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Christian Barthel (Hrsg.): Proaktive Polizeiarbeit als Führungs- und Managementaufgabe. Rezensiert von Thomas Feltes

Christian Barthel (Hrsg.): Proaktive Polizeiarbeit als Führungs- und Managementaufgabe. Grundlagen – Praxis – Perspektiven. Springer Gabler, Wiesbaden 2021, Softcover ISBN: 978-3-658-34200-5, 54,99 Euro, e-book ISBN: 978-3-658-34201-2, 42,99 Euro.

„Bürgerorientierung, eine präventive und proaktive Polizeiarbeit gehört heute zum Selbstverständnis der Polizei. Auf allen Führungsebenen der Polizeiorganisation bis hinauf zu den Funktionsspitzen der Sicherheitspolitik in Bund und Ländern wird dieses Credo kommuniziert. Neben dem objektiven Kriminalitätsaufkommen und der repressiven Bekämpfung von Straftaten gilt die präventive Gefahrenabwehr und die Orientierung am subjektiven Sicherheitsempfinden der Bürger als ein zentrales Handlungsfeld der Polizei.“ Mit diesen Sätzen beginnt das Vorwort von Barthel in dem von ihm herausgegebenen Sammelband. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um Polizeigewalt und rechte Netzwerke in der Polizei mutet der Band etwas aus der Zeit gefallen an – bei den oftmals heute leider üblichen Vorläufen von zwei bis drei Jahren für solche Sammelbände kein Wunder. Dennoch lohnt die Lektüre des Bandes, auch und weil die Beiträge interdisziplinär angelegt sind und Theorie und Praxis miteinander verbunden werden – zumindest in den meisten der Beiträge. Continue reading Christian Barthel (Hrsg.): Proaktive Polizeiarbeit als Führungs- und Managementaufgabe. Rezensiert von Thomas Feltes

Frank Urbaniok: Darwin schlägt Kant. Rezensiert von Thomas Feltes

Frank Urbaniok: Darwin schlägt Kant. Über die Schwächen der menschlichen Vernunft und ihre fatalen Folgen. ISBN: 978-3-280-05722-3, 480 Seiten. Orell Füssli Verlag Zürich, 28.- Euro.

Ist es der „schlagfertige“ Titel („Darwin schlägt Kant“), der Name des Autors oder die Tatsache, dass Frank Urbaniok, in der Vergangenheit mehrmals in (auch negative) Schlagzeilen geraten war, der das Interesse an diesem Buch weckt? Oder ist es die Tatsache, dass hier ein Psychiater über Vernunft, die, so seine eigene Aussage, „seit Jahrtausenden im Zentrum philosophischen (!) Denkens“ stehe (S. 217), schreibt? Jedenfalls lohnt es sich – auch und besonders wegen der durchgängig sehr positiven Rezensionen des Buches[1] – dieses „Lebenswerk“ (ob Urbaniok es selbst so bezeichnen würde, weiß man nicht) genauer anzusehen. Continue reading Frank Urbaniok: Darwin schlägt Kant. Rezensiert von Thomas Feltes

Dierk Schäfer, Devianz als Schicksal? Die kriminelle Karriere des Dieter Schulz. Rezensiert von Thomas Feltes

Dierk Schäfer, Devianz als Schicksal? Die kriminelle Karriere des Dieter Schulz. Tübinger Schriften und Materialien zur Kriminologie 45, Tübingen 2021. ISBN 978-3-937368-90-0 (elektronische Version) Online verfügbar.

462 Seiten von bzw. über einen Menschen (und dessen Sohn), über jemanden, der eine spektakuläre Heimkarriere hinter sich ge- und fast 20 Jahre im Gefängnis verbracht hat? Lohnt sich eine solche Lektüre? Lohnt es sich, die darin enthaltene Autobiographie dieses „Straftäters“, überschrieben mit „Der Ausreis(ß)ende oder eine Kindheit, die keine Kindheit war“ zu lesen? Um es vorweg zu nehmen: Es lohnt sich auf jeden Fall! Continue reading Dierk Schäfer, Devianz als Schicksal? Die kriminelle Karriere des Dieter Schulz. Rezensiert von Thomas Feltes

Denise Mina, Klare Sache, resensiert von Thomas Feltes

Denise Mina, Klare Sache, aus dem Englischen von Zoë Beck. Argument Verlag, Hamburg 2019, ISBN 9783867542425, gebunden, 346 Seiten, 21,00 EUR

Wenn jemand Jura studiert und danach in Kriminologie und Strafrecht promovieren will, stattdessen aber beginnt, Krimis zu schreiben, dann wird man genauer hinsehen müssen, vor allem wenn das hier besprochene Buch auf dem 3. Platz des Deutschen Krimipreises 2019 landet[1] und die Autorin im Jahr 2020 mit ihrem Buch „Götter und Tiere“ sogar auf Platz 1 international. Continue reading Denise Mina, Klare Sache, resensiert von Thomas Feltes

Matthias Bäcker u.a. (Hrsg.), Handbuch des Polizeirechts. Rezensiert von Holger Plank

Matthias Bäcker[1] / Erhard Denninger[2] / Kurt Graulich[3] (Hrsg.): „Handbuch des Polizeirechts. Gefahrenabwehr – Strafverfolgung – Rechtsschutz“ [4]

(7., vollständig neu überarbeitete Auflage des von Hans Lisken [+] mitbegründeten Werks; ISBN: 978-3-406-74370-2, 1956 Seiten C. H. Beck Verlag, München, 2021, 199.– €

Das Handbuch des Polizeirechts[5] ist wegen der seit einigen Jahren sehr dy­namischen Fortentwicklung dieser Rechtsmaterie im Bund und den Ländern „aus der Landschaft der deutschen Literatur zum Sicherheitsrecht nicht mehr wegzudenken.“[6] Tiefgreifende ökonomische, politische und soziokulturelle Transformationspro­zesse, die gegenwärtig noch deutlich an Intensität und Geschwindigkeit zuneh­men, verändern die Risikoperzeption der Menschen und des Gesetzgebers. Ganz allgemein stehen traditionelle Gewissheiten zur Disposition, der gewohnten Er­wartbarkeit und Berechenbarkeit wird zunehmend das Fundament entzogen. Die Dynamik der Veränderung findet ihre individuelle Entsprechung in abnehmender Überschaubarkeit und sinkender Erwartungssicherheit.[7] Continue reading Matthias Bäcker u.a. (Hrsg.), Handbuch des Polizeirechts. Rezensiert von Holger Plank