{"id":468,"date":"2016-05-09T01:01:03","date_gmt":"2016-05-08T23:01:03","guid":{"rendered":"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=468"},"modified":"2016-05-09T01:10:22","modified_gmt":"2016-05-08T23:10:22","slug":"rolf-rainer-jaeger-et-al-kfb-kriminalisten-fachbuch-kriminalistische-kompetenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=468","title":{"rendered":"Rolf Rainer J\u00e4ger et al. &#8211; KFB \/ Kriminalisten-Fachbuch Kriminalistische Kompetenz"},"content":{"rendered":"<p>359)<strong><em> J\u00e4ger, Rolf Rainer et al.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>;<\/em> \u201eKFB \/ Kriminalisten-Fachbuch Kriminalistische Kompetenz\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]; <\/a><\/strong>(3.596 Seiten, Verlag Schmidt-R\u00f6mhild, L\u00fcbeck, Aktualisierung 2016, ab 39.90 \u20ac)<\/p>\n<p><strong>\u00a0<img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-470 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/KFB-App-150x148.png\" alt=\"KFB-App\" width=\"150\" height=\"148\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/KFB-App-150x148.png 150w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/KFB-App.png 173w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/strong><\/p>\n<p>Das<strong> \u201eKriminalisten-Fachbuch Kriminalistische Kompetenz\u201c, <\/strong>das seit dem Jahr 2000, zun\u00e4chst bis zum Jahr 2014 als Loseblattsammlung mit regel\u00adm\u00e4\u00dfigem Nachtragsdienst (bis zu diesem Zeitpunkt wurde das Grundwerk neun Mal aktualisiert),<!--more-->dann als CD-Version f\u00fcr den PC, sp\u00e4ter ausschlie\u00dflich als IOS- und Android-App f\u00fcr Tablets und Smartphones und seit Ende 2015 nun zus\u00e4tzlich auch als Desktop-Version bei Schmidt-R\u00f6mhild (bzw. Beleke) herausgegeben wird, erfuhr im <strong>Fr\u00fchjahr 2016<\/strong> seine <strong>letzte Aktualisierung<\/strong>.<\/p>\n<p>49 Autoren haben auf inzwischen 3596 (!) Seiten ein \u00fcberaus stattliches Kom\u00adpendium \u201ekriminalistisch-krimi\u00adnologischer, strafrechtlicher und strafpro\u00adzessualer Grundlagen und Experten\u00adwissens f\u00fcr Studium und Praxis in der Kri\u00admi\u00adminalit\u00e4tsbek\u00e4mpfung\u201c geschaffen, das man, einmal ge\u00f6ffnet, im (Berufs-) Alltag wie auch sonst als Nachschlagewerk nicht mehr missen mag.<\/p>\n<p>Das Werk ist nach einer Einleitung in <a href=\"http:\/\/www.silkcodeapps.de\/desktop\/schmidt\/#doc\/10145\/15\"><strong>sieben Kapitel<\/strong><\/a> mit einer jeweils sehr feingliedrigen Unterteilung gegliedert:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Kapitel I &#8211; Kriminalistik (KR)<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Kapitel II &#8211; Kriminaltechnik (KT)<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Kapitel III &#8211; Allgemeiner Teil (AT) \/ Straf- und Strafprozessrecht, Organisation der Kriminalit\u00e4tsbek\u00e4mpfung und internationale polizeiliche Zusammenarbeit<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Kapitel IV &#8211; Verdeckte Ermittlungsma\u00dfnahmen (VEM)<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Kapitel V &#8211; Kriminologie (KL)<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Kapitel VI &#8211; Rechtsmedizin (RM) und <\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Kapitel VII &#8211; Deliktsbezogene Sachbearbeitung (DSB) \/ Ph\u00e4\u00adno\u00adty\u00adpische strafrechtliche Bewertung und kriminaltaktische Fallbear\u00adbeitung in den jeweils genannten Deliktsfeldern.<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Autoren, F\u00fchrungskr\u00e4fte des Polizei- und Kriminaldienstes, (ehemalige) Do\u00adzenten an Universit\u00e4ten und polizeilichen Fachhochschulen, Rechtsmedi\u00adziner, (freiberufliche) Wissenschaftler in kriminalistischen Instituten, Diplom-Krimi\u00adnalisten (z. B. der Humboldt-Universit\u00e4t Berlin) und zahlreiche Praktiker aus dem kriminalpolizeilichen Ermit\u00adt\u00adlungsdienst bieten einen sehr soliden \u00dcberblick \u00fcber das kriminalistische \u201eHandwerk\u201c und stellen den fa\u00adcettenreichen, spezialisierten Alltag des Kriminalisten gut dar.<\/p>\n<p>Das KFB ist schon ob seines Umfangs weit mehr als ein blo\u00dfes \u201eLehrbuch\u201c herk\u00f6mmlicher Art. Es ist sowohl wegen seiner multi- bzw. interdisziplin\u00e4ren Aufmachung als auch hinsichtlich seines thematischen und inhaltlichen Ausma\u00dfes und seiner kollegialen, gleicherma\u00dfen aus Praxis, Lehre und Forschung stammenden Autorenschaft eher eine \u201eenzyklop\u00e4dische\u201c Darlegung der \u201eKriminalit\u00e4ts\u00adkontrolle\u201c in zahlreichen ihrer allt\u00e4glichen Facetten. Vor allem vermittelt die Verkn\u00fcpfung zwischen Praxis und Theorie, zwischen Empirie und (Wis\u00adsenschafts-)Dogmatik, zwischen praktischem \u201eKriminalisten-Handwerk\u201c, empirisch geronnener kriminalistisch-kriminologischer Theorie\u00adbildung, zwi\u00adschen einem z. T. aufkeimenden, jedenfalls auf dem Gebiet der Natur\u00adwissenschaften und der Rechtsmedizin, stellenweise \u201ekritischen Rationa\u00adlismus\u201c Popper`scher Pr\u00e4gung und (materieller \/ formeller) strafrechtlicher Rechts\u00ad\u00addogmatik einen ganz guten Eindruck dessen, was sich von Liszt, Dochow u. a. ausgangs des 19. Jahrhunderts (damals noch sehr vage) unter dem Begriff \u201eGesamte Strafrechts\u00adwissenschaft\u201c als idealtypisches Konglomerat vorgestellt haben d\u00fcrften.<\/p>\n<p><em>\u201eWer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen. Wer die Gegenwart nicht versteht, kann die Zukunft nicht gestalten!\u201c (Friedrich Bergmann)<\/em><\/p>\n<p>Schon wegen der notwendigen zeitgeschichtlichen Einordnung der ehemals \u201estrafrechtlichen Hilfswissenschaften\u201c, finde ich die jeweiligen sehr umf\u00e4ng\u00adlichen (historischen) Einf\u00fchrungen in die Kriminalistik und die Krimi\u00adnologie hilfreich, um deren jeweils vorhandenes Potential bei der polizeilichen wie auch justiziellen (strafprozessualen) Taktik- und Strategieentwicklung bzw. Beweis\u00adlehre und -w\u00fcrdigung einordnen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Polizei und Justiz sollten idealtypisch in der Lage sein, als Gesamtorganisation objektive und subjektive Sicherheit in einer gesellschaftlich akzeptablen Hom\u00f6ostase zu halten. Das Kompendium behandelt in diesem Zusammenhang auch angemessen und durchaus ausreichend die diesbez\u00fcglichen Problem\u00adstellungen des F\u00f6deralismus und der internationalen polizeilichen \/ justiziellen Zusam\u00admenarbeit sowie die (institutionalisierte wie auch anlassorientierte) Zu\u00adsammenarbeit mit privaten Sicherheitsdienstleistern.<\/p>\n<p>Das Konvolut ist auch deshalb f\u00fcr den Leser sehr hilfreich, weil es ob seines gut gegliederten Ausma\u00dfes und seiner trefflichen thematischen Breite sehr deutlich macht, \u201edass die Schere zwischen dem Wissen, \u00fcber das Kriminalistinnen und Kriminalisten und alle in der Kriminalit\u00e4tsbek\u00e4mpfung t\u00e4tigen Experten heute auch wegen der immer komplexer werdenden rechtlichen (und tats\u00e4chlichen) Grundlagen f\u00fcr das Handeln in der Kriminalit\u00e4tsbek\u00e4mpfung verf\u00fcgen sollten und dem polizeilich erwerbbaren Wissen immer weiter auseinandergeht.\u201c Verbunden ist damit schon aus standesvertretungsbezogener Sicht (das Werk wird von der Berufsvertretung der deutschen Kriminalpolizei, dem Bund Deutscher Kriminalbeamter, nicht nur tatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzt sondern auch <a href=\"https:\/\/www.bdk.de\/fachthemen\/publikationen\/kfb-app-neu\">intensiv beworben<\/a>) der vielfache und durchwegs gut dargelegte Hinweis, dass es f\u00fcr diesen in gro\u00dfen Teilen hochspezialisierten beruflichen Qualifikationserwerb kaum ausreichend ist, an den polizeilichen Fachhochschulen weitestgehend nur f\u00fcr eine \u201epolizeiliche Einheitslaufbahn\u201c, gleicherma\u00dfen bei der Schutz- wie auch der Kriminalpolizei, auszubilden.<\/p>\n<p>Das gilt im \u00dcbrigen auch f\u00fcr Juristen, in deren Ausbildung \u201e &#8230; die Kriminalistik\u00a0(&#8230;) sachlich unwichtig, (&#8230;) h\u00f6chstens eine bedeutungslose Orchidee im Wahlfach\u201c ist und bleibt, wie Bode und Artk\u00e4mper an anderer Stelle treffend bemerken. Bis auf wenige Ausnahmen in der universit\u00e4ren Hochschullandschaft in Deutschland (und dort weit \u00fcberwiegend nur im Schwerpunktbereich) kann man Kriminalistik nicht als eigenes universit\u00e4res Lehrgebiet \/ Fach studieren. Das ist auch weiterhin und trotz der j\u00fcngsten Angebote z. B. an der Juristischen Fakult\u00e4t der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum, <a href=\"http:\/\/www.makrim.de\">Masterstudiengang<\/a> \u201eKriminologie, Kriminalistik und Polizeiwissenschaft\u201c (seit Januar 2016 in dieser Kombination) und der privaten <a href=\"http:\/\/www.school-grc.de\/presse\/pressemitteilungen\/2016\/08-maerz-2016.html\">Steinbeis-Hochschule<\/a> in Berlin bedauerlicherweise so zu konstatieren.<\/p>\n<p><strong>Kurzum, das KFB ist uneingeschr\u00e4nkt zu empfehlen<\/strong>. Das <strong>Preis-Leistungs\u00adverh\u00e4ltnis<\/strong> ist angesichts des umfassenden, facettenreichen und hinsichtlich des bei den allermeisten Beitr\u00e4ge nicht lediglich an der Oberfl\u00e4che sch\u00fcrfenden Inhalts sehr stimmig. Die <strong>Navigation<\/strong> innerhalb des elektronischen Werkes ist grunds\u00e4tzlich gut durchdacht und funktioniert st\u00f6rungsfrei, ist aber durchaus noch ausbauf\u00e4hig (z. B. bei der Arbeit mit den dargebotenen Texten). Sehr hilfreich ist die Zusatzfunktion \u201e<strong>Synchronisation<\/strong>\u201c. Hierf\u00fcr ist allerdings eine einmalige Registrierung beim Verlag notwendig. Danach werden Anmerkungen, Lese\u00adzeichen, Annotationen etc. gegenseitig abgeglichen und aktualisiert, d.h., sie stehen auf allen Plattformen gleicherma\u00dfen zur Verf\u00fcgung, denn man erwirbt beim Kauf eine Nutzungslizenz f\u00fcr bis zu drei Endger\u00e4te, was z. B. bei gleichzeitiger Nutzung von Tablet auf dem Weg zur Arbeit, bspw. im \u00d6PNV, und PC (zu Hause und in der Arbeit) gut funktioniert und sehr sinnvoll ist.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Chefredakteur des KFB, bis Juli 2012 Leiter der <a href=\"http:\/\/www.t-online.de\/regionales\/id_57415814\/dieter-kretzer-wird-nachfolger-von-kripochef-rolf-jaeger.html\">Direktion Kriminalit\u00e4t Duisburg<\/a>, Bun\u00addesvorstandsmitglied und <a href=\"https:\/\/www.bdk.de\/der-bdk\/wer-wir-sind\/weitere-mitglieder-des-bundesvorstandes\">Chefredakteur der BDK Verbandszeitschrift &#8222;der kriminalist&#8220;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Siehe Hinweis auf der <a href=\"http:\/\/www.kriminalistischekompetenz.de\">\u00a0produktbezogenen Verlags-Website von Schmidt-R\u00f6mhild, L\u00fcbeck<\/a><\/p>\n<p>Rezensiert von: Holger Plank<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>359) J\u00e4ger, Rolf Rainer et al.[1]; \u201eKFB \/ Kriminalisten-Fachbuch Kriminalistische Kompetenz\u201c[2]; (3.596 Seiten, Verlag Schmidt-R\u00f6mhild, L\u00fcbeck, Aktualisierung 2016, ab 39.90 \u20ac) \u00a0 Das \u201eKriminalisten-Fachbuch Kriminalistische Kompetenz\u201c, das seit dem Jahr 2000, zun\u00e4chst bis zum Jahr 2014 als Loseblattsammlung mit regel\u00adm\u00e4\u00dfigem Nachtragsdienst (bis zu diesem Zeitpunkt wurde das Grundwerk neun Mal aktualisiert),<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/468"}],"collection":[{"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=468"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/468\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":476,"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/468\/revisions\/476"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=468"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=468"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=468"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}