb\u201c auch wissenschaftlich belegt. Allerdings kritisch und analytisch, und nicht effektheischend: \u201e<em>Es gibt kaum einen Kollegen, der nicht mit leuchtenden Augen von solchen Erlebnissen erz\u00e4hlen k\u00f6nnte<\/em>\u201c (S. 223). Auch die, die den Tod von drei Personen verschuldet haben, nach einer Verfolgungsfahrt in Filderstadt am 22.03.2016<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>? Der Anlass war \u2013 wie die Autoren in ihrem Buch selbst schreiben \u2013 wie so oft eine \u201eLappalie\u201c, sprich die Verweigerung einer Verkehrskontrolle. Auf die Tatsache, dass Verfolgungsfahrten rechtlich problematisch sind und l\u00e4ngst h\u00e4tten gesetzlich eingeschr\u00e4nkt werden m\u00fcssen<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>, gehen die Autoren nat\u00fcrlich nicht ein.<\/p>\n<p>Dennoch bleibt am Ende ein vers\u00f6hnliches Fazit, denn die Autoren halten auch den Polizisten selbst einen Spiegel vor \u2013 vor allem denjenigen, die so gerne und so h\u00e4ufig jammern, weil es ihnen so schlecht geht<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>. Da wird auf die Vorz\u00fcge (ja, Vorz\u00fcge!) des Schichtdienstes hingewiesen und ebenso auf die Tatsache, dass Polizisten ihre Ausbildung bezahlt bekommen, umsonst Bahn fahren k\u00f6nnen und deutlich niedrigere Sozialabgaben haben als \u201enormale\u201c Menschen. Auf die eher der Werbung f\u00fcr den Band dienenden, persiflierenden Themen soll hier nicht eingegangen werden. Ob die Autoren dabei gut beraten waren?<\/p>\n<p>Insofern tats\u00e4chlich eine Werbebrosch\u00fcre f\u00fcr den Polizeidienst. Wurde sie denn auch von der Polizei NRW subventioniert?<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/justiz\/filderstadt-drei-tote-bei-verfolgungsjagd-in-baden-wuerttemberg-a-1083533.html\">http:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/justiz\/filderstadt-drei-tote-bei-verfolgungsjagd-in-baden-wuerttemberg-a-1083533.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> S. Thomas Feltes, Polizeiliche Verfolgungsfahrten und der Jagdinstinkt. Kriminologisch-polizeiwissenschaftliche Anmerkungen zu einem wenig beachteten Ph\u00e4nomen. In: Polizei &amp; Wissenschaft 2011, 1, S. 11-23<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/gewalt-gegen-polizisten-heule-heule-gaenschen-12092159.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/gewalt-gegen-polizisten-heule-heule-gaenschen-12092159.html<\/a><\/p>\n<p>Rezensiert von: Thomas Feltes<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>352) Ann-Kathrin Richter und Henry Haac; 110 GR\u00dcNDE, POLIZIST ZU SEIN; Schwarzkopf &amp; Schwarzkopf Verlag Berlin, 9,99 Euro,\u00a0 ISBN 978-3-86265-385-0, 273 S. \u201eWaren Sie nicht auch schon einmal vom Beruf des Polizisten fasziniert, der st\u00e4ndig Gefahren ausgesetzt ist? 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