{"id":549,"date":"2016-10-05T17:13:25","date_gmt":"2016-10-05T15:13:25","guid":{"rendered":"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=549"},"modified":"2016-10-05T17:13:25","modified_gmt":"2016-10-05T15:13:25","slug":"hansjakob-walder-kriminalistisches-denken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=549","title":{"rendered":"Hansjakob Walder  &#8211; \u201eKriminalistisches Denken\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Walder<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>, Hansjakob<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/em>;\u201eKriminalistisches Denken\u201c; <\/strong>10., \u00fcberarbeitete Auflage 2016, 350 Seiten<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-551 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/kriminalistisches_denken-96x150.png\" alt=\"kriminalistisches_denken\" width=\"96\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/kriminalistisches_denken-96x150.png 96w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/kriminalistisches_denken.png 200w\" sizes=\"(max-width: 96px) 100vw, 96px\" \/><\/p>\n<p>Das Praktiker-Handbuch \u201eKriminalistische Denken\u201c wurde im Fr\u00fchjahr 2016 \u00fcberarbeitet. Das grundlegende System des sogenannten \u201ekriminalistischen Zyklus\u201c hat Hansjakob beibehalten. Die Inhalte des Zyklus bzw. die verwendeten Mittel wurden aktualisiert und beispielsweise auf die Gegebenheiten der zunehmend digitaler werdenden Ermittlungsarbeit angepasst.<!--more-->So wird etwa die Beschaffung digitaler Daten (im Internet) und der Umgang mit immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Datenmengen thematisiert.<\/p>\n<p>Das Buch besch\u00e4ftigt sich mit kriminalistischem Denken und dem Prozess, den eine Ermittlungsperson durchl\u00e4uft, um einen Verdacht auf eine Straftat nachweisen oder ausr\u00e4umen zu k\u00f6nnen. Dabei werden die Inhalt dreigeteilt dargestellt:<\/p>\n<ol>\n<li>Aufgabe und Mittel<\/li>\n<li>Die Methode<\/li>\n<li>Das Ergebnis.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Im ersten Teil findet sich die Einleitung zu diesem Handbuch. Neben einem Abriss der folgenden Inhalte werden die Herausforderungen thematisiert, denen Kriminalisten gegen\u00fcberstehen. Beispielhaft kann hier die menschliche Neugierde angesprochen werden: Der Kriminalist ist neugierig auf die L\u00f6sung eines Falles, m\u00f6chte den Ablauf einer Tat rekonstruieren und Antworten finden. Hierbei muss er sich immer wieder selbst reflektieren, darf einzelne Tatbestandsmerkmale einschl\u00e4giger Strafnormen nicht vergessen und muss bei aller Dynamik sorgf\u00e4ltig beachten, dass getroffene Entscheidungen nicht r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden k\u00f6nnen. Hansjakob gelingt es, die Komplexit\u00e4t der Ermittlungsarbeit darzustellen. Als erfahrener Kriminalist findet man sich hier wieder, f\u00fchlt sich stellenweise \u201eertappt\u201c.<\/p>\n<p>Im zweiten Teil widmet Hansjakob sich der Methodik. Bei einfach gelagerten Sachverhalten reichen oftmals wenige Arbeitsschritte, um den T\u00e4ter beweiskr\u00e4ftig \u00fcberf\u00fchren und den Fall l\u00f6sen zu k\u00f6nnen. Komplexe F\u00e4lle dagegen, teils mit vagem Anfangsverdacht,\u00a0 sind f\u00fcr die eingesetzten Ermittler zugleich interessant und hausfordernd. In diesen F\u00e4llen gilt es, die Ermittlungen strukturiert durchzuf\u00fchren, keine voreiligen Schlussfolgerungen zu ziehen und keine Spur aus den Augen zu verlieren. Angelehnt an den US-amerikanischen Intelligence Cycle weist Hansjakob auf den prozesshaften Ablauf der Ermittlungsarbeit hin und stellt mit dem kriminalistischen Zyklus ein Handlungsmodell vor. Dieser Zyklus beinhaltet die Punkte: Verdacht \u2013 Daten analysieren \u2013 Hypothesen bilden \u2013 Programm bestimmen \u2013 Fehlende Daten beschaffen.<\/p>\n<p>Der dritte Teil widmet sich der Beweisf\u00fchrung. Hier stellt Hansjakob Probleme wie mangelnde Struktur, mangelnde Rechtskenntnisse, Ermittlungsfehler u.\u00e4. dar, dessen sich der Kriminalist fortlaufend bewusst sein sollte.<\/p>\n<p>Die Inhalte werden durch zahlreiche Beispiele veranschaulicht und Merks\u00e4tze zum Ende der einzelnen Unterkapitel bieten die M\u00f6glichkeit der Wiederholung. Schwerpunkt des Handbuches liegt auf dem Methodenteil. Der Autor arbeitet in der Schweiz. Dennoch sind nahezu alle Inhalte auf die Bundesrepublik Deutschland \u00fcbertragen worden. Erg\u00e4nzend kann angemerkt werden, dass ein Stichwortverzeichnis gezielt zu gesuchten Inhalten f\u00fchrt. Dagegen werden einzelne Aussagen nicht durch Literaturangaben gest\u00fctzt. Die Literaturauswahl wird lediglich \u00fcbersichtsartig dargestellt. Hierauf weist der Autor eingangs hin.<\/p>\n<p>Das Handbuch kann nicht als rechtliches Nachschlagewerk dienen. Im Zuge der Beweismitteldarstellung werden einschl\u00e4gige Rechtsgrundlagen nur teilweise benannt. Teilweise erfolgt noch ein kurzer Problemaufriss, wenn eine Erm\u00e4chtigungsgrundlage umstritten ist. Zudem ist es kein umfassendes Nachschlagewerk f\u00fcr Ermittler oder gar \u201eErsatz\u201c f\u00fcr eine grundlegende Ausbildung. Dennoch kann es sowohl Berufseinsteiger wie erfahrene Kriminalisten \u00fcberzeugen. Um sich in die Arbeit eines Kriminalisten einzuarbeiten und kriminalistisch denken zu lernen, ist dieses Handbuch sehr gut geeignet. Neben der grundlegenden Systematik werden zahlreiche Anregungen zur Beschaffung von Daten u.v.m. gegeben. Und um erfahrene (eingefahrene) kriminalistische Arbeit zu reflektieren und ggf. neu auszurichten, kann dieses Buch ebenfalls n\u00fctzlich sein.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Begr\u00fcndet von Prof. em. Dr. iur. Hans Walder \u2020<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Fortgef\u00fchrt von Dr. iur. et lic. oec. Thomas Hansjakob; seit 1988 Untersuchungsrichter und seit 2004 Staatsanwalt, sp\u00e4ter Erster Staatsanwalt, in St. Gallen; Lehrbeauftragter f\u00fcr Strafprozessrecht an den Universit\u00e4ten St. Gallen und Luzern (www.hansjakob.ch)<\/p>\n<p>Rezensiert von: Anne Hammes<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Walder[1], Hansjakob[2];\u201eKriminalistisches Denken\u201c; 10., \u00fcberarbeitete Auflage 2016, 350 Seiten Das Praktiker-Handbuch \u201eKriminalistische Denken\u201c wurde im Fr\u00fchjahr 2016 \u00fcberarbeitet. Das grundlegende System des sogenannten \u201ekriminalistischen Zyklus\u201c hat Hansjakob beibehalten. 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