Laurence Miller, The Psychology of Police Deadly Force Encounters: Science, Practice, and Policy. Illinois 2020: Charles C. Thomas Publisher. ISBN 978-0-398-09326-6, 45.- US-Dollar. 287 S.
Nicht nur (aber auch) wegen der in den vergangenen Monaten in den Medien intensiv diskutierten Vorfälle von Polizeigewalt liegt es nahe, sich mit möglichen individuellen und strukturellen Erklärungsversuchen zu beschäftigen. Während dabei bislang vor allem
strukturelle Fragen im Vordergrund standen (Stichworte: Gewaltmissbrauch, Rassismus, mangelnde Fehlerkultur), blieb die Frage nach den individuellen, d.h. persönlichen Faktoren, die polizeiliches (Gewalt-)Handeln wesentlich beeinflussen, im Hintergrund. Dabei ist jedes menschliche Handeln nicht nur von externen Faktoren beeinflusst, sondern ganz wesentlich von individuellen Merkmalen und Erfahrungen geprägt. Mit dieser Problematik beschäftigt sich das Buch von Laurence Miller, das in seiner umfassenden Darstellung der Thematik wohl als einmalig angesehen werden kann. Continue reading Laurence Miller. The Psychology of Police Deadly Force Encounters: Science, Practice, and Policy. Illinois 2020
nd geht der Frage nach, warum es in manchen Ländern (hier Frankreich) zu Spannungen und gewaltsamen Revolten kommt und in anderen (noch) nicht. Im Besonderen interessiert die Autorin dabei, ob gewisse polizeiliche Handlungspraktiken, beispielsweise routinemäßig durchgeführte Identitätskontrollen, von jungen Menschen mit Migrationshintergrund als diskriminierend empfunden werden und Konsequenzen für deren Einstellung und Kooperation mit der Polizei haben.
Deutschland ist: dem Sportwettbetrug. Zum 01.01.2016 hat der Gesetzgeber die Vorschriften der §§ 265c und 265 d StGB geschaffen, mit denen sich die vorliegende Arbeit beschäftigt. Bestraft werden sollen demnach Spitzensportler*innen des organisierten Sports und diejenigen, die aus der sportlichen Betätigung unmittelbar oder mittelbar Einnahmen von erheblichem Umfang erzielen. Dabei ist schon hier unklar, was Spitzensportler sind, was „organisierter Sport“ und was „Einnahmen in erheblichem Umfang“ sein sollen, oder „was auch immer dies ist im diffusen Entlohnungssystem unterhalb des Berufssports heißen mag“. Der ehemalige Bundesverfassungsrichter Udo Steiner, von dem diese Aussage stammt, hat diese Formel als „eher geeignet für den Gesetzesvollzug durch Sozial- und Steuerbehörden und weniger durch die Organe der Strafverfolgung“ bezeichnet
andererseits aktuelle Ausprägungen der Ungleichheit zu beschreiben und analysieren. So nimmt er immer wieder den Umgang mit der Corona-Pandemie zum Anlass, zu kritisieren, in wessen Interesse Politik gemacht wird – nämlich zugunsten Hyperreicher und Unternehmen, zulasten Armer. Andererseits bezieht er auch die grundlegenden Ausführungen auf die aktuelle Situation, wenn er etwa den „schweinischen Kapitalismus“ (in Abgrenzung zum rheinischen Kapitalismus der 1990er) mit Lohn- und Sozialdumping, „skrupellose[r] Leuteschinderei und massenhafte[r] Tierquälerei“ (S. 81 f.) beschreibt und am Beispiel der massenhaften Covid-Infektionen im Schlachtbetrieb von Tönnies festmacht.
Ostdeutschland als ein vom Westen kolonialisiertes Land der kleinen Leute ohne politisches Gewicht und ohne soziale Anerkennung (S.8) – mit diesem Vorurteil will Pollack aufräumen und vertritt dazu die These, „dass es sich bei der ostdeutschen Bevölkerung um einen starken politischen Akteur handelt, der sich im Prozess der deutsch-deutschen Wiedervereinigung … sehr wohl ins Spiel zu bringen gewusst hat und es auch noch im Modus des Klagens versteht, sich selbst zu behaupten“ (aaO.).