Buchbesprechungen                                                                Verantwortlich für den Inhalt der Besprechungen sind die jeweiligen Rezensenten*innen

Ines Geipel – Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass – Rezensiert von: Thomas Feltes

Geipel, Ines; Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass; 4. Druckaufl. 2019, 277 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag. ISBN: 978-3-608-96372-4. Klett-Cotta, 20.- Euro

Spätestens mit den Wahlen zum EU-Parlament im Mai 2019 ist jedem deutlich geworden, dass der Osten Deutschlands zwar nicht braun ist, aber zumindest in vielen Bereichen mehrheitlich rechts, rechtskonservativ und auch rechtsextremistisch wählt. Ob aus dem Wahlverhalten auch auf individuelle Einstellungen geschlossen werden kann, ist zwar umstritten. Was wir aber seit dem NSU-Drama glaubten zu wissen, ist nunmehr auch schwarz auf weiß nachzuvollziehen. Aber wieso ist die Grundstimmung im Osten so anders als im Westen? Ines Geipel – Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass – Rezensiert von: Thomas Feltes weiterlesen

Thomas Obruca: 16 Jahre später – Sarajewo und Mostar: ein Wiedersehen – Rezensiert von: Thomas Feltes

Obruca, Thomas; 16 Jahre später – Sarajewo und Mostar: ein Wiedersehen; ISBN 978-3-200-06156-9. Selbstverlag, zu beziehen über https://www.tomoideas.com/shop/ , 171 S., 29,90 Euro

Der Autor verbrachte insgesamt 6 Jahre in Bosnien und Herzegowina, u.a. als Angehöriger des österreichischen UN-Polizeikontingentes. Später war er Sonderermittler für den internationalen Gerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY). Als leidenschaftlicher Hobbyfotograf hat er während dieser Zeit seine Eindrücke dokumentiert und nun in einem Buch Bildern gegenübergestellt, die er 2015, 10 Jahre nach seinem letzten Besuch, dort aufgenommen hat. Bilder von Verwüstung und Zerstörung, Not und Eindrücke von Freunden reihen sich in dem Buch aneinander. Thomas Obruca: 16 Jahre später – Sarajewo und Mostar: ein Wiedersehen – Rezensiert von: Thomas Feltes weiterlesen

Tobias Kulhanek – Die Sprach- und Ortsfremdheit von Beschuldigten im Strafverfahren – Rezensiert von: Leif Artkämper

Kulhanek, Tobias Dr. ; Ortsfremdheit von Beschuldigten im Strafverfahren; (ISBN: 978-3-428-15721-1 , 385 Seiten, Duncker & Humblot Verlag, Berlin, 2019, 99,90.- €)

Das Buch, zugleich eine im Jahr 2018 von der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg angenommene Dissertation des Verfassers, widmet sich dem deutschen Umgang mit sprach- und ortsfremden Beschuldigten im Lichte des unionsrechtlichen Diskriminierungsverbots (Art. 18 AEUV) und damit einem immer bedeutsamer wer­denden Spannungs­feldes. Tobias Kulhanek – Die Sprach- und Ortsfremdheit von Beschuldigten im Strafverfahren – Rezensiert von: Leif Artkämper weiterlesen

Christoph Keller – Persönlichkeitsrecht von Polizeibeamten – Polizeibeamte im Spannungsverhältnis zwischen Amtsträger und „Bürger in Uniform“ – Rezensiert: Bijan Nowrousian

Keller, Christoph; Persönlichkeitsrecht von Polizeibeamten – Polizeibeamte im Spannungsverhältnis zwischen Amtsträger und „Bürger in Uniform“; VDP-Verlag, Hilden 2019; 480 Seiten; ISBN 9783801108243, 34.90 Euro

Fotos von sich während der Begleitung einer Demonstration, abwertende Kommentare im Rahmen einer Kontrolle, „Hausbesuche“ durch Beschuldigte – muss man sich dies als Polizeibeamter gefallen lassen? Diese Fragen sind leider nicht nur theoretischer Natur. Der spürbar abnehmende Respekt zumindest in politisch extremen und in kriminogenen Milieus gegenüber der Polizei lassen Grenzüberschreitungen gegenüber eingesetzten Beamten mehr und mehr zum Regelfall werden, auch bis in den privaten Bereich hinein. Was also muss man sich als Polizeibeamter hier „bieten lassen“? Wo ist die Grenze erreicht, an der man solches Verhalten rechtlich abwehren darf? Christoph Keller – Persönlichkeitsrecht von Polizeibeamten – Polizeibeamte im Spannungsverhältnis zwischen Amtsträger und „Bürger in Uniform“ – Rezensiert: Bijan Nowrousian weiterlesen

Uwe Füllgrabe – Psychologie der Eigensicherung. Überleben ist kein Zufall – Rezensiert von: Thomas Feltes

Füllgrabe, Uwe; Psychologie der Eigensicherung. Überleben ist kein Zufall; Richard Boorberg Verlag, 2019, 8., aktualisierte und erweiterte Auflage, 348 S.; ISBN 978-3-415-06486-7, gebunden 34,90 Euro, als e-Book 33.- Euro.

Wenn ein Buch damit beworben wird, dass es eine „Tatsache“ sei, „dass sich in der letzten Zeit nicht nur Angriffe auf Polizisten häufen, sondern auch auf Feuerwehrleute und Rettungskräfte“ und dies die Notwendigkeit dieses Buches belege, dann wird man als Kriminologe hellhörig. Denn der Anstieg, von dem hier ausgegangen wird, ist nicht belegt, wird aber oft (vor allem von Polizeigewerkschaften) behauptet. Angestiegen ist sicherlich die öffentliche Wahrnehmung dieses Problems, und angestiegen sind auch die Klagen von Polizeibeamt*innen und Einsatzkräften über Gewalt im Einsatzalltag. Uwe Füllgrabe – Psychologie der Eigensicherung. Überleben ist kein Zufall – Rezensiert von: Thomas Feltes weiterlesen