Polizei : Newsletter Nr. 235, November 2019                                                                                             Verantwortlich: Prof. Dr. Thomas Feltes, Bochum
 1)   Jenaer Erklärung – Zoologen wollen künftig auf den Begriff „Rasse“ verzichten -
 2)   Kosten der Viktimisierung von Kindern und Jugendlichen
 3)   Freigabe von Cannabis in den USA hat keine Auswirkungen auf die Kriminalitätsrate
 4)   "Sex Offender Management"
 5)   Strategiepapier zur Neuregelung der gewerberechtlichen Rahmenbedingungen in der Sicherheitsdienstleistung
 6)   Zusammenhänge zwischen Kriminalitätsraten und wirtschaftlicher Entwicklung
 7)   Von der häuslichen Gewalt zum Mord
 8)   Einfluss der Polizeiuniform auf Auswahltest
 9)   Staatsanwälte leiden unter psychologischer Belastung
10)  Mehr Strafverfahren gegen nationale Terroristen als gegen internationale in den USA
11)  Strafmündigkeitsgrenzen in Europa
12)  Verhaltensbasierte Überwachung
13)  Problematische Nutzung von DNA für die Polizeiarbeit
14)  Forensic Architecture (FA)
15)  Rechtsextreme Netzwerke und Terroranschläge
16)  Mehr Polizeibeamte, weniger Kriminalität?
17)  Polizei geht gegen psychisch gestörte Personen härter vor als gegen andere
 
1) Jenaer Erklärung – Zoologen wollen künftig auf den Begriff „Rasse“ verzichten -
http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=651
 
 
2) Kosten der Viktimisierung von Kindern und Jugendlichen
In einer Studie haben Forscher in den USA die gesamtgesellschaftlichen Kosten untersucht, die durch die Viktimisierung entstehen. Mehr als 60% der Kinder und Jugendlichen in den USA werden im Laufe ihres Lebens Opfer einer Straftat. Die Gesamtkosten betragen jährlich ca. 458 Milliarden US-Dollar. https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3458626
 
 
3) Freigabe von Cannabis in den USA hat keine Auswirkungen auf die Kriminalitätsrate
In einer Studie wurde die Kriminalitätsentwicklung in zwei Bundesstaaten untersucht, die den Verkauf Cannabis legalisiert haben (Colorado und Washington). Die Forscher fanden keine entscheidenden Auswirkungen auf Eigentums- und Gewaltkriminalität. https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/07418825.2019.1666903
 
 
4) "Sex Offender Management"
Experten für den Umgang mit Sexualstraftätern haben sich mit den Empfehlungen des Europarates zur Arbeit mit Sexualstraftätern ausgetauscht. Präsentationen des Expert Meetings können hier heruntergeladen werden: http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=652
 
 
5) Strategiepapier zur Neuregelung der gewerberechtlichen Rahmenbedingungen in der Sicherheitsdienstleistung
Die Sicherheitswirtschaft hat Eckpunkte zum von der Großen Koalition geplanten Sicherheitsdienstleistungsgesetz vorgestellt. Das Eckpunktepapier enthält die wichtigsten Forderungen und Vorschläge des Verbandes BDSW. Zukünftige Regelungen für die Branche müssen demnach die weitere Erhöhung der Sicherheit in Deutschland im Fokus haben und nicht – wie bisher – eine weitgehende Gewerbefreiheit für Sicherheitsdienstleister. Das Strategiepapier finden Sie unter http://www.aswnord.de/presse
 
 
6) Zusammenhänge zwischen Kriminalitätsraten und wirtschaftlicher Entwicklung
Diese Frage kann anhand der Entwicklung in Irland beantwortet werden: Während der ökonomischen Krise hatten die Menschen weniger Geld zur Verfügung, und die Kriminalitätsrate für Drogen- und Eigentumsdelikte sank um die Hälfte. Mit steigendem Wohlstand steigen diese Delikte nun wieder, aber auch die Straftaten, bei denen Waffen verwendet werden, nehmen zu. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=653
 
 
7) Von der häuslichen Gewalt zum Mord
Eine Studie aus England zeigt acht Stadien von Beziehungen, die mit Mord oder Totschlag enden können. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=654
 
 
8) Einfluss der Polizeiuniform auf Auswahltest
Eine Studie in den Niederlanden hat den Unterschied zwischen dem Absolvieren des körperlichen Auswahltestes für den Polizeidienst in Sportkleidung und in Uniform untersucht. Anwärter in Uniform hatten durchgängig schlechtere Ergebnisse. https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/15614263.2019.1658583
 
 
9) Staatsanwälte leiden unter psychologischer Belastung
Rund 60% der Staatsanwälte in Irland berichten in einer internen Studie über psychologische Probleme im Zusammenhang mit ihrer Arbeit, aber nur 5% suchen professionelle Hilfe. 20% berichten von Drogen- oder Medikamentenmissbrauch, 20% von Alkoholmissbrauch. Dies betrifft besonders, aber nicht nur Staatsanwälte, die Sexualstraftaten gegen Kinder bearbeiten. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=655
 
 
10) Mehr Strafverfahren gegen nationale Terroristen als gegen internationale in den USA
2019 wurden in den USA bisher doppelt so viele Strafverfahren wegen „domestic terrorism“ eröffnet wie wegen „international terrorism“. https://trac.syr.edu/tracreports/crim/572/
 
 
11) Strafmündigkeitsgrenzen in Europa
Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat eine Übersicht über die Strafmündigkeitsgrenzen in Europa erstellt. Verfügbar hier: http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=656 
 
13) Problematische Nutzung von DNA für die Polizeiarbeit
Die CILIP-Veranstaltung von September 2019 lässt sich hier nachhören: http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=658
 
 
14) Forensic Architecture (FA)
Hierbei handelt es sich um eine Forschungseinrichtung der University of London. Sie beschäftigt sich mit der räumlichen und medialen Analyse von Fällen, in denen Menschenrechte verletzt wurden. https://forensic-architecture.org/
 
 
15) Rechtsextreme Netzwerke und Terroranschläge
Eine Auswertung von Posts in sozialen Netzwerken zeigt, dass nach der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten die Posts in sozialen Netzwerken, die rassistische, antisemitistische und Inhalte zur „weißen Vorherrschaft“ zum Inhalt hatten, sich verdoppelten. Zudem zeigt die Studie einen Anstieg dieser Posts vor dem Attentat in Charlottesville. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=659
 
 
16) Mehr Polizeibeamte, weniger Kriminalität?
Eine Studie in den USA hat untersucht, welche Auswirkungen die Einstellung von über 100.000 neuen Polizeibeamten nach dem von Bill Clinton 1994 erlassenen Gesetz gehabt hat und kommt zu dem Ergebnis, dass durch jeden zusätzlichen Beamten 1,9 Raubüberfälle, vier Gewalttaten, 5,1 Autodiebstähle und 15 Eigentumsdelikte verhindert wurden. Die Wirkung war dort am größten, wo der wirtschaftliche Abstieg in der Region besonders stark war. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=660
 
 
17) Polizei geht gegen psychisch gestörte Personen härter vor als gegen andere
Eine Studie in England zeigt, dass Polizeigewalt überdurchschnittlich häufig bei psychisch gestörten Personen sowie bei Minderheiten angewandt wird. Die Studie geht auch auf die Folgen unangemessener Transporte ein, durch die die Gewaltauswirkungen verstärkt werden. https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/0032258X19839275