Buchbesprechungen

Frank Kawelovski, Thermospuren. Wärmeabstrahlungen als Tatortspuren und Hilfsmittel der Polizeiarbeit. Rezensiert von Thomas Feltes

Frank Kawelovski, Thermospuren. Wärmeabstrahlungen als Tatortspuren und Hilfsmittel der Polizeiarbeit. 124 S., ISBN 978-3-9822560-1-6, Eigenverlag, 2021, 16,90 Euro

Straftaten werden entweder durch Beweise oder Zeugenaussagen aufgeklärt. Vor Gericht gelten die sog. „objektiven“ oder Sachbeweise besonders stark, da sie, so glaubt man, im Gegensatz zu „subjektiven“ Beweisen (also Aussagen von Zeugen oder Angeklagten) als besonders valide gelten. Zwar gibt es eine sog. „kriminalistische Beweislehre“; entscheidend für das Strafverfahren ist aber, was in der sog. „Beweisaufnahme“ der Hauptverhandlung (s. § 244 StPO) festgestellt wird. Mit einer besonderen Form von Beweisen, den Thermospuren, beschäftigt sich dieses Buch.

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Frank Kawelovski, Illustrierte Polizeigeschichte Nordrhein-Westfalens. Chronik 1945 – 2020. Rezensiert von Thomas Feltes

Frank Kawelovski, Illustrierte Polizeigeschichte Nordrhein-Westfalens. Chronik 1945 – 2020. 386 Seiten, 155 teils farbige Fotografien, Index mit über 2000 Stichwörtern. Kawelovski Eigenverlag, Mühlheim 2020, ISBN 978-39822560-0-9, 16,90 Euro

Polizeigeschichte ist eine in Deutschland wenig bekannte und kaum vertretene Wissenschaftsdisziplin. Einer derjenigen, der sich als Chronist, als Kriminalist und als Wissenschaftler damit beschäftigt ist Frank Kawelovski, dessen neuestes Buch hier vorgestellt wird. Continue reading Frank Kawelovski, Illustrierte Polizeigeschichte Nordrhein-Westfalens. Chronik 1945 – 2020. Rezensiert von Thomas Feltes

Martin Böse (Hrsg.), Europäisches Strafrecht. Band 11 der Enzyklopädie Europarecht, Nomos-Verlag 2021, rezensiert von Thomas Feltes

Martin Böse (Hrsg.), Europäisches Strafrecht. Band 11 der Enzyklopädie Europarecht, herausgegeben von Martin Böse, Gesamtherausgegeben von Armin Hatje, Peter-Christian Müller-Graff, Gesamtschriftleitung: Jörg Philipp Terhechte, Nomos-Verlag Baden-Baden, 2. Auflage 2021, 1.348 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-8487-6473-0, 188.- Euro

„Europäisches Strafrecht“ ist ein Begriff, der erst in jüngster Zeit Eingang in die Rechtspraxis und die Ausbildung von Juristen gefunden hat. Man versteht darunter die Gesamtheit der von der Europäischen Union erlassenen Rechtsakte auf dem Gebiet des Strafrechts und des Strafprozessrechts sowie die Gesamtheit der völkerrechtlichen Vereinbarungen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Strafrechts. In insgesamt 28 Kapiteln werden so unterschiedliche Schwerpunkte wie Grund- und Verfahrensrechte, Einfluss des Europarechts auf das nationale Recht, aber auch die sog. „grenzüberschreitende Kriminalität“ und der europäische Haftbefehl, die europäische Ermittlungsanordnung, Vollstreckungshilfe und Beweisrechtshilfe abgehandelt. Auch polizeiliche Kooperationen sowie Einrichtungen wie Europol, Eurojurist, die Europäische Staatsanwaltschaft, das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung OLAF u.a. werden vorgestellt.

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Aiko Kempen, Auf dem rechten Weg? Rassisten und Neonazis in der deutschen Polizei. Besprochen von Holger Plank

Kempen, Aiko[1]: „Auf dem rechten Weg? Rassisten und Neonazis in der deutschen Polizei“[2] (ISBN: 978-3-95890-350-0, 286 Seiten, Europa-Verlag, München, 2021, 20.– €)

2020/2021 sind „besondere“ Jahre für die deutsche Polizei, die ansonsten (und nach wie vor auch in dieser für sie schwierigen Situation) bei Umfragen von hohen Vertrauens- und Zustimmungswerten in der Bevölkerung getragen wird. Es gibt wieder­kehrende Berichte über Rassismus und Rechtsextremismus in ihren Reihen, u. a. im Zusammenhang mit privaten Chatgruppen von Polizist*innen, in denen offenkundig Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und mutmaßlich „hochgradig fremdenfeindliche und menschenverachtende“[3] Inhalte geteilt wur­den. Continue reading Aiko Kempen, Auf dem rechten Weg? Rassisten und Neonazis in der deutschen Polizei. Besprochen von Holger Plank

Tobias Friedrich Fleißner: Fernhaltemaßnahmen. Eine Untersuchung zur polizeilichen Gefahrenabwehr bei Fußballspielen. Rezensiert von Thomas Feltes

Tobias Friedrich Fleißner: Fernhaltemaßnahmen. Eine Untersuchung zur polizeilichen Gefahrenabwehr bei Fußballspielen. Das Recht der inneren und äußeren Sicherheit (RS), Band 12, Duncker und Humblot Berlin, 2021. 299 S., 89,90 Euro, ISBN 978-3-428-18193-3

Auch wenn polizeiliche Maßnahmen gegen Fußballfans Corona-bedingt derzeit eher selten sind (sieht man von den jüngsten Ereignissen in Berlin ab), so ist doch damit zu rechnen, dass die Diskussion um Stadionverbote und andere Maßnahmen, mit denen Fans vom Besuch eines Fußballspiels durch Verein, DFB oder Polizei abgehalten werden sollen, alsbald wieder beginnen wird. Daher ist die hier vorgestellte Arbeit für Verfahren im Kontext sogenannter „Fernhaltemaßnahmen“ von Bedeutung. Sie befasst sich mit einem Bündel unterschiedlicher polizei- und ordnungsbehördlicher Maßnahmen der sog. „personenbezogenen Gefahrenabwehr“, wozu Gefährderansprache, Meldeauflage, Aufenthaltsverbot, pass- und ausweisrechtliche Maßnahmen gehören, mit denen Personen vom Aufsuchen bestimmter Örtlichkeiten abgehalten werden sollen – daher der etwas sperrige und sprachlich wenig sensible Begriff der „Fernhaltemaßnahmen“. Continue reading Tobias Friedrich Fleißner: Fernhaltemaßnahmen. Eine Untersuchung zur polizeilichen Gefahrenabwehr bei Fußballspielen. Rezensiert von Thomas Feltes