{"id":947,"date":"2018-05-07T15:22:39","date_gmt":"2018-05-07T13:22:39","guid":{"rendered":"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=947"},"modified":"2018-05-07T15:22:39","modified_gmt":"2018-05-07T13:22:39","slug":"theorien-abweichenden-verhaltens-i-klassische-ansaetze-siegfried-lamnek-rezensiert-von-patrick-rohde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/?p=947","title":{"rendered":"Theorien abweichenden Verhaltens I, \u201eKlassische\u201c Ans\u00e4tze &#8211; Siegfried Lamnek &#8211; Rezensiert von Patrick Rohde"},"content":{"rendered":"<p><strong>Lamnek,\u00a0Siegfried; Theorien abweichenden Verhaltens I, \u201eKlassische\u201c Ans\u00e4tze; <\/strong>Wilhelm Fink Verlag , Paderborn 2018, 354 Seiten, \u20ac 24,99. ISBN 978-3-8252-4925-0<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-948 alignright\" src=\"http:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/theiren_abweichendes_verhalten_10-105x150.png\" alt=\"\" width=\"105\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/theiren_abweichendes_verhalten_10-105x150.png 105w, https:\/\/polizei-newsletter.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/theiren_abweichendes_verhalten_10.png 200w\" sizes=\"(max-width: 105px) 100vw, 105px\" \/><\/p>\n<p>Dieses nunmehr in der 10. Auflage erschienene Buch befasst sich ausschlie\u00dflich mit Theorien abweichenden Verhaltens und l\u00e4sst durch \u201eI\u201c darauf schlie\u00dfen, dass es ein erster Band von, so viel sei gesagt, zwei B\u00e4nden ist. In diesem Band werden \u201eklassische\u201c Ans\u00e4tze zur Erkl\u00e4rung von abweichenden Verhalten beschrieben und erl\u00e4utert.<!--more--><\/p>\n<p>Der Untertitel \u201eEine Einf\u00fchrung f\u00fcr Soziologen, P\u00e4dagogen, Juristen, Journalisten und Sozialarbeiter\u201c l\u00e4sst auf die gro\u00dfe anvisierte Zielgruppe des Autors schlie\u00dfen. Auch wenn Kriminologen nicht explizit genannt sind (diese bestimmt aber auch unter einer der Gruppen subsumiert werden k\u00f6nnten), so sind diese mindestens auch mit diesem Buch angesprochen. Wenn in kriminologischen Lehrb\u00fcchern Theorien einen nicht unerheblichen Anteil einnehmen, so werden hier auf fast 300 Seiten Theorien erl\u00e4utert und mit Beispielen auf allt\u00e4gliche Situationen \u00fcbertragen. Wo Lehrb\u00fccher, aufgrund ihrer Konzeption ein ganzes Fach versuchen abzudecken, stellenweise klassische Theorien nur oberfl\u00e4chlich beschreiben, kann man hier klassische Theorien in die Tiefe erl\u00e4utert vorfinden.<\/p>\n<p>Der Autor setzt dabei in einer \u00fcber 40 seitigen Einleitung\/Vor\u00fcberlegungen zun\u00e4chst grunds\u00e4tzliche Begrifflichkeiten fest, grenzt diese ab und setzt sie in den Bezug zu kommenden weiteren Erkl\u00e4rungen im Buch. Dadurch kann der Leser auch als Nichtsoziologe oder zumindest als soziologischer Beginner die Inhalte des Buches erfassen.<\/p>\n<p>Auch machen die mannigfachen Beispiele, die gut hervorgehoben sind, einen sehr guten Eindruck in dem Buch und hindern nicht beim Lesefluss, sodass durch diese Beispiele auch bei den teilweise stark abstrahierten Erl\u00e4uterungen der Theorien immer ein Bezug zu allt\u00e4glichen Situationen hergestellt wird. Die am Ende eines jeden Kapitels angef\u00fcgten Fazits, die ebenfalls hervorgehoben sind, lassen dieses Buch als Nachschlagewerk f\u00fcr einen schnellen \u00dcberblick oder als \u201eKurzrepetitorium\u201c dienen.<\/p>\n<p>In dem Buch eingebundene Schaubilder<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> helfen dem Leser einen zeitlichen \u00dcberblick \u00fcber die beschriebenen klassischen Theorien zu finden und in den historischen Kontext einzuordnen.<\/p>\n<p>Allerdings sind im Buch stellenweise Ungereimtheiten zu anderen Quellen und Autoren zu finden. So ist das Geburtsdatum von Cesare Beccaria im Widerspruch zu anderen Autoren mit 1735 und das Sterbedatum mit 1795 angegeben. Zudem wird er als italienischer Mathematiker und Statistiker beschrieben (S. 67). Dabei ist er den meisten als Jurist, Rechtsphilosoph in Erinnerung.<\/p>\n<p>Stellenweise wird auch die Profession des Autors deutlich, der den biologischen Erkl\u00e4rungsans\u00e4tzen attestiert, dass diese von soziologischen Theorien aufgefangen werden m\u00fcssen (S. 76-77), aber \u00a0zumindest eine Erkl\u00e4rung schuldig bleibt, warum dies nicht andersherum auch gelten sollte. Trotzdem oder gerade wegen dem allgemein gefassten Titel werden auch psychologische Theorien behandelt und man bleibt nicht streng bei rein soziologischen Ans\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Alles im allen bleibt aber als Fazit die Feststellung, dass mit diesem Werk eine ausf\u00fchrliche Besprechung der klassischen Theorien zu abweichendem Verhalten gelungen ist. Der Aufbau mit Fazit am Ende der Abschnitte und den zahlreichen Beispielen runden die gelungenen Darstellungen ab. Die Darstellungsform und Tiefe geht weit \u00fcber die Abhandlungen in anderen Lehrb\u00fcchern hinaus. Zahlreiche Verweisen machen \u00fcberdies eine weitere Recherche m\u00f6glich.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Vgl. S. 108 f.<\/p>\n<p>Rezensiert von Patrick Rohde<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lamnek,\u00a0Siegfried; Theorien abweichenden Verhaltens I, \u201eKlassische\u201c Ans\u00e4tze; Wilhelm Fink Verlag , Paderborn 2018, 354 Seiten, \u20ac 24,99. ISBN 978-3-8252-4925-0 Dieses nunmehr in der 10. Auflage erschienene Buch befasst sich ausschlie\u00dflich mit Theorien abweichenden Verhaltens und l\u00e4sst durch \u201eI\u201c darauf schlie\u00dfen, dass es ein erster Band von, so viel sei gesagt, zwei B\u00e4nden ist. 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