Buchbesprechungen

Dirk Kurbjuweit – Angst

Kurbjuweit, Dirk[1]; „Angst“[2]; ISBN: 978-3871347290, 256 Seiten, Rowohlt Verlag, Berlin, 2013, Hardcover 18,95 €, E-Book 16,99 €, Taschenbuch 9,99 €

Warum bespricht man einen sehr spannenden, sowohl in seiner psychosozialen Anlage beeindruckenden als auch sprachlich eingängigen Kriminalroman aus dem Jahr 2013, wenn er ob seiner Qualitäten schon vielfach besprochen wurde (vgl. hierzu nur Fn. 2)? Dafür gibt es viele gute (kriminologisch-sozial­wissen­schaftliche / kriminaltaktische und -strategische / straf- und strafprozess­rechtliche / kriminalpolitische wie – zugegebenermaßen – in diesem Fall auch durchaus eigennützige) Gründe. Continue reading Dirk Kurbjuweit – Angst

Jens Kersten – Schwarmdemokratie. Der digitale Wandel des liberalen Verfassungsstaates.

Kersten, Jens Prof. Dr.[1]; „Schwarmdemokratie. Der digitale Wandel des liberalen Verfassungsstaates.“[2]; ISBN: 978-3-16-155165-9, 317 Seiten, Mohr Siebeck Verlag, Tübingen, 2017, 24.– €

„Wer es vor ein paar Jahren auch nur gewagt hätte, die demokratische Legitimation des Internets in Frage zu stellen, wäre bestenfalls ignoriert worden. Wer heute das Internet als ein demokratisches Medium versteht, erntet bestenfalls ein irritiertes Kopfschütteln. Das Internet scheint extreme Antworten herauszufordern: entweder Netzdemokratie oder digitale Diktatur. Doch man sollte sich von der allgegenwärtigen Hysterie nicht anstecken lassen. Continue reading Jens Kersten – Schwarmdemokratie. Der digitale Wandel des liberalen Verfassungsstaates.

Vasiliki Chalkiadaki – Gefährderkonzepte in der Kriminalpolitik. Rechtsvergleichende Analyse der deutschen, französischen und englischen Ansätze

Chalkiadaki, Vasiliki Dr. LL.M[1]; „Gefährderkonzepte in der Kriminalpolitik. Rechtsvergleichende Analyse der deutschen, französischen und englischen Ansätze“[2]; ISBN: 978-3-658-16011-1, 472 Seiten, Springer-Verlag / Fachmedien, Wiesbaden, 2017, 54.99 €

Ausgangspunkt der Untersuchung ist der in der aktuellen sicherheitspolitischen Diskussion seit den Anschlägen vom 11. September 2001 beinahe selbst­verständlich, ja fast inflationär gebrauchte sicher­heitsbehördliche „Arbeitsbe­griff“ des Gefährders[3], dem es jedoch ange­sichts aus ihm heraus begründeter potentiell schwerwiegender Eingriffe, die auf eben jener Gefahren­prognose beruhen, nach wie vor an einer Legaldefinition[4] mangelt. Continue reading Vasiliki Chalkiadaki – Gefährderkonzepte in der Kriminalpolitik. Rechtsvergleichende Analyse der deutschen, französischen und englischen Ansätze

Arndt Sinn – Organisierte Kriminalität 3.0

Sinn, Arndt Prof. Dr.[1]; „Organisierte Kriminalität 3.0“[2]; ISBN: 978-3-662-49843-9, 84 Seiten, Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, 2016, 29.99 €

Der Autor, der sich sehr intensiv mit dem Phänomen OK auseinandersetzt und zahlreichen fachspezifischen (internationalen) Expertengremien angehört, hat erst am 16. Mai 2017 seine neue Studie „Wirtschaftsmacht Organisierte Kriminalität: Illegale Märkte und illegaler Handel“[3]  (ebenfalls bei Springer erschienen) in der Bundespressekonferenz vorgestellt. Continue reading Arndt Sinn – Organisierte Kriminalität 3.0

Tobias R. Andrissek – Vergeltung als Strafzweck. Empirisch-soziologische Begründung und kriminalpolitische Folgerungen.

Andrissek, Tobias R. Dr. [1]; Vergeltung als Strafzweck. Empirisch-soziologische Begründung und kriminalpolitische Folgerungen [2]; ISBN: 978-3-16-155325-7, 258 Seiten, Mohr Siebeck Verlag, Tübingen, Reihe: Studien und Beiträge zum Strafrecht, Band 13, 2017, 74.– €

Die wirklich spannend aufgebaute und inhaltlich sehr herausfordernde, dem nach wie vor verbreitetem strafrechtlichen Präventionsdenken in weiten Teilen kontradiktorisch begegnende Dissertation, präsentiert eine empirisch begrün­dete, (modifiziert) vergeltende[3] Straf­zweck­theorie im neuen Gewand, denomina­tiv gekleidet in den Begriff der „retri­butiven General­prävention“. Continue reading Tobias R. Andrissek – Vergeltung als Strafzweck. Empirisch-soziologische Begründung und kriminalpolitische Folgerungen.