Archiv für den Monat: August 2017

Jonas Menne – Lombroso redivivus?

Menne, Jonas Dr. [1]; Lombroso redivivus?[2]; ISBN: 978-3-16-155063-8, 312 Seiten, Verlag Mohr Siebeck, Tübingen, Band 92 der Reihe: Beiträge zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts, 2017, 84.– €

Menne arbeitet rechtsgeschichtlich-kriminologisch kompakt, dennoch beein­druckend tiefgreifend und detailliert die kriminalanthropologisch (später kriminalbiologisch, heute eher als bio- bzw. neurowissenschaftlich bezeichnet) beeinflusste Ideen­ge­schichte der Kriminologie, ausgehend von dem im Jahr 1876 erstmals von Cesare Lombroso[3] herausgegebenen Werk „L`Uomo Delinquente“ auf. Jonas Menne – Lombroso redivivus? weiterlesen

Stefan Goertz – Islamistischer Terrorismus. Analyse – Definitionen – Taktik

Goertz, Stefan Dr.[1]; „Islamistischer Terrorismus. Analyse – Definitionen – Taktik.“[2]; ISBN: 978-3-7832-0051-5, 194 Seiten, C. F. Müller Verlag, Heidelberg, Schriftenreihe „Grundlagen der Kriminalistik“, 2017, 24.99 €

Der Autor hat sich öffentlich wahrnehmbar vor allem in den vergangenen neun Monaten des „brandaktuellen“ Themas „islamistischer Terrorismus“, zuletzt mit dem bei C. F. Müller herausgegebenen Buch, darüber hinaus in zahlreichen Beiträgen für polizeiliche Fachzeitschriften und für das Jahrbuch Öffentliche Sicherheit (JBÖS) angenommen und es in vielen seiner Facetten umfänglich zu analysieren versucht, wie man schon an dem nachfolgenden kurzen Rechercheergebnis erkennen kann: Stefan Goertz – Islamistischer Terrorismus. Analyse – Definitionen – Taktik weiterlesen

Hanna & Nora Ziegert – Die Schuldigen

Ziegert, Hanna & Nora[1]; „Die Schuldigen.“[2]; ISBN: 978-3-328-10104-8, 271 Seiten, Penguin Verlag (Verlagsgruppe Random House), München, 2017, 13.– €

„Scheinbar unvorstellbare Taten begreiflich machen; in die Köpfe und die Seelen derjenigen hineinschauen, die ein Verbrechen begangen haben.“ In einer schon aufgrund der jeweiligen beruflichen Provenienz recht interessanten Co-Autorenschaft (vgl. Fn. 1) haben Mutter und Tochter, Hanna und Nora Ziegert, ein Buch geschrieben, „das die Möglichkeit geben soll, Kriminalfälle aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Was geht in einer Frau vor, die ihr Kind verhungern lässt? Warum vergewaltigt ein junger Mann seine Mutter? Die Ziegerts nehmen ihren Leser mit auf die Suche nach den Auslösern für solche Taten. Das ist nicht immer ganz einleuchtend, das ist manchmal literarisch ein wenig überambitioniert – aber auf jeder Seite sehr lehrreich und unbedingt lesenswert,“ schreibt Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung in der Buchempfehlung in seiner neuen Online-Reihe „Prantls Blick – Die politische Wochenvorschau“ vom 09. Juli 2017. Hanna & Nora Ziegert – Die Schuldigen weiterlesen

Frank-Rainer Schurich / Michael Stricker – Der Serienmörder Adolf Seefeld und die moderne Kriminalistik

Schurich, Frank-Rainer[1] / Stricker, Michael[2]; „Der Serienmörder Adolf Seefeld und die moderne Kriminalistik.“[3]; ISBN: 978-3-895-74875-2, 392 Seiten, Verlag Dr. Köster, Berlin, Schriftenreihe Polizei – Historische Kriminalistik, Erscheinungsjahr 2015, 24.95 €

Zur historischen Handlung des vorliegenden kriminalistischen Fachbuches:

Der reisende Uhrmacher Adolf Seefeld ist ein Hausierer mit einem gewissen Geschick für die Reparatur von Uhren, wie es zur Zeit der Weimarer Republik und des nachfolgend aufflammenden Nationalsozialismus viele gab. Er lebte unauffällig, schlief überwiegend unter freiem Himmel und war ob seiner Fähigkeiten und seiner unaufdringlichen Art durchaus nicht beliebt bei seinen Kunden. Er besaß jedoch auch die Gabe, Jungen im Kindesalter für sich zu vereinnahmen, aus sexueller Motivation. Sie schenkten ihm schnell ihr Vertrauen, nannten ihn liebevoll Onkel Tick-Tack. Frank-Rainer Schurich / Michael Stricker – Der Serienmörder Adolf Seefeld und die moderne Kriminalistik weiterlesen

Wolfgang Löwer – Regeln guter wissenschaftlicher Praxis im Spiegel (mehr zufälliger) literaturhistorischer und wissenschaftsgeschichtlicher Funde

Löwer, Wolfgang Prof. Dr. [1]; „Regeln guter wissenschaftlicher Praxis im Spiegel (mehr zufälliger) literaturhistorischer und wissenschaftsgeschichtlicher Funde.“[2]; ISBN: 978-3-8487-3905-9, 47 Seiten, Nomos Verlag, Baden-Baden, 2017, 19.– €

„Täuscher in der Wissenschaft weisen das Skandalöse ihres Tuns häufig mit dem Hinweis zurück, im Zeitpunkt des Wissenschaftsbetrugs hätten weniger strenge Regeln gegolten.“ Vornehmlich am Beispiel des im Jahr 1864 erschienenen Romans von Gustav Freytag, „Die verlorene Handschrift“[3], aber auch anhand von anderen „literarischen und wissenschaftsgeschichtlichen Beispielen“ weist Löwer texthermeneutisch und sehr anschaulich „mit dem Mittel anekdotischer Evidenz“ nach, dass „die aus der Sachgesetzlichkeit der Wissenschaft folgenden (Grund-)Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis schon über sehr lange Zeit stabil sind.“[4] Wolfgang Löwer – Regeln guter wissenschaftlicher Praxis im Spiegel (mehr zufälliger) literaturhistorischer und wissenschaftsgeschichtlicher Funde weiterlesen