Buchbesprechungen

Murray, Kenneth R., Haberfeld, Maria (Maki): Use of Force Training in Law Enforcement. A Reality Based Approach. Rezensiert von Thomas Feltes.

Murray, Kenneth R., Haberfeld, Maria (Maki): Use of Force Training in Law Enforcement. A Reality Based Approach. Springer International Publishing Cham, 109 S., Softcover ISBN 978-3-030-59878-5, 53,49 Euro; eBook ISBN 978-3-030-59880-8, 39,99 Euro

Polizeiliches Gewalthandeln ist in den USA schon seit längerem Thema hitziger Diskussionen, in Deutschland spätestens seit der Studie von Tobias Singelnstein 2019/20 und der Ereignissen im Zusammenhang mit polizeilichen Übergriffen im vergangenen Jahr[1]. Murray und Haberfeld legen mit diesem Buch vor dem Hintergrund der Situation in den USA ein Konzept zum „Use of Force Training“ vor, also dazu, wie die rechtmäßige Anwendung von Polizeigewalt trainiert werden kann. Continue reading Murray, Kenneth R., Haberfeld, Maria (Maki): Use of Force Training in Law Enforcement. A Reality Based Approach. Rezensiert von Thomas Feltes.

Islam Qerimi, Gewohnheitsrecht in Albanien – Rolle und Herkunft des Kanun bei den Albanern. Rezensiert von Lars Dippel

Islam Qerimi, Gewohnheitsrecht in Albanien – Rolle und Herkunft des Kanun bei den Albanern. Bearbeitete und vervollständigte Neuausgabe, Diplomica Verlag, Hamburg 2018, ISBN 978-3-95993-073-4, 16,99 Euro.

Mit dem Kanun, dem Gewohnheitsrecht der Albaner, wird in der Regel das Institut der Blutrache verbunden. Vor dem geistigen Auge hat man das Bild jener dunkelhaarigen schnauzbärtigen Männer, die mit blutunterlaufenen Augen, blanke Messer in den Händen haltend, anderen nach dem Leben trachten. Dass dies dem Reich der Märchen und blühenden Phantasie entspringt, dürfte jedem halbwegs denken Menschen einleuchten. Aber mit Schubladen und Vorurteilen lässt es sich eben auch bequemer leben. Die Abhandlung von Qerimi setzt sich mit diesem Merkmal des Gewohnheitsrechts kritisch, jedoch auch erläuternd auseinander, ohne das Phänomen der Blutrache zu rechtfertigen. Continue reading Islam Qerimi, Gewohnheitsrecht in Albanien – Rolle und Herkunft des Kanun bei den Albanern. Rezensiert von Lars Dippel

Kai Müller, Polizeibeamte als Zeugen im Strafverfahren. 2. Auflage 2021. Rezensiert von Thomas Feltes

Kai Müller, Polizeibeamte als Zeugen im Strafverfahren. Vom Ermittler zum Beweismittel. 2., aktualisierte Auflage 2021, 174 S., Boorberg-Verlag, ISBN 978-3-415-06913-8, 19,80 Euro.

Polizeibeamt*innen treten häufiger vor Gericht als Zeug*innen auf. Das Buch hat zum Ziel, sie darauf (besser) vorzubereiten. Der Autor, Kai Müller, war Rechtsanwalt und Strafverteidiger und ist jetzt Dozent in der polizeilichen Fort- und Ausbildung an der Polizeihochschule in Villingen-Schwenningen. Er schreibt in seinem Vorwort, dass er den Eindruck habe, dass „auf diesem „polizeilichen Arbeitsfeld“ bei vielen Beamten immer noch Wissenslücken und teilweise auch ein gewisses Maß an Unsicherheit herrschen“. Hieraus erkläre sich das weiterhin ungebrochen große und gerade in den letzten Jahren eher noch gewachsene Interesse von Polizeibeamt*innen an diesem Thema. Dies wirft natürlich die Frage auf, wieso diese „Wissenslücken“ und diese Unsicherheit (nur) bei Polizeibeamt*innen bestehen sollten und (noch wichtiger) wieso dem gerade dort abgeholfen werden muss – und nicht generell bei alle Zeug*innen vor Gericht? Das dadurch ggf. entstehende oder sogar noch vergrößerte Ungleichgewicht zwischen „Alltags“- und „Polizeizeug*innen“ wird leider, und dies muss man gleich zu Beginn betonen, in dem Buch weder behandelt noch auch nur angesprochen, obwohl es für den Ablauf einer strafgerichtlichen Hauptverhandlung von besonderer Bedeutung ist.

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Lena Posch, Polizeirelevante psychische Störungen. Rezensiert von Thomas Feltes

Lena Posch, Polizeirelevante psychische Störungen. Kompaktwissen für Polizeistudium und –praxis. Boorberg-Verlag Stuttgart u.a. 2021, ISBN 978-3-415-06928-2, 144 S., 19,90 Euro

In den vergangenen Jahren häufen sich Fälle, in denen die Polizei im Einsatz Menschen tötet oder schwer verletzt, die psychische Störungen aufweisen oder sich in psychischen Ausnahmesituationen befinden. Polizeibeamt*innen sollten für die Konfrontation mit psychisch gestörten Menschen sensibilisiert sein. Das Buch von Lena Posch[1] versucht, polizeirelevante psychische Störungen kompakt zu vermitteln[2] und richtet sich dazu primär an Polizeistudierende – aber nicht nur. Continue reading Lena Posch, Polizeirelevante psychische Störungen. Rezensiert von Thomas Feltes