Buchbesprechungen

Brorhilker/Bünger, Cum/Ex, Milliarden und Moral. Warum sich der Kampf gegen Wirtschaftskriminalität lohnt. Rezensiert von Karsten Lauber

Anne Brorhilker, Traudl Bünger: Cum/Ex, Milliarden und Moral. Warum sich der Kampf gegen Wirtschaftskriminalität lohnt. Heyne-Verlag, München, 2025, 271 Seiten, ISBN: 978-3-453-21911-3, 24.- €

Finanzkriminalität ist derzeit sichtbar. Als aktuelles Themenheft des Kriminologischen Journals (Heft 4/2025) oder als Beschluss des Bundesrats, in dem die Bundesregierung gebeten wird, „zeitnah einen Gesetzentwurf zur administrativen Vermögensermittlung und zur Einziehung von Vermögenswerten unklarer Herkunft vorzulegen“ (Bundesrat 2026: 2). Das hier vorliegende Buch der sachleitenden Staatsanwältin in den Ermittlungsverfahren Cum/Ex u.a. erschien Ende 2025 und ist zum Zeitpunkt der Rezension bereits in der 5. Auflage erschienen. Unterstützt wurde Anne Brorhilker von der Autorin Traudl Bünger, die namentlich allerdings nicht auf dem Cover erwähnt wird. Continue reading Brorhilker/Bünger, Cum/Ex, Milliarden und Moral. Warum sich der Kampf gegen Wirtschaftskriminalität lohnt. Rezensiert von Karsten Lauber

Doris Gercke, Von den Bewohnern der Städte. Rezensiert von Thomas Feltes

Doris Gercke, Von den Bewohnern der Städte, Argument Ariadne, Hamburg 2026, 103 S., ISBN978-3-86754-411-5, gebunden mit Lesebändchen, 12.- Euro

Viele kennen die „Bella Block“-Krimis, die von 1994 bis 2018 in 38 Folgen im ZDF ausgestrahlt wurden. Die Figur wurde von Doris Gercke erdacht, die jetzt vom Ariadne-Verlag mit einem wunderschönen kleinen Textband gewürdigt wird, der Gedichte und Kurzgeschichten enthält. Gercke war Mitte 2025 gestorben. In ihrer Vorbemerkung zu dem Band schreibt die Verlegerin und Lektorin Else Laudan: „Sie hat diesen Blick. … Denn auch wenn Doris Gercke am 25. Juli 2025 ihr Leben losgelassen hat, nicht mehr weiteratmet und nicht mehr weiterschreibt – ihr Blick ist noch da. Er ist in ihren Texten. Er sieht die Gewalt. In allen Facetten. Er trotzt ihr durch Hinsehen. Kein Theater, kein Geschrei. Nur Hinsehen statt Wegsehen“. Continue reading Doris Gercke, Von den Bewohnern der Städte. Rezensiert von Thomas Feltes

Ellebrecht/Poscher/Jarolimek/Kaufmann (Hrsg.), Die Polizei in der offenen Gesellschaft. Zum polizeilichen Umgang mit Vielfalt und Diversität. Rezensiert von Thomas Feltes

Sabrina Ellebrecht, Ralf Poscher, Stefan Jarolimek, Stefan Kaufmann (Hrsg.), Die Polizei in der offenen Gesellschaft. Zum polizeilichen Umgang mit Vielfalt und Diversität, Transcript-Verlag Bielefeld, 2025, 362 Seiten, ISBN: 978-3-8376-6830-8, 45.- Euro

Wie die Polizei mit Vielfalt und Divergenz umgeht ist Thema dieses Buches, das in (zu?) großer Bandbreite Ergebnisse des Forschungsprojekts »ZuRecht – Die Polizei in der offenen Gesellschaft« (2019-2024) vorstellt, ergänzt durch Beiträge aus dem Umfeld der Thematik und des Projektes. Im Fokus der Analysen stehen neben der Diversität in den eigenen Reihen der Polizei auch die Nennung von Herkunftskategorien in der polizeilichen Öffentlichkeitsarbeit sowie die Bedeutung von Ausbildung und interkulturellem Training. Continue reading Ellebrecht/Poscher/Jarolimek/Kaufmann (Hrsg.), Die Polizei in der offenen Gesellschaft. Zum polizeilichen Umgang mit Vielfalt und Diversität. Rezensiert von Thomas Feltes

Thomas Fischer, Stephan Anstötz, Hans-Loachim Lutz: Strafgesetzbuch mit Nebengesetzen (Chat-Book 2026). Rezensiert von Holger Plank

Fischer, Anstötz, Lutz, Strafgesetzbuch mit Nebengesetzen (Chat-Book 2026), Verlag C. H. Beck, München, 73. Auflage 2026, ISBN 978-3-406-83927-6, 2.806 Seiten, Reihe Beck’sche Kurzkommentare, Band 10, 165.- €)

Das materielle Strafrecht unterliegt als Spiegel gesellschaftlichen / kriminal­politisch motivierten Strafbedürfnisses als soziales Konstrukt beständiger Verän­derung. Der Koalitions­vertrag der Bundesregierung des Jahres 2021 enthielt zahlreiche Arbeitsaufträge für das Bundesjustizministerium[1], von denen die meisten umgesetzt und zum größten Teil dogmatisch bereits in Vorauflagen des Werks, zur besseren Übersicht dankenswerterweise akribisch in einem Ände­rungs­verzeichnis[2] aufgelistet, verarbeitet wurden.

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Markus Möstl, Thomas Schwabenbauer (Hrsg.), Polizei- und Sicherheitsrecht in Bayern (Kommentar). Rezensiert von Holger Plank

Markus Möstl / Thomas Schwabenbauer. Polizei- und Sicherheitsrecht Bayern (Kommentar). C. H. Beck Verlag, München, 2. Auflage 2025, ISBN 978-3-406-81844-8, 2.429 Seiten, 159.- €.

Wohl kaum eine andere Rechtsmaterie ist seit 2017 (infolge des Urteils des BVerfG zum BKAG, 1 BvR 966/09 / 1 BvR 1140/09 vom 20.04.2016) bun­desweit derart massiv von Änderungen / massiver Ausweitungen der Befugnisse / dogmatischer Neuausrichtung etc. betroffen, wie das in föderaler Gesetzge­bungskompetenz liegende Landespolizeirecht. Das gilt nicht nur für den Freistaat Bayern, dort aber durch eine Vielzahl von Novellen seit dem Jahr 2017 sicher im Besonderen.[1] Das erklärt wohl auch den Umstand, dass der Kommen­tierungsumfang der aktuell herausgegebenen 2. Auflage (2025) des Kom­mentars seit der Erstauflage im Jahr 2022 um stattliche 243 Seiten angewachsen ist.

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