Buchbesprechungen

Strafvollzugsgesetze – Feest, Johannes / Lesting, Wolfgang / Lindemann, Michael (Hrsg.) – Rezensiert von: Andreas Ruch

Strafvollzugsgesetze; Feest, Johannes / Lesting, Wolfgang / Lindemann, Michael (Hrsg.), 7. Aufl. Köln; 2017, 1923 Seiten, 168,00 €, ISBN 9783452284464

 

Die Reihe „Alternativkommentare“ unterscheidet sich von klassischer Kommentarliteratur dadurch, dass zur Erläuterung des Gesetzestextes neben Rechtsprechung, Literatur und Gesetzesmaterialien auch rechtstatsächliche Erkenntnisse herangezogen werden. Dieser Blick über den juristischen Tellerrand ist vor allem im Strafvollzugsrecht von Bedeutung. Denn in kaum einem anderen Rechtsgebiet greift der Staat derart unmittelbar und intensiv in die Grundrechte der Bürger ein, zuvorderst namentlich durch die Entziehung der Freiheit. Strafvollzugsgesetze – Feest, Johannes / Lesting, Wolfgang / Lindemann, Michael (Hrsg.) – Rezensiert von: Andreas Ruch weiterlesen

Stadtpolizei statt Polizei (2017) – Lisa Tuchscherer – Rezensiert von: Karsten Lauber

Tuchscherer, Lisa; Stadtpolizei statt Polizei (2017); 185 Seiten, Duncker & Humblot, Berlin, ISBN 978-3-428-15130-1 (Print), 69,90 €

  1. Thema

Die Rückkehr zu kommunalen Polizeien in vielen Städten sowie die Einführung von freiwilligen Polizei(hilfs)diensten führt zu einer zunehmenden Fragmentierung der Sicherheitsarchitektur. Ist überall Polizei drin, wo Polizei draufsteht und ist den Bürgern und Institutionen klar, über welche Befugnisse die unterschiedlichen Ordnungshüter verfügen? Blaue Uniform, Waffen, Blaulicht … und doch ist es nicht die Polizei. Oder doch? In Hessen gibt es neben dem Polizeivollzugsdienst noch Hilfspolizeibeamte (in Frankfurt am Main als Stadtpolizei bezeichnet), die Wachpolizei sowie den freiwilligen Polizeidienst. Auch in anderen Kommunen geht seit einigen Jahren der Trend zurück zur kommunalen Polizei. Stadtpolizei statt Polizei (2017) – Lisa Tuchscherer – Rezensiert von: Karsten Lauber weiterlesen

Gespräche über den Staat – Utz Schliesky – Rezensiert von: Leif Artkämper

Schliesky, Utz; Gespräche über den Staat; 1. Auflage 2017, 276 Seiten, 19,95 €, ISBN: 978 3 406 71208 1

„Schließlich muss nicht alles Unerwartete uns das Fürchten lehren. Das gilt auch für Regierungsbildungen, die in ungewohnter Weise auf sich warten lassen. Der Staat handelt nach den Regeln, die unsere Verfassung für eine Situation wie diese ausdrücklich vorsieht, auch wenn solche Regeln in den letzten Jahrzehnten nie gebraucht wurden.“
Aber was genau ist dieser Staat, dem heutzutage immer wieder „Staatsversagen“ vorgeworfen wird? Welche Aufgaben hat er? Welchen Herausforderungen muss er sich stellen und inwieweit wird der Staat diesen Aufgaben gerecht? Gespräche über den Staat – Utz Schliesky – Rezensiert von: Leif Artkämper weiterlesen

»Wir wollten ins Verderben rennen« Die Geschichte des Sozialistischen Patientenkollektivs Heidelberg – Christian Pross – Rezensiert von: Thomas Feltes

Pross, Christian unter Mitarbeit von Schweitzer, Sonja und Wagner, Julia; »Wir wollten ins Verderben rennen« Die Geschichte des Sozialistischen Patientenkollektivs Heidelberg; Psychiatrie-Verlag Köln 2016, 501 S., ISBN 978-3-88414-672-9, 39,95 Euro

Sozialismus ist out. Das „Sozialistische Patientenkollektiv“ (SPK) ist Geschichte. Warum darüber noch reden oder schreiben? Klaus Dörner (s. die Besprechung seines Lehrbuches hier: http://polizei-newsletter.de/wordpress/?p=840) schreibt dazu auf der Verlagswebsite[1] folgendes: „Zumeist regt sich das öffentliche Interesse am SPK als angebliche terroristische Kaderschmiede nur anlässlich der Jahrestage von Anschlägen der RAF. Anders als die sensationslustigen Gräuelgeschichten von den »Irren am Gewehr« möchte dieses Buch dazu beitragen, sich ernsthaft mit dem SPK auseinanderzusetzen als einem komplexen, dramatischen und erinnerungswürdigen Stück Zeit- und Psychiatriegeschichte und Geschichte der 68er-Bewegung.“ »Wir wollten ins Verderben rennen« Die Geschichte des Sozialistischen Patientenkollektivs Heidelberg – Christian Pross – Rezensiert von: Thomas Feltes weiterlesen

Verortungen in der Jerusalemer Altstadt. – Johannes Becker – Rezensiert von: Thomas Feltes

Becker, Johannes; Verortungen in der Jerusalemer Altstadt. Lebensgeschichten und Alltag in einem engen urbanen Raum; transcript-Verlag Bielefeld, 2017, 456 S., ISBN 978-3-8376-3938-4, 44,99 Euro

Die Jerusalemer Altstadt ist aufgrund ihrer politischen und religiösen Bedeutsamkeit einer der bekanntesten Orte der Welt. Obwohl die Altstadt statistisch gut erfasst ist, sind die Perspektiven und Erfahrungen der palästinensischen Bewohner in diesem aufgeladenen und engen urbanen Raum weniger bekannt und in der sozialwissenschaftlichen Forschung vergleichsweise wenig diskutiert. Johannes Becker hat sich über mehrere Jahre hinweg immer wieder in Jerusalem aufgehalten und die Ergebnisse seiner Feldforschung und seiner Biographieforschung werden in diesem überaus lesenswerten Buch vorgestellt. Verortungen in der Jerusalemer Altstadt. – Johannes Becker – Rezensiert von: Thomas Feltes weiterlesen