Buchbesprechungen

Mark Fahnert: Lied des Zorns. Rezensiert von Thomas Feltes

Mark Fahnert: Lied des Zorns. Piper, München, 12,99 Euro, E-Book 9.99 Euro, 432 Seiten, ISBN 978-3-492-06211-4

Wenn ein Verlag offensiv damit wirbt, dass der Autor Polizeibeamter ist und „mehrere Jahre … verdeckt als szenekundiger Beamter (ermittelte), bevor er bei der Autobahnpolizei im rasanten Einsatz seinen Dienst versah“ (Klappentext), dann wird man nicht nur als Kriminologe und Polizeiwissenschaftler stutzig. Auch als gestandener „Krimi-Leser“ ist man erst einmal skeptisch, wenn sich jemand, der das Handwerk des Schreibens nicht erlernt hat, diesem Genre zuwendet – zumal an wirklich guten Kriminalromanen eigentlich kein Mangel herrscht[1]. Continue reading Mark Fahnert: Lied des Zorns. Rezensiert von Thomas Feltes

Thomas-Gabriel Rüdiger, Petra Saskia Bayerl (Hrsg.): Cyberkriminologie. Kriminologie für das digitale Zeitalter. Rezensiert von Holger Plank

Thomas-Gabriel Rüdiger[1] / Petra Saskia Bayerl[2] (Hrsg.): Cyberkriminologie. Kriminologie für das digitale Zeitalter[3] (ISBN: 978-3-658-28506-7 [Print] / 978-3-658-28507-4 [eBook], 755 Seiten, Springer VS Verlag, Wiesbaden, 2020, 54,99 € als Softcover / 42,99 € als eBook)

Die beiden Herausgeber haben es nur zwei Jahre nach ihrem ersten gemeinsamen Sammelband zur „Digitalen Polizeiarbeit“ erneut geschafft, dem aktuell immer bedeutsamer werdenden, akademisch jedoch nach wie vor „zarten Plänzlein“ Cyberkriminologie in einem 755-seitigen Sammelband mit 27 Aufsätzen von insgesamt 50 Autoren den erforderlichen Boden zu bereiten. Das ist gut so, denn mit diesem sprichwörtlichen Wind nach langer Flaute in die schlaffen disziplinären Segel geblasen, leistet das Werk sicher seinen Beitrag, sodass die subkategoriale (cyber-)kriminologische „Brigg“ auch im akademischen Raum „Fahrt aufnehmen“ wird. Continue reading Thomas-Gabriel Rüdiger, Petra Saskia Bayerl (Hrsg.): Cyberkriminologie. Kriminologie für das digitale Zeitalter. Rezensiert von Holger Plank

Ulrich Eisenberg: Jugendgerichtsgesetz, bearbeitet von Ralf Kölbel. Rezensiert von Holger Plank

Ulrich Eisenberg[1]: Jugendgerichtsgesetz[2], bearbeitet von Ralf Kölbel[3]

ISBN: 978-3-406-73878-4, 1661 Seiten, C. H. Beck Verlag, München, Reihe „Beck‘ sche Kurzkommentare“, Band 48, 21. Auflage 2020, 109.- €)

Seit der ersten Auflage 1982 hat Ulrich Eisenberg den Beck‘ schen Kurz-Kommentar zum Jugendgerichtsgesetz bis zur 20. Auflage 2018 in alleiniger Bearbeitung zu einem über alle jugendstrafrechtlichen Professionen hinweg ge­schätzten und vielzitierten Standardwerk gemacht. Mit der 21. Auflage geht nun die Bearbeitung des Werkes auf Ralf Kölbel über, der auch schon die Bearbeitung des großen Lehrbuchs der „Kriminologie“ im Jahr 2017 von Hr. Eisenberg über­nommen hatte. Das ist schon einmal eine gute Nachricht, bleibt doch das beachtliche Werk somit sehr wahrscheinlich über viele weitere Auflagen erhalten. Nun harrt nur noch das letzte von Hr. Eisenberg mit unablässiger Akribie allein verantwortete große Werk, der Spezialkommentar zum „Beweisrecht der StPO“ (vgl. Fn. 1) der Übernahme der „Neu“-Bearbeitung, dann in der 11. Auflage. Continue reading Ulrich Eisenberg: Jugendgerichtsgesetz, bearbeitet von Ralf Kölbel. Rezensiert von Holger Plank

Jörg Kinzig: Noch im Namen des Volkes? Über Verbrechen und Strafe. Rezensiert von Holger Plank

Jörg Kinzig: Noch im Namen des Volkes? Über Verbrechen und Strafe[1] (ISBN: 978-3-280-05698-1, 124 Seiten, orell füssli Verlag, Zürich, 2020, 10.- €)

Jörg Kinzig[2] hat ein schmales, dennoch interessantes und in jedem Fall lesens­wertes „Büchlein“ – er selbst bezeichnet es als Essay (S. 9) – über Verbrechen und Strafe geschrieben. Darin widerlege er „mit dem Langmut eines Nachhilfelehrers Klischee um Klischee“, schreibt sehr zutreffend Wolfgang Janisch in der SZ vom 13.04.2020. Continue reading Jörg Kinzig: Noch im Namen des Volkes? Über Verbrechen und Strafe. Rezensiert von Holger Plank

Antje Gansewig, Maria Walsh: Biografiebasierte Maßnahmen in der schulischen Präventions- und Bildungsarbeit. Rezensiert von Rüdiger Schilling

Antje Gansewig, Maria Walsh: Biografiebasierte Maßnahmen in der schulischen Präventions- und Bildungsarbeit. Eine empirische Betrachtung des Einsatzes von Aussteigern aus extremistischen Szenen unter besonderer Berücksichtigung ehemaliger Rechtsextremer. Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2020, ISBN 978-3-8487-6317-7. € 98,-, ca.  475 S.

Biografiebasierte Maßnahmen in der schulischen Präventions- und BildungsarbeitIn diesem Werk widmen sich die beiden Autorinnen dem Einsatz von Zeitzeugen, vornehmlich Aussteigern aus der rechtsextremen Szene. Es ist „die erste umfassende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema ‚Frühere Extremisten in der schulischen Präventionsarbeit‘ in dieser Art“ (S. 406). Sie führen in den Phänomenbereich und in den überwiegend schulischen Einsatz von Aussteigern ein und begründen so ihre Studie. Diese selbst wird in ihrer Vielfalt dargestellt, reflektiert und in bisherige Forschungserkenntnisse eingebettet. Der Einsatz von Zeitzeugen, zumindest aus extremistischen Szenen, wird begründet hinterfragt und es werden hohe Hürden für einen erfolgversprechenden Nutzen solcher Maßnahmen aufgestellt. Continue reading Antje Gansewig, Maria Walsh: Biografiebasierte Maßnahmen in der schulischen Präventions- und Bildungsarbeit. Rezensiert von Rüdiger Schilling