{"id":697,"date":"2017-04-22T14:32:29","date_gmt":"2017-04-22T12:32:29","guid":{"rendered":"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=697"},"modified":"2017-04-22T14:32:29","modified_gmt":"2017-04-22T12:32:29","slug":"silvia-staubli-trusting-the-police-comparisons-across-eastern-and-western-europe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=697","title":{"rendered":"Silvia Staubli &#8211; Trusting the Police &#8211; Comparisons across Eastern and Western Europe"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Staubli Silvia;<\/em> Trusting the Police &#8211; Comparisons across Eastern and Western Europe; <\/strong>ISBN 978-3-8376-37, transcript-Verlag Bielefeld 2017, 200 Seiten, 34,99 Euro<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-699 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/trusting_the_police-102x150.png\" alt=\"\" width=\"102\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/trusting_the_police-102x150.png 102w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/trusting_the_police.png 200w\" sizes=\"(max-width: 102px) 100vw, 102px\" \/><\/p>\n<p>Die Polizei genie\u00dft gro\u00dfes Vertrauen bei den B\u00fcrgern. Das zeigen regelm\u00e4\u00dfige Befragungen, wie z.B. im M\u00e4rz 2017 in einer vom stern in Auftrag gegebenen Forsa-Untersuchung. Neben der Polizei, die im Vergleich zum Vorjahr gleich um elf Prozentpunkte auf 88 Prozent zulegen konnte, vertrauen die Deutschen vor allem den eigenen Arbeitgebern (83 Prozent) und den \u00c4rzten (80 Prozent), w\u00e4hrend Wirtschaftsmanager allgemein (15 Prozent) und die Werbeagenturen (9 Prozent) die Schlusslichter sind<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Die Politik rangiert bei solchen Befragungen \u00fcbrigens ebenfalls ganz am Ende.<!--more--><\/p>\n<p>Wie wichtig dieses Vertrauen in die Polizei ist, wissen wir seit langem: Nur ein Bruchteil aller Straftaten kl\u00e4rt die Polizei aufgrund eigener Ermittlungen auf. Die \u00fcbergro\u00dfe Mehrheit (\u00fcber 90%) aller Aufkl\u00e4rungen gehen auf die Hilfe oder Mithilfe von B\u00fcrgern zur\u00fcck. Und die sind nur dann bereit mit der Polizei zu kooperieren, wenn sie ihr vertrauen. Zudem kann man in dem Vertrauen in die Polizei auch ein Spiegelbild des Vertrauens in den Staat insgesamt sehen, denn f\u00fcr viele Menschen verk\u00f6rpert die Polizei genau dieses: den Staat und seine Autorit\u00e4t.<\/p>\n<p>Umso wichtiger ist es, sich regelm\u00e4\u00dfig mit der Frage zu besch\u00e4ftigen, wie dieses Vertrauen gest\u00e4rkte oder (in Deutschland) weiter gesichert werden kann. Skandale und polizeiliches Fehlverhalten sind da kontraproduktiv, ebenso wie politische Meinungsmache: Wer st\u00e4ndig betont, dass die Kriminalit\u00e4t insgesamt oder (so aktuell) bei bestimmten Bev\u00f6lkerungsgruppen und\/oder Delikten steigt und die Aufkl\u00e4rungsquoten schlecht seien, der verunsichert die Menschen und untergr\u00e4bt das Vertrauen in die Institutionen und damit auch die Polizei. So fiel in unserer Mitte 2016 in Bochum durchgef\u00fchrten Befragung<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> die Bewertung der Bochumer Polizei sowohl allgemein, als auch nach einer Anzeigeerstattung schlechter aus als in der Befragung im Jahr 1998. Nur 27 % derjenigen, die eine Anzeige erstattet haben, hatten das Gef\u00fchl, dass die Polizei wirklich versuchen werde, die Tat aufzukl\u00e4ren. 1998 waren dies noch fast 90 %, und w\u00e4hrend 1998 noch knapp 60 % der Auffassung waren, dass die Polizei in der Bochumer Bev\u00f6lkerung einen guten Ruf habe, sind es jetzt nur noch 53 %. Allerdings ist die pers\u00f6nliche Einsch\u00e4tzung deutlich positiver. Hier vergeben ann\u00e4hernd 50 % der Befragten der Polizei die Bestnote 1 oder 2; 1998 waren dies nur 40 %.\u00a0 Auch die Bewertung der Arbeit der Polizei w\u00e4hrend oder nach einer Anzeigeerstattung f\u00e4llt 2016 etwas schlechter aus als 1998. Zwar werden die Beamten nach wie vor als in den allermeisten F\u00e4llen als \u201eh\u00f6flich\u201c und \u201eausgeglichen\u201c beschrieben, aber in Bezug auf das Engagement und die Tatsache, ob sich die Beamten \u201emitf\u00fchlend\u201c verhalten haben, gibt es 2016 schlechtere Werte.<\/p>\n<p>Das Vertrauen in die Polizei wird europaweit auch regelm\u00e4\u00dfig im \u201eEuropean Social Survey\u201c (ESS) abgefragt<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>, zuletzt im Jahr 2010. Diese Daten hat die Autorin in ihrer Dissertation ausgewertet und auf europ\u00e4ischer Ebene verglichen, die dem hier rezensierten Buch zugrunde liegt. Im Ergebnis zeigt sie, dass das Vertrauen in die Polizei mit dem Vertrauen in andere staatliche Institutionen korreliert. Kontakte zwischen B\u00fcrgern und der Polizei beeinflussen die Bewertung der Arbeit der Polizei und das Vertrauen in sie. Damit wird deutlich, wie wichtig ein professionelles und engagiertes Auftreten von Polizeibeamten im B\u00fcrgerkontakt ist \u2013 aber auch wie wichtig bspw. Empathie ist, wenn die Polizei es mit Opfern von Straftaten zu tun hat.<\/p>\n<p>Wer mit der Behandlung durch die Polizei zufrieden ist, der bewertet sie auch besser. Das, was als \u201esocial trust\u201c (soziales Vertrauen) umschrieben ist, hat ebenso Einfluss auf die Bewertung der Polizei und ihrer Arbeit. Wer sich also in seiner Umgebung wohl f\u00fchlt, seinen Nachbarn vertraut ist und sozialen Zusammenhalt sp\u00fcrt, der hat auch Vertrauen in die Polizei. Und schlie\u00dflich haben die Einstellungen zur lokalen, regionalen Polizei ebenfalls Auswirkungen auf die Bewertung der Polizei allgemein.<\/p>\n<p>Dies alles sind keine wirklich neuen Ergebnisse, aber es ist wichtig, sie immer wieder herauszustellen und auch empirisch zu belegen. Dann kann man auch Fragen nachgehen wie der, warum trotz guter Reputation und hohen Vertrauens in die Polizei Gewalt und Attacken gegen die Polizei ansteigen. Auch damit besch\u00e4ftigt sich die Autorin, wenn auch nur knapp am Ende ihres Buches (S. 161 ff.).<\/p>\n<p>Insgesamt ist dies somit eine Studie, die wichtig auch f\u00fcr die polizeiliche Aus- und Fortbildung ist, aber auch f\u00fcr die Polizeif\u00fchrung, die ihre Mitarbeiter immer wieder daran erinnern sollte, dass Vertrauen nicht etwas ist, das immer und automatisch vorhanden ist, sondern etwas, das best\u00e4ndig gesichert und hergestellt werden muss.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/polizei-geniesst-das-groesste-vertrauen---laut-stern-umfrage-7347446.html\">http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/polizei-geniesst-das-groesste-vertrauen&#8212;laut-stern-umfrage-7347446.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.kriminologie.rub.de\/index.php\/de\/\">http:\/\/www.kriminologie.rub.de\/index.php\/de\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.europeansocialsurvey.org\/\">http:\/\/www.europeansocialsurvey.org\/<\/a><\/p>\n<p>Rezensiert von: Thomas Feltes<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Staubli Silvia; Trusting the Police &#8211; Comparisons across Eastern and Western Europe; ISBN 978-3-8376-37, transcript-Verlag Bielefeld 2017, 200 Seiten, 34,99 Euro Die Polizei genie\u00dft gro\u00dfes Vertrauen bei den B\u00fcrgern. Das zeigen regelm\u00e4\u00dfige Befragungen, wie z.B. im M\u00e4rz 2017 in einer vom stern in Auftrag gegebenen Forsa-Untersuchung. Neben der Polizei, die im Vergleich zum Vorjahr gleich &hellip; <a href=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=697\" class=\"more-link\">Continue reading <span class=\"screen-reader-text\">Silvia Staubli &#8211; Trusting the Police &#8211; Comparisons across Eastern and Western Europe<\/span> <span class=\"meta-nav\">&uarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/697"}],"collection":[{"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=697"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/697\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":700,"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/697\/revisions\/700"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=697"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=697"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=697"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}