Buchbesprechungen

BVerwG 26.09.2019: Kennzeichnungspflicht für Polizei verfassungsgemäß

Bundesverwaltungsgericht hat die Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte unter Hinweis auf Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, in der Deutschland gerügt wurde, als verfassungsgemäß eingeordnet.

Der Eingriff in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung der Beamten sei gerechtfertigt, urteilte die Richter beim BVerwG. Er beruhe auf einer hinreichend bestimmten gesetzlichen Grundlage und genüge dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Die Pflicht zum Tragen des Namensschilds diene zum einen der Stärkung der Bürgernähe und der Transparenz der Arbeit der Polizei. Zum anderen gewährleistet sie die leichtere Aufklärbarkeit etwaiger Straftaten oder nicht unerheblicher Dienstpflichtverletzungen von Polizeivollzugsbeamten und beuge damit solchen vor, entschieden die Leipziger Richter.

Quelle https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/bverwg-2c31-33-18-kennzeichnungspflicht-polizei-verfassungsgemaess/

OVG Münster 17.07.2019: Fotos von Versammlungen

Polizei darf keine Fotos von Versammlungen auf Twitter und Facebook veröffentlichen

Das OVG Münster hat in Bestätigung der bereits versandten Entscheidung des VG Gelsenkirchen entschieden, dass Polizeibeamte des Polizeipräsidiums Essen nicht berechtigt waren, Fotos von einer Versammlung in Essen-Steele zu machen und diese auf dem Facebook-Profil der Polizei sowie auf Twitter zu veröffentlichen. Nach Auffassung des Oberverwaltungsgerichts hat das Anfertigen der Fotos, um diese im Rahmen der polizeilichen Öffentlichkeitsarbeit auf Twitter und Facebook zu publizieren, in das Versammlungsgrundrecht aus Art. 8 Abs. 1 GG eingegriffen. Polizeiliche Foto- und Videoaufnahmen von Versammlungen seien grundsätzlich geeignet, einschüchternd, abschreckend oder in sonstiger Weise verhaltenslenkend auf die Teilnehmer einer Versammlung zu wirken. Das gelte auch für Aufnahmen, die erklärtermaßen für die Öffentlichkeitsarbeit der Polizei Verwendung finden sollen.

https://www.juris.de/jportal/nav/juris_2015/aktuelles/nachrichten_1/nachrichten.jsp

Sammelbesprechung – „Vermögensabschöpfung im Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren“ – Rezensiert von: Holger Plank

„Vermögensabschöpfung im Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren“

 Sammelbesprechung der Bände:

Schmidt, Wilhelm[1]: „Vermögensabschöpfung. Handbuch für das Straf- und Ordnungswidrigkeiten.“[2]; ISBN: 978-3-406-71679-9, 619 Seiten, C. H. Beck Verlag, München, 2. Aufl. 2019, 109.- €

 

 

Podolsky, Johann[3] / Brenner, Tobias[4] / Baier, Roland[5] / Veith, Christian[6]: „Vermögensabschöpfung im Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren. Einziehung und vorläufige Vermögenssicherung. Leitfaden für die Praxis“[7]; ISBN: 978-3-415-06278-8, 268 Seiten, Boorberg Verlag, Stuttgart [München, Hannover, Berlin, Weimar, Dresden], 6. Auflage 2019, 29,90 €)

Die beiden Lehr- / Handbücher leiten den Leser durch eine außerordentlich komp­li­zierte, jedoch höchst praxisrelevante, interdisziplinäre Materie, verschränken sich hierin doch zweckorientiert die Anwendungsbereiche des Straf-, Zivil-, Handels- Gesellschafts- und Zwangsvollstreckungsrechts unter dem Dach des Strafrechts. Das Vermögens­abschöpfungsrecht wurde zum 01.07.2017 mit dem „Gesetz zur Reform der straf­rechtlichen Vermögensabschöpfung“ (BGBl. 2017 I Nr. 22 vom 21.04.2017, S. 872 ff.) vollständig[8] neu gefasst. Continue reading Sammelbesprechung – „Vermögensabschöpfung im Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren“ – Rezensiert von: Holger Plank

Frank Niechziol – Vernetzte Sicherheit als Strategie der föderalen Sicherheitsarchitektur – Rezensiert von: Reinhard Scholzen

Niechziol, Frank; Vernetzte Sicherheit als Strategie der föderalen Sicherheitsarchitektur. Eine Analyse am Beispiel der Bundespolizei (Bochumer Schriften zur Rechtsdogmatik und Kriminalpolitik, Bd. 50); Felix-Verlag, Holzkirchen, 2019, ISBN 978-3-86293-550-5, 49,00 €

Frank Niechziol wurde mit der vorliegenden Arbeit im Wintersemester 2018 an der Juristischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum promoviert. Juristische Qualifikationsarbeiten zeichnen sich oft durch eine klare Struktur aus, die dem Leser das Finden der markanten Punkte der Darstellung sehr erleichtert. Auch Niechziol hat seinen Gedankengang klar strukturiert, jedoch legt er seine Untersuchung ganz bewusst interdisziplinär an. Manches spricht dafür, dass der Grund dafür in seinem beruflichen Werdegang zu suchen ist: Der Verfasser ist Bundespolizist, der sich seine ersten akademischen Lorbeeren im Jahr 2016 mit einer ebenfalls an der Ruhr-Universität in Bochum verfassten Masterarbeit über „Irreguläre Migration und Schleusungskriminalität“ verdiente. Continue reading Frank Niechziol – Vernetzte Sicherheit als Strategie der föderalen Sicherheitsarchitektur – Rezensiert von: Reinhard Scholzen

Frank Kawelowski, Sabine Mecking – Polizei im Wandel. 70 Jahre Polizeiarbeit in Nordrhein-Westfalen – Rezensiert von: Thomas Feltes

Kawelowski, Frank, Mecking, Sabine; Polizei im Wandel. 70 Jahre Polizeiarbeit in Nordrhein-Westfalen; Greven Verlag, Köln 2019, ISBN-13: 9783774309036, 135 Seiten, 25.- Euro

Bilder sagen mehr als tausend Worte – so sagt man, aber dieser Band ist mehr als ein „Bildband“. Das machen schon die ersten Sätze der Autoren deutlich, die zu Beginn schreiben: „Polizeigeschichte ist Gesellschaftsgeschichte. Sie gibt Auskunft über Regeln und Gesellschaft“. Und genau so ist es: Wer den optisch, vor allem aber auch inhaltlich sehr gut gemachten Band durchblättert, wird sehr schnell anfangen zu lesen, und zwar vom Anfang bis zum Ende. Den beiden Autoren gelingt das Kunststück, mit den Bildern einen Blickfang zu haben und auch zu illustrieren; die Bilder „verführen“ aber vor allem dazu, die Geschichte dahinter erfahren zu wollen, und da kommt dann der Text ins Spiel. Continue reading Frank Kawelowski, Sabine Mecking – Polizei im Wandel. 70 Jahre Polizeiarbeit in Nordrhein-Westfalen – Rezensiert von: Thomas Feltes