{"id":720,"date":"2017-05-22T13:05:08","date_gmt":"2017-05-22T11:05:08","guid":{"rendered":"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=720"},"modified":"2017-05-22T13:05:08","modified_gmt":"2017-05-22T11:05:08","slug":"ralph-berthel-matthias-lapp-kriminalstrategie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=720","title":{"rendered":"Ralph Berthel \/ Matthias Lapp &#8211; Kriminalstrategie"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Berthel, <\/strong><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><\/a><strong>Ralph<\/strong><strong><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> \/ Lapp, <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><\/a><\/strong><a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><\/a><strong>Matthias<\/strong><\/em><strong><em><a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>;<\/em> \u201eKriminalstrategie\u201c <a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>;<\/strong> ISBN: 978-3-7832-0037-9, 204 Seiten, C. F. M\u00fcller Verlag, Reihe: Grundlagen der Kriminalistik, Band 51, M\u00fcnchen \/ Heidelberg, 2017, 24,99 \u20ac<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-721 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/kriminalstrategie-102x150.png\" alt=\"\" width=\"102\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/kriminalstrategie-102x150.png 102w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/kriminalstrategie.png 200w\" sizes=\"(max-width: 102px) 100vw, 102px\" \/><\/p>\n<p>Der Begriff \u201eKriminalstrategie\u201c erscheint f\u00fcr den unerfahrenen Leser zun\u00e4chst inhaltlich relativ konturenlos und daher auslegungsbed\u00fcrftig. Die Definitions\u00adversuche hier\u00adzu in der Fachli\u00adteratur entspringen zumeist Lehrb\u00fcchern f\u00fcr die polizeiliche Ausbildung und wirken i. d. R. wenig griffig, etwa wie in der folgenden (oder \u00e4hnlichen) Form:<\/p>\n<p><em>\u201eKriminalstrategie ist das Zusammenwirken der polizeilichen Kr\u00e4fte zur Verwirklichung der Ziele der Kriminalpolitik durch Ausrichtung der Gesamtorganisation Polizei auf die Bek\u00e4mpfung der Kriminalit\u00e4t.\u201c<\/em><!--more--><\/p>\n<p>Forscht man allerdings nach kriminalistischen Fachb\u00fcchern, die diesen kriminal\u00adpolitisch durchaus bedeutsamen Gattungsbegriff wie das vorliegende Werk von Berthel und Lapp im Titel tragen, muss man lange suchen. Man findet sie dann vor allem \u00fcber \u201eantiquarische\u201c Suchmaschinen, ein Zeichen daf\u00fcr, dass die B\u00fccher und auch die ersten Hinweise in der Literatur auf den Begriff \u201eKriminalstrategie\u201c schon \u201egut abgehangen\u201c, mithin also entwicklungsbed\u00fcrftig sind.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Gerade der Mitautor des vorlie\u00adgenden Werks, Berthel, darf dabei nicht nur wegen seines beruflichen Hintergrundes als leitender Kriminalbeamter und ehemaliger Fachhoch\u00adschuldozent als \u201eApolo\u00adget\u201c gelten, die Kriminalstrategie neben der Kriminaltaktik und -technik als essenziellen Bestandteil der Kriminalistik (und nicht der Kriminologie oder der Polizeiwissenschaft) zu verorten. Er hat sich n\u00e4mlich bereits im Jahr 2006, damals ebenfalls als Mitautor, diesem Begriff als damaliger Dozent an der Polizei\u00adf\u00fchrungsakademie zusammen mit Kollegen intensiv in diesem Ver\u00adst\u00e4ndnis gewidmet.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> In diesem Werk \u00fcber den kriminalstrategischen Probleml\u00f6sungsprozess war n\u00e4mlich voller \u00dcberzeugung und im Timbre durchaus erleichtert bereits im Vorwort zu lesen, dass \u201eeine (&#8230;) vorgenommene Herausl\u00f6sung der strategischen Komponente aus dem Gegenstand der Kriminalistik \u00fcber\u00adwunden zu sein scheint\u201c und die \u201eKriminalistik (zurecht) als die Wissenschaft von der <strong><u>Strategie<\/u><\/strong> und Methodik der Aufdeckung und Aufkl\u00e4rung, der T\u00e4terermittlung und -\u00fcberf\u00fchrung, vom operativen, taktischen und technischen Vorgehen bei der Kriminalit\u00e4ts\u00adbek\u00e4mpfung bezeichnet\u201c werden d\u00fcrfe, so wie sie Forker noch bis heute<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> definiert. Kriminalstrategie ist, so die Autoren schon in ihrer Einf\u00fchrung, eben \u201enicht nur die blo\u00dfe Umsetzung von Vorgaben der Kriminalpolitik\u201c. Vielmehr bed\u00fcrfen abseits des Einzelfalls \u201eTechnik und Taktik in der Kriminalistik eines strukturierten und begr\u00fcndeten Plans vom Wie, um ihre Wirkung zu entfalten.\u201c Deshalb berufen Berthel und Lapp sich nach einem lesenswerten Exkurs in die polizeibezogene Geschichte des Begriffs auch als Grundlage der weiteren Ausf\u00fchrungen ihres Werks auf jene bereits in dem genannten Grundlagenbuch des Jahres 2006 entwickelte und bew\u00e4hrte Definition der \u201eKriminalstrategie\u201c (S. 27):<\/p>\n<p><em>\u201eKriminalstrategie ist die Teildisziplin der Kriminalistik, die sich basierend auf den Erkenntnissen zur objektiven Kriminalit\u00e4tslage und zum Sicherheitsgef\u00fchl der Bev\u00f6lkerung mit der Planung und Organisation der Gesamtheit der Ma\u00dfnahmen zur Kriminalit\u00e4tsbek\u00e4mpfung befasst. Sie ber\u00fccksichtigt dabei die den Organisationszweck bestimmenden rechtlichen, wirtschaftlichen, kultu\u00adrellen, historischen, politischen und sozialen Rahmenbedingungen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Allerdings, und hierzu versucht das vorliegende Buch einen weiteren wichtigen Beitrag zu leisten, ganz eindeutig ist angesichts zahlreicher Herausforderungen der Gegenwart der Begriff und der Gegenstand \u201eKriminalstrategie\u201c nach wie vor nicht ausdefiniert. <strong><u>Strategie<\/u><\/strong> hebt sich schon vom Begriffsverst\u00e4ndnis vom taktischen Einzelfall ab. Strategische \u00dcberlegungen sind u. a. politische, gesellschaftliche, rechtliche und organisatorische Ein\u00adflussfaktoren auf k\u00fcnftige polizeiliche Arbeit. Das gilt auch (aber nicht ausschlie\u00dflich nur) f\u00fcr derzeit diskutierte quantitativ wie qualitativ verbesserte polizeiliche Informations\u00adsammlungen und -verb\u00fcnde.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> So entfaltet sie Wirkung auf die polizeiliche Alltagsarbeit in der Form \u201evoraus\u00adschauend geplanter polizeilicher Verhaltensweisen und organisatorischer Ab\u00adsich\u00adten, die sich an der gesellschaftlichen Entwicklung orientieren und darauf gerichtet sind, durch das Zusammenwirken aller polizeilichen (und neuerdings wohl auch gesellschaftlichen) Kr\u00e4fte die Politik der Inneren Sicherheit zu verwirklichen und ggf. \u00c4nderungen zu bewirken.\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a> Die Kri\u00adminalstrategie\u00a0wurde auch als \u201eBindeglied zwischen kriminalistischer Praxis und Politik\u201c<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a> bezeichnet, wobei die Politik allerdings die grunds\u00e4tzlichen Leitlinien vorgibt.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Um den Begriff einerseits noch klarer von der Kriminalpolitik, mit der sie einige Kommentatoren in enge Abh\u00e4ngigkeit setzen, abzugrenzen und ihn andererseits im Gesamtsystem der Kriminalistik\u00a0einzuordnen, halten \/ hielten einige Kom\u00admen\u00adtatoren deshalb eine weitreichendere Defini\u00adtion f\u00fcr geboten. So bezeichnete sie Zimmermann schon im Jahr 1996 (vgl. Fn. 10) vorausschauend nach diesem Verst\u00e4ndnis als \u201eLehre von der Verwirk\u00adlichung des politisch und rechtlich bestimmten Auftrags zur pr\u00e4ventiven und repressiven Verbrechensbek\u00e4mpfung durch umfassend geplante, intern und extern koordinierte, mittel- und langfristig zu realisierende Ma\u00dfnahmen, die den Gesichtspunkt der Effizienz\u00a0zu ber\u00fccksichtigen haben\u201c<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>. In der Fachliteratur wird der Gegenstand deshalb auch weit \u00fcberwiegend in die Kate\u00adgorien \u201eplanende\u201c und \u201eoperative Kriminalstrategie\u201c<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a> unterschieden. Erstere, die \u201eplanende Kriminalstrategie\u201c, wird sowohl als polizeiliche Aufgabe im Rahmen der \u201eBeratungspflicht\u201c (\u201ebottom-up\u201c) gg\u00fc. der Politik als auch in der Form der Umsetzung kriminalpolitischer Vorgaben (\u201etop-down\u201c) beschrieben.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\"><sup>[13]<\/sup><\/a> Polizeiliche Erkennt\u00adnisse \u00fcber Ursachen und Ent\u00adstehungs\u00adbe\u00addingungen sowie Erscheinungsformen der Kriminalit\u00e4t m\u00fcnden abseits des Einzelfalls im Alltag<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\"><sup>[14]<\/sup><\/a>, \u00fcber Kongresse und Tagungen<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a> und \u00fcber die Gremienarbeit<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\"><sup>[16]<\/sup><\/a> in die politische Entscheidungsebene (beamtenrechtliche \u201eBeratungspflicht\u201c). Sie werden dort als wichtige Infor\u00admationsquelle zweckge\u00adrichtet verarbeitet, idealiter zur Unter\u00adst\u00fctzung bei der Normgenese\u00a0bzw. Normanpassung verwendet (vor allem nat\u00fcrlich in der IMK-Gremienstruktur).<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\"><sup>[17]<\/sup><\/a> Letztere, die \u201eoperative Kriminal\u00adstrategie\u201c<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\"><sup>[18]<\/sup><\/a>, beinhaltet die \u201eErarbeitung kon\u00adkre\u00adter, langfristiger Konzepte auf der Grundlage systematischer kriminal\u00adstra\u00adtegischer Planung und stellt deren Umsetzung in konzertierte und koor\u00addinierte Ma\u00dfnahmen sicher.\u201c<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\"><sup>[19]<\/sup><\/a> Schon bei diesem Teil der Kriminalstrategie wird klar, dass strategische \u00dcberlegungen unterhalb der Ebenen Kriminalpolitik oder h\u00f6herer F\u00fchrungsebenen der Polizei mindestens im Alltag des mittleren Managements, also auf der Ebene der Dienstgruppen- und Kommissariatsleiter, im Rahmen des allt\u00e4glichen \u201ekriminalstrategischen Probleml\u00f6sungsprozesses\u201c (S. 39 ff.) eine bedeutsame Rolle einnehmen. Hier kann es allerdings bereits zu ersten \u00dcber\u00adscheidungen mit der Kriminaltaktik<sup><a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a><\/sup> kommen, denn die jeweiligen De\u00adlikts-<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\"><sup>[21]<\/sup><\/a>, Fach-<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\"><sup>[22]<\/sup><\/a> oder Regionalstrategien<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\"><sup>[23]<\/sup><\/a> (vgl. Kapitel 7 des vorliegenden Werks von Berthel und Lapp) sind bereits umsetzungsorientiert gestaltet.<\/p>\n<p>Wie man bereits an diesen wenigen einordnenden Bemerkungen zum Begriff und Gegenstand des vorliegenden Buches erkennt, ist eine einfache definitorische Umschreibung und ein gemeinsames Begriffsverst\u00e4ndnis \u201eeiner\u201c Kriminal\u00adstrategie nach wie vor ein kompliziertes Unterfangen. Berthel und Lapp be\u00adm\u00fchen sich in ihrem Werk deshalb auch redlich und durchaus erfolgreich, einen methodischen Leitfaden zu einem \u00fcbergeordneten Verst\u00e4ndnis einer praktischen, beispielhaft orientierten wie auch theoretisch fundierten Kriminalstrategie zu entwickeln und so die angedeuteten Richtungs- und Definitionsschwierigkeiten sinnvoll zusammen\u00adzuf\u00fchren. Das ist schwer genug, aber fachlich &#8211; wie dargelegt &#8211; \u00fcberaus notwendig.<\/p>\n<p>Dazu bieten die beiden Autoren in sieben Kapiteln, neben der als Frage gestalteten Einf\u00fchrung \u201eWozu braucht man und wer nutzt Kriminalstrategie?\u201c sowie einer Schlussbetrachtung nebst Ausblick<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a>, eine ebenso fachkundige wie praktische Darstellung des Begriffs \u201eKriminalstrategie\u201c in vielen seiner Facetten und Elemente (vgl. Kapitel 6). Sie stellen lebensweltliche Einflussfaktoren auf denselben (Kapitel 4) ebenso dar wie \u201ePolicing Styles\u201c als Kriminalstrategien (Kapitel 5). Im Kapitel 8 besch\u00e4ftigen sie sich ausf\u00fchrlich mit allgemein gebr\u00e4uchlichen Methoden und Techniken zur Entwicklung von Strategien. Vor allem erweitern sie ganz allgemein den Anwendungsbereich der \u201eKriminal\u00adstrategie\u201c nicht nur mit dem Verweis auf den ersten eigenst\u00e4ndigen Kriminalistik-Studiengang nach der Aufl\u00f6sung der Sektion Kriminalistik an der Humboldt-Universit\u00e4t an der privaten Steinbeis-Hochschule \u00fcber die Polizei hinaus auch auf private Institutionen und Dienstleister, bei denen mindestens in den Compliance-Abteilungen \u201ekriminalistisches Denken\u201c inzwischen Einzug gehalten habe.<\/p>\n<p>Wenn man an dem praxisbezogenen Lehrbuch etwas bem\u00e4ngeln will, dann das m. E. etwas zu kurz geratene und daher angesichts der unz\u00e4hligen beschriebenen oder wenigstens erw\u00e4hnten begrifflichen und inhaltlichen Formate und Elemente nicht ausgewogen wirkende Schlusskapitel. Das kleine und handliche B\u00e4ndchen sollte trotzdem in keinem (kriminalistischen Fach-)B\u00fccherregal fehlen, sch\u00e4rft es doch den Blick auf die umfangreichen Herausforderungen einer angesichts der stetig wachsenden Zahl zu beachtender wesentlicher Rahmenbedingungen immer komplexer werdenden Kriminalit\u00e4tskontrolle, wegen des deshalb wachsenden\u00a0 Informationsbed\u00fcrfnisses im Spannungsfeld von Freiheit und Sicherheit.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Leitender Kriminaldirektor und Leiter der Abteilung 2 \u2013 Ermittlung\/Auswertung des Landes\u00adkriminalamts Sachsen, <a href=\"https:\/\/www.polizei.sachsen.de\/de\/9840.htm\">https:\/\/www.polizei.sachsen.de\/de\/9840.htm<\/a>, zuletzt abge\u00adrufen am 08.05.2017.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Kriminaldirektor, Leiter des Fachbereichs Kriminalit\u00e4tsbek\u00e4mpfung an der Hessischen Polizeiakademie und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Kriminalistik, <a href=\"http:\/\/www.kriminalistik.biz\/\u00fcber-uns\/mitglieder\/vorstandsmitglieder\/\">http:\/\/www.kriminalistik.biz\/\u00fcber-uns\/mitglieder\/vorstandsmitglieder\/<\/a>, zuletzt abgerufen am 08.05.2017.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Vgl. Website C. F. M\u00fcller Verlags, M\u00fcnchen: <a href=\"https:\/\/www.cfmueller.de\/Juristische-Ausbildung\/Strafrecht-Strafverfahren\/Kriminologie-Jugendstrafrecht-Strafvollzug\/Kriminalstrategie-E-Book.html\">https:\/\/www.cfmueller.de\/Juristische-Ausbildung\/Strafrecht-Strafverfahren\/Kriminologie-Jugendstrafrecht-Strafvollzug\/Kriminalstrategie-E-Book.html<\/a> , zuletzt abgerufen am 08.05.2017.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Vgl. z. B. das \u201eHandbuch der Kriminalistik\u201c von Gro\u00df, fortgef\u00fchrt bis zur 10. Auflage von Geerds, aus dem Jahr 1978, S. 4 oder das ebenfalls bei Boorberg im Jahr 1986 erschienene Buch von Klink und Kordus \u201eKriminalstrategie \u2013 Grundlagen polizeilicher Verbrechens\u00adbek\u00e4mpfung\u201c oder Brisach et al. \u201ePlanung der Kriminalit\u00e4tskontrolle \u2013 Kriminalstrategie am Beispiel der Alltagskrimina\u00adlit\u00e4t, der Rauschgiftkriminalit\u00e4t oder der Organisierten Kriminalit\u00e4t\u201c, ebenfalls bei Boorberg im Jahr 2001 erschienen oder der Band 11, \u201eKriminalstrategie und Kriminaltaktik\u201c, der von Herbert Sch\u00e4fer in den 1970er Jahren im Hamburger Steintor Verlag herausgegebenen 14-b\u00e4ndigen Taschenbuch-Reihe \u201eGrundlagen der Kriminalistik\u201c. Die erste Erw\u00e4hnung des Begriffs \u201eKriminalstrategie\u201c in der deutschen Fachliteratur datieren die Autoren im \u00dcbrigen auf einen Aufsatz des Augsburger Polizeihauptmanns Julier aus dem Jahr 1927.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Vgl. Inhaltsverzeichnis des im Jahr 2006 bei Boorberg erschienenen Buches \u201eKriminalstra\u00adte\u00adgie \u2013 Der kriminalstrategische Probleml\u00f6sungsprozess \/ Ein Orientierungsrahmen\u201c, <a href=\"http:\/\/d-nb.info\/978471601\/04\">http:\/\/d-nb.info\/978471601\/04<\/a>, zuletzt abgerufen am 15.05.2017. So stellen die Autoren auch selbst fest (S. 26), dass \u201edie faktisch erste in sich geschlossene Darstellung der Kriminalstrategie in Deutschland erst seit dem Jahr 2000\u201c eingef\u00fchrt sei.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Z. B. im Kriminalisten-Fachbuch des Verlags Schmidt-R\u00f6mhild, Ausgabe 2017, im Kapitel I \u2013 Kriminalistik, Ziff. 1.2.1 \u2013 Einf\u00fchrung in die Kriminalistik, S. 52. Im gleichen Kapitel, Ziff. 1.3.5, S. 57, definiert Forker dabei die Kriminalstrategie als das \u201erationale Zusammenwirken der polizeilichen Kr\u00e4fte zur Verwirklichung der Ziele der Kriminalpolitik im nationalen und im internationalen Ma\u00dfstab (&#8230;.).\u201c<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Informationssammlungen und -verb\u00fcnde enthalten i. d. R. nur unbewertete Angaben zur re\u00adgistrierten Kriminalit\u00e4t mit einer ungen\u00fcgenden zeit-r\u00e4umlichen Aussagekraft und ohne Dunkelfelddaten, sind also alleine grds. eine ungen\u00fcgende Basis f\u00fcr (kriminal-)strategische \u00dcberlegungen. Dies soll im Rahmen des inzwischen verabschiedeten BKA-Gesetzes (vgl. hierzu <a href=\"http:\/\/www.bmi.bund.de\/SharedDocs\/Pressemitteilungen\/DE\/2017\/02\/bkag-neu.html\">http:\/\/www.bmi.bund.de\/SharedDocs\/Pressemitteilungen\/DE\/2017\/02\/bkag-neu.html<\/a>, zuletzt abgerufen am 15.05.2017) z\u00fcgig verbessert werden (vgl. PIAV, Fn. 8). Datensch\u00fctzer hegen gro\u00dfe Bedenken gegen eine derart weitreichende Ver\u00e4nderung, da damit \u201edas polizeiliche Datenschutzrecht grundlegend ver\u00e4ndert werde (&#8230;.)\u201c und \u201eunverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig weitreichende und nicht mehr nach einzelnen Dateien untergliederte Speicherungen\u201c erm\u00f6glicht w\u00fcrden (vgl. <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Datenschuetzer-lehnen-geplante-Novelle-des-BKA-Gesetzes-als-verfassungswidrig-ab-3660716.html\">https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Datenschuetzer-lehnen-geplante-Novelle-des-BKA-Gesetzes-als-verfassungswidrig-ab-3660716.html<\/a>, zuletzt abge\u00adru\u00ad\u00adfen am 15.05.2017).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> PDV (Polizeidienstvorschrift) 100, Anlage 20; bei der Verwirklichung dieser Ziele gibt es allerdings noch einigen Verbesserungsbedarf, wenn man aus kriminalistischer (kriminalstrategischer) Sicht bspw. nur an die nach wie vor dringende Reformbed\u00fcrftigkeit des Kriminalpolizeilichen Meldedienstes (KPMD) im Rahmen einer seit Jahrzehnten geforderten, dringend notwendigen und praktikablen Vereinheitlichung des Bund-L\u00e4nder-Informa\u00adtions\u00adaustausches und Analyseverbundes oder an ein einheitliches polizeiliches Fallbearbeitungssystem f\u00fcr ganz Deutschland denkt. Die Pilotierung eines neuen Poli\u00adzeilichen Informations- und Analyseverbundes (PIAV) f\u00fcr bestimmte Ph\u00e4nomenbereiche ist zwar beschlossen und wird derzeit nach und nach umgesetzt, gleichwohl kann dies nur der Beginn eines strategischen Umdenkens sein.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> \u00a0\u00a0So z. B. Clages in seinem Beitrag \u201cKriminalistik im Aufbruch\u201d in der Zeitschrift \u201eKrimina\u00adlis\u00adtik\u201c (57) 2003, Heft 4, S. 240.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Zimmermann in seinem Beitrag \u201eBegriff der Kriminalstrategie\u201c f\u00fcr das Handbuch f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte der Polizei, erschienen 1996 im Verlag Schmidt-R\u00f6mhild, S. 646.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Klink \/ Kordus (vgl. Fn. 4), 1986, S. 23<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Erstmals nachzuweisen bei Klink \/ Kordus (vgl. Fn. 4 und 11), 1986, S. 23; vgl. auch z. B. Ackermann et al. in dem Beitrag \u201cZum Stellenwert der Kriminalistik. Stellung der Kriminalstrategie zur Kriminalistik. Allgemeine Theorie und Methodologie der Kriminalistik \u2013 Teil II\u201d in der Zeitschrift \u201eKrimina\u00adlis\u00adtik\u201c (54) 2000, S. 657; ferner bei Brisach et al., \u201ePlanung der Kriminalit\u00e4tskontrolle\u201c (vgl. Fn. 4), 2001, S. 36.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> So z. B. bei Schmelz in dessen Beitrag \u201eDie Kriminalistik im System der Kriminal\u00adwissenschaften\u201c in der Zeitschrift \u201eKriminalistik\u201c (51), 1997, S. 561 oder auch bei Ackermann et al., 2000, S. 656 (vgl. Fn. 12). Beide ordnen die \u201eplanende Kriminalstrategie\u201c \u00fcbrigens nicht dem System der Kriminalistik\u00a0zu, sondern verorten sie unmittelbar unterhalb der Kriminalpolitik, als Ebene der Operationalisierung kriminal\u00adpolitischer Rahmensetzungen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Z. B. \u00fcber regelm\u00e4\u00dfige F\u00fchrungsinformationen bzw. sogenannte \u201eWE-Meldungen\u201c (Meldungen \u00fcber \u201eWichtige Ereignisse\u201c) an die Polizeiabteilungen der (L\u00e4nder-) Innenministerien.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Z. B. bei den j\u00e4hrlichen Herbsttagungen des BKA, die immer unter einem aktuellen kriminalpolitischen Leitthema veranstaltet werden, im Jahr 2015 war dies \u201eInternationaler Terrorismus\u201c, 2016 hei\u00dft das Leitthema \u201eKriminalit\u00e4t in Deutschland unter dem Einfluss weltweiter Krisen und Konflikte\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> So ist z. B. die Innenministerkonferenz (IMK), als unmittelbar zust\u00e4ndiges politisches Gremium f\u00fcr die innere Sicherheit, in sechs st\u00e4ndige Arbeitskreise (AK) unterteilt. Der AK II &#8211; Innere Sicherheit\u00a0&#8211; der IMK ist wiederum in zahlreiche Aussch\u00fcsse untergliedert, darunter auch die AG Kripo\u00a0(Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Landeskriminal\u00e4mter mit dem Bundeskriminalamt), welcher dem AK II und damit der Abteilungsleiterebene \u00f6ffentliche Sicherheit und Ordnung in den Bundes- und L\u00e4nderinnenministerien unmittelbar zuarbeitet.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Kritisch ist hierbei anzumerken, dass eine derart organisierte polizeiliche kriminalpolitische \u201eLobbyarbeit\u201c mitunter auch in der Absicht des Ausbaus pr\u00e4ventiver und repressiver Befugnisse der Ermittlungsbeh\u00f6rden, der Empfehlung neuer oder weitergehender straf- oder nebenstrafrechtlicher Tatbest\u00e4nde oder der Erh\u00f6hung der Sollst\u00e4rke der Polizei betrieben wird. Kriminologische oder kritische polizeiwissen\u00adschaftliche Erkenntnisse werden dabei i. d. R. kaum je ausreichend ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a>\u00a0 In diesem Verst\u00e4ndnis kategorisieren Kube und Schreiber in ihrem Beitrag \u201eTheoretische Kriminalistik\u201c im 1. Band des bei Boorberg 1992 erschienenen Werkes \u201eKriminalistik. Handbuch f\u00fcr Praxis und Wissenschaft\u201c, S. 3: \u201eUnter Kriminalstrategie\u00a0versteht man das rationale Zusammenwirken der polizeilichen Kr\u00e4fte zur Verwirklichung der Ziele der Kriminalpolitik, also die Ausrichtung der Gesamtorganisation auf die Bek\u00e4mpfung der Kriminalit\u00e4t\u201c. Sie sehen sie im Gegensatz zu Schmelz, 1997, S. 561 und Ackermann et al., 2000, S. 656 (zu beiden Quellen vgl. Fn. 13), eindeutig als \u201edritte S\u00e4ule der Kriminalistik\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a>\u00a0 Brisach et al., 2001, S. 37 (vgl. Fn. 12).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a>\u00a0 Ackermann et al., 2000, S. 657 (vgl. Fn. 13).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Behandeln Kontrollm\u00f6glichkeiten eines kriminologisch abgrenzbaren Kriminalit\u00e4ts\u00adph\u00e4\u00adnomens, wie z. B. der aktuell \u00fcberaus bedeutsamen \u201eCyberkriminalit\u00e4t\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a>\u00a0 Besch\u00e4ftigen sich mit methodischen und logistischen bzw. organisatorischen Fragen im Verbund der Sicherheitsbeh\u00f6rden bei der Betrachtung von Deliktsfeldern.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a>\u00a0 Diese sind geografisch eingrenzbar und besch\u00e4ftigen sich i. d. R. mit der Erstellung von Kriminalit\u00e4tslagebildern und -analysen, um zielgerichtet als dringlich kategorisierte Pro\u00adblemstellungen (z. Zt. z. B. das \u00fcberaus bedeutsame Feld Wohnungseinbruchsdiebstahl) angehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Vgl. Inhaltsverzeichnis des Buches unter der Rubrik \u201eBlick ins Buch\u201c beim Buch-Portal Amazon unter: <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Kriminalstrategie-Grundlagen-Kriminalistik-Band-51\/dp\/3783200377\">https:\/\/www.amazon.de\/Kriminalstrategie-Grundlagen-Kriminalistik-Band-51\/dp\/3783200377<\/a>, zuletzt abgerufen am 15.05.2017 (der Verlag bietet auf seiner Website diesen Service leider nicht!).<\/p>\n<p>Rezensiert von: Holger Plank<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berthel, Ralph[1] \/ Lapp, Matthias[2]; \u201eKriminalstrategie\u201c [3]; ISBN: 978-3-7832-0037-9, 204 Seiten, C. F. M\u00fcller Verlag, Reihe: Grundlagen der Kriminalistik, Band 51, M\u00fcnchen \/ Heidelberg, 2017, 24,99 \u20ac Der Begriff \u201eKriminalstrategie\u201c erscheint f\u00fcr den unerfahrenen Leser zun\u00e4chst inhaltlich relativ konturenlos und daher auslegungsbed\u00fcrftig. 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